Zweiter Teil meiner Vorstellung
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Nicole Fritz
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Zweiter Teil meiner Vorstellung
Hallo!
Nach fast einem halben Jahrhundert ist es nun für mich endlich so weit, dass ich mich "oute" (blödes denglisch! zu meiner Zeit hat man noch deutsch gesprochen!). Also, erst einmal, Ich bin ein Mann, zeige mich auch meistens als solcher und will auch einer bleiben. Andere Männer als Partner interessieren mich nicht. Ob ich mich als TV oder TS sehen soll oder nur einen Fetisch brauche, ist mir nicht so ganz klar. Psychologen müssen wohl immer alles in möglichst viele Schubladen packen. Ich musste jedenfalls erst einmal nachlesen, was die ganzen Begriffe bedeuten, die bei der Anmeldung bei >Geschlecht< zur Auswahl stehen.
Angefangen hat es auch bei mir schon früh, in der Pubertät. Zum Karneval habe ich mich dann immer wieder einmal als Frau verkleidet, sonst aber immer nur heimlich vor dem Spiegel. Mit meiner Rolle als Mann in der Gesellschaft bin ich nie wirklich klar gekommen - weder im Beruf als Diplomingenieur noch im Privaten. Also musste ich immer als "richtiger Mann" 'rüber kommen - in Lederkluft und mit dickem Motorrad. Das endete mit einem schweren Unfall. Immer wenn eine Frau mich dann näher kennen lernte, merkte sie natürlich, dass da einiges nicht stimmte. Vor der Rolle als Mann mit Familie und Kindern hatte ich große Angst. Also wollte ich - wenn überhaupt - nur mit Gummi. Sie sagte dann oft: "Ich nehme die Pille." Aber konnte ich ihr trauen? Frauen wollen doch immer irgendwie Kinder haben. Das ist der Mutterinstinkt. Also waren es immer nur kurze und sexuell wenig ergiebige Episoden. Ohne Gummi ging es irgendwie einfach nicht - trotz Pille. Ich musste es also immer wieder "alleine machen". Vielleicht bin ich auch ein gutes Stück Autist. Mit "Beziehungskisten" kann ich nämlich absolut nichts anfangen. Und wenn andere von Liebe reden, kann ich deren Gedanken nicht folgen. Scheinbar ist die Liebe bei mir im wesentlichen auf den Sex reduziert. Aber vielleicht empfinde ich das auch einfach nur so.
Wenn jemand immer nur mit sich selbst Sex hat, entwickelt er leicht "seltsame" Vorlieben. Der Aspekt eines Leder-Fetischs ist mir bei meinem Motorradanzug erst spät in den Sinn gekommen. Es kommt aber der Wunsch nach einem Fetisch auf, wenn man Frauen immer irgendwie systematisch vergrault, auf Männer nicht steht und dann ewig der Partner fehlt. An die Stelle einer Vereinigung zweier Körper rückt dann irgend ein Gegenstand oder Kleidungsstück, das für eine so starke Erregung sorgt, dass es schließlich zum Orgasmus kommt. Mit einem normalen Geschlechtsakt hat das nichts mehr zu tun. Von solchen und ähnlichen Phantasien lebt die Lack-Leder-Latex- und Sado-Maso-Szene. Und ich will mich da eben als Frau im Spiegel sehen. - Vielleicht sollte ich darüber froh sein. Manche andere brauchen Sex mit kleinen Kindern. Das ist dann richtig böse und unangenehm. Soll man dann ewig schmachten oder kriminell werden? Es ist jedenfalls erschreckend, wie viele Kinder-Sexpuppen bei Amazon oder Ebay angeboten werden.
Da ich schon immer irgendwie "anders" war, entwickelte ich eine geradezu panische Angst vor Therapien und Psychologen. Im Geiste sah ich mich da mit Medikamenten eingenebelt in einer geschlossenen Psychiatrie. Wenn ich also tatsächlich irgendwie krank war, durfte unter keinen Umständen jemand etwas davon wissen oder bemerken. Sehr schwer geistig behindert konnte ich ja wohl nicht sein. Sonst hätte ich das Studium an einer Universität nicht zum Abschluss bringen können. Mit den Eltern oder mit Freunden konnte ich nicht über meine Probleme reden. Also spielte ich einfach zähneknirschend meine Rolle als Mann - und wurde immer unglücklicher dabei. Angst ist nicht rational. Vernünftige Argumente helfen da absolut nichts!
Mit dem Alter wurde es schließlich immer schlimmer. Mir ging nur noch einer ab, wenn ich mich selbst als einigermaßen attraktive Frau im Spiegel erblickte. Ich habe es mit einer Puppe versucht (in der gehobenen Preislage). So eine Puppe ist zwar schön, aber sie bewegt sich nicht und sagt nichts. Wo auf der Welt gibt es eine Frau, die nie etwas sagt? Es ging einfach nicht mit der Puppe - wie schon so oft vorher mit einer richtigen Frau.
Wie wird aber aus einem fetten, faltigen älteren Herrn eine schöne junge Frau? Dann sah ich zufällig im Fernsehen >CSI Las Vegas<. Es ging um den Mord an einem "Rubberdoll". Sollte ich mich also mit Latexanzug und Maske als lebende Gummipuppe so richtig "schön" machen - als die mollige "Nicole Rubberdoll"? Sich im Internet umschauen konnte ja erst einmal nicht schaden. Ich Erkannte: Wenn ich das "richtig" machen wollte, würde eine Investition vom mehreren tausend Euro daraus - nur für die Maske schon über 500, wenn sie wirklich gut aussehen soll. Also bestellte ich zunächst bei Ebay nur eine Maske für knapp 100 Euro. Und? Gut geschminkt sehe ich als Frau besser aus, als mit dieser Maske. Und was ist, wenn ich so maskiert auf die Straße gehe? Verhaftet man mich dann vielleicht als potentiellen Bankräuber? Also war es wohl raus geschmissenes Geld. Soll ich also doch "richtig" daran gehen? Irgendwie kann man das Geld aber vielleicht besser anlegen, auf ein maßgeschneidertes "Ganzkörper-Kondom" - bei meinem Körperbau passt da nichts von der Stange - verzichten und die Schminke dicker - oder vielleicht einfach nur geschickter - auftragen. Bei normaler Damenbekleidung kann ich jedenfalls verschiedene Teile in Übergröße immer gut kombinieren. Dann halten sich die Kosten in vernünftigen Grenzen. Eine Maske und Latex haben natürlich auch irgendwie einen Reiz als Fetisch.
Warum "oute" ich mich hier? Vielleicht liest es ja ein Jüngerer, dem es ähnlich ergeht. Dann bekennt er sich vielleicht zu dieser Neigung oder zu dem Problem, das er als Mann in dieser Gesellschaft hat, und es kommt gar nicht erst zu solchen Gummipuppen-Phantasien oder vielleicht noch schlimmerem. Wenn man jedenfalls seine Wünsche und Phantasien immer nur unterdrückt und nie auslebt, geht die Seele davon zu Grunde. Medizinisch betrachtet ist man dann krank - neurotisch, paranoid oder depressiv. Dann sollen Pillen helfen. Ich denke, Alkohol, Koks oder Haschisch "helfen" da genau so gut. Man kann doch wohl nichts anderes tun als sich irgendwie zu benebeln, damit man nichts mehr mit bekommt. Ob eine Therapie hilft, weiß ich nicht, da ich vor Psychologen mehr Angst habe als ein Schwein vor der Schlachtbank. Man kann natürlich auch wie ich den Rausch der Geschwindigkeit bei einem schnellen Motorrad nutzen und auf andere Drogen verzichten.
Das beste ist sicherlich, wenn man sich zu seinen Phantasien bekennt. Wenn dann eine Frau von diesen Dingen weiß, könnte sie ja vielleicht trotzdem zu einer Partnerschaft bereit sein. Dann wäre sie für die Seele bestimmt tausend mal besser, als es Psychologen, Therapien oder Pillen jemals sein können. Ich habe jedenfalls den Mund nie auf bekommen und schließlich zu lange gewartet. Daher zweifle ich daran, dass ich hier noch irgendwie Hilfe finde. - Aber vielleicht kann ja ICH jemandem helfen. In einem halben Jahrhundert sammelt man ja viele Erfahrungen. Deshalb habe ich mich - nach mehr als einem Jahr zögern - hier angemeldet.
Leider bin ich in einer Zeit groß geworden, in der es solche Neigungen einfach nicht geben durfte. Man sprach immer nur von abartig, krank oder pervers. Da war schwul sein noch ein Verbrechen! Ich bin zwar nicht schwul, aber trotzdem anders. - So, nun ist es raus.
Irgendwie eine Sch..-Geschichte. Ich habe aber erst einmal keine bessere an zu bieten. Für den Einstieg und als Grundlage für Fragen oder Diskussionen sollte diese Knappe Zusammenfassung erst einmal genug sein. Ich warte also auf Rückmeldung.
LG Nicole
Nach fast einem halben Jahrhundert ist es nun für mich endlich so weit, dass ich mich "oute" (blödes denglisch! zu meiner Zeit hat man noch deutsch gesprochen!). Also, erst einmal, Ich bin ein Mann, zeige mich auch meistens als solcher und will auch einer bleiben. Andere Männer als Partner interessieren mich nicht. Ob ich mich als TV oder TS sehen soll oder nur einen Fetisch brauche, ist mir nicht so ganz klar. Psychologen müssen wohl immer alles in möglichst viele Schubladen packen. Ich musste jedenfalls erst einmal nachlesen, was die ganzen Begriffe bedeuten, die bei der Anmeldung bei >Geschlecht< zur Auswahl stehen.
Angefangen hat es auch bei mir schon früh, in der Pubertät. Zum Karneval habe ich mich dann immer wieder einmal als Frau verkleidet, sonst aber immer nur heimlich vor dem Spiegel. Mit meiner Rolle als Mann in der Gesellschaft bin ich nie wirklich klar gekommen - weder im Beruf als Diplomingenieur noch im Privaten. Also musste ich immer als "richtiger Mann" 'rüber kommen - in Lederkluft und mit dickem Motorrad. Das endete mit einem schweren Unfall. Immer wenn eine Frau mich dann näher kennen lernte, merkte sie natürlich, dass da einiges nicht stimmte. Vor der Rolle als Mann mit Familie und Kindern hatte ich große Angst. Also wollte ich - wenn überhaupt - nur mit Gummi. Sie sagte dann oft: "Ich nehme die Pille." Aber konnte ich ihr trauen? Frauen wollen doch immer irgendwie Kinder haben. Das ist der Mutterinstinkt. Also waren es immer nur kurze und sexuell wenig ergiebige Episoden. Ohne Gummi ging es irgendwie einfach nicht - trotz Pille. Ich musste es also immer wieder "alleine machen". Vielleicht bin ich auch ein gutes Stück Autist. Mit "Beziehungskisten" kann ich nämlich absolut nichts anfangen. Und wenn andere von Liebe reden, kann ich deren Gedanken nicht folgen. Scheinbar ist die Liebe bei mir im wesentlichen auf den Sex reduziert. Aber vielleicht empfinde ich das auch einfach nur so.
Wenn jemand immer nur mit sich selbst Sex hat, entwickelt er leicht "seltsame" Vorlieben. Der Aspekt eines Leder-Fetischs ist mir bei meinem Motorradanzug erst spät in den Sinn gekommen. Es kommt aber der Wunsch nach einem Fetisch auf, wenn man Frauen immer irgendwie systematisch vergrault, auf Männer nicht steht und dann ewig der Partner fehlt. An die Stelle einer Vereinigung zweier Körper rückt dann irgend ein Gegenstand oder Kleidungsstück, das für eine so starke Erregung sorgt, dass es schließlich zum Orgasmus kommt. Mit einem normalen Geschlechtsakt hat das nichts mehr zu tun. Von solchen und ähnlichen Phantasien lebt die Lack-Leder-Latex- und Sado-Maso-Szene. Und ich will mich da eben als Frau im Spiegel sehen. - Vielleicht sollte ich darüber froh sein. Manche andere brauchen Sex mit kleinen Kindern. Das ist dann richtig böse und unangenehm. Soll man dann ewig schmachten oder kriminell werden? Es ist jedenfalls erschreckend, wie viele Kinder-Sexpuppen bei Amazon oder Ebay angeboten werden.
Da ich schon immer irgendwie "anders" war, entwickelte ich eine geradezu panische Angst vor Therapien und Psychologen. Im Geiste sah ich mich da mit Medikamenten eingenebelt in einer geschlossenen Psychiatrie. Wenn ich also tatsächlich irgendwie krank war, durfte unter keinen Umständen jemand etwas davon wissen oder bemerken. Sehr schwer geistig behindert konnte ich ja wohl nicht sein. Sonst hätte ich das Studium an einer Universität nicht zum Abschluss bringen können. Mit den Eltern oder mit Freunden konnte ich nicht über meine Probleme reden. Also spielte ich einfach zähneknirschend meine Rolle als Mann - und wurde immer unglücklicher dabei. Angst ist nicht rational. Vernünftige Argumente helfen da absolut nichts!
Mit dem Alter wurde es schließlich immer schlimmer. Mir ging nur noch einer ab, wenn ich mich selbst als einigermaßen attraktive Frau im Spiegel erblickte. Ich habe es mit einer Puppe versucht (in der gehobenen Preislage). So eine Puppe ist zwar schön, aber sie bewegt sich nicht und sagt nichts. Wo auf der Welt gibt es eine Frau, die nie etwas sagt? Es ging einfach nicht mit der Puppe - wie schon so oft vorher mit einer richtigen Frau.
Wie wird aber aus einem fetten, faltigen älteren Herrn eine schöne junge Frau? Dann sah ich zufällig im Fernsehen >CSI Las Vegas<. Es ging um den Mord an einem "Rubberdoll". Sollte ich mich also mit Latexanzug und Maske als lebende Gummipuppe so richtig "schön" machen - als die mollige "Nicole Rubberdoll"? Sich im Internet umschauen konnte ja erst einmal nicht schaden. Ich Erkannte: Wenn ich das "richtig" machen wollte, würde eine Investition vom mehreren tausend Euro daraus - nur für die Maske schon über 500, wenn sie wirklich gut aussehen soll. Also bestellte ich zunächst bei Ebay nur eine Maske für knapp 100 Euro. Und? Gut geschminkt sehe ich als Frau besser aus, als mit dieser Maske. Und was ist, wenn ich so maskiert auf die Straße gehe? Verhaftet man mich dann vielleicht als potentiellen Bankräuber? Also war es wohl raus geschmissenes Geld. Soll ich also doch "richtig" daran gehen? Irgendwie kann man das Geld aber vielleicht besser anlegen, auf ein maßgeschneidertes "Ganzkörper-Kondom" - bei meinem Körperbau passt da nichts von der Stange - verzichten und die Schminke dicker - oder vielleicht einfach nur geschickter - auftragen. Bei normaler Damenbekleidung kann ich jedenfalls verschiedene Teile in Übergröße immer gut kombinieren. Dann halten sich die Kosten in vernünftigen Grenzen. Eine Maske und Latex haben natürlich auch irgendwie einen Reiz als Fetisch.
Warum "oute" ich mich hier? Vielleicht liest es ja ein Jüngerer, dem es ähnlich ergeht. Dann bekennt er sich vielleicht zu dieser Neigung oder zu dem Problem, das er als Mann in dieser Gesellschaft hat, und es kommt gar nicht erst zu solchen Gummipuppen-Phantasien oder vielleicht noch schlimmerem. Wenn man jedenfalls seine Wünsche und Phantasien immer nur unterdrückt und nie auslebt, geht die Seele davon zu Grunde. Medizinisch betrachtet ist man dann krank - neurotisch, paranoid oder depressiv. Dann sollen Pillen helfen. Ich denke, Alkohol, Koks oder Haschisch "helfen" da genau so gut. Man kann doch wohl nichts anderes tun als sich irgendwie zu benebeln, damit man nichts mehr mit bekommt. Ob eine Therapie hilft, weiß ich nicht, da ich vor Psychologen mehr Angst habe als ein Schwein vor der Schlachtbank. Man kann natürlich auch wie ich den Rausch der Geschwindigkeit bei einem schnellen Motorrad nutzen und auf andere Drogen verzichten.
Das beste ist sicherlich, wenn man sich zu seinen Phantasien bekennt. Wenn dann eine Frau von diesen Dingen weiß, könnte sie ja vielleicht trotzdem zu einer Partnerschaft bereit sein. Dann wäre sie für die Seele bestimmt tausend mal besser, als es Psychologen, Therapien oder Pillen jemals sein können. Ich habe jedenfalls den Mund nie auf bekommen und schließlich zu lange gewartet. Daher zweifle ich daran, dass ich hier noch irgendwie Hilfe finde. - Aber vielleicht kann ja ICH jemandem helfen. In einem halben Jahrhundert sammelt man ja viele Erfahrungen. Deshalb habe ich mich - nach mehr als einem Jahr zögern - hier angemeldet.
Leider bin ich in einer Zeit groß geworden, in der es solche Neigungen einfach nicht geben durfte. Man sprach immer nur von abartig, krank oder pervers. Da war schwul sein noch ein Verbrechen! Ich bin zwar nicht schwul, aber trotzdem anders. - So, nun ist es raus.
Irgendwie eine Sch..-Geschichte. Ich habe aber erst einmal keine bessere an zu bieten. Für den Einstieg und als Grundlage für Fragen oder Diskussionen sollte diese Knappe Zusammenfassung erst einmal genug sein. Ich warte also auf Rückmeldung.
LG Nicole
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ExuserIn-2019-12-18
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Re: Zweiter Teil meiner Vorstellung
Hallo NIcole,
ich habe gerade Deine Zeilen gelesen - irgendwo zwischen Neutralität, Resignation, Frust aber auch mit viel Ehrlichkeit und Offenheit.
Vielleicht auch eine Art "Selbsttherapie" sich das Ganze mal von der Seeel zu schreiben, um kurze Zeit aus dem dunklen hervorzutreten .... sehr theatralisch
von mir formuliert ..
Auch wenn es hier im Forum nicht der vorrangige Themenblock ist, denke ich, dass Sexualität und entsprechende Neigungen / Empfindungen eine wichtige Rolle spielt. Ob als Antrieb oder als Ventil, vermag ich nicht zu sagen. Daher finde ich es aber gut, auch das Thema anzusprechen, wenn es einem auf der Seele brennt. Dass Du damit nicht alleine bist, ist Dir sicherlich mitlerweile auch aufgefallen
Lieben, gliebt werden, Beziehungen, Partnerschaft sind sicherlich die Kernthemen - egal aus welcher Richtung man kommt. Im Grunde geht es dann aber doch auch immer um das Fundament: mit sich selbst im Reinen sein und "selbsständig" zu leben.
Mir persönlich hat der Schritt geholfen mich wandeln zu lassen und (mittlerweile auch selbst) als Frau rauszugehen .... damit ist die sexuelle Thematik in den Hintergrund gerückt und ich habe einen guten Weg gefunden mit mir umzugehen ... dass löst natürlich alleine noch nicht die Probleme und den kompletten Knoten, aber es hilft. Wenn man sich selber mag und offen ist fällt es einem auch leicher von anderen Zuneigung anzunehmen. Finde ich.
Ich denke schon, dass Dein Text anderen helfen kann zu erkennen, dass sie nicht alleine sind .... dafür
Liebe Grüße
VanessaL
ich habe gerade Deine Zeilen gelesen - irgendwo zwischen Neutralität, Resignation, Frust aber auch mit viel Ehrlichkeit und Offenheit.
Vielleicht auch eine Art "Selbsttherapie" sich das Ganze mal von der Seeel zu schreiben, um kurze Zeit aus dem dunklen hervorzutreten .... sehr theatralisch
Auch wenn es hier im Forum nicht der vorrangige Themenblock ist, denke ich, dass Sexualität und entsprechende Neigungen / Empfindungen eine wichtige Rolle spielt. Ob als Antrieb oder als Ventil, vermag ich nicht zu sagen. Daher finde ich es aber gut, auch das Thema anzusprechen, wenn es einem auf der Seele brennt. Dass Du damit nicht alleine bist, ist Dir sicherlich mitlerweile auch aufgefallen
Lieben, gliebt werden, Beziehungen, Partnerschaft sind sicherlich die Kernthemen - egal aus welcher Richtung man kommt. Im Grunde geht es dann aber doch auch immer um das Fundament: mit sich selbst im Reinen sein und "selbsständig" zu leben.
Mir persönlich hat der Schritt geholfen mich wandeln zu lassen und (mittlerweile auch selbst) als Frau rauszugehen .... damit ist die sexuelle Thematik in den Hintergrund gerückt und ich habe einen guten Weg gefunden mit mir umzugehen ... dass löst natürlich alleine noch nicht die Probleme und den kompletten Knoten, aber es hilft. Wenn man sich selber mag und offen ist fällt es einem auch leicher von anderen Zuneigung anzunehmen. Finde ich.
Ich denke schon, dass Dein Text anderen helfen kann zu erkennen, dass sie nicht alleine sind .... dafür
Liebe Grüße
VanessaL
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Nicole Fritz
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Re: Zweiter Teil meiner Vorstellung
Hallo!
Nach der zwar durchaus herzlichen, aber doch recht zurückhaltenden Reaktion auf den "zweiten Teil meiner Vorstellung" kommt bei mir der Zweifel, ob ich hier im richtigen Portal bin. Vielleicht habe ich mir aber einfach nur zu viel Frust auf einmal von der Seele geschrieben - zu starker Tobak eben. Themen wie "Was ziehe ich heute an?" oder "Wo gehe ich heute hin?" interessieren mich in meiner Situation aber eher gar nicht. Ich plane auch keine GaOP oder die Änderung meines Perso's. Soll ich also einfach nur versuchen hier oder dort ein wenig mit zu plaudern? So richtig steht mir der Sinn danach aber irgendwie nicht.
Da ist diese Idee, vielleicht einem/einer anderen helfen zu können. Der oder die müsste aber erst einmal auf meinen Beitrag stoßen. Wer große Probleme hat, arbeitet sich wahrscheinlich nicht durch alle Foren dieses Portals - vor allem, wenn er/sie sich, wie ich im letzten Jahr, als Gast erst einmal nur umsieht. Wie soll es also weiter gehen?
LG Nicole
Nach der zwar durchaus herzlichen, aber doch recht zurückhaltenden Reaktion auf den "zweiten Teil meiner Vorstellung" kommt bei mir der Zweifel, ob ich hier im richtigen Portal bin. Vielleicht habe ich mir aber einfach nur zu viel Frust auf einmal von der Seele geschrieben - zu starker Tobak eben. Themen wie "Was ziehe ich heute an?" oder "Wo gehe ich heute hin?" interessieren mich in meiner Situation aber eher gar nicht. Ich plane auch keine GaOP oder die Änderung meines Perso's. Soll ich also einfach nur versuchen hier oder dort ein wenig mit zu plaudern? So richtig steht mir der Sinn danach aber irgendwie nicht.
Da ist diese Idee, vielleicht einem/einer anderen helfen zu können. Der oder die müsste aber erst einmal auf meinen Beitrag stoßen. Wer große Probleme hat, arbeitet sich wahrscheinlich nicht durch alle Foren dieses Portals - vor allem, wenn er/sie sich, wie ich im letzten Jahr, als Gast erst einmal nur umsieht. Wie soll es also weiter gehen?
LG Nicole
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Michelle_Engelhardt
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Re: Zweiter Teil meiner Vorstellung
Du möchtest helfen? Finde ich toll! Hier gibt's doch unzählige Themen zu denen Fragen gestellt werden. Bringe Dich doch einfach ein. Jeder ist über einen guten Tipp oder Rat dankbar. Nur wer sich zeigt, kann auch gesehen werden. Das gilt allgemein und insbesondere auch für Foren. Stille Mitleser haben wir doch hier mehr als genug und jedes aktive Mitglied ist eine Bereicherung für die Community......naja....zumindest die meisten
LG
Michelle
PS. zu starker Tobak war es sicherlich nicht, für mein Empfinden.
LG
Michelle
PS. zu starker Tobak war es sicherlich nicht, für mein Empfinden.
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir 'ne PN!
Weihnachtsmarkt ist das Wacken für Büroangestellte!
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Anne-Mette
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Re: Zweiter Teil meiner Vorstellung
Moin,
"Von allein" kommen relativ selten Reaktionen auf Erwartungen, die nicht genau definiert worden sind.
Gruß
Anne-Mette
Welche Erwartungen hast Du gehabt, als Du den zweiten Teil der Vorstellung veröffentlicht hast?kommt bei mir der Zweifel, ob ich hier im richtigen Portal bin.
"Von allein" kommen relativ selten Reaktionen auf Erwartungen, die nicht genau definiert worden sind.
Gruß
Anne-Mette
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Nicole Fritz
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Re: Zweiter Teil meiner Vorstellung
Moin Anne Mette,
itgendeine klare Vorstellung hatte ich nicht. Ich habe mir einfach nur den Frust von der Seele geschrieben. Eigentlich war die Reaktion ja nur positiv. Vielleicht wollte ich mit meiner Rückmeldung nur ein wenig provozieren. - Wie soll ich aber Erwartungen genau definieren, wenn ich nicht weiß, wie ich an die Sache heran gehen soll?
Gruß Nicole
itgendeine klare Vorstellung hatte ich nicht. Ich habe mir einfach nur den Frust von der Seele geschrieben. Eigentlich war die Reaktion ja nur positiv. Vielleicht wollte ich mit meiner Rückmeldung nur ein wenig provozieren. - Wie soll ich aber Erwartungen genau definieren, wenn ich nicht weiß, wie ich an die Sache heran gehen soll?
Gruß Nicole
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lilijana
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Re: Zweiter Teil meiner Vorstellung
Hallo Nicole,
erstmal herzlich willkommen!
Das du jemandem mit deiner Geschichte helfen möchtest, das ehrt dich. Wenn die Reaktionen ausbleiben, die du dir erhofft hast, lasse den Kopf nicht hängen, sondern erzähle deine Geschichte weiter, wenn du möchtest.
Klar, es wird jemand der Probleme hat, nicht gleich das ganze Forum durchsuchen und auf deinen Thread stoßen, aber wenn jemand eine Frage stellt oder um hilfe bittet, dann kannst du ja antworten und was dazu schreiben, so kannst du auch Menschen helfen. Manchmal hilft es auch einem selbst, mit anderen über ihre Probleme zu reden, wenn man die selben Probleme hat.
Evtl. hilft es auch erstmal, die ganze Sache auf dich zukommen zu lassen.
Grüße
Lilijana
erstmal herzlich willkommen!
Das du jemandem mit deiner Geschichte helfen möchtest, das ehrt dich. Wenn die Reaktionen ausbleiben, die du dir erhofft hast, lasse den Kopf nicht hängen, sondern erzähle deine Geschichte weiter, wenn du möchtest.
Klar, es wird jemand der Probleme hat, nicht gleich das ganze Forum durchsuchen und auf deinen Thread stoßen, aber wenn jemand eine Frage stellt oder um hilfe bittet, dann kannst du ja antworten und was dazu schreiben, so kannst du auch Menschen helfen. Manchmal hilft es auch einem selbst, mit anderen über ihre Probleme zu reden, wenn man die selben Probleme hat.
Evtl. hilft es auch erstmal, die ganze Sache auf dich zukommen zu lassen.
Grüße
Lilijana
Manche Menschen brauchen lange, bis sie geboren wurden.
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Exuser-2018-07-15
Re: Zweiter Teil meiner Vorstellung
Hallo Nicole,
ich habe deine Beiträge erst jetzt entdeckt. Irgendwie scheint das Forum für mich recht weitläufig zu sein, bin noch nicht so lange dabei.
Helfen kann ich selbstverständlich auch nicht, aber beim Lesen über deine Situation drängen sich mir ein paar Gedanken auf, die ich - auch auf die Gefahr hin, total daneben zu liegen - loswerden möchte:
Für mich stellt sich das so dar, dass du anscheinend in erster Linie von deinen Ängsten (Familie, Kinder, feste Bindung) und Sehnsüchten (Liebe und Geborgenheit) regiert wirst. Der Konflikt muss offenbar bereits früh in der Pubertät begonnen haben. Im Laufe der Jahrzehnte hast du es bei wachsender Frustration immer besser verstanden, die Wünsche von den Ängsten loszulösen - nicht zu bewältigen - indem du dir quasi eine 'ideale' Projektion erschaffen hast - dich selbst in Frauenkleidung. Immerhin kannst du dir wohl selbst vertrauen, sodass nach der Übertragung der Lust auf dich selbst eine Art Wunscherfüllung möglich wurde. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass diese 'ideale' Projektion irgendwann auf etwas Externes - die Puppe - verlagert wurde.
Doch der beste Beweis für mich, dass hier vermutlich kein Fetisch vorliegt, ist die Tatsache, dass das Puppen-Experiment scheiterte, weil schlichtweg die Menschlichkeit - Weiblichkeit fehlte. Ein waschechter Fetisch muss nach meiner Kenntnis für sich allein wirken und braucht absolut nichts Menschliches als 'Zugabe'. Nur deine weibliche Spiegelprojektion vermag dir deine Wünsche zu erfüllen. Sex spielt sich zum größten Teil ohnehin im Kopf ab - und bei dir außerdem im Spiegel. Der Spiegel ist eine in sich abgeschlossene Welt. Du musst nicht hinter den Spiegel schauen, um die dort lauernde Leere zu erkennen. Nichts ist geeigneter, eine Spaltpersönlichkeit zum Leben zu erwecken, als sich als andere Person im Spiegel zu betrachten.
Die erwähnte Vorliebe für Gummi usw. rührt m.E. nicht von der Motorradkluft, sondern auch diese kommt vom sprichwörtlichen 'Gummi' zur Verhütung. Der Gummi scheint Symbol und Garant für die Sicherheit schlechthin zu sein.
Inwieweit es möglich ist, deine Wunschprojektion 'Liebe, Sex, Geborgenheit mit einer Partnerin ohne Familien-/Kinderwunsch' auf eine Frau aus Fleisch und Blut zurückzuübertragen, kann ich nicht beurteilen. Nach meiner Auffassung ist der Schlüssel das Besiegen der Angst, deiner befürchteten Rolle nicht gerecht werden zu können. Aber es gibt - gerade in der Altersgruppe jenseits der 50 - sicher viele Frauen, die das Thema Familie und Kinder komplett durch und satt haben, nach Scheidungen etwa. Sog. 'unverbindliche Beziehungen', in denen beide Partner sehr unabhängig voneinander bleiben, sind doch keine Seltenheit. Vielleicht könnte dir so etwas die Angst nehmen, denn niemand würde von dir eine besondere Rolle erwarten?
Ich denke, dass weder Fetischmus noch Crossdressing wirklich die Hauptrolle spielen, sondern der Versuch, sich eine Wunscherfüllung ohne Angst zu ermöglichen. Bitte sieh es mir nach, falls ich allzu großen Blödsinn geschrieben haben sollte.
LG
Tara
ich habe deine Beiträge erst jetzt entdeckt. Irgendwie scheint das Forum für mich recht weitläufig zu sein, bin noch nicht so lange dabei.
Helfen kann ich selbstverständlich auch nicht, aber beim Lesen über deine Situation drängen sich mir ein paar Gedanken auf, die ich - auch auf die Gefahr hin, total daneben zu liegen - loswerden möchte:
Für mich stellt sich das so dar, dass du anscheinend in erster Linie von deinen Ängsten (Familie, Kinder, feste Bindung) und Sehnsüchten (Liebe und Geborgenheit) regiert wirst. Der Konflikt muss offenbar bereits früh in der Pubertät begonnen haben. Im Laufe der Jahrzehnte hast du es bei wachsender Frustration immer besser verstanden, die Wünsche von den Ängsten loszulösen - nicht zu bewältigen - indem du dir quasi eine 'ideale' Projektion erschaffen hast - dich selbst in Frauenkleidung. Immerhin kannst du dir wohl selbst vertrauen, sodass nach der Übertragung der Lust auf dich selbst eine Art Wunscherfüllung möglich wurde. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass diese 'ideale' Projektion irgendwann auf etwas Externes - die Puppe - verlagert wurde.
Doch der beste Beweis für mich, dass hier vermutlich kein Fetisch vorliegt, ist die Tatsache, dass das Puppen-Experiment scheiterte, weil schlichtweg die Menschlichkeit - Weiblichkeit fehlte. Ein waschechter Fetisch muss nach meiner Kenntnis für sich allein wirken und braucht absolut nichts Menschliches als 'Zugabe'. Nur deine weibliche Spiegelprojektion vermag dir deine Wünsche zu erfüllen. Sex spielt sich zum größten Teil ohnehin im Kopf ab - und bei dir außerdem im Spiegel. Der Spiegel ist eine in sich abgeschlossene Welt. Du musst nicht hinter den Spiegel schauen, um die dort lauernde Leere zu erkennen. Nichts ist geeigneter, eine Spaltpersönlichkeit zum Leben zu erwecken, als sich als andere Person im Spiegel zu betrachten.
Die erwähnte Vorliebe für Gummi usw. rührt m.E. nicht von der Motorradkluft, sondern auch diese kommt vom sprichwörtlichen 'Gummi' zur Verhütung. Der Gummi scheint Symbol und Garant für die Sicherheit schlechthin zu sein.
Inwieweit es möglich ist, deine Wunschprojektion 'Liebe, Sex, Geborgenheit mit einer Partnerin ohne Familien-/Kinderwunsch' auf eine Frau aus Fleisch und Blut zurückzuübertragen, kann ich nicht beurteilen. Nach meiner Auffassung ist der Schlüssel das Besiegen der Angst, deiner befürchteten Rolle nicht gerecht werden zu können. Aber es gibt - gerade in der Altersgruppe jenseits der 50 - sicher viele Frauen, die das Thema Familie und Kinder komplett durch und satt haben, nach Scheidungen etwa. Sog. 'unverbindliche Beziehungen', in denen beide Partner sehr unabhängig voneinander bleiben, sind doch keine Seltenheit. Vielleicht könnte dir so etwas die Angst nehmen, denn niemand würde von dir eine besondere Rolle erwarten?
Ich denke, dass weder Fetischmus noch Crossdressing wirklich die Hauptrolle spielen, sondern der Versuch, sich eine Wunscherfüllung ohne Angst zu ermöglichen. Bitte sieh es mir nach, falls ich allzu großen Blödsinn geschrieben haben sollte.
LG
Tara
-
Nicole Fritz
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Re: Zweiter Teil meiner Vorstellung
Hallo Tara,
ich musste eine Weile nachdenken. Ich denke, Du hast es ziemlich gut getroffen. Ein Aspekt ist in meiner knappen Vorstellung aber zu Kurz gekommen: meine Mutter. Sie hat mich "zu Tode geliebt" und nie los lassen können. Dabei hat sie alles daran gesetzt zu verhindern, dass ich im Leben selbständig werde. Immer war nur wichtig, was sie wollte und was sie für richtig hielt. Wenn ich meinen eigenen Weg gehen wollte, fand sie tausend Argumente, warum das nichts für mich sein konnte. Machte ich einen Fehler oder hatte ich einfach nur Pech, warf sie mir totale Unfähigkeit vor.
Also bin ich in der letzten Konsequenz nicht meinen Weg im Leben, sondern den für mich einfacheren Weg gegangen, den Mama für "richtig" hielt. Und in diesen immer unerträglicher werdenden Weg wollte ich keine Frau und erst recht kein Kind hinein ziehen. Deshalb klappte es mit dem Sex nicht (mit oder ohne Gummi). Eine Frau hat immer irgend etwas von der Mutter. Nur wenn ich selbst zur Frau werde, ist das vielleicht anders. Also stimmt es wohl mit der Projektion. Und Gummi als "Garant" für Sicherheit? Als lebende Gummipuppe mit Maske und Latexanzug kann mich ja niemand erkennen, da könnte ich mich also sehr sicher fühlen. Also wäre es ein Schutzschild oder Panzer zu der Welt hin, in der ich mich schon lange nicht mehr wohl fühle.
Irgendwie glaube ich keinen Menschen wirklich lieben zu können - mich selbst als Mann am wenigsten. Und als Nicole? ich weiß nicht. - doch nur ein Fetisch? Da ich einige meiner Verhaltensweisen bei der Beschreibung des Asperger-Syndroms wieder finde, vermute ich vom Autismus betroffen zu sein. Eine Diagnose habe ich aber nicht - und will auch keine haben! Was soll die mir auch jetzt noch nutzen? Vielleicht ist es ja "nur" eine extrem starke Abneigung gegen die "Liebe" meiner Mutter. Und die steht wohl im krassen Gegensatz zum dem Gefühl der Geborgenheit, das es in meiner Kindheit einmal gegeben hat und irgendwo ganz tief in meiner Erinnerung noch schlummert.
Noch ein Aspekt. Meine Mutter hat sich in alle meine Beziehungen mit Frauen eingemischt. Sie hat ihnen bestimmt eindringlich plausibel gemacht, dass sie mir die "Flausen austreiben" und mich "auf einen vernünftigen Weg bringen" sollten - bis ich dann immer die "Notbremse" zog.
Eine Bitte: bemühe Dich bitte nicht mich therapieren zu wollen. Das muss ich irgendwie alleine hin kriegen. Ohne Rückmeldung geht es aber auch nicht. Niemand kann gegenüber sich selbst objektiv sein. Also
LG Nicole
ich musste eine Weile nachdenken. Ich denke, Du hast es ziemlich gut getroffen. Ein Aspekt ist in meiner knappen Vorstellung aber zu Kurz gekommen: meine Mutter. Sie hat mich "zu Tode geliebt" und nie los lassen können. Dabei hat sie alles daran gesetzt zu verhindern, dass ich im Leben selbständig werde. Immer war nur wichtig, was sie wollte und was sie für richtig hielt. Wenn ich meinen eigenen Weg gehen wollte, fand sie tausend Argumente, warum das nichts für mich sein konnte. Machte ich einen Fehler oder hatte ich einfach nur Pech, warf sie mir totale Unfähigkeit vor.
Also bin ich in der letzten Konsequenz nicht meinen Weg im Leben, sondern den für mich einfacheren Weg gegangen, den Mama für "richtig" hielt. Und in diesen immer unerträglicher werdenden Weg wollte ich keine Frau und erst recht kein Kind hinein ziehen. Deshalb klappte es mit dem Sex nicht (mit oder ohne Gummi). Eine Frau hat immer irgend etwas von der Mutter. Nur wenn ich selbst zur Frau werde, ist das vielleicht anders. Also stimmt es wohl mit der Projektion. Und Gummi als "Garant" für Sicherheit? Als lebende Gummipuppe mit Maske und Latexanzug kann mich ja niemand erkennen, da könnte ich mich also sehr sicher fühlen. Also wäre es ein Schutzschild oder Panzer zu der Welt hin, in der ich mich schon lange nicht mehr wohl fühle.
Irgendwie glaube ich keinen Menschen wirklich lieben zu können - mich selbst als Mann am wenigsten. Und als Nicole? ich weiß nicht. - doch nur ein Fetisch? Da ich einige meiner Verhaltensweisen bei der Beschreibung des Asperger-Syndroms wieder finde, vermute ich vom Autismus betroffen zu sein. Eine Diagnose habe ich aber nicht - und will auch keine haben! Was soll die mir auch jetzt noch nutzen? Vielleicht ist es ja "nur" eine extrem starke Abneigung gegen die "Liebe" meiner Mutter. Und die steht wohl im krassen Gegensatz zum dem Gefühl der Geborgenheit, das es in meiner Kindheit einmal gegeben hat und irgendwo ganz tief in meiner Erinnerung noch schlummert.
Noch ein Aspekt. Meine Mutter hat sich in alle meine Beziehungen mit Frauen eingemischt. Sie hat ihnen bestimmt eindringlich plausibel gemacht, dass sie mir die "Flausen austreiben" und mich "auf einen vernünftigen Weg bringen" sollten - bis ich dann immer die "Notbremse" zog.
Eine Bitte: bemühe Dich bitte nicht mich therapieren zu wollen. Das muss ich irgendwie alleine hin kriegen. Ohne Rückmeldung geht es aber auch nicht. Niemand kann gegenüber sich selbst objektiv sein. Also
LG Nicole
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Exuser-2018-07-15
Re: Zweiter Teil meiner Vorstellung
Hallo Nicole,Nicole Doll hat geschrieben: So 2. Apr 2017, 16:56 Eine Bitte: bemühe Dich bitte nicht mich therapieren zu wollen. Das muss ich irgendwie alleine hin kriegen.
wie ich schon schrieb:
Das schließt das Laien-Therapieren selbstverständlich ebenso aus. Also, keine Sorge.Helfen kann ich selbstverständlich auch nicht
Dass eine Übermutter dahintersteckt, hätte ich allerdings nicht vermutet. Aber dieses Mal erspare ich dir die Gedanken, die mir dabei durch den Kopf schießen. Ich hoffe, dein Wunsch geht in Erfüllung, es irgendwie selbst zu schaffen.
LG
Tara
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Chiara77
- schau
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Re: Zweiter Teil meiner Vorstellung
Hi Nicole!
Starker Tobak? Provozieren? Ich glaube nicht daran dass Du damit hier provozieren kannst!
Nein, hier sind zumindest die aktiven Mitglieder glaube ich offen, denn sie alle haben ihre eigene Geschichte. Ich kann nichts finden in deinen Zeilen wofür Du evtl schämen sollst. Ich finde es Klasse und Mutig dass Du so ehrlich und offen bist.
Ich finde Taras Gedanken sehr treffend natürlich auch unter der Vorbehalt dass es nur reine Spekulationen sind. Wie wahr diese sein können kannst nur Du entscheiden.
Und Therapie wirst Du hier nicht finden, denn dass können wir Dir nicht leisten. Solltest Du aber Fragen haben, kannst natürlich auf Antworten in der Forum hoffen... oder wir können Dir Tipps geben... oder oder oder und vor allem UND! Aber es liegt immer bei Dir!
PS: ich habe auch erst jetzt dein Vorstellung gelesen, daher erst jetzt auch mein Antwort. Freut mich dass Du da bist!
LG,
Chiara
Starker Tobak? Provozieren? Ich glaube nicht daran dass Du damit hier provozieren kannst!
Ich finde Taras Gedanken sehr treffend natürlich auch unter der Vorbehalt dass es nur reine Spekulationen sind. Wie wahr diese sein können kannst nur Du entscheiden.
Und Therapie wirst Du hier nicht finden, denn dass können wir Dir nicht leisten. Solltest Du aber Fragen haben, kannst natürlich auf Antworten in der Forum hoffen... oder wir können Dir Tipps geben... oder oder oder und vor allem UND! Aber es liegt immer bei Dir!
PS: ich habe auch erst jetzt dein Vorstellung gelesen, daher erst jetzt auch mein Antwort. Freut mich dass Du da bist!
LG,
Chiara
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Tinchen
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Re: Zweiter Teil meiner Vorstellung
Hallo Nicole,
ich habe lange überlegt, ob und was ich schreiben soll. Deine Geschichte ist sehr komplex und da kann man nicht so einfach darauf antworten. Dominante Mama kenne ich auch zu gut, das muss aber nicht unbedingt eine Parallele sein. Wir haben alle sehr individuelle Dinge erlebt und nehmen auch sehr individuell wahr. Da ich auch zur Generation gehöre, die die Mondlandung Live gesehen hat und die Zeiten noch kenne, als Schwul sein noch strafbar war, schreibe ich mal wie ich mich gefunden habe. Vielleicht ist ja etwas dabei, was Dich anspricht.
Meine (Kurz) Geschichte
Es ist gut 20 Jahre her, als ich Martina sehr intensiv ausgelebt habe. Internet, Forum und so gab es nicht. Allerdings konnte ich einige "Schwestern" in einschlägigen Läden antreffen, was für mich völlig neu war....ich war bislang allein mit meiner Weiblichkeit. Irgendwann habe ich beschlossen, dass es Wurscht ist, warum ich bin wie ich bin, sondern ich wollte herausfinden was ich bin und was ich sein möchte. Ich bin dann wegen einer ganz anderen, traurigen Geschichte zu einer Psychiaterin gegangen. Da ging es natürlich auch viel um Mutter, aber ich konnte mal frei von der Seele reden. Ich war mir nicht sicher, bin ich TS, TV oder durchgeknallt. Ich wollte es einfach nur herausfinden, egal was das Ergebnis ist.
Nun irgendwann wurde mir klar, ich bin Teilzeitfrau, den Begriff mag ich einfach. Ich verwandle mich gerne zu Martina, kehre aber auch gerne zurück. Mit der Erkenntnis kann ich nun wunderbar leben.
Zu Psychiater/Psychologe: Wenn man da hin geht mit der Erwartung, die heilen mich, wird man bitter enttäuscht. Die können sehr gut zuhören, man kann sich alles von der Seele reden und bekommt kleine Tips, die manchmal helfen können. Letztendlich muss man sich aber selber helfen, halt mit etwas Anleitung. Bei mir fokussierte sich am Ende zu viel auf Mutter, das war mir dann zu viel. Mama ist nicht an allem Schuld und ich habe das dann abgebrochen. Geholfen hat es mir aber trotzdem. Ich habe auch nicht den erst besten Psychiater genommen, man kann auch wechseln.
Gespräche mit "Schwestern", Therapie und viel Nachdenken hat mich auf den richtigen Weg gebracht. Es hat lange gedauert, aber es gab ein Ergebnis.
Du hast zusätzlich noch ein gutes Forum, mit all seinen Möglichkeiten. Per PN kann man die eine oder Andere kennen lernen und das Gespräch (fon) suchen. Es gibt hier weit aus mehr als nur "Was tragt ihr heute..." Die ernsten Themen sind einfach nicht so frequentiert und landen daher in der Hitliste weit unten. Sie sind aber da und auch gut.
Ich wünsche Dir, dass Du deinen Weg finden wirst und dich mit Spaß in dein vielleicht neues Leben stürzt.
LG Tina
ich habe lange überlegt, ob und was ich schreiben soll. Deine Geschichte ist sehr komplex und da kann man nicht so einfach darauf antworten. Dominante Mama kenne ich auch zu gut, das muss aber nicht unbedingt eine Parallele sein. