Aus dem Alltag von Inga
Aus dem Alltag von Inga - # 9

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Inga
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Re: Aus dem Alltag von Inga

Post 121 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo,

heftige Regenfälle peitschten gestern über Norddeutschland. Da bot es sich an, mein Ausflugsprogramm spontan zu ändern, ins Kinoprogramm zu gucken und die Gelegenheit nutzen, am Abend den Film "eine neue Freundin" zu schauen.

Wirklich sehenswert und schön der Film!

Ich glaube, es gibt wenig Filme, die mir so gefallen haben, mich so berührt haben. Vielleicht schon wegen dem Thema, in dem ich mich aus eigener Erfahrung etwas auskenne, es in der Alltagsumgebung wie ein kleines Geheimnis bewahre und doch spannend finde, wie öffentlich der Film das so darstellt.

Die Bilder sind hervorragend. Die Situationen behutsam aufgenommen und ohne Hektik zu erzeugen geschnitten. Die Erzählung vermeidet die klassischen Schubladen zur sexuellen Orientierung.

Es ist kein Dokumentarfilm zum Thema. Daher finde ich, wie oft in Filmen, auch diesmal die Erzählung punktuell etwas unrealistisch überzeichnet. Doch ist sie irgendwie von den Lebenssituationen sehr enfühlsam wieder gegeben: Wie oft musste ich schmunzeln, erinnerte es mich an ähnliche Situaionen, selbst erlebte und solche aus den Berichten anderer.

Ganz besonders begeisterte mich Claire, Begleiterin und Freundin der neuen Freundin, die ihre alte Freundin verloren hatte.

Mich würde schon interessieren, wie Menschen außerhalb unserer Szene den Film finden, wie etwa regelmäßige Kinogänger, die gerne gute Filme sehen mögen, und nicht so im Thema sind.
Haben sie durch dem Film ein größeres Verständnis für unsere Leidenschaft?

Das Kino gestern war wohl auch sonntagsabends- und wetterbedingt dünn besucht. Ich sass ziemlich weit vorne, konnte mit freien Blick auf die Leinwand die Bilder vor mir genießen. Vor der Aufführung setzte sich eine Besucherin lautstark in szene, weil sie einer Besuchergruppe zuliebe nicht den Platz wechseln wollte. Doch während der Aufführung wurde hinter mir wenig getuschelt oder kommentiert. Plötzlich beim Abspann setzte aufgeregtes Flüstern und Sprechen ein, als ob sich eine Spannung löste. Bewegend war es wohl schon. Allerdings konnte ich keine Worte heraus hören.

Ach, den Film könnte ich mir glatt noch ein zweites Mal angucken. Fragt sich nur, wann und mit wem.

Liebe Grüße
Inga
Regina
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Re: Aus dem Alltag von Inga

Post 122 im Thema

Beitrag von Regina »

Tja Inga. So ist das. Bei 50% aller Männer wächst im Alter die Brust.
Das geht mir auch so.

Liebe Grüße,
Regina
Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit. (Erasmus von Rotterdam)
Inga
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Re: Aus dem Alltag von Inga

Post 123 im Thema

Beitrag von Inga »

Hi,

Ostern liegt hinter mir. Viele Feiertage, Ausflüge, Famielenbesuche frei Zeiten, Schreibtscharbeit.
Manchmal dachte ich an sie. Doch hatte ich die vergangenen Tage wenig Bedürfnis nach Inga.
Bis heute früh die Morgensonne in die wohnung scheinte. Ich griff zu einem dünnen Maxirock, passendes T-Shirt, Strickjacke und machte mich noch so etwas zurecht.
Damit Inga bei mir heute wieder mehr zu sehen ist .

Gut so.

Liebe Grüße
Inga
Inga
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Re: Aus dem Alltag von Inga

Post 124 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo,

Altkleidersammlung ist angekündigt. Guter anlass, einmal durch die Kleiderschränke zu gehen und alles, was mir nicht so recht passt oder ich sonst kaum trage, auszusortieren. Fünf große blaue Säcke sind bis jetzt zusammen gekommen. Doch die Kleiderschränke scheinen kaum leerer geworden zu sein.

Liebe Grüße
Inga
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Re: Aus dem Alltag von Inga

Post 125 im Thema

Beitrag von Inga »

Hi,

Himmelfahrtswochenende geht zu ende. am Himmelfahrtstag (oder Vatertag) gab es für mich am Nachmittag Gelegenheit mit dem Rad aufs Land zu fahren. was lag da näher, die wichtigsten Utensilien einzupacken umd wenigstens abschnittsweise Inga mehr Platz zu geben.

Ja, irgendwo klappte es auch, Brust aufzuzfüllen, Perücke aufzusetzen und weiter zu fahren. dch gestaltete sich die Tour weniger ruhig als erofft, denn Vatertags sind diverse Jung- und Altherrentouren unterwegs mit gehöriger Alkoholfahne. Nicht immer konnte ich einmfach ausweichen und musste mich durchdrängeln.

Auf dem Radweg standen dann auch mehrere Jungen mir auf dem Weg. Einer - leicht alkoholisiert - fragte bestimmt, die Dame habe ein paar Euro Wegezoll" zu zahlen. Ich schüttelte mt dem klopf, was mir aber den Weg nicht frei machte. Nun also mit Stimme, ich hätte kein Geld dabei und sie sollten mich durchlassen. Tatsächlich erfüllten sie mir auch den Wunsch nach Durchkommen. Hinter mir konnte ich noch hören Sprüche wie "Echt. Die Frau rede ja wie ein Mann ... "

Liebe Grüße
Inga
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Re: Aus dem Alltag von Inga

Post 126 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, miteinander,

Huch, schon lange habe ich hier nichts mehr geschrieben. Sicher ist vieles selbstverständliche Routine geworden. Manchmal fehlte auch die Zeit. Da sind die Berichte weniger geworden.

Heute aber kann ich ein paar Worte über etwas Belangloses schreiben: Der neue BH.

Vor einer Weile nahm es bei Woolworth seinen Lauf. BHs gab es auf dem Krabbeltisch, weiß, weiches Material, leicht stretchig, noch Größen mit Brustumfang von 100plus oder XXL zu haben und das zu sagenhaften 2,99 € ließ mich schnell zugreifen. Das Schnäppchen müsste doch einfach passen.

Zuhause dann anprobiert. Etwas eng fühlte er sich an. Doch die Silis gaben eine schöne Rundung. Also nächster Praxistest bei längerem Unterwegssein.

Der längere Praxistest erwies sich allerdings als wenig zufrieden stellend. Ja, die Optik war schon in Ordnung. Doch irgendetwas drückte und scheuerte. Abends beim Ausziehen sah ich die Bescherung: Haut mit roten Flecken unterhalb der Brust und an einigen Stellen schmerzhaft durch gescheuert. Das Ding landete erst mal unter dem Wasserhahn (allein schon wegen der Blutspuren) dann im Waschkorb und nach der Wäsche erst mal hinten in der Wäscheschublade.

Irgendwann konnte ich mich nicht zurück halten und startete einen weiteren Langzeitversuch. Das Ergebnis endete ähnlich, wenn auch nicht mehr so schmerzvoll. Nach der Wäsche sah ich mir das Teil noch etwas genauer an. Ja, es scheuerten zwei umhüllte Stäbchen, die an der Seite rechts und links in den Stoff eingenäht waren, um dem Busen mehr Form zu bieten. Hat ja was für sich, doch dafür leiden? Also griff ich zur Nagelschere, öffnete den Stoff vorsichtig, zog die Stäbchen heraus - solider Kunststoff, sehr stabil - und probierte das Teil wieder an. Jetzt ohne Versteifungen fühlte es sich alles weich und glatt an. Ja, die Brust sitzt etwas tiefer, ist mir aber eher noch ein Tick natürlicher bzw. eher im Trend der Zeit, und die Silis werden auch gut gehalten.

Nun hieß es die nächste Gelegenheit zum Langzeittest wahr nehmen das Stück den Tag lang tragen, mit Silis etwas stärker zu sehen, ohne Sillis kaum auffallend. Ja, das war es jetzt. Nun sitzt der BH mit und auch ohne Füllung so gut dass ich ihn kaum mehr spüre, im Alltagstreiben kaum mehr daran denke und es so einfach nur noch sehr bequem finde. Ich mag das Stück schon gar nicht mehr ausziehen.

Nun überlege ich, wann ich noch mal bei Wooli vorbei gucke und nach einen Zweitexemplar gucke.

Liebe Grüße
Inga
exuserin-2016-12-21

Re: Aus dem Alltag von Inga

Post 127 im Thema

Beitrag von exuserin-2016-12-21 »

Hey Inga ,
meine Frau hat mit mir vor ca . einem halben Jahr bei Bonprix schoene BH mit Bügel gekauft , und natürlich noch andere .
Zufällig unterhielten meine Frau und ich uns Gestern über diese schoenen Teile ,weil wir einen BH Satz gekauft haben,ich trage den mit einem schoenen Stickmuster ,und meine Frau den etwas schlichteren,aber beide Identisch gefertigt. Und gestern teilte meine Frau so beiläufig mit das sie den BH den ich trage ihr auch am angenehmsten ist.Ich bejahte dieses ,und fühle mich mit diesem auch sehr wohl. Ich sagte zu ihr, das es schoen wäre wen wir uns nochmal so ein Satz beschaffen koennten ,ich nur nicht weiß ob es die noch gibt. Da sagte meine Frau ,das die BH`s immer zu kaufen sind ,die werden nicht so schnell aus dem Programm genommen . Na dann wünsche ich dir viel Glück ,dass die Aussage meiner Frau stimmt!!LG Inge` (888) (yes)
Veronika
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Re: Aus dem Alltag von Inga

Post 128 im Thema

Beitrag von Veronika »

Hallo Inga,

Ich bin erst heute auf Deine Alltagserlebnisse hier im Forum gestoßen.
Deine Erlebnisse sind so gut beschrieben, dass man das Gefühl hat, es selbst zu erleben.
Ich habe bisher nur die letzten 3 Seiten gelesen, werde aber heute Nachmittag bei einem Kaffee
von Anfang an lesen.
Die Geschichte von dem Friseursalon, "kannst Du mir bitte einen Termin machen" ist leider nur ein Traum, ist einfach nur schön.
Ich freue mich auf Deine nächsten Berichte und auch träumereien.

LG Veronika
Inga
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Re: Aus dem Alltag von Inga

Post 129 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, miteinander,

Nun geht es mir schon so wie Veronika. Ich mach manchmal lange Pausen, bis ich wieder diese meine Seite hervor krame.

Sicher, vieles ist alltag geworden. Vieles ist Routine. Nach vielem Probieren und Versuchen hat sich so ein persönlicher Stil heraus gestellt. Mit vielem hat Inga sich gefunden. Was gibt es da zu schhreiben?

In den letzten Wochen hatte ich wenig Drang, ans Crossdressing zu denken. Andere Dinge hielten mich beschäftigt. Hinzu gesellt es sich, dass ich auch in meinem männlichen Alltag ziemlich viel Unisex-Kleidung aus der Damenabteilung trage. Wenn ich dann bechäftigt bin, spüre ich wenig Druck, mich zu der Kleidung noch sonstwie besonders weiblich heraus zu putzen.

Heute ist es einen Tag mal anders. Es ist wieder Homeday am Schreibtisch und PC angesagt.
Morgens nach dem Duschen zog ich mir über die einschlägige Unterwäsche mit BH, Body und Strumpfhose einen weißen Pulli zur roten hautengen Hose an. Ja, da könnte ich doch gleich die Sillies in den BH füllen, einen Loop-Schal mit Blümchen um den nackten Hals legen. Gedacht, getan. Passt mir gut. Jetzt noch eine Perücke auswählen, die Haare mit dem Kamm ordnen, etwas Lippenstift und eine Spur Make-Up. Ja, so fühle ich mich gleich wie ein anderer Mensch. Da gehört mir auch dazu, für mich einen weiblichen Namen zu haben.

Jetzt aber an den Frühstückstisch, und danach an den Schreibtisch. Sonst wird es in dieser Jahreszeit wieder dunkel, bevor etwas getan ist.

Liebe Grüße
Inga
ute
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Re: Aus dem Alltag von Inga

Post 130 im Thema

Beitrag von ute »

Hallo Inga
Wirklich schön wie du über deine Erlebnisse und deine Gedanken so berichten kannst.
das ist für eine neue wie mich sehr hilfreich,ich selbst kann leider noch nichts nennenswertes Berichten.
beneidenswert wie souverän du dich draußen bewegen kannst.da würde ich auch gern hinkommen.
Danke für deine berichte.
Liebe Grüße
Ute
Inga
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Re: Aus dem Alltag von Inga

Post 131 im Thema

Beitrag von Inga »

Hi, miteinander,

ist das heute nacht draußen wieder warm gewesen. Wenn das die nächsten Tage so weiter geht, dann hole ich zu Weihnachten meine Sommerkleider wieder hervor.

Liebe Grüße
Inga
Inga
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Re: Aus dem Alltag von Inga

Post 132 im Thema

Beitrag von Inga »

Hi,

ein Traum ist diese Geschiche

Draußen vor dem Haus war schon die halbe Nacht eine eigentümliche Unruhe. Menschen strömten vorbei. Nieselregen hatte eingesetzt. Der Sonnenaufgang war in dem feuchten Nebel kaum wahr zu nehmen. "Schau die Leute", sagte sie zu mir. "Sie sehen so abgekämpft aus. Sie müssen schon die ganze Nacht im Regen unterwegs gewesen sein. Wir sollten ihnen helfen." - "Aber wie?" - fragte ich sie. Ich machte Wasser heiß und goss eine große Kanne Tee auf. Sie füllte gleich mehrere Becher, öffnete die Tür und sprach die nächstbesten Menschen an, bei uns eine Pause zu machen. Müde und doch davon getrieben vorwärts zu gehen, hielten einige kurz inne. Sie tranken den Tee und aßen von dem Brot, dass ich ihnen reichte. Einige setzten sich für einige Minuten auf die alte Bank vor dem Haus, tranken den Tee, den wir reichten und brachen wieder auf.
Wirmachten mehr Tee und holten unsere Vorräte aus Speisekammer und tiefkühltruhe. Dankbar nahmen die vorbeiziehenden Menschen alles auf. Wir holten Handtücher und alte Klamotten aus den Schränken. Sie trockneten sich und zogen die Sachen über. Bald waren die ersten verschwunden und neue Leute machten bei uns Zwischenstation. So ging es den ganzen Tag. Der Regen hatte aufgehört. Doch die Sonne wollte nicht durch die Wolkendecke. Immer wieder machten wir Tee, tauten Brot aus der Tiefkühltruhe, machten Suppe und reichten es den Vorbeiziehenden, die dankbar bei uns Pause machten.

Wir merkten kaum wie der Tag verging. Wir merkten kaum, wie sich Tiefkühltruhe und Schränke leerten. Noch immer noch strömten Leute vorbei, viel zu dünn bekleidet und dabnnkbar für jeden Tee, jeden Happen zu essen, jeden Pullover und jedes Shirt, das wir ihnen reichten. Ach, endlich konnten die vorräte vermmindert, die alten Männerklamotten und all die Fehlkäufe noch sinnvoll verwendet werden, seufzte ich.

