Valeries Welt
Valeries Welt - # 70

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Zoey
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Re: Valeries Welt

Post 1036 im Thema

Beitrag von Zoey »

Dunja hat geschrieben: So 29. Okt 2023, 11:58.
Abschminken vor dem Bett ist doch obligatorisch, das macht doch jede, ob Cis, Trans* oder CD. Bzw, sollte es .
Definitiv, wer will schon
a) die Sauerei auf dem Kopfkissen und
b) selbiges täglich waschen"¦
Dunja hat geschrieben: So 29. Okt 2023, 11:58 Nach der Arbeit, zuhause, entledige ich mich stets der Berufshose, und ziehe statt dessen einen Rock a. Meist Mini. Ist bequem. Dzu lasse ich allerdings in der Regel die Berufs Oberbekleidung an, bis zur Bettzeit.
Danke für den Einblick - hängt das nicht davon ab, wie "formal" die Oberbekleidung ist? En homme kommt (sofern Anzug) das Hemd direkt in die Wäsche, Sakko wird ausgelüftet. Bei informellerer Oberbekleidung würde ich die auch eher nicht mehr wechseln"¦

Meine Frau hält das ähnlich, "untenrum" bequemer, "obenrum" je nach Kleidung (und immer schnell raus aus dem BH :lol:).

LG Zoey
Nein, Stil ist nicht das Ende des Besens!
Paula
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Re: Valeries Welt

Post 1037 im Thema

Beitrag von Paula »

Dunja hat geschrieben: So 29. Okt 2023, 11:58 Abschminken vor dem Bett ist doch obligatorisch, das macht doch jede, ob Cis, Trans* oder CD. Bzw, sollte es .
Wenn man's nicht selber macht, macht es halt das Kopfkissen. Gibt aber unschöne Flecken, die zudem noch schecht herauszuwaschen sind.
:((a
Kerstin
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Re: Valeries Welt

Post 1038 im Thema

Beitrag von Kerstin »

Valerie Bellegarde hat geschrieben: Sa 28. Okt 2023, 00:12 Ich arbeiten gehen en femme? Warum nicht? Ich kann arbeiten, und ich würde dann meine edelsten Sachen tragen, dazu auch meine geliebten City heels, denn große Fußmärsche würde ich dann wahrscheinlich nicht zurücklegen müssen. Hosen würdest du an mir auf jeden Fall nicht sehen, auch nicht im Büro.
Grüße von Valerie :mrgreen:
Jede wette, das du nach spätestens einer Woche in Jeans und sneeker zur Arbeit gehen würdest. 10 - 12h auf heels mit vielleicht 8cm und immer brav die Beine zusammen halten.
Und auch die super chicen kleider fangen irgendwann an zu kneifen.

Nix für ungut, aber ich glaube nicht das du deinen Traum wirklich all zu lange durch hältst.

LG Kerstin
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 1039 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Ja Kerstin,
die Wette würdest du wahrscheinlich gewinnen. Es kommt natürlich drauf an, wie sich die Kolleginnen anziehen, aber so ganz solo als Einzige in heels würde ich wohl am zweiten oder dritten Tag nicht mehr ins Büro kommen, wenn dort niemand sowas trägt. Abseits möchte ich nicht stehen.
Die Sache mit den 12 cm stimmt, aber solche Schuhe ziehe ich nur im Theater an. Meine City heels haben gerade noch 7 bzw. 8 cm Absätze, aber die trage ich normalerweise beim Shopping, dann sollte das doch auch fürs Büro gehen.

Aber unterschätz mich nicht. Wenn ich etwas will, ziehe ich es auch durch. Zum Beweis die 17 Kilo die in den letzten 12 Jahren bei mir verschwunden sind.

Bisous, Valerie.
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Re: Valeries Welt

Post 1040 im Thema

Beitrag von Maria T »

Hallo Valerie,
Schon lange her das ich den Versuch mal gemacht habe.
Hab damals eigentlich jeden Tag Rock und Blusen getragen, Ballerinas etc. Entsprechend die Unterwäsche.
Nur im Beruf die vorgeschriebene Arbeitskleidung. War in dem Fall zu der Zeit der/ die Erste und entsprechend letzte wo das Betriebsgelände betreten und verlassen hat. Reine Männer Firma, zumindest die Produktion.
Lange Haare hatte ich eh, also war Perücke nicht notwendig.
Nagellack war sowieso drauf egal ob normal oder en famme.
War ne schöne Zeit, eigentlich hat mich auch nie was genervt. Silis hab ich nie genutzt, konnte ich also auch nicht verlieren. Wenn ich Strümpfe mal angezogen habe dann auch nur Halterlose, die sind eigentlich selten gerutscht.
Make up war schon immer eher dezent und nur die Augen betonen, mach ich auch jetzt noch gern.

Würde es wieder machen, eine Woche oder länger als Frau, der Aufwand wäre aber jetzt bedeutend größer.

LG Maria
Einfach ist am schwersten.
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Re: Valeries Welt

Post 1041 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo Valerie,

ich habe vor ein paar Jahren auch den Versuch gemacht, wie es denn wäre 24/7 als Frau zu leben. Das habe ich dann ein paar Mal im Urlaub wiederholt. Darüber habe ich auch an verschiedenen Stellen berichtet. Ziel war es, für mich selber heraus zu bekommen, ob der Schritt ganz zur Frau für mich der richtige Weg ist.

Meine Erfahrungen im Telegrammstil:

- das erste Mal war ich so mit meinen Gedanken bei dem Frausein, dass es ziemlich anstrengend war. Aber, es war gut. Und es war gut, nach einer Woche damit aufzuhören. Ich habe mich einfach zu viel mit dem Thema beschäftigt. Dauernd war das Frausein im Vordergrund.

- die Wiederholungsfälle waren da schon wesentlich angenehmer. Das Frausein wurde selbstverständlicher, so dass meine Gedanken nicht ständig darum kreisten. Ich gebe Dir vollkommen Recht, weiblichen Habitus ist ein zentraler Bestandteil in der Selbstdarstellung als Frau. Aber je selbstverständlicher mir mein Frauenleben wurde, um so weniger Aufmerksamkeit habe ich der Tatsache geschenkt.

Dieser scheinbare Widerspruch ist eigenartig, aber er trifft den Kern. Es geht mir nicht um die Darstellung der Frau, sondern um das Bewusstsein. Natürlich werde ich mir immer wieder bewusst, dass da Brüste sind und zwischen den Beinen wird alles Überflüssige kachiert. Aber das wichtigste ist für mich, dass ich ein Leben als Frau habe. Für den Habitus bedeutet das, dass ich vermehrt die Kleidung wähle, die für meine Betätigungen als angemessen betrachte. Zum Gang in die Stadt, darf es etwas mehr sein, aber auch Jeans und bequeme Schuhe sind da willkommen, wenn es "nur" um einen Einkauf im Supermarkt geht. Viel wichtiger ist für mich, dass ich mich dabei als Frau fühle und das ist nicht davon abhängig, welche Kleidung ich trage.

Ich muss weder mir noch sonst wem beweisen, dass ich mich als Frau fühle. Dann kann ich auch viel leichter mit meinem Stil spielen und mich an die Situation anpassen. Ich kann mich aufbretzeln, aber ich muss es nicht. Einmal habe ich einen Tag in einem Outletcenter in den NL verbracht. Dazu habe ich meine 4 cm Pumps angezogen. Das mache ich nie wieder. Bei so einem Ausflug brauche ich bequeme Schuhe. Ich hatte trotz bequemer Pumps am Abend Blasen an den Füßen. Der Gang war nicht sehr weiblich ... ;-) Nagellack oder Rock beim Segeln ? Völliger Quatsch.

Für mich war es wichtig, einen Zugang zu meiner Weiblichkeit zu finden und diesen zu leben. Das ist für mich eine Frage des inneren Zustands und nicht des Ausdrucks. Damit musste ich auch nicht für andere als perfekte Frau aussehen. Die innere Haltung ist entscheidend und damit habe ich nie Probleme gehabt, auch als Frau behandelt zu werden. Natürlich gibt es den ein oder anderen schiefen Blick, aber da stehe ich darüber.

Mein Fazit: Ich brauche keine Regeln,wie ich sein muss oder wie ich mich kleiden muss, um meine Weiblichkeit zu leben. Aber ich kann alle Register ziehen, wenn mir danach ist. Die Freiheit, Frau zu sein, steckt in meinem Kopf, nicht in meinem Äußeren. Das Äußere ist dann Kommunikation mit der Umwelt. Und was ich da ausdrücken will, entscheide ich. Mini oder Jeans ? Heels oder Sneakers ? Mit Sillies (die selbsthaftend noch nie verrutscht sind, weder im Bikini noch nachts ...) oder ohne ?Angepasst oder auffällig ? Erst mit der Freiheit im Kopf, bin ich frei, das zu wählen, was ich will.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 1042 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 30. Okt 2023, 07:16 Hallo Valerie,

Es geht mir nicht um die Darstellung der Frau, sondern um das Bewusstsein...

Ich muss weder mir noch sonst wem beweisen, dass ich mich als Frau fühle...

Für mich war es wichtig, einen Zugang zu meiner Weiblichkeit zu finden und diesen zu leben. Das ist für mich eine Frage des inneren Zustands und nicht des Ausdrucks. Damit musste ich auch nicht für andere als perfekte Frau aussehen. Die innere Haltung ist entscheidend ...

Die Freiheit, Frau zu sein, steckt in meinem Kopf, nicht in meinem Äußeren...
Liebe Vicky,
Deine Haltung zum Thema, die du hier mal wieder sehr klar zum Ausdruck bringst, ist mir aus vielen Gesprächen mit dir bekannt. Dennoch sind wir uns in einem Punkt (wieder mal) uneins. Ich finde du unterschätzt die Macht und Wirksamkeit, die das, was du den Habitus nennst, also deine Kleidung und dein gesamter Auftritt als Frau, auf deine soziale Umwelt hat.

Paul Watzlawick hat gesagt, man kann nicht nicht kommunizieren, das heißt du kommunizierst immer. Trittst du lässig oder nachlässig auf, kommunizierst du eben dieses, Lässigkeit bzw. Nachlässigkeit. Du verstehst was ich sagen will? Mein Ziel ist es, wenn ich en femme bin, nach außen hin Weiblichkeit im Sinne von Eleganz und Schönheit zu kommunizieren. Natürlich gelingt das selten so richtig gut, aber ich versuche es. Mit meinem inneren Zustand hat das zunächst einmal nicht viel zu tun.

Thema des threads war der Versuch, es 24/7 durchzuhalten, ob es funktioniert. Ich habe für mich festgestellt, es funktioniert nicht so richtig, es klemmt hier und da mit dem Frausein. Ich akzeptiere das für mich. Und Auto-Suggestion hilft mir da auch nicht weiter.

Valerie
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Re: Valeries Welt

Post 1043 im Thema

Beitrag von Susi T »

Hallo Valerie,
Ein schöner Selbstversuch und es wundert mich nicht, das nicht alles so geklappt hat. Der nächste Schritt wäre dann zu schauen welche Kompromisse möglich wären, ohne in den Einheitsbrei abzudriften und so trotzdem Spaß an der Sache zu haben.
Ich komme zwar eigendlich ehr von der anderen Seite, sprich über Hybrid und Mauerblümchen, aber bin mir auch schon lange klar darüber das ich auffallen darf. Denn mit über 1,80 fall ich als Frau eh auf. Erst ein Blick auf meine Schuhe, ob ich Absatz trage, dann werd ich von Fuß bis Kopf abgescannt, bis der Blick auf mein Lächeln trifft, welches eigendlich immer erwiedert wird. So der normale Vorgang, der mir mittlerweile sogar Spaß macht. Denn bei mir sind so manch Komentare wie Modellgröße/Modellfigur, wenn auch geschmeichelt, so trotzdem auf fruchtbaren Boden gefallen.
In der Regel bin ich dadurch etwas besser/femininer gekleidet als mein Umfeld was aber nie negativ gesehen wird. Neid wird weggelächelt, oder mit ein paar netten Worten weggespült. So komm ich dann durch den Alltag. Wenn auch mal Hose, Boots oder Pulli erlaubt sind, so ist die Frau immer deutlich auch von der Kleiderwahl präsent. Immer ein bischen Abhängig von Lust Laune und Einsatzzweck, aber meist/immer etwas mehr als üblich.
Liebe Grüße, Tira (flo)
Das beste Make-up einer Frau ist Glücklich sein
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Re: Valeries Welt

Post 1044 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Valerie Bellegarde hat geschrieben: Mo 30. Okt 2023, 11:32 Mein Ziel ist es, wenn ich en femme bin, nach außen hin Weiblichkeit im Sinne von Eleganz und Schönheit zu kommunizieren.
Liebe Valerie,

wir sind uns gar nicht so uneins und an Watzlawick denke ich sowieso immer ... Was ich meine ist etwas anderes. Weiblichkeit ist für mich mehr als Schönheit und Eleganz. Wenn es das für Dich ist und Du Dich so darstellen willst, ist das auch zu 110% in Ordnung. Schöne elegante Frauen sind immer auch schön anzuschauen, auch wenn ich dann immer einen Stich spüre, denn ich wünsche mir auch einen Körper, der zu meinen Gefühlen passt ... Aber das ist ein anderes Thema.
Valerie Bellegarde hat geschrieben: Mo 30. Okt 2023, 11:32 Mit meinem inneren Zustand hat das zunächst einmal nicht viel zu tun.
Und das ist genau der Unterschied. Ich habe lange gebraucht, bis ich für mich selber in Anspruch nahm, mich Frau zu nennen. Vorher war ich eher in einer Situation, wie ich ihn bei meinem ersten Test über mehrere Tage erlebt habe. Er hat auch nicht in dem Sinn funktioniert, dass er mir gezeitg hätte, ob ich im Leben einer Frau zurecht käme. Der Wandel fand erst später in meinem Kopf statt. nach und nach habe ich mir erlaubt, mich Frau zu nennen und ein Frausein, das für mich mehr ist als Weiblichkeit, zu akzeptieren. Jetzt, da ich mir das zugestehe, hat der Ausdruck von Frausein einen anderen Stellenwert. Es ist eine andere Perspektive. Ich spiele nicht das Frausein und mache dadurch mein Habitus zur Verkleidung, sondern ich bin eine Frau, die sich darstellt, egal ob in Jeans oder Kleid.
Valerie Bellegarde hat geschrieben: Mo 30. Okt 2023, 11:32 Ich finde du unterschätzt die Macht und Wirksamkeit, die das, was du den Habitus nennst, also deine Kleidung und dein gesamter Auftritt als Frau, auf deine soziale Umwelt hat.


Ich glaube nicht, dass ich sie unterschätze. Aber ich kleide mich nicht für die Umwelt. Ich kleide mich für mich selber und das manchmal auch vor dem Hintergrund der Umwelt. Ich bin nicht immer elegant und schön. Ich habe einen Alltag und auch in diesem ist mir meine Weiblichkeit sehr wichtig.
Valerie Bellegarde hat geschrieben: Mo 30. Okt 2023, 11:32 Thema des threads war der Versuch, es 24/7 durchzuhalten, ob es funktioniert. Ich habe für mich festgestellt, es funktioniert nicht so richtig, es klemmt hier und da mit dem Frausein. Ich akzeptiere das für mich. Und Auto-Suggestion hilft mir da auch nicht weiter.
Genau so könnte ich meinen ersten Versuch auch beschreiben. Ich sehe bei mir auch keine Auto-Suggestion. Natürlich ist in meinem Kopf ein weiblicher Körper, wenn ich an mir herunter schaue. Insofern suggeriere ich mir, oder besser gesagt mein Gehirn, einen weiblichen Körper. Dazu gibt es interessante Versuche, in dem Menschen eine Gummihand als eigene Hand suggeriert wurde. Das funktioniert wahrscheinlich bei jedem. Das Bewusstsein, dass es anders ist, führt manchmal zu einer Art Schmerz. Die Suggestion eines weiblichen Körpers ist Balsam.

Aber da ist tief drinnen noch mehr. Ich habe es aufgegeben, danach zu suchen, warum es so sein könnte. Aber da irgendwo steckt die Frau in mir. Die Natur hat es mir geschenkt. Und dieses Geschenk habe ich in der Zwischenzeit angenommen, statt dagegen zu kämpfen. Ich bin nicht mein Körper. Mein Körper ist nicht die Manifestation meines inneren Gefühls. Das musste ich erst einmal annehmen. Trotzdem ist es ein guter Körper, da er alles für mich tut, um mich gesund zu halten. Der Rest ist ein "Schönheitsfehler", mit dem ich lebe und den ich i.d.R. ganz gut kaschieren kann. Käme eine Fee um die Ecke, wüsste ich genau, was ich von ihr wünschen würde. Es wäre gar nicht so viel anders, körperlich nur eben weiblich ...

Ich bin davon überzeugt, dass die Annahme des eigenen Ichs über den Körper hinaus für viele das eigentliche Problem darstellt. Das Gefühl meines Frauseins ist für mich nicht lokalisierbar. Der Körper ist es wohl. Und wir glauben nur, was wir sehen oder anders wahrnehmen können. Aber dieses Gefühl ist jenseits des äußerlich Wahrnehmbaren und es ist die Basis für mein Sein. Sonst nichts. Erst dann kommt der Habitus, den ich sehr genieße.

Das mein erster Versuch schief ging, hat viel damit zu tun, dass ich der Frau in mir nicht getraut habe und habe die Bestätigung im Äußeren gesucht. Das geht in die Hose (oder in den Rock ;-) ), weil ich meinem Inneren noch nicht getraut habe. Das ist heute anders. Und weil ich mir im Inneren traue, kann ich dieses Selbstvertrauen völlig unabhängig vom Habitus auch ausstrahlen. Und ganz ehrlich: Es gibt bisweilen Momente, in denen ich mir nicht sicher bin. Aber sie werden immer weniger und schwächer.

Ich weiß nicht, wann es in mir "klick" gemacht hat. Aber irgendwann war es soweit. Vielleicht war es der Moment, in dem ich mir erlaubt habe, zu mir selber "Frau" zu sagen. Danach ging es jedenfalls Schritt für Schritt weiter.

Ich weiß nicht, ob meine Situation eine Anregung für Dich ist, Weiblichkeit und Frausein aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Dazu kommt, dass das Angst macht (hat es jedenfalls bei mir). Diesen innerlichen Schritt zu gehen, führt zu Konsequenzen und mit Frau und Familie ist das alles andere als einfach. Ich halte ihn jedenfalls für zwingend. Meine Ängste haben sich bisher nicht bewahrheitet, auch wenn nicht alles schön war, was auf mich einprasselte (und einprasselt). Aber ich bin glücklich darüber, dass ich mich nun auf einem Weg befinde, der mir gut tut.

Jetzt habe ich Deinen Fred aber ganz schön strapaziert. Ich hoffe, es war nicht allzusehr off topic.

P.S.: Ich habe ein Bild von mir als Frau als Bildschirmhintergrund und sehe mich dadurch öfters wie in einem Spiegel. Sehe ich mich wirklich so ? Was ich da sehe, gibt mir viel Zufriedenheit und Kraft, weitere Schritte zu gehen, denn ich bin noch lange nicht mit mir "fertig".
Viele Grüße
Vicky

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Re: Valeries Welt

Post 1045 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 30. Okt 2023, 15:03
Liebe Valerie,

... Jetzt habe ich Deinen Fred aber ganz schön strapaziert. Ich hoffe, es war nicht allzu sehr off topic.
Liebe Vicky,
Es ist keinesfalls nur mein thread, sondern er gehört uns allen. Ich freue mich über jeden Gedanken oder Kommentar von euch.

L.G. Valerie
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Re: Valeries Welt

Post 1046 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Hallo in die Runde und ein glückliches Neues Jahr an alle, die hier reinschauen. Ich hatte mich in den letzten Monaten etwas zurückgezogen, will aber in Zukunft wieder aktiver hier mitmachen, soweit es eben geht.

Lieben Gruß, Valerie
SteffiCD
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Re: Valeries Welt

Post 1047 im Thema

Beitrag von SteffiCD »

Hallo Vallerie,
auch dir ein glückliches Neues Jahr.
Ich freue mich schon jetzt auf deine Beiträge.

LG
Zwischen zwei Seiten gibt es immer eine Mitte !!!
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 1048 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Ein paar Gedanken bzw. Bemerkungen

Ich habe Valeries Welt trotz inzwischen achtjähriger Zugehörigkeit zum Forum in den letzten Monaten vernachlässigt und wenig bis nichts von mir hören lassen. Die Gründe für den Rückzug sind persönlicher Art (wahrscheinlich zu hohe Erwartungen) andererseits muss ich aber auch sagen, dass mich zwei Dinge besonders störten, einmal der gewachsene und einseitige linke politische Aktivismus, den einige Meinungsführer/ innen hier besonders fördern, auf der anderen Seite aber auch der Stil, wie man hier gelegentlich miteinander umgeht, der oft kontrovers ist und rechthaberisch, um nicht zu sagen kleinkariert.

Seit ich denken kann, habe ich mich stets von solchen Meinungen und Trends angezogen gefühlt, die außerhalb des politischen mainstreams lagen oder damit kontrovers waren, also habe ich Minderheiten-Meinungen vertreten. Frei nach dem Motto: Audiatur et altera pars.

Als Crossdresser lebe ich in meiner Gesellschaft clandestin, denn sich zu outen hieße in Widerspruch zu treten mit fast sämtlichen bürgerlichen Normen, welche die Gesellschaft für uns bereithält. Von daher kann ich glasklar benennen, was es heißt zu einer Minderheit zu gehören, das ist meine Lebenserfahrung bisher.

Derselbe diskriminierende Mechanismus, nämlich Abweichler und Minderheiten abzudrängen, funktioniert leider genauso in der kleinen Welt unseres Forums. Ich bin hier zwar geoutet und als Mensch einigermaßen akzeptiert und kann offen reden über alle Themen unseres Alltagslebens, aber auch hier findet die Ehrlichkeit und Offenheit ihre Grenzen, denn sobald ich mich bei einem beliebigen politischen Thema als liberal oder noch schlimmer als konservativ zu erkennen gebe, dann werde ich sofort wieder in eine Außenseiterposition gedrängt. Ich muss gar nicht das Stichwort AfD nennen.

Ich gebe zu, vielleicht bin ich zu empfindlich, aber genau aus dem genannten Grund habe ich mich immer weniger an Debatten hier im Forum beteiligt, soviel nur zur Erklärung meiner Zurückhaltung. Persönlich geht es mir gut und bis auf ein paar altersgemäße Malesten bin ich mit dem realen Leben sowohl in Stuttgart als auch in Narbonne sehr zufrieden und würde mich freuen, wenn es mir gelänge, den Dialog in Valeries Welt mit euch wieder aufzunehmen.

Liebe Grüße, Valerie
.
Kerstin
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Re: Valeries Welt

Post 1049 im Thema

Beitrag von Kerstin »

Grüß dich Valerie
Du hast die Gegebenheiten treffend beschrieben nur betrifft es nicht nur links - rechts Diskussionen es betrifft alle gesellschaftlichen Themen und es trifft nicht nur dieses Forum.

Ich hoffe trotzdem das du uns erhalten bleibst.

Liebe Grüße Kerstin
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 1050 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Sport treiben en femme: Leider ein komplettes no go für Valerie

Nicht nur in der Jugend, sondern eigentlich während des ganzen Lebens hatte der SPORT neben dem Beruf die aller größte Bedeutung für mich. Denn hier kamen zwei Bereiche zusammen, die für mich immer von Bedeutung waren, nämlich einmal die Freude an der Bewegung (man denke nur an das beim Sport vom Körper im Hirn ausgeschüttete Endorphin), andererseits war es aber auch die Lust am Wettkampf, und am Gewinnen, die mich stets beseelt hat.

So kam es, dass ich nacheinander vieles im Sport ausprobierte oder eine Zeitlang aktiv betrieben habe, wie die Leichtathletik (ich habe fast alle Mehrkampfdisziplinen zumindest versucht), danach das Schwimmen und das Segeln (zuerst die Jolle, später wurden dann die Boote größer).

Das alpine Skifahren hat mich fast das ganze Leben hindurch begleitet, und weil ich es mir materiell leisten konnte, blieb auch das eigene Haus in den Bergen für mich kein Traum. Später verkaufte ich das Haus, verschenkte Skistiefel samt Alpinski und ging zum Jogging über, damals sagte man noch Langlauf dazu, auch das habe ich lange und lustvoll betrieben. Viele Laufschuhe durchgelaufen.

In den letzten zehn Jahren ging ich die Sache dann gemütlicher an. Valerie drängte sich bei mir mehr und mehr in den Vordergrund, und in gleichem Maße verlor für mich der Sport tatsächlich auch an Bedeutung. Zwar dominiert Valerie nicht völlig mein Leben, aber sie nimmt doch eine dominante Rolle ein, und ich folge ihr. Sport schreibe ich weniger groß, höchstens noch als passiver Zuschauer.

Seither habe ich inzwischen gelernt: Crossdressen und Sport gehen bei mir nicht zusammen. Valerie setzt andere Fixpunkte für mich, und ihre Prioritäten sind ganz anders. Valerie will nicht mehr gewinnen, sie will gefallen. Natürlich ging der Übergang zu Valeries Welt nicht reibungslos vonstatten, aber ich will das mal an zwei Beispielen zeigen, wie sich die Prioritäten verschoben haben:

Jogging über mehrere Kilometer (früher im Männermodus war das zum Warmwerden) ist für Valerie heute eine Zumutung. Die Brüste hüpfen im Trikot, Nippel reiben sich wund, werden rot und schmerzen. Ich habe es eine Zeitlang mit Abkleben mit Hansaplast versucht aber dann bald bemerkt, dass das Ganze so keinen Spass mehr macht.

Genau die gleiche Situation im Gebirge, beim Skifahren: Steckte die Valerie erst mal im Skianzug, waren plötzlich sämtliche weiblichen Attribute praktisch unsichtbar und Valerie verschwand in der Menge, ihr Auftritt war dann praktisch gesichtslos oder unisex, wenn man es so nennen will.

Konsequenterweise verzichtet Valerie in den letzten Jahren immer mehr auf aktive sportliche Betätigung, sie verwandelte sich in eine faule couch potato und folgt dem sportlichen Geschehen nur noch im deutschen Fernsehen, früher Samstagabend, 18.30 Uhr (Bundesliga)

Liebe Grüße, Valerie
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