Der Stein rollt
Der Stein rollt - # 8

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Beatrix
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Re: Der Stein rollt

Post 106 im Thema

Beitrag von Beatrix »

Anke hat geschrieben:Für mich war und ist entscheidend, dass es mir gut geht. Jahrzehntelang ging es mir sehr schlecht und ich stand auch oft kurz vor dem Abgrund. Da möchte ich nicht mehr hin. Das lag auch daran, dass ich mich von anderen in bestimmte Entscheidungen habe hineindrängen lassen. Wer mich heute erlebt, kann sich das vermutlich kaum vorstellen. Aber davon musste ich mich erst einmal befreien und lernen, auf mich selbst zu hören. Das bedeutet nicht, dass ich andere Meinungen und Standpunkte ignoriere, ganz im Gegenteil. Aber am Ende treffe ich die Entscheidung und da stelle ich mir immer die Frage, ob es mir damit gut gehen wird. Bis jetzt hat das auch gut funktioniert. :-)
Das erinnert mich stark an eines meiner Lieblingszitate von Steve Jobs:

"Als ich 17 war, las ich ein Zitat das ungefähr so klang: Wenn du jeden Tag so lebst, als wäre es dein letzter, wird es höchstwahrscheinlich irgendwann richtig sein. Das hat mich beeindruckt und seit damals, in den vergangenen 33 Jahren, habe ich jeden morgen in den Spiegel geschaut und mich selbst gefragt: Wenn heute der letzte Tag in meinem Leben wäre, würde ich das tun, was ich mir heute vorgenommen habe zu tun? Und jedes mal wenn die Antwort nein war für mehrere Tage hintereinander, wusste ich, ich muss etwas verändern.
[...]
Deine Zeit ist begrenzt, also verbrauche sie nicht, um das Leben anderer zu leben. Sei nicht gefangen von dem Dogma — welches sagt, dass Du mit den Resultaten der Gedanken anderer Leute leben musst. Lass nicht den Krach anderer Meinungen die eigene innere Stimme zum verstummen bringen. Und das Allerwichtigste, habe den Mut, Deinem eigenen Herzen und der Intuition zu folgen. Die wissen irgendwie schon genau, was du wirklich sein willst. Alles andere ist zweitrangig.


Liebe Grüße

Beatrix
Nachdem Gott mich geschaffen hatte, sagte er: "Ups, da ist mir doch
ein Fehler passiert. Na egal, den müssen andere wieder ausbügeln. :-)"
MEL
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Re: Der Stein rollt

Post 107 im Thema

Beitrag von MEL »

Hallo Anke,

vielen lieben Dank für all deine Schilderungen und Gedanken in diesem deinem thread "Der Stein rollt"!

Ist schon eine Wahnsinns Entwicklung von deiner ersten Anmeldung hier bis zur nun bevorstehenden GaOp am 04.März!

Bin überzeugt, dass Du dir diese Entscheidung wahrlich nicht leicht gemacht hast und es dich vermutlich auch zahllose unruhige
bis schlaflose Nächte gekostet hat?! Aber wenn die Entscheidung dann gefallen ist, dann folgt auch konsequent der nächste Schritt.
Schon bemerkenswert, wie stringent Du deinen Weg verfolgst! (yes)

Du sprichst hier vor allem einen sehr entscheidenden Punkt an, der mir bei all meinen bisherigen Recherchen und Lektüre zum
Thema GaOp immer zu kurz kam:

Anke hat geschrieben:Ich habe dann eine Vorauswahl getroffen. Ausschlaggebend für die Vorauswahl war zum einen die angewandte Methode und zum anderen die Reputation des Operateurs. Letzteres ist das schwierigste. Es gibt praktisch so gut wie keine objektive Daten. Deshalb hab ich auf sämtlichen Plattformen die Berichte gelesen und mich mit der einen oder anderen auch ausgetauscht. Die Berichte im Netz finde ich in vielen Fällen sehr problematisch und schwer einzuschätzen. Ich habe mir immer die Frage gestellt, wieviel Wahrheit und wieviel Übertreibung steckt in einem Bericht. Ist etwas schief gelaufen, weil der Operateur Mist gebaut hat oder hat die Person sich einfach falsch verhalten? Damit habe ich mich schon beschäftigt, als für mich noch gar nicht klar war, ob ich den Schritt gehe oder nicht. Allein die Recherche ist enorm zeitaufwändig und ich musste mir immer Zeit geben, das Gelesene zu verdauen und einzuordnen.
Und zwar bei all den "Glücksempfindungen" nach erfolgter OP im tatsächlich empfundenen/richtigen Geschlecht angekommen zu sein:

Wer berichtet im Anschluss wirklich objektiv von aufgetretenen Komplikationen, Missbildungen und dauerhaften Spätfolgen???

So sind doch allein im Jahr 2013 in Deutschland von der kassenärztlichen Vereinigung 1457 GaOP's dokumentiert, ganz zu
schweigen von all den anderen Operationen, die privat finanziert bzw. außerhalb Deutschlands durchgeführt wurden.

Bei allem Verständnis für die Zielsetzung der "großen Lösung" hielte ich es für absolut unerlässlich,
seitens der in Frage kommenden Kliniken / Operateure nicht nur auf die möglichen Gefahren und Risiken hinzuweisen,
sondern diese auch mit statistisch belegbaren Zahlen zu unterfüttern.

Klar, jede OP verläuft nicht zwangsläufig wie die vorhergehende, sind es doch einfach zu viele individuelle Faktoren,
die Verlauf und Ausgang bestimmen. Aber als ein weiteres wichtiges Entscheidungskriterium würde ich eine solche
Informationsquelle schon erachten?!

Klar, die Entscheidung, wer die OP durchführen soll, kann immer nur der/die Transsexuelle selbst treffen.

Aber wie schon angesprochen, Du hast dir diese Entscheidung mit allen dir zur Verfügung stehenden Informationen
ganz gewiss sehr reiflich überlegt und ich wünsche Dir alles erdenklich Gute dafür und drücke auch ganz doll die Daumen,
dass alles so verläuft, wie Du es dir erhoffst!

Ganz liebe Grüße (ki)

MEL
Christiane04
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Re: Der Stein rollt

Post 108 im Thema

Beitrag von Christiane04 »

Hallo zusammen, hallo Anke,

Wie tapfer und konsequent! Gratuliere zu deinem Mut!
Das Forum in dem Erfahrungen zur Gaop gesammelt kommentiert und auch mit Bildern dokumentiert werden heißt www.Trans-Eltern.de und birgt diesbezüglich schon einen großen Wissens- und Erfahrungsschatz. Klare Empfehlung!

Schönen Tag und viel Glück bei allem, was ihr euch vornehmt
Christiane
"Ein Mann kann anziehen, was er will, er bleibt doch nur ein Accessoire der Frau. " Coco Chanel
Anke
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Re: Der Stein rollt

Post 109 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,
Mel hat geschrieben:Wer berichtet im Anschluss wirklich objektiv von aufgetretenen Komplikationen, Missbildungen und dauerhaften Spätfolgen???
Die Post Op Berichte der Betroffenen sind in den meisten Fällen entweder rosarot oder tiefschwarz. Dazwischen gibt es kaum etwas. Ich glaube nicht, dass damit die Realität richtig beschrieben wird. Plausibel fände ich eine Gauß-Verteilung, also einige Ausreißer nach oben und unten und ein breites Mittelfeld von Ergebnisse, die in Ordnung sind, wo aber das eine oder andere hätte besser sein können. Bei den negativen Berichten wird zum Teil sehr ausführlich über Komplikationen und Missgestaltungen berichtet. Berichte über längerfristig auftretende Probleme habe ich keine gefunden.

Deshalb helfen diese Berichte nur bei der Negativauswahl. Wenn es zu einem bestimmten Operateur auffallend viele problematische Berichte gibt, dann sortiere ich den aus. Damit habe ich für den verbleibenden Rest leider immer noch keine Information, ob die wirklich gut arbeiten.
Mel hat geschrieben:Bei allem Verständnis für die Zielsetzung der "großen Lösung" hielte ich es für absolut unerlässlich,
seitens der in Frage kommenden Kliniken / Operateure nicht nur auf die möglichen Gefahren und Risiken hinzuweisen,
sondern diese auch mit statistisch belegbaren Zahlen zu unterfüttern.
Da bin ich absolut deiner Meinung. Bei rund 1.500 Operationen pro Jahr ist das auf der einen Seite mit erträglichem Aufwand gut machbar. Auf der anderen Seite ist die statistische Masse groß genug, um belastbare Aussagen zu bekommen. Für die Operateure und der Kliniken sollte es nach meiner Überzeugung verpflichtend sein, bei jeder Operation die entsprechenden Angaben zu liefern. Die sollten auch stichprobenartig überprüft werden. Die Operierten sollten auf freiwilliger Basis die Angaben der Operateure ergänzen. Damit bekämen wir eine gute Grundlage für die Entscheidung für oder gegen die OP und für die Auswahl des Operateurs.

Leider stand mir solch eine Informationsbasis nicht zur Verfügung und ich habe versucht mir wie beschrieben anders zu behelfen. Ich hoffe, dass so etwas in der Zukunft aufgebaut wird.

@Mel: Daumendrücken kann ich gut gebrauchen, lieben Dank dafür. Denn die Operateure sind eben auch Menschen und sie sollten nicht gerade bei meiner OP einen schlechten Tag haben.

@Beatrix: Den Satz kenne ich auch, ich wusste nur nicht, dass er von Steve Jobs ist. Ich finde, dass er einen guten Impuls gibt und zum Nachdenken anregt. Ich finde es auch außerordentlich wichtig der eigenen Intuition zu folgen. Wenn ich das gemacht habe, dann waren meine Entscheidungen in den allermeisten Fällen gut und richtig.

Liebe Grüße

Anke
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Veronika
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Re: Der Stein rollt

Post 110 im Thema

Beitrag von Veronika »

Hallo Anke,

Ich freue mich von ganzem Herzen für deine OP. Dann hast du es endlich geschafft.
Ich bin am 4. März in Gedanken bei dir und wünsche dir ganz viel Glück.

LG Veronika
Magdalena
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Re: Der Stein rollt

Post 111 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo Anke,

wie immer schreibst Du ausführlich, was Dich bewogen hat bei der Auswahl des Operateurs. Sicher ein Restrisko wird sich nicht ausschließen lassen. Ich möchte Dir aber keine Angst machen. Was den Erfolg der OP angeht, glaube hat auch die Patientin eine Verantwortung. Wie habe ich mich vorbereitet, bin ich in der körperlichen und gesundheitlichen Lage. Einige haben noch andere Erkrankungen, welche den Heilungserfolg beinflussen. Halte ich nach der OP alle Anweisungen ein. Gut man kann nicht alle OP`s ,hier sind keine GAOP's gemeint, miteinander vergleichen. Aber oft erlebe ich es bei Freunden und Bekannten, das nach einiger Zeit die notwendige Sorgfalt nachlässt. Sei es aus Mangel an Zeit oder Bequemlichkeit, bis jetzt ist ja alles in Ordnung. Es stellen sich Spätfolgen ein.

Ich werde jedenfalls am 4. März an Dich Denken und Dir die Daumen drücken, damit alles gut wird. (yes)

viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
Victoria
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Re: Der Stein rollt

Post 112 im Thema

Beitrag von Victoria »

Hallo Anke,

schön das jetzt der Termin für die OP jetzt feststeht.
Anke hat geschrieben:Ich habe dann eine Vorauswahl getroffen. Ausschlaggebend für die Vorauswahl war zum einen die angewandte Methode und zum anderen die Reputation des Operateurs. Letzteres ist das schwierigste. Es gibt praktisch so gut wie keine objektive Daten. Deshalb hab ich auf sämtlichen Plattformen die Berichte gelesen und mich mit der einen oder anderen auch ausgetauscht. Die Berichte im Netz finde ich in vielen Fällen sehr problematisch und schwer einzuschätzen. Ich habe mir immer die Frage gestellt, wieviel Wahrheit und wieviel Übertreibung steckt in einem Bericht. Ist etwas schief gelaufen, weil der Operateur Mist gebaut hat oder hat die Person sich einfach falsch verhalten? Damit habe ich mich schon beschäftigt, als für mich noch gar nicht klar war, ob ich den Schritt gehe oder nicht. Allein die Recherche ist enorm zeitaufwändig und ich musste mir immer Zeit geben, das Gelesene zu verdauen und einzuordnen.
Da gebe ich dir recht, es ist ein Problem im Netz objektive bis neutrale Berichte zu bekommen.
Meine Erfahrung ist, das Frau durch persönliche Gespräche mit Postop-Frauen eher zu einer reellen Meinung kommt.
Da wird nämlich auch mal über Zwicken und Schmerzen gesprochen!
So werde ich mir unter anderem meine Meinung bilden und für mich das wichtigste außer der Qualifikation: wie kommt der Arzt rüber, besteht da Empathie!

Ich freue mich für dich und wünsch dir alles gute.

LG
Vicci ---)))
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Anke
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Re: Der Stein rollt

Post 113 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,
bevor ich mich in wenigen Tagen, genauer gesagt in 10, unters Messer lege,möchte ich nochmal auf meine Entwicklung in den letzten Wochen zurückschauen.

Doch zunächst ein paar Worte zu meiner Partnerin und unserer Beziehung. Ich habe das große Glück, dass meine Partnerin mich von Beginn an unterstützt hat. Und zwar ohne an sich selbst zu denken. Sie hat gesehen, dass es dem Menschen den sie liebt schlecht geht und da gab es für sie nichts anderes, als mir zu helfen.

Mit ihr bin ich durch sämtlich Höhen und Tiefen gegangen. Gerade am Anfang war sie es, die mich durch einige Tiefen hindurch gebracht hat.

Dabei gab es natürlich auch schwierige Phasen zwischen uns. Wir wussten beide nicht, wohin uns das führt und was es mit uns und unserer Beziehung macht. Und natürlich gab es auch Auseinandersetzungen, Streit und Tränen. Aber wir haben uns immer wieder berappelt und zusammengerauft.

Wie unsere gemeinsame Reise endet, das wissen wir heute immer noch nicht. Am Anfang hat uns das große Sorgen gemacht, doch mittlerweile können wir gut damit leben.

Wichtig ist das wir immer noch zusammen und füreinander da sind. Gerade letzteres wird sich nie ändern, dafür verbindet uns zu viel. Ansonsten leben wir jetzt als zwei sehr enge Freundinnen zusammen. Sie ist ganz klar auf Männer abonniert. Damit haben wir zu Beginn meiner Transition etwas verloren, was uns auch verbunden hat. Nichts desto trotz ist unsere Beziehung und Freundschaft im Laufe der Transition immer tiefer und fester geworden. Wir wissen, was wir aneinander haben.

Irgendwann stand dann natürlich die Frage im Raum, wie jede von uns ihren Bedürfnissen nach Zärtlichkeit, Erotik und Sexualität nachkommen kann. Wir haben die Frage so beantwortet, dass wir uns gegenseitig den Raum und die Freiheit für jeweils eigene Beziehungen geben.

Wir leben das sehr offen und auch wenn es zu Beginn sich ungewöhnlich angefühlt hat, kommen wir damit gut zurecht. Wichtig für uns ist, dass wir da auch keine Geheimnisse voreinander haben. Die jeweils andere weiß, wann sich eine von uns mit jemandem trifft.

Natürlich besteht das Risiko, dass eine von uns sich ernsthaft verliebt und sich dann daraus entsprechende Konsequenzen für unsere Beziehung ergeben. Wir wissen das und haben uns versprochen darüber auch ganz offen zu sprechen, wenn es denn passieren sollte. Nachdem was wir gemeinsam geschafft haben sind wir uns sicher, auch solch eine Situation gut bewältigen zu können.

Während sie wie oben erwähnt auf Männer steht, hätte ich mir auch vorstellen können, mit ihr in einer lesbischen Beziehung zu leben. Da es dazu nicht gekommen ist und ich mich immer schon in Menschen beiderlei Geschlechts verlieben konnte, probiere ich mein Glück gerade in der Männerwelt. Über meine diesbezüglichen Erfahrungen schreibe ich zu einem späteren Zeitpunkt mehr.

Auf jeden Fall sind wir in einen regen Austausch hinsichtlich der Männerwelt getreten. Gut ist, dass wir diesbezüglich einen unterschiedlichen Geschmack haben. Gut ist auch, dass uns nach unsere Erfahrung immer wieder sehr bewusst wird, was unsere Beziehung ausmacht und was sie für einen hohen Wert für uns hat.

Das Thema Männer habe ich für mich allerdings seit der Kostenzusage der Krankenkasse zur GAOP zurückgestellt. Was vorher für mich in Ordnung war, das ging nun nicht mehr.
Zum einen möchte ich so wie ich jetzt bin mit dem Gedanken an die GAOP nicht mit einem Mann intim werden. Und selbst wenn es dazu bei einem ersten Treffen natürlich nicht kommt, ich wäre im Kopf einfach unfrei.

Zum anderen möchte ich auch nicht mehr vorher erklären, dass ich Trans bin. Wenn er es mitbekommt und anspricht, dann ist es für mich in Ordnung. Aber ansonsten habe ich einfach keine Lust mehr es zu thematisieren. Wenn ich mich mit jemandem treffe, dann wünsche ich mir einen interessanten und lustigen Abend, der vielleicht in zärtlicher Zweisamkeit endet. Und da gibt es sicher viele interessante, spannende und lustige Themen, über die geredet werden kann. Und muss ich sicher nicht dauernd über Transsexualität sprechen.

Auch ansonsten hat die Zusage der Kasse in mir vieles in Bewegung gebracht. Das eine oder andere habe ich schon dazu geschrieben.

Wie es der Zufall wollte waren die Vagina Monologe in Stuttgart zu Gast. Leider konnte ich aus terminlichen Gründen nicht hin. Aber es war ein guter Anlass, das Buch zu lesen.

Und es war für mich auch genau der richtige Zeitpunkt. Denn das hat mich dazu gebracht, mich sehr intensiv mit dem zu beschäftigen, was ich demnächst bekomme, nämlich eine Vulva und eine Vagina.

Mir ist klar geworden, welche Bedeutung dieses Körperteil für ihre Besitzerinnen hat und wie wichtig es auch für mich sein wird. Und irgendwann kam mir dann auch der Gedanke, dass ich nicht EINE Vagina bekomme. Nein, ich bekomme MEINE Vagina. Sie wird Teil meines Körpers und damit auch Teil meines Lebens.

Im Buch wird von vielen Frauen erzählt, die sich dort noch nie betrachtet und immer nur von "da unten" gesprochen hatten. Die befreit waren, nachdem sie das geändert haben. Dadurch ist mir klar geworden, dass ich mich mit ihr beschäftigen muss. Damit sie auch wirklich ein integraler Teil von mir und meinem Leben wird.

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen, dass ich für alle, die die GAOP nicht machen wollen oder können, den aller höchsten Respekt habe. Jede geht ihren Weg und dem gebührt Achtung.

Aber für mich, für mich ganz persönlich ist es der Schritt, der mein Frausein vollständig macht. Das ist einfach das, was ich empfinde. Dafür bin ich jetzt auch wirklich bereit.

Ich habe mir vorgenommen über die OP und die Tage danach zu berichten. Sobald ich also mein iPad wieder halten damit online gehen kann, werdet ihr hoffentlich etwas von mir zu lesen bekommen.

Liebe Grüße

Anke
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Anne-Mette
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Re: Der Stein rollt

Post 114 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

na, dann zählen wir mit...

10



Herzliche Grüße
Anne-Mette
Sabrina.P
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Re: Der Stein rollt

Post 115 im Thema

Beitrag von Sabrina.P »

Dank dir Anke für die offene Worte! Ich wünsche dir das Allerbeste und freue mich mit dir! Es macht mich auch ein wenig neidisch, aber das ist mein Thema.
Die Freude für dich überwiegt! (ki) (ap) (yes)
Liebe Grüsse
Sabrina
ChristinaF
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Re: Der Stein rollt

Post 116 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Liebe Anke,
mensch, wie schnell die Zeit vergeht und was in dieser Zeit mit dir alles passiert ist, was du hast durchmachen müssen und wie gut du all das gemeistert hast. Ich drück dich ganz fest.
Alles Gute für deine Op und dann mit deinem neuen Leben.
Ob du nun mit Männern oder mit Frauen glücklich wirst - wichtig ist doch nur, dass du endlich das spüren und fühlen kannst, was du schon immer warst. Eine Frau.
Liebe Grüße
Christina
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Re: Der Stein rollt

Post 117 im Thema

Beitrag von Anni »

Hallo Anke )))(:

Vorab und bevor ich es vergesse : alles Gute ! (smili)

Leider kann ich Dir nur einen Daumen drücken (yes) , weil fast zeitgleich eine andere Freundin in Berlin
den selben Schritt wagt , und für die brauch ich den anderen Daumen und ich hab doch nur zwei :lol:

Was mir noch wichtig ist .... Deine Äußerungen zum Thema " Frau sein " --- vieles hast Du toll formuliert und ich bin ganz Deiner
Meinung - wichtig ist für Jede von uns , das sie sich als solche fühlen kann und noch wichtiger , als solche leben kann ... ob nun mit oder ohne ist
mit Sicherheit nicht das Entscheidende :!:

Ich lebe nun schon seit mehreren Jahren als ( nicht perfekte ) Frau und ob mit oder ohne was auch immer , mein Selbstgefühl ist DAS , was mich aus macht .

GLG von frecher Anni
Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider. Er nimmt jedesmal neu Maß, wenn er mich trifft, während alle anderen immer die alten Maßstäbe anlegen in der Meinung, sie paßten auch heute noch. George Bernard Shaw
Anne-Mette
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Re: Der Stein rollt

Post 118 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Gut geschlafen?

... da waren's nur noch 9

Herzliche Grüße
Anne-Mette
Magdalena
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Re: Der Stein rollt

Post 119 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo Anke,

vielen Dank, dass Du uns in deine Gefühlswelt eintauchen lässt. Nun rückt der Termin Deiner OP in greifbare Nähe. So ist s nur verständlich, dass sich Deine Gedanken um Dein Frausein danach bewegen. Ich werde beide Daumen drücken, damit die OP gut verläuft.

Viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
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Re: Der Stein rollt

Post 120 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,

vielen lieben Dank für eure tollen Antworten, die ich hier oder auch per PN bekommen habe. Das fühlt sich toll an (he)

Daumendrücken kann ich natürlich gut gebrauchen, auch wenn es in manchen Fällen "nur" einer von zweien ist. :lol: @Anni

@Daenerys
Das kann ich sehr gut nachempfinden, mir ging es da ganz ähnlich. Als ich zum ersten Mal mit dem Buch in Berührung kam, hat mich das ordentlich aufgewühlt und durcheinander gebracht. Mittlerweile kann ich das alles einordnen und verstehen. Sie war schon immer da und jetzt kommt sie bald zum Vorschein.

@Christina
Von deiner Anteilnahme bin ich immer sehr berührt. Und wie Du richtig schreibst, Hauptsache wir werden glücklich mit dem, was wir leben. Das ist für mich auch ein Grund vor allem nach Vorne zu schauen. Aus der Vergangenheit kann ich lernen aber die Gegenwart und Zukunft kann ich leben und gestalten. )))(:

@Sabrina
Ich kann verstehen, wie es dir damit geht. Um so schöner, dass Du dich für mich freust. :-)

@Magdalena
Gern geschehen! :-) Für mich ist es auch gut, darüber zu schreiben. Und ich habe hier immer ein gutes Gefühl dabei.

@Anne-Mette
Lieben Dank für den Countdown. Das erinnert mich an die Sechziger mit der Mondlandung und den Starts der Weltraumraketen. Was den einen die Mondlandung, ist den anderen ihre GAOP. :-)

Dann nehme ich das mal als Steilvorlage und schreibe, wie es mir an den Countdowntagen so ergeht.

Schlafen tu ich recht gut. Natürlich kreisen meine Gedanken um diesen Tag und die ersten Tage nach der OP. Da ich ein sehr ungeduldiger Mensch bin und auch meistens "Hummeln im Hintern" hab, werden das für mich die schwersten sein. Deshalb versuche ich gerade mich darauf gedanklich vorzubereiten.

Irgendwelche Ängste verspüre ich bisher keine. Vielmehr bin ich voller Vorfreude und Neugier, wie es denn hinterher sein wird.

Ansonsten beschäftigen mich vor allem praktische Punkte: Wann kann ich Besuch bekommen, was nehme ich mit ins Krankenhaus, wie werden die ersten Tage zu Hause, etc. ?

Wichtig ist auch, dass ich es mir in den nächsten Tagen gut gehen lasse. Die Tage im Krankenhaus werden nicht einfach. Dazu kommt, dass das Essen dort vermutlich vor allem unter "Nahrungsaufnahme" einzuordnen ist. Also gönne ich mir jetzt Sachen, die ich besonders gerne esse, nehme mir Zeit für Dinge, die mir besonders viel Freude machen und schiebe unerfreuliches so weit es geht zur Seite.

Liebe Grüße

Anke
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