Es wurde dunkel und so langsam ebbte der Strom ab. Nur noch vereinselt kamen Leute vorbei. Da war eine Familie. Sie konnten nicht so schnell wie die anderen wegen der kleinen Kinder. Ihnen war kalt und die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben, Und doch in den Augen die glühende Hoffnung auf ein gutes Ziel am Ende ihres wohl noch langen Weges. Ohne lange zu überlegen, gaben wir ihnen unsere letzten Brotscheiben und gossen mit den letzten Beutel noch Tee auf. Was konnten wir ihnen zum Anziehen geben? Da war noch meine Joggingjacke, die ich den ganzen Tag über die Unterwäsche gezogen hatte. Wir suchten das Haus ab und so fand sich noch für jeden etwas Warmes zum Überziehen in der fröstelnd-kühlen Nacht. Sie zogen dankbar weiter in die dunkle Nacht, nicht ohne uns "beiden guten Feen" zu danken und beim Abschied hinzuzufügen, unsere Gastfreundschaft würde uns sicher zum Segen reichen. Wir winkten ihnen noch hinterher, und konnten sie bald in der dunklen Nacht bald nicht mehr sehen. Es war ungewohnt still um uns. Wir waren allein. Ich schmunzelte über die "zwei gute Feen". Fee fände ich für mich schon schön. Doch wie sie wohl darauf kamen.

Und wie wir so da standen in der Stille der dunklen Nacht in vielleicht gerade noch dünner Unterwäsche und wir merkten, dass wir aber auch wirklich alles weggegeben hatten und so gar nichts mehr hatten, glitzerten und blinkten die Sterne am Himmel und schienen zu lächeln und uns zuzublinzeln. Es raschelte und blitzte leicht und dann rieselte etwas um uns wie ein leichter Schauer. Ich schloss die Augen für einen Augenblick. Eine Stimme schien von oben zu ertönern: "Eure Wünsche gehen in Erfüllung." Und noch ein Augenblick und ich spürte wohlige Wärme um mich herum. Ich öffnete wieder die Augen und sah uns beide unter dem Sternhimmel allein auf der Straße stehen. Wir beide im Partnerlook in warmen bunten Strickkleidern und mit warmen Jacken umhüllt und hübschen Anoraks über die Schulter, an den Beinen dunkle dicke Strumpfhosen und an den Füßen mit Fell gefütterte Stiefelchen. Alles wie auf Maß geschneidert. Uns beiden waren lange lockige Haare gewachsen und ich hatte jetzt Brüste, auf die meine Liebste ihren Kopf kuschelte. "Was für Wünsche wurden wahr!"- schoss es mir durch den Kopf. "Oh, Sei vorsichtig" — flüsterte ich ihr ins Ohr "Sie sind doch noch neu und zart." - "Ach du, bist du süß" — schnurrte sie, strich mir die frischen lockigen Haarsträhnen von der Schulter, kuschelte sich ganz eng an mich. Ich schlang meine Arme um sie, vergrub meine Hände in ihre langen so schön kräftige Haare, drückte sie noch ganz doll. Wir genossen das Gefühl, neu und anders zu sein, und bald gingen wir langsam ins Haus zurück. Dort wartete auf dem Tisch eine dampfende Suppe ud mehrere Scheiben frisches Brot, duftend wie gerade aus dem Ofen gekommen. Wir setzten uns ganz eng zusammen, ich schlang den Arm um sie, sie zog ihre Jacke wie eine Decke um meine Schulter. Wir aßen von den Dingen auf dem Tisch, denn wir waren hungrig von dem Tag. Wir müssen lange gesessen haben. Sie zog mich an der Hand und sagte: "Lass uns schlafen gehen." Da lagen auf dem Bett zwei seidige Nachthemden mit Rüschen, die wir uns überzogen. Wir betrachteten uns noch kurz im Partnerlook, schmunzelten uns Feen zu und huschten bald unter die Bettdecke. Sie kuschelte sich an mich — oder ich an sie — und sie sagte noch "Deine neuen Brüste sind so schön!" und "Mit deinen weiblichen Seiten packen wir zwei Feen solche Tage schon." Ich fand alles ganz ok -besonders das mit den Feen gab mir ein so wohliges Gefühl - und bald waren wir ineinader verschlungen zufrieden eingeschlafen.

Gute Nacht und liebe Grüße
Inga
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Re: Aus dem Alltag von Inga

Post 133 im Thema

Beitrag von Inga »

Hi,

zwischen den Tagen ist eine ruhige Zeit, die ich vorwiegend am Schreibtisch, mit Sortieren und mit Aufräumen verbringe. Da kann ich mich eher bleger kleiden. Heute, indem ich mir gegen die aufziehende Kälte und als Schutz vor Erkältung jetzt gerade vor Sylvester einen Rollkragenpulli griff und dazu einen langen Jeans-Rock. Ich ziehe die Sachen gerne an, habe sie schon ewig und - ach ja -sie sind auf meinem Avater-Bild verewigt. Also, ist heute wieder "Avater-Tag".

Zwischen den Schreibtischaktionen bleibt auch Zeit, manch Neues auszuprobieren. So hatte ich in einem Cosplay-Forum gelesen, wie eine Perücke nachgebessert werden kann, indem etwa ihren glatten Haaren dauerhaft zu Wellen oder Locken gemacht werden - sozusagen Dauerwelle für die Perücke: Die Perücke wird auf einen Styroporkopf gesetzt. Das Haar der Perücke wird strähnchenweise auf Lockenwickler gedreht. Dann wird die Perücke mitsamt Lockenwickler vom Styroporkopf genommen und einige Minuten in 80 bis 95 Grad heißes Wasser getunkt. Danach herausheben, abkühlen und abtrocknen lassen, Lockenwickler entfernen, Perücke schütteln. Fertig - zum Nachschneiden und aufsetzen. Stil und Art der Locken ist natürlich auch hier eine Sache der Wickeltechnik und Größe der Lockenwickler. So ähnlich sollen auch kraus gewordene Perücken zu definierten Locken kommen. Das alles geht natürlich nur mit Perücken aus Kunsthaar wie etwa Kanekalon. Das musste ich doch ausprobieren, ob das wirklich funktioniert. Ich suchte von einer alten abgetragenen Perücke eine lange Strähne, schnitt sie ab, wickelte sie sorgfältig auf einen Lockenwickler, und nun? Wie komme ich zu 80 bis 95 Grad Wasser? Ich brachte einen Topf mit Wasser auf dem Herd zum sprudelnden Kochen - das dürften so um die 100 Grad sein, zu heiß - stellte den Herd aus und ließ das Wasser abkühlern, bis das Sprudeln verschwunden war. Ich legte den Lockenwickler mit der aufgedrehten Strähne in den Topf voll heißem Wasser und holte ihn mithilfe einem Holzkochlöffels aus dem Topf, ließ Lockenwickler samt Strähne unter kalten Wasser etwas abkühlen, drehte dann die Strähne vom Lockenwickler. Ja - tatsächlich, die glatte Strähne hatte sich wohl definiert gelockt und verblieb auch so! Wenn jetzt noch das kurze krause Ende abgeschnitten wird, sieht sie noch schöner aus! Das eröffnet mir ja ganz neue Möglichkeiten zu neuen Frisuren! Ich mag ja Frisuren mit welligem bis lockigem Haar, finde nur selten etwas Passendes. Nun kann ich mir ja selber gestalten, was ich nicht so recht bestellen kann und mir zum Kaufen zu selten zu sehen und schnell für meinen Geldbeutel zu teuer ist. Mein nächstes Projekt zeichnet sich ab: Umformung einer abgetragenen Perücke mit glattem Haar. Zuerst aber muss ich mich aber noch über verschiedene Wickeltechniken und deren Effekte kümmern und viele Lockenwickler in verschiedenen Größen sammeln.

Liebe Grüße
Inga
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Re: Aus dem Alltag von Inga

Post 134 im Thema

Beitrag von Inga »

Hi,

Was hast du jetzt gemacht, was du dich vorher nicht getraut hast? - ist so eine Frage an anderer Stelle im Forum.

Jezt habe ich mich getraut, ohne männliche Klamotten tagsüber "en femme" das Haus zu verlassen und am nächsten Tag auch "en femme" zurück zu kommen. Das ist für mich so wirklich neu und nicht alltäglich weil ich mich vor meinen Nachbarn und Bekannten in der Umgebung mit meinen weiblichen Zügen zu den bekann ten männlichen Seite nicht outen möchte. Ich mag meine Leidenschat zum CrossDressing noch nicht offenbaren.

Sylvester bot eine neue Gelegenheit. Ich war eingeladen zu einer Fete, bei der "nur Mädels" sein sollten, mein Erscheinen schon "en femme" gewünscht. Das Wetter war recht warm und trocken. Es bot sich an, die dreißig Kilomezter per Fahrrad und somit bmit wenig Gepäck zu fahren. Das hieß also, möglichst viel en femme anzuziehen und männlichen Kram zu Hause zu lassen. So machte nich mich zu Hause fertig, fand mich akzeptabel straßentauglich mit geschminkten Gesicht, Fingernägel, gefüllten BH und Perücke, zog reisetaugliche Damenkleidung an, packte das fetentaugliche Kleid in die Tasche, zog die stiefel über die Füße,und mir meine gefütterte Damenjacke Mantel über, fand alles miteinander stimmig, griff zur gepackten Tasche und der Handtasche, und trat vors Haus. Es war nachmittag, ruhig auf den Straßen, kein Mensch zu sehen. Ich ging zu meinem Rad mit tiefem Durchstieg, das bereits vor dem Haus stand, legte die Handtasche in den Korb, schnallte die Tasche auf den Gepäckträger, schloss auf, schob es auf die Fahrbahn und fuhr los. Welch angenehmes Gefühl, wenn die Haare um das Gesicht flattern! Ich fuhr nicht schnell, doch geradewegs durch einen größeren Park und einen beliebten Wanderweg. Einzelne Leute absolvierten ihren Sylvetserspaziergang. sie nahmen kene Notiz von mir. Ich fuhr durch kleine Straßen und lange Radwege übers Land. Die Autofahrer schienen etwas höflicher und mit mehr Abstand zu überholen als sonst. Doch keinerlei unangenehme Notiz.

Was soll ich viel über die Fete schreiben. Ja, absoluter Mädelsüberschuss, zu dem ich augenscheinlich auch beigetragen habe. Alle miteinader sehr nett, reichliches Büffet, gute Musik, manch gutes Gequatsche und viel getanzt. Mitternacht dann noch ein hervoragndes Feuerwerk am Horizont.

Einige Stunden konnte ich in einer Ecke schlafen, dann im späten Morgengrauen mich dann auffrischen, etwas Tagesmakeup, die zweiten Haare geordnetz, gegen Mittag noch ausgiebiges Frühstück in netter Runde, und dann hieß es wieder reisetaugliche Sachen anziehen, diesmal dicke Strumpfhosen zu Minirock, Pullover und die obligatorische Damenjacke zu den flachen Stiefeln, die ich tags zuvor auch auf dem Hinweg getragen habe, die übrigen Sachen einpacken.

Und es ging mir durch den Kopf: Wenn ich jetzt so "en femme" bis nach Hause durchfahre, wie werde ich dann dort empfangen? Fragt ein Nachbar, was denn nun mit mir ist? Gibt es Beifall, dass ich mich so traue, so ungewohnt unterwegs zu sein? Oder werde ich gar nicht erkannt und eher gefragt, was ich denn mit dem Schlüssel in der Wohnung wolle und woher ich das Rad hätte?

Es war über Nacht deutlich kühler geworden, Rauhreif lag auf den Wiesen. Doch es war noch trocken. Ich packte meine Tasche auf den Gepäckträger und meine Handtasche wieder in den Fahrradkorb am Lenker, schob mein Rad aus der Ecke, schwang mich rauf, und machte mich auf den Weg, um nicht allzu hektisch noch vor Sonnenaufgang nach Hause zu radeln. Ich genoss die Fahrt durch die küle Luft, durch die freundliche Landschaft.

Auf der Rückfahrt musste ich mir die Wege mit vielen Neujahrs-Spaziergänger teilen, denn es war schon nachmittags. Einige grüßten mich mit "Frohem Neuen Jahr" oder auch so dem hier verbreiteten "Moin" , wie man es auf dem Lande so macht, wenn Menschen entgegen kommen. Ich konnte es nur mit freundlichen Nicken beantworten. In den augen winkeln versuchte ich noch ausfindig zu machen, ob es wegen meiner Erscheinung noch besondere Reaktionen gab. doch mir fiel nichts auf.

Zuhause kam näher und näher. Mein Herzklopfen wuchs. Meine Straße war wie ausgestorben. Ich stellte mein Fahrrad vor dem Haus ab und schloss an, kein Mensch weit und breit. Ich nahm das Gepäck vom Rad, ging zur Haustür, schloss auf, ging in den Hausflur: kein Mensch kam entgegen. Ja, da war Licht aus der halb offenen Kellertür. Ein Nachbar war wohl unten. Ich ging zu meiner Wohnungstür, zog wieder den Schlüssel hervor, schloß auf, nahm meine Taschen hinein, schloß die Wohnungstür hinter mir, zog mir die Jacke aus, wechselte die Stiefel mit Hausschuhen, stellte die Heizung hoch, machte mir einen Kaffee und schaute in den Spiegel: Der Bartschatten sollte noch enmal übergepudert werden, den Lippenstift nachziehen und die Haare vom Fahrtwind etwas zerzaust auch wieder etwas in Form bringen - nd willst du dir nicht noch einen längeren Rock üerziehen?

Als ich mich dann mit einem Becher heißem Kaffee in der Hand im PC den ersten Emails mit den Neujahrsgrüßen widmete, dachtete ich bei mir: So also ist es, bei Tage "en femme" nach Hause zu kommen.

Liebe Grüße
Inga
Fabiane
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Re: Aus dem Alltag von Inga

Post 135 im Thema

Beitrag von Fabiane »

Hallo Inga,

DANKE, dass und wie Du uns innerlich und äußerlich an Deinen Alltagserlebnissen teilhaben lässt. Hab längst nicht alle, aber einige gelesen und fand sie sehr packend und berührend. Toll, wie sich Dein "En-femme-Sein" im Lauf der Zeit immer weiter entpuppt hat, wie selbstverständlich und unbefangen Du Deine "innere Frau" auch draußen lebst, wieviel Mut und Selbstbewusstsein Du dazu hast und auf wieviel Zustimmung Du bei anderen gestoßen bist. Toll auch, wie frei Du mit Deinen trotzdem vorhandenen männlichen Anteilen umgehst - dass Inga manchmal schlummern darf -, wie "komplett" Du also Dein vielschichtiges, androgynes Wesen lebst und wie bewusst und tief Du dieses Wesen erkennst.
Dein Weg kann auch mir, die/der ich noch längst nicht so weit wie Du bin (Stichwort Außenwelt), Vorbild sein.

Liebe Grüße
von Fabiane
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