Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ... - # 17
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Ich sehe das wie Lana und deshalb suche ich jetzt die dringend benötigte Unterstützung. Ich habe eine Psychologin um Beratung und Begleitung bei einer möglichen Transition gebeten. Ich hatte sie nach der Reha schon einmal angesprochen, aber da war sie leider völlig ausgebucht. Deshalb habe ich nicht viel Hoffnung. Ich will es jetzt aber ernsthaft angehen. Eine Bestätigung der Kstenübernahme habe ich bereits. Aber ich bin jetzt mental am Limit mit der Doppelrolle. Es wird Zeit, dass Vicky ihren Lebensraum auf ganzer Linie bekommt. Aber immer schön der Reihe nach, erst die Familie, dann Freunde und dann auch die Arbeit, wenn nicht schon soviel Zeit ins Land gegangen ist, dass ich im Ruhestand bin.
Jetzt ist es raus und es fühlt sich richtig gut an.
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Viele Grüße
Vicky
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Knäckebrötchen
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 15. Aug 2025, 12:24 Ich sehe das wie Lana und deshalb suche ich jetzt die dringend benötigte Unterstützung. Ich habe eine Psychologin um Beratung und Begleitung bei einer möglichen Transition gebeten. Ich hatte sie nach der Reha schon einmal angesprochen, aber da war sie leider völlig ausgebucht. Deshalb habe ich nicht viel Hoffnung. Ich will es jetzt aber ernsthaft angehen. Eine Bestätigung der Kstenübernahme habe ich bereits. Aber ich bin jetzt mental am Limit mit der Doppelrolle. Es wird Zeit, dass Vicky ihren Lebensraum auf ganzer Linie bekommt. Aber immer schön der Reihe nach, erst die Familie, dann Freunde und dann auch die Arbeit, wenn nicht schon soviel Zeit ins Land gegangen ist, dass ich im Ruhestand bin.
Jetzt ist es raus und es fühlt sich richtig gut an.
Liebe Vicky,
ich drücke Dir ganz fest die Daumen (nachdem ich aufgehört habe hier zu tippen), dass Du schnell die passende Unterstützung bekommst! Das ist ein großer Schritt, aber ein ganz wichtiger. Und ich glaube fest, dass Du dich hinterher mal umdrehst und fragst, warum Du dir immer so viele Gedanken gemacht hast
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Alicia
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Dass Alicia schon überall präsent ist, kann ich noch bei Weitem nicht sagen. Direkt vor dem Gartenzaun und im Dorf ist sie genauso tabu und auch nicht bekannt wie in der Familie, doch bereits in der Nachbarstadt und noch weiter weg ist sie emsig unterwegs. Die zwei letzten Arbeitsjahre wird sie voraussichtlich nicht im Dienst erleben, außer androgyn, wie bereits beschrieben. Ebenso in der Fliegerszene wird weiterhin ihr männliches Pendant auftreten. Auch wenn ich kein Motorrad fahre, vermute ich dort eine ähnliche Konstellation wie bei den Fliegern - harte Jungs im Wind.Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 15. Aug 2025, 12:24 Aber ich bin jetzt mental am Limit mit der Doppelrolle. Es wird Zeit, dass Vicky ihren Lebensraum auf ganzer Linie bekommt. Aber immer schön der Reihe nach, erst die Familie, dann Freunde und dann auch die Arbeit, wenn nicht schon soviel Zeit ins Land gegangen ist, dass ich im Ruhestand bin.
Wann sich familiär und im engeren Bekanntenkreis etwas ändert, lasse ich entwickeln. Nur nichts überstürzen, ist ja erst das zweite Jahr.
Mal sehen, wie lange ich das ohne psychologischen Beistand durchstehe, derzeit bin ich guten Mutes. Nicht zuletzt dank der kräftigen Schulter meiner Liebsten.
Liebe Grüße, Alicia.
Eine Lebensweise zu erfinden ist nichts. Sie zu verinnerlichen, ein Anfang. Sie zu leben ist alles.
(Frei nach Otto Lilienthal)
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Lavendellöwin
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Liebe Vicky...Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 15. Aug 2025, 12:24 Jetzt ist es raus und es fühlt sich richtig gut an.
mich freut das auch sehr, als ich deinen Post gelesen habe ist mir spontan dieses Lied eingefallen
ich weiss es nicht warum..aber "let the sunshine in.."
es ist ein guter Schritt und wenn du mal ein Gespräch brauchst das nicht von therapeutischer Seite kommt,
du weisst Bescheid
Habs fein Marie
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
LOL, das singt meine Frau im Chor ...Lavendellöwin hat geschrieben: Fr 15. Aug 2025, 22:59 ich weiss es nicht warum..aber "let the sunshine in.."
Vielen Dank für Eure Antworten. Wir hatten letzte Nacht meinen Sohn mit einem Freund zu Gast und haben ein Mittelalterevent besucht. Im Kopf habe ich mich viel "realer" gefühlt, als wäre das eine andere Welt. Irgendwie seltsam, aber auf dem Fest habe ich mich dann doch mehr für mein weibliche Komponente interessiert. Irgendwie müssen beide Welten zusammen gebracht werden.
Die Psychologin hat mir abgesagt, da ihre Praxis immer noch voll ist. Aber sie hat mir den Hinweis auf https://queerkastle.de/ gegeben. Der Verein ist wohl neu. Im August machen sie noch Ferien und im September bin ich unterwegs. Im Oktober schaue ich mir das einmal an. Vielleicht bekomme ich hier die Unterstützung.
