Hallo,
ich habe es geschafft !!!!
Endlich ist es fertig und es gefällt mir sehr gut. Heute morgen gegen 09:30 kam die Visite, mein Druckverband wurde nochmal begutachtet und dann mit dem Blasenkatheter entfernt. Die erneute Begutachtung durch die Ärztin verlief zu ihrer und auch meiner Zufriedenheit. Ich wurde dann auch ohne weitere Diskussion entlassen, denn zu Hause kann ich mich am besten erholen.
Schmerzen habe ich keine, das hat schon am Freitag aufgehört. Es ist einfach noch ein unangenehmes Gefühl und es spannt ein wenig. Ein paar Tage sind jetzt wieder die dicken Binden angesagt, dann kann ich wieder auf Slipeinlagen umsteigen. Dilatieren fällt für die nächsten 14 Tage aus, dann geht es damit wieder los.
Die Transition ist damit für mich beendet. Mein früheres Leben ist für mich schon zuvor sehr weit weg gerückt. Nicht dass ich mich dessen schäme oder es verdrängen möchte. Aber es ist für mich einfach unvorstellbar so zu leben und es setzt mich immer wieder in Erstaunen, wie ich das so lange ausgehalten habe. Egal, wichtig ist, dass ich jetzt geschafft habe und mit meinem Körper und meinem Leben sehr glücklich bin.
Jetzt gibt es neue Aufgaben und Herausforderungen. Mein gesundheitliches Thema wird mich noch eine Weile beschäftigen und auch beziehungstechnisch ist einiges offen.
Bei letzterem ist auch wieder viel passiert. Zum einen gibt es dazu endlich wieder einen konstruktiven Dialog zwischen mir und meiner Partnerin. Eine ganz Weile war die Kommunikation deutlich gestört und es kam zu
der einen oder anderen Krise. Mittlerweile ist es wieder richtig gut geworden und uns ist mal wieder bewusst geworden, was wir aneinander haben. Das was wir wollen, ist nicht einfach umzusetzen und um so wichtiger ist es, dass wir dabei im Gespräch bleiben. Wir wissen beide nicht, wohin uns das führen wird. Aber egal bei welchem Thema (und neben meiner Transition gab es da schon vieles), wenn wir uns gemeinsam aufgemacht und zusammen gehalten haben, dann haben wir immer etwas gutes erreicht. Wohin es führt, war am Anfang oft unklar, aber wir haben auf unsere gemeinschaftliche Stärke vertraut. Die wollen wir auf keinen Fall verlieren.
Unsere Erfahrungen mit
der Männerwelt sind nach wie vor sehr durchwachsen und voller merkwürdiger Überraschungen. Was soll ich beispielsweise von jemandem halten,
der im Profil einen seriösen und guten Eindruck gemacht hat, dann aber zu einer Verabredung mehr als 20 min zu spät kommt (da wir uns in seiner Stadt getroffen haben und nicht wirklich viel Verkehr war, sollte er nicht mehr als 10 min Fahrzeit gehabt haben) und im Erscheinungsbild an ein ungemachtes Bett erinnert hat. Das Treffen war dann beendet, bevor es richtig angefangen hat.
Ich möchte mich nun auch wieder mit meiner eigenen Musik beschäftigen. Vor meiner Transition habe ich viele Songs geschrieben und auch schon 2 im Studio produziert. Das habe ich die ganze Zeit auf Eis gelegt, aber jetzt ist es Zeit, dass ich mich wieder darum kümmere.
Der erste Schritt wird sein, dass ich die beiden Aufnahmen neu einsinge, da ich jetzt anders an die Songs herangehe und ihnen damit auch einen anderen Ausdruck gebe.
Doch bevor das alles richtig los geht, ist jetzt erst noch eine Woche Erholung angesagt, in
der ich es mir einfach gut gehen lasse. Dann kann
der Stein weiterrollen und sich neue Wege suchen.
Liebe Grüße
Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.
Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)
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