Edit: Meine Frau hat soeben einen Karton mit Altera-Kosmetik von Rossmann gewonnen. Was mich besonders freut, ich habe dabei Lippenstift, Mascara und einen Blush-Stick "abgestaubt". O-Ton: "Das ist doch was für Dich"

Viele Grüße
Vicky
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Moin,
angeregt durch den Fred, "Was ich niemals tun würde", viewtopic.php?t=31746 bin ich meinen Gedanken ein wenig nachgegangen. Vor einiger Zeit bin ich auf einen Artikel gestoßen, in dem es über die 7 hermetischen Gesetze des Universums heißt:
Ich denke, die Antwort ist eher vielschichtig und hat mehrere Dimensionen, die vielleicht alle zusammen kommen müssen. Sind deshalb T*-Menschen relativ selten ? Möglich, aber das beantwortet nicht meine Frage. Eine Dimension ist die Anerkennung weiblicher Energie in unserer Gesellschaft. Als Ingenieurin, und ich beobachte das bei meinen Kolleginnen ebenfalls, ist der Umgang mit einem Problem/Projekt von deutlich mehr weiblicher Energie getrieben als bei den männlichen Kollegen. Und weil mir das wichtig ist, fühle ich mich in Gesellschaft meiner Kolleginnen wohler als mit den Kollegen. Genauer gesagt, ich identifiziere mich sogar mit ihren, den weiblichen, Perspektiven.
Eine andere Dimension ist sicherlich auch meine Veranlagung, die weibliche Energien zugeneigter ist, ohne die männlichen einzuschränken. Männliche Energien unterdrücken in vielfältiger Weise weibliche Energien. Das nehme ich persönlich. Ich fühle mich in einer männlich dominierten Welt nicht wirklich wert geschätzt. In einer weiblichen schon. Gestern habe ich in einem Gespräch mit meiner Frau und einer guten Bekannten über Natur und Naturverständnis gesprochen und wie sehr technisches Verständnis dieses dominiert. Hier war ich am rechten Platz.
Ich bin es gewohnt, in meinen männlichen Emergien zu leben bzw. leben zu müssen. Erst im Frauenmodus kommen meine weiblichen Energien viel stärker zu tragen. Ich empfinde das für mich als wahre Bestimmung. Der Frauenmodus ist das Vehikel, mich selber so zu sehen und auch so gesehen zu werden. Im MM wird mir zunächst immer unterstellt, ich wäre ein Vertreter der männlichen Energien. Es ist für mich unendlich erleichternd, die andere Seite zeigen zu können. Beispiel: Gestern war ich en femme unterwegs, um mir ein neues Oberteil zu kaufen. Ich hatte die Wahl zwischen drei Farben, die mir die Verkäuferin zeigte. Sie verhielt sich völlig neutral und (weiblich) professionell. Ich probierte alle drei Teile aus und sie meinte, das olivgrüne würde mir am besten stehen. Ich sah das zwar ähnlich, aber oliv trage ich nie mehr freiwillig. Zu ihr meinte ich nur, als ich das letzte Mal oliv getragen hatte, es mir mir nicht gegangen wäre. Sie hat das sofort verstanden und es entstand ein gegenseitiges Beziehungsverhältnis. Männliche Energie hätte wahrscheinlich versucht, mich von etwas anderem zu überzeugen, was mich abgestoßen hätte.
Meine Lebensqualität liegt im Weiblichen mit der Nutzung männlicher Energie und nicht umgekehrt. Weibliche Kleidung und Accessoires sind nur die Ausdrucksmittel und wichtig für das Verstandenwerden durch andere Personen. Vor allem Frauen scheinen das besser zu verstehen. Was die Gegenwart von Frauen für mich wieder angenehmer macht. Männer sind viel dominanter in ihren Energien, auch weil weibliche Energien scheinbar weniger wert sind. "It's a man's world" Das Lied von James Brown ist sehr passend, genauso wie das Gedicht von Schiller über die "Würde der Frauen". Und wenn ich Männer und Frauen hier im Sinne der Energien verstehe, finde ich mich überwiegend als Frau wieder.
Warum das nicht auch zeigen ?
angeregt durch den Fred, "Was ich niemals tun würde", viewtopic.php?t=31746 bin ich meinen Gedanken ein wenig nachgegangen. Vor einiger Zeit bin ich auf einen Artikel gestoßen, in dem es über die 7 hermetischen Gesetze des Universums heißt:
Mir gefällt daran, dass Geschlecht hier vor einem anderen Hintergrund gesehen wird. Die Frage von Kleidung, Schminke, ja sogar Identität oder Sexualität tritt vollständig in den Hintergrund. Irgendwie hatten wir das alles schon einmal. Diesmal berührt es mich aber auf einer andern Ebene. Es ist wie ein Schlüssel zu einem tieferen Verständnis meiner selbst. Wenn ich diese "Definition" von Geschlecht zugrunde lege, wird mir klar, weshalb ich so sehr zur weiblichen Energie tendiere. Ich spüre, wie genau das in meinem Leben viel zu kurz kommt. Dadurch wird die Frage spannend, weshalb ich mir so sehr wünsche, mein Äußeres in "Frau" zu verwandlen. Warum kann ich nicht meine weibliche Energie als Mann leben ? Ich kann ja meine männliche Energie ja als Frau auch leben.7. Gesetz: Das Gesetz des Geschlechts Das Gesetz des Geschlechts macht deutlich, dass alles in diesem Universum sowohl männliche Energie als auch weibliche Energie hat. Dieses Prinzip bezieht sich nicht auf die Sexualität oder das physische Geschlecht, sondern auf die archetypischen Eigenschaften der Geschlechter. Die männliche Energie steht dabei vor allem für Verstand, machen, zielorientiert, Fokus, Kontrolle. Die weibliche Energie steht u.a. für Intuition, empfangen, prozessorientiert, Kreativität, Vertrauen. Beide Geschlechter sind gleichrangig und müssen in Harmonie bzw. Balance sein, damit sich etwas vollkommen entfalten kann. Konkrete Anwendung, um im Einklang mit diesem Gesetz zu handeln: Integriere sowohl die männliche als auch weibliche Energie in dir, denn nur so kannst du in deine volle Schöpferkraft kommen und dir das Leben erschaffen, das du leben möchtest.
Dein äußeres Universum ist immer eine Reflektion deines inneren Universums.
Ich denke, die Antwort ist eher vielschichtig und hat mehrere Dimensionen, die vielleicht alle zusammen kommen müssen. Sind deshalb T*-Menschen relativ selten ? Möglich, aber das beantwortet nicht meine Frage. Eine Dimension ist die Anerkennung weiblicher Energie in unserer Gesellschaft. Als Ingenieurin, und ich beobachte das bei meinen Kolleginnen ebenfalls, ist der Umgang mit einem Problem/Projekt von deutlich mehr weiblicher Energie getrieben als bei den männlichen Kollegen. Und weil mir das wichtig ist, fühle ich mich in Gesellschaft meiner Kolleginnen wohler als mit den Kollegen. Genauer gesagt, ich identifiziere mich sogar mit ihren, den weiblichen, Perspektiven.
Eine andere Dimension ist sicherlich auch meine Veranlagung, die weibliche Energien zugeneigter ist, ohne die männlichen einzuschränken. Männliche Energien unterdrücken in vielfältiger Weise weibliche Energien. Das nehme ich persönlich. Ich fühle mich in einer männlich dominierten Welt nicht wirklich wert geschätzt. In einer weiblichen schon. Gestern habe ich in einem Gespräch mit meiner Frau und einer guten Bekannten über Natur und Naturverständnis gesprochen und wie sehr technisches Verständnis dieses dominiert. Hier war ich am rechten Platz.
Ich bin es gewohnt, in meinen männlichen Emergien zu leben bzw. leben zu müssen. Erst im Frauenmodus kommen meine weiblichen Energien viel stärker zu tragen. Ich empfinde das für mich als wahre Bestimmung. Der Frauenmodus ist das Vehikel, mich selber so zu sehen und auch so gesehen zu werden. Im MM wird mir zunächst immer unterstellt, ich wäre ein Vertreter der männlichen Energien. Es ist für mich unendlich erleichternd, die andere Seite zeigen zu können. Beispiel: Gestern war ich en femme unterwegs, um mir ein neues Oberteil zu kaufen. Ich hatte die Wahl zwischen drei Farben, die mir die Verkäuferin zeigte. Sie verhielt sich völlig neutral und (weiblich) professionell. Ich probierte alle drei Teile aus und sie meinte, das olivgrüne würde mir am besten stehen. Ich sah das zwar ähnlich, aber oliv trage ich nie mehr freiwillig. Zu ihr meinte ich nur, als ich das letzte Mal oliv getragen hatte, es mir mir nicht gegangen wäre. Sie hat das sofort verstanden und es entstand ein gegenseitiges Beziehungsverhältnis. Männliche Energie hätte wahrscheinlich versucht, mich von etwas anderem zu überzeugen, was mich abgestoßen hätte.
Meine Lebensqualität liegt im Weiblichen mit der Nutzung männlicher Energie und nicht umgekehrt. Weibliche Kleidung und Accessoires sind nur die Ausdrucksmittel und wichtig für das Verstandenwerden durch andere Personen. Vor allem Frauen scheinen das besser zu verstehen. Was die Gegenwart von Frauen für mich wieder angenehmer macht. Männer sind viel dominanter in ihren Energien, auch weil weibliche Energien scheinbar weniger wert sind. "It's a man's world" Das Lied von James Brown ist sehr passend, genauso wie das Gedicht von Schiller über die "Würde der Frauen". Und wenn ich Männer und Frauen hier im Sinne der Energien verstehe, finde ich mich überwiegend als Frau wieder.
Warum das nicht auch zeigen ?
Viele Grüße
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Martina
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Guten Morgen!Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 13. Aug 2025, 09:50 Moin,
manchmal ist es gut, die Dinge etwas liegen und reifen zu lassen...
Dieser Satz, sei er von Hegel oder von Engels ist egal, ist in meinen Augen eine Art "relative Freiheit".Marusha hat geschrieben: Do 12. Jun 2025, 10:29 Mein Begriff: Freiheit resultiert aus der Einsicht in das Notwendige.
Ich stimme zu, dass es sich um eine „relative Freiheit“ handelt, wobei das Adjektiv in unserem menschlichen Kontext entbehrlich ist. Bräuchte ich das Adjektiv, so müsste ich einen Begriff von der „absoluten Freiheit“ mit Inhalt füllen, was aber in meinen Augen rein theoretischer, akademischer und Naturgesetze verneinender Natur wäre. Das mag manchem oder mancher widerstreben, aber an jeglicher Frage zu Ende dekliniert würde doch immer resultieren, dass es sich ‚nur‘ um eine Idee oder ein geistiges Ideal handelt. Dies zumal, da Freiheit ein von Menschen geprägter Begriff ist, der insbesondere in von Menschen ersonnenen Rechtsnormen (begründet!) seinen Niederschlag findet. Letztere sind dazu da, das Zusammenleben mehrerer Individuen auf einen Konsens aufzubauen, und durch die Tatsache ‚mehrere Individuen‘ ergibt sich zwangsläufig die Relativität. Kennt die Natur in ihrer von Menschen unberührten Urform den Freiheitsbegriff? Ich denke nein. Sie kennt Leben, Leben als Veränderung, Leben als actio und reactio und reactio…. in einer Dimension, von der der Mensch kaum in der Lage ist, sich einen vollständigen Begriff zu machen, auch wenn er sich andauernd so verhält, als wäre das Gegenteil der Fall.
Da stimme ich eben nicht zu, zumal es in meinen Augen schon gar nicht um Bewertung im Sinn einer Hierarchie geht. Die Natur hat ein gigantisches symbiotisches Netzwerk erschaffen, dessen Teil auch der Mensch ist. Dieses Netzwerk hat Beziehungen, aber keine Hierarchien. Das mag dem widerstreben, der sich hierarchisch selbst als die Krone der Schöpfung sieht, aber das ändert nichts daran. Wer sich als Krone der Schöpfung sieht, macht sich selbst was vor.
Die Notwendigkeit wird höher gewertet als die Freiheit.
Die Fähigkeit zu urteilen, in gut und böse zu unterscheiden oder ähnliches, ist eine zutiefst menschliche Fähigkeit. Ihr zueigen ist das Merkmal des Zerteilens. Es werden immer natürliche Lebensumstände dabei zerteilt, wie es sich ja schon sprachlich im Begriff ‚Urteil‘ abbildet. Für den Menschen ist diese Fähigkeit ein legitimes Vehikel, mit den ihm gegebenen Eigenschaften irgendwie klarzukommen. Wo sonst in der Natur entscheidet ein Dritter einer Spezies über den Fortbestand des Einen oder Anderen? (Disclaimer: Da ich weiß, dass es nichts gibt, was es nicht gibt, und da ich in den tieferen Details der Biologie nichts weiß, kann‘s natürlich sein, dass es noch eine weitere Lebensform gibt, auf die das so oder so ähnlich zutrifft.)
Meines Erachtens bedingen sich Notwendigkeit und Freiheit gegenseitig. Es ist da kein höher- und minderwertiges Merkmal. Dies wollte ich, da ich offenbar wegen der Kürze meines Kommentars missverstanden wurde, doch klarstellen.
Nun bin ich zwar in einem protestantischen Pfarrhaus sozialisiert worden, kann aber nicht wiedergeben, welchen Begriff von Freiheit Martin Luther hatte. War das ein Thema? Was ich aber weiß: Im Laufe der Evolution konnte die Menschheit bereits viel Glauben durch Wissen ersetzen. Glaube ist da irrelevant, wo Wissen existiert. Die Menschheit wird wohl nie drum herum kommen, ein gewisses Maß an Glaube zu berücksichtigen, im Sinn einer Hypothese, bis Wissen darüber existiert.
Man könnte auch von einer "praktischen Freiheit" sprechen. Was aber bedeutet Notwendigkeit ? Ich unterscheide in diesem Kontext eine "innere" und eine "äußere" Freiheit. Als Trensmensch habe ich eine innere Notwendigkeit, mein Wesen zu leben und auszudrücken. Die äußere Freiheit wird von den Umständen dominiert, die von außen auf mich einwirken. Sie begrenzen mich. Im Sinne des Zusammenlebens kann das sinnvoll sein, führt aber zu Widersprüchen, die ich als Transmensch aushalten muss.
Ich führe eine Art Tagebuch als nichtöffentliche Webseite mit Texten, in denen ich meine Gedanken, Bilder, Erinnerungsschnipsel aufschreibe, um zu sehen, wie ich mich entwickelt habe. Dort habe ich 2015 geschrieben:
"Was ist aber im häuslichen Kreis der Familie ? Verstecke ich meine Weiblichkeit, damit die Frau sich nicht damit beschäftigen müssen ? Soll ich schweigen und die Aktivitäten auf die heimische Stube begrenzen, damit die Kinder keine (vermeintlichen ?) Nachteile in der Schule erfahren ?Welche Botschaft vermittle ich damit meinen Liebsten zuhause ?
Ist Kuschen besser als zu sich selber zu stehen ?
Wenn ich aber meine Persönlichkeit lebe, handle ich dann nicht rücksichtslos und egoistisch ?
Oder ist es nicht egoistisch, wenn die Frau verlangt, dass ich "das" lassen solle, weil sie Angst hat, was die Nachbarn denken ?
Wie findet man den Weg, zusammen zu kommen, falsche Ängste abzubauen, Einschränkungen hin zu nehmen und trotzdem seine Persönlichkeit zu leben ?"
Je nach dem, wie ich die Positionen gewichte, fällt meine Entscheidung aus. Damit wird die Notwendigkeit zur Beliebigkeit. Man kann sich dahinter verstecken. Es ist scheinbar vernünftig, so zu handeln, wie man handelt. Man könnte auch anders vernünftig handeln. Diese Vernunft wurde von Luther als "die höchste Hur, die der Teufel hat" beschrieben. Er bezog sich dabei auf Vernunft und Glauben. Aber ist unser Thema nicht auch eine Art "Glauben" ?
Was ist nun Vernunft? Vernünftig Handeln oder Entscheiden bedeutet in meinen Augen, sich der Konsequenzen (actio/reactio) bewusst zu sein und die Verantwortung für sich zu übernehmen. Das soll eine Hure sein?!?! Dies kann in meinen Augen nur der denken, der bereit ist, für manches ihn selbst betreffendes die Verantwortung abzugeben - womit ich bei der Eingangsfrage nach dem Freiheitsbegriff von Luther wäre. Bei allem Respekt - Luther war Reformator, Revoluzzer und was alles - Luther lebte in einer von der heutigen doch nicht unwesentlich anderen Zeit mit anderen Umständen, Machtverhältnissen und Wissensverfügbarkeiten.
Ist unser Thema - gemeint war wohl das CrossDressing - eine Art Glauben? Glaube woran? Ich denke nein. Es ist eine Tatsache. Dass wir i.d.R. nicht wissen, an welcher Stelle unserer individuellen Entstehung unseres Lebens und wodurch diese Varianz entstanden ist, bedeutet für mich nicht, dass ich dieses Nichtwissen durch einen Glaubenssatz ersetzen muss. Durch welchen auch. Ich weiß um die Tatsache und um die Lebenskomplikationen, die sie begründet, und gut ist‘s. Es ist, was es ist.
Ich stimme völlig zu: Freiheit lebt, wer Entscheidungen trifft. Vernünftige Entscheidungen sind solche, für die persönliche Verantwortung übernommen wird. Dies alles geschieht im Rahmen des INDIVIDUELL Notwendigen. Diese Ergänzung, die meinem Ausgangszitat beigefügt war, fiel leider bei der Zitierung unter‘n Tisch.
Vor den Rechtsnormen sind wir alle gleich in puncto Freiheit. Tatsächlich ist die gelebte Freiheit des Einen nicht identisch mit der gelebten Freiheit des Anderen. Sie resultiert aus dem individuell Notwendigen und erstreckt sich unter Umständen bis an die Grenze der Freiheit eines Anderen. Der Spielraum bis zu dieser Grenze kann genutzt werden, wird es aber zumeist nicht.
Wahnsinnig akademisch oder kopflastig, das alles. Aber schon praktisch eigentlich. Stellt sich für mich die Frage einer Transition und welche Freiheit ich mir dazu herausnehme? Mir stellt sich diese Frage (zum Glück) derzeit nicht. Und da habe ich‘s momentan leichter als Du, liebe Vicky. Das sehe ich wohl. Ob‘s bei mir noch anders werden wird, kann ich heute nicht wissen, und ein Glaube an dies oder jenes hilft mir da auch nicht weiter. Ich werde dann schon sehen, was sein wird. Und dann stellen sich mir sicher ebenso viele Fragen wie Dir. Und die akribische Suche nach den richtigen Antworten ist ja Beleg dafür, dass eine verantwortungsvolle (= vernünftige und individuelle) Entscheidung entstehen wird - ganz im Sinne der Freiheit.
Alles Gute!
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Martina
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
PS: Sorry, dass das mit der Zitierung jetzt handwerklich schiefgegangen ist. „[/quote]“ steht jetzt immer am Anfang und Ende eines Zitats. Leider etwas schwierig jetzt für Dritte, das zu lesen. Ich hätte gedacht, es funktioniert so. Wieder mal Pech gehabt beim Denken.
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Du nimmst nachträglich das "/" vor dem quote heraus, das den Anfang des Zitats markiert, nachträglich noch heraus. Dann passt es. Das "/" zeigt immer das Ende an.
Viele Grüße
Vicky
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Liebe Vicky,
Du hast Schillers "Würde der Frauen" erwähnt. Ich finde es passend, das hier auch mal zu zitieren (in der für heutige Leser bekömmlicheren, kürzeren Form - ist die eigentlich noch von Schiller original so veröffentlicht worden, oder haben das erst welche nach ihm gemacht?)
---
Friedrich Schiller:
Würde der Frauen
Ehret die Frauen! sie flechten und weben
Himmlische Rosen ins irdische Leben,
Flechten der Liebe beglückendes Band,
Und in der Grazie züchtigem Schleier
Nähren sie wachsam das ewige Feuer
Schöner Gefühle mit heiliger Hand.
Ewig aus der Wahrheit Schranken
Schweift des Mannes wilde Kraft,
Unstet treiben die Gedanken
Auf dem Meer der Leidenschaft.
Gierig greift er in die Ferne,
Nimmer wird sein Herz gestillt,
Rastlos durch entlegne Sterne
Jagt er seines Traumes Bild.
Aber mit zauberisch fesselndem Blicke
Winken die Frauen den Flüchtling zurücke,
Warnend zurück in der Gegenwart Spur.
In der Mutter bescheidener Hütte
Sind sie geblieben mit schamhafter Sitte,
Treue Töchter der frommen Natur.
Feindlich ist des Mannes Streben,
Mit zermalmender Gewalt
Geht der wilde durch das Leben,
Ohne Rast und Aufenthalt.
Was er schuf, zerstört er wieder,
Nimmer ruht der Wünsche Streit,
Nimmer, wie das Haupt der Hyder
Ewig fällt und sich erneut.
Aber, zufrieden mit stillerem Ruhme,
Brechen die Frauen des Augenblicks Blume,
Nähren sie sorgsam mit liebendem Fleiß,
Freier in ihrem gebundenen Wirken,
Reicher als er in des Wissens Bezirken
Und in der Dichtung unendlichem Kreis.
Streng und stolz sich selbst genügend,
Kennt des Mannes kalte Brust,
Herzlich an ein Herz sich schmiegend,
Nicht der Liebe Götterlust,
Kennet nicht den Tausch der Seelen,
Nicht in Tränen schmilzt er hin,
Selbst des Lebens Kämpfe stählen
Härter seinen harten Sinn.
Aber, wie leise vom Zephir erschüttert
Schnell die äolische Harfe erzittert,
Also die fühlende Seele der Frau.
Zärtlich geängstigt vom Bilde der Qualen,
Wallet der liebende Busen, es strahlen
Perlend die Augen von himmlischem Tau.
In der Männer Herrschgebiete
Gilt der Stärke trotzig Recht,
Mit dem Schwert beweist der Scythe,
Und der Perser wird zum Knecht.
Es befehden sich im Grimme
Die Begierden wild und roh,
Und der Eris rauhe Stimme
Waltet, wo die Charis floh.
Aber mit sanft überredender Bitte
Führen die Frauen den Szepter der Sitte,
Löschen die Zwietracht, die tobend entglüht,
Lehren die Kräfte, die feindlich sich hassen,
Sich in der lieblichen Form zu umfassen,
Und vereinen, was ewig sich flieht.
---
Als Abiturient wusste ich damit noch nix anzufangen, damals war das für mich auf gut bayerisch ein "Soaf". Man braucht wohl schon ein bisschen Lebenserfahrung, um den tieferen Sinn zu begreifen.
Später musste ich dann konstatieren, dass Schillers Fritze meine erste (Ex-)Frau nicht gekannt hat. Hätte er diese Xanthippe jemals persönlich kennengelernt, dann hätte er dieses Gedicht nie geschrieben
Aber heute erkenne ich mich in dem Gedicht selber wieder - und zwar auf beiden Seiten. Und ich genieße es sehr, wenigstens auf meine alten Tage die weibliche Seite noch ein Stück mehr zum Ausdruck bringen zu können und zu dürfen.
Zum Thema "Freiheit" in diesem Zusammenhang auch noch ein klassisches Zitat:
„Freiheit bedeutet nicht, alles tun zu können, was man will, sondern die Möglichkeit zu haben, seine eigene Persönlichkeit zu entfalten.“
Maria Montessori
Genau das isses doch...
Du hast Schillers "Würde der Frauen" erwähnt. Ich finde es passend, das hier auch mal zu zitieren (in der für heutige Leser bekömmlicheren, kürzeren Form - ist die eigentlich noch von Schiller original so veröffentlicht worden, oder haben das erst welche nach ihm gemacht?)
---
Friedrich Schiller:
Würde der Frauen
Ehret die Frauen! sie flechten und weben
Himmlische Rosen ins irdische Leben,
Flechten der Liebe beglückendes Band,
Und in der Grazie züchtigem Schleier
Nähren sie wachsam das ewige Feuer
Schöner Gefühle mit heiliger Hand.
Ewig aus der Wahrheit Schranken
Schweift des Mannes wilde Kraft,
Unstet treiben die Gedanken
Auf dem Meer der Leidenschaft.
Gierig greift er in die Ferne,
Nimmer wird sein Herz gestillt,
Rastlos durch entlegne Sterne
Jagt er seines Traumes Bild.
Aber mit zauberisch fesselndem Blicke
Winken die Frauen den Flüchtling zurücke,
Warnend zurück in der Gegenwart Spur.
In der Mutter bescheidener Hütte
Sind sie geblieben mit schamhafter Sitte,
Treue Töchter der frommen Natur.
Feindlich ist des Mannes Streben,
Mit zermalmender Gewalt
Geht der wilde durch das Leben,
Ohne Rast und Aufenthalt.
Was er schuf, zerstört er wieder,
Nimmer ruht der Wünsche Streit,
Nimmer, wie das Haupt der Hyder
Ewig fällt und sich erneut.
Aber, zufrieden mit stillerem Ruhme,
Brechen die Frauen des Augenblicks Blume,
Nähren sie sorgsam mit liebendem Fleiß,
Freier in ihrem gebundenen Wirken,
Reicher als er in des Wissens Bezirken
Und in der Dichtung unendlichem Kreis.
Streng und stolz sich selbst genügend,
Kennt des Mannes kalte Brust,
Herzlich an ein Herz sich schmiegend,
Nicht der Liebe Götterlust,
Kennet nicht den Tausch der Seelen,
Nicht in Tränen schmilzt er hin,
Selbst des Lebens Kämpfe stählen
Härter seinen harten Sinn.
Aber, wie leise vom Zephir erschüttert
Schnell die äolische Harfe erzittert,
Also die fühlende Seele der Frau.
Zärtlich geängstigt vom Bilde der Qualen,
Wallet der liebende Busen, es strahlen
Perlend die Augen von himmlischem Tau.
In der Männer Herrschgebiete
Gilt der Stärke trotzig Recht,
Mit dem Schwert beweist der Scythe,
Und der Perser wird zum Knecht.
Es befehden sich im Grimme
Die Begierden wild und roh,
Und der Eris rauhe Stimme
Waltet, wo die Charis floh.
Aber mit sanft überredender Bitte
Führen die Frauen den Szepter der Sitte,
Löschen die Zwietracht, die tobend entglüht,
Lehren die Kräfte, die feindlich sich hassen,
Sich in der lieblichen Form zu umfassen,
Und vereinen, was ewig sich flieht.
---
Als Abiturient wusste ich damit noch nix anzufangen, damals war das für mich auf gut bayerisch ein "Soaf". Man braucht wohl schon ein bisschen Lebenserfahrung, um den tieferen Sinn zu begreifen.
Später musste ich dann konstatieren, dass Schillers Fritze meine erste (Ex-)Frau nicht gekannt hat. Hätte er diese Xanthippe jemals persönlich kennengelernt, dann hätte er dieses Gedicht nie geschrieben
Aber heute erkenne ich mich in dem Gedicht selber wieder - und zwar auf beiden Seiten. Und ich genieße es sehr, wenigstens auf meine alten Tage die weibliche Seite noch ein Stück mehr zum Ausdruck bringen zu können und zu dürfen.
Zum Thema "Freiheit" in diesem Zusammenhang auch noch ein klassisches Zitat:
„Freiheit bedeutet nicht, alles tun zu können, was man will, sondern die Möglichkeit zu haben, seine eigene Persönlichkeit zu entfalten.“
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Genau das isses doch...
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Kann man das nachträglich noch editieren??? Ich sehe nicht, wie das geht, aber ich sehe, dass eine gute Fee Hand angelegt hat und meinen Post ins Lesbare verwandelt hat. Wer auch immer das war (Anne-Mette?) - VIELEN LIEBEN DANK!!!Vicky_Rose hat geschrieben: So 24. Aug 2025, 09:00Du nimmst nachträglich das "/" vor dem quote heraus, das den Anfang des Zitats markiert, nachträglich noch heraus. Dann passt es. Das "/" zeigt immer das Ende an.
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Nur eine begrenzte Zeit. Solange das entsprechende Symbol (Bleistift ganz links) im Beitrag neben Deinem Avatar zu sehen ist.
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
Vicky
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Moin,
ich saß heute morgen vor dem Rechner und wollte eigentlich in "GOOD VIBES" etwas schreiben, aber mir kam da ein Gedanke, den ich besser hier verorte. Diese (oder war es letzte ?) Woche war ich seit langer Zeit wieder einmal shoppen. In einem Geschäft in Pforzheim wollte ich ein neues Oberteil kaufen. Schon im Eingangsbereich hat mich eine Verkäuferin angesprochen. Soweit ganz normal. Dann habe ich verschiedene Sachen anprobiert und trete aus der Ankleidekabine und da stand die Verkäuferin und hat eine andere Kundin beraten. Sie hat mich angeschaut und begann, als sie Zeit hatte, mich auf die Oberteile anzusprechen, was ich denn meine und wie ich die Teile sehen würde. Ein ganz normales Kaufgespräch mit einer Kundin. Ich teilte ihr meine Wünsche mit und sie machte Vorschläge. Als sie mir ein olivgrünes Teil anbot, probierte ich es aus und es stand mir, aber mit der Farbe kann ich nichts anfangen. Ich sagte zu ihr, dass es mir, als ich das letzte Mal oliv trug, nicht gut ging. Sie verstand sofort und sofort machte sich eine vertraute Stimmung breit.
Und genau diese Stimmung war etwas, was mir sehr gut tat und mir schlagartig etwas klar machte, was für mich von zentraler Bedeutung en femme ist. Ich möchte es in etwa so beschreiben. Es ist eine Vertrautheit, Solidarität und die Wahrnehmung als Mensch und Frau, die mir gut tut. En homme steht immer etwas anderes zwischen Mann und Frau. Ich werde als Mann anders wahrgenommen als im FM. Oder besser gesagt, die Welt reagiert anders auf mich. Ich bin nicht der Mensch, der ich scheine. Und ich reagiere anders auf die Welt, wenn ich en femme bin, auch wenn ich der gleiche Mensch bin. Das ist alles eine Binsenwahrheit, aber ich verstehe das jetzt in einer tieferen Bedeutung. Ich verstehe mich jetzt ein wenig besser.
Das öffnet zwei Fragen für mich.
1.) Warum ist der Unterschied zwischen Mann und Frau in der Reaktion so groß und (scheinbar?) unüberwindbar ?
Mir scheint es die Sexualität zu sein. Sexualität und Transidentität (im weitesten Sinne) sind für mich unauflösbar miteinander verbunden. Eine Stimmung unter Frauen kippt sofort, wenn ein Mann dazu kommt und umgekehrt. Ich weiß nicht wirklich, was unter den Schädeldecken passiert, aber ich finde keine andere Erklärung als den Wunsch, sexuell attraktiv empfunden zu werden. Das ist natürlich extrem vereinfacht und trifft sicherlich nicht auf jede Frau und jeden Mann zu. MIr geht es nur um die Grundstruktur.
2.) Was bedeutet das für meine Beziehung ?
Das ist für mich die interessantere Frage. Meine Frau sagte einmal zu mir, dass sie keine neue beste Freundin brauche. Sie wolle einen Mann an ihrer Seite. Wenn unsereins im Gespräch mit seiner Partnerin sagt, dass man doch derselbe Mensch bliebe, ist das vor dem Hintergrund, den ich oben skizziert habe, natürlich am Ziel vorbei. Ich denke, jeder Mensch reflektiert im Umgang mit anderen Menschen auf das Geschlecht. Es ist niemals belanglos. Und bei der Partnerin schon gar nicht. Der Satz meiner Frau, sie sei nicht lesbisch, macht damit Sinn. Da kann ich mir die schönsten Nächte vorstellen, es hilft nichts. Meine Geschlechtsvariabilität greift in tiefste Kiste meines Selbstverständnisses, der Sexualität. Damit meine ich nicht, was man wann wie, mit wem und wie oft tut, sondern die Identität. Ich konnte nie den Satz den einige postulieren, verstehen: die eigene Transidentität habe nichts mit Sexualität zu tun. Nochmals, mir geht es nicht um die Frage, ob ich Lust beim Tragen weiblicher Wäsche empfinde. Wenn ja, ist es gut, wenn nein, ist es auch gut. Es geht mir vielmehr um das sexuelle Selbstverständnis im Kontakt mit anderen Menschen, das mein Verhalten und das der Anderen steuert. Wo fühle ich mich wohl und richtig ?
Wenn ich Geschlecht vor diesem Hintergrund sehe, verstehe ich auch die Sichtweisen von einigen Feministinnen, die in uns eine Bedrohung zu erkennen glauben, da wir verkleidete Männer wären. Sie erkennen nicht unsere Seelenlage. Aber es macht sie auch unsicher, wie man an den Diskussionsbeiträgen einer Alice Schwarzer sieht. Sie steht mit sich selber im Widerspruch. Einerseits fordert sie, dass jeder Mensch Mann und Frau in einer Person sein kann, gleichzeitig hat sie ein Problem mit dem SBGG. Ich will das gar nicht weiter diskutieren. Mir ist es wichtig, dass mein Auftreten gegenüber meiner Frau elementar von diesen Dingen gesteuert wird. Die Kernfrage ist also, was ist von den Empfindungen, sowohl bei ihr, wie auch bei mir, veränderlich ? Wir wissen, wie stark unsere Weiblichkeit in uns verankert ist. Kann ich den Umgang damit positiv so verändern, so dass es für uns beide passend wird. Inwieweit kann meine Frau vielleicht auch für sich etwas positives daraus gewinnen, wenn sie auf mich eingeht ? Nicht mit einem Nachgeben oder durch Kompromisse Scheinlösungen suchen, sondern eine tiefe Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit anstoßen.
Ok, das sind Höhenflüge, aber spricht etwas dagegen ?
Noch eine Anmerkung: Wir fahren in den Urlaub und deshalb werde ich wenn überhaupt, nur kurz antworten können. Ihr habt also auch Ferien von meinem Geschwurbel ...

ich saß heute morgen vor dem Rechner und wollte eigentlich in "GOOD VIBES" etwas schreiben, aber mir kam da ein Gedanke, den ich besser hier verorte. Diese (oder war es letzte ?) Woche war ich seit langer Zeit wieder einmal shoppen. In einem Geschäft in Pforzheim wollte ich ein neues Oberteil kaufen. Schon im Eingangsbereich hat mich eine Verkäuferin angesprochen. Soweit ganz normal. Dann habe ich verschiedene Sachen anprobiert und trete aus der Ankleidekabine und da stand die Verkäuferin und hat eine andere Kundin beraten. Sie hat mich angeschaut und begann, als sie Zeit hatte, mich auf die Oberteile anzusprechen, was ich denn meine und wie ich die Teile sehen würde. Ein ganz normales Kaufgespräch mit einer Kundin. Ich teilte ihr meine Wünsche mit und sie machte Vorschläge. Als sie mir ein olivgrünes Teil anbot, probierte ich es aus und es stand mir, aber mit der Farbe kann ich nichts anfangen. Ich sagte zu ihr, dass es mir, als ich das letzte Mal oliv trug, nicht gut ging. Sie verstand sofort und sofort machte sich eine vertraute Stimmung breit.
Und genau diese Stimmung war etwas, was mir sehr gut tat und mir schlagartig etwas klar machte, was für mich von zentraler Bedeutung en femme ist. Ich möchte es in etwa so beschreiben. Es ist eine Vertrautheit, Solidarität und die Wahrnehmung als Mensch und Frau, die mir gut tut. En homme steht immer etwas anderes zwischen Mann und Frau. Ich werde als Mann anders wahrgenommen als im FM. Oder besser gesagt, die Welt reagiert anders auf mich. Ich bin nicht der Mensch, der ich scheine. Und ich reagiere anders auf die Welt, wenn ich en femme bin, auch wenn ich der gleiche Mensch bin. Das ist alles eine Binsenwahrheit, aber ich verstehe das jetzt in einer tieferen Bedeutung. Ich verstehe mich jetzt ein wenig besser.
Das öffnet zwei Fragen für mich.
1.) Warum ist der Unterschied zwischen Mann und Frau in der Reaktion so groß und (scheinbar?) unüberwindbar ?
Mir scheint es die Sexualität zu sein. Sexualität und Transidentität (im weitesten Sinne) sind für mich unauflösbar miteinander verbunden. Eine Stimmung unter Frauen kippt sofort, wenn ein Mann dazu kommt und umgekehrt. Ich weiß nicht wirklich, was unter den Schädeldecken passiert, aber ich finde keine andere Erklärung als den Wunsch, sexuell attraktiv empfunden zu werden. Das ist natürlich extrem vereinfacht und trifft sicherlich nicht auf jede Frau und jeden Mann zu. MIr geht es nur um die Grundstruktur.
2.) Was bedeutet das für meine Beziehung ?
Das ist für mich die interessantere Frage. Meine Frau sagte einmal zu mir, dass sie keine neue beste Freundin brauche. Sie wolle einen Mann an ihrer Seite. Wenn unsereins im Gespräch mit seiner Partnerin sagt, dass man doch derselbe Mensch bliebe, ist das vor dem Hintergrund, den ich oben skizziert habe, natürlich am Ziel vorbei. Ich denke, jeder Mensch reflektiert im Umgang mit anderen Menschen auf das Geschlecht. Es ist niemals belanglos. Und bei der Partnerin schon gar nicht. Der Satz meiner Frau, sie sei nicht lesbisch, macht damit Sinn. Da kann ich mir die schönsten Nächte vorstellen, es hilft nichts. Meine Geschlechtsvariabilität greift in tiefste Kiste meines Selbstverständnisses, der Sexualität. Damit meine ich nicht, was man wann wie, mit wem und wie oft tut, sondern die Identität. Ich konnte nie den Satz den einige postulieren, verstehen: die eigene Transidentität habe nichts mit Sexualität zu tun. Nochmals, mir geht es nicht um die Frage, ob ich Lust beim Tragen weiblicher Wäsche empfinde. Wenn ja, ist es gut, wenn nein, ist es auch gut. Es geht mir vielmehr um das sexuelle Selbstverständnis im Kontakt mit anderen Menschen, das mein Verhalten und das der Anderen steuert. Wo fühle ich mich wohl und richtig ?
Wenn ich Geschlecht vor diesem Hintergrund sehe, verstehe ich auch die Sichtweisen von einigen Feministinnen, die in uns eine Bedrohung zu erkennen glauben, da wir verkleidete Männer wären. Sie erkennen nicht unsere Seelenlage. Aber es macht sie auch unsicher, wie man an den Diskussionsbeiträgen einer Alice Schwarzer sieht. Sie steht mit sich selber im Widerspruch. Einerseits fordert sie, dass jeder Mensch Mann und Frau in einer Person sein kann, gleichzeitig hat sie ein Problem mit dem SBGG. Ich will das gar nicht weiter diskutieren. Mir ist es wichtig, dass mein Auftreten gegenüber meiner Frau elementar von diesen Dingen gesteuert wird. Die Kernfrage ist also, was ist von den Empfindungen, sowohl bei ihr, wie auch bei mir, veränderlich ? Wir wissen, wie stark unsere Weiblichkeit in uns verankert ist. Kann ich den Umgang damit positiv so verändern, so dass es für uns beide passend wird. Inwieweit kann meine Frau vielleicht auch für sich etwas positives daraus gewinnen, wenn sie auf mich eingeht ? Nicht mit einem Nachgeben oder durch Kompromisse Scheinlösungen suchen, sondern eine tiefe Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit anstoßen.
Ok, das sind Höhenflüge, aber spricht etwas dagegen ?
Noch eine Anmerkung: Wir fahren in den Urlaub und deshalb werde ich wenn überhaupt, nur kurz antworten können. Ihr habt also auch Ferien von meinem Geschwurbel ...
Viele Grüße
Vicky
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ChristinaF
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Dann genieße deinen Urlaub; ich freu mich schon wieder, wenn du wieder mit deinem "Geschwurbel" von dir hören läßt.Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 29. Aug 2025, 09:42 Moin,
Noch eine Anmerkung: Wir fahren in den Urlaub und deshalb werde ich wenn überhaupt, nur kurz antworten können. Ihr habt also auch Ferien von meinem Geschwurbel ...![]()
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LG Christina
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Martina
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Nein, spricht gar nichts dagegen! Danke für die punktgenaue Lagebeschreibung, der ich nichts hinzuzufügen wüsste.Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 29. Aug 2025, 09:42
Ok, das sind Höhenflüge, aber spricht etwas dagegen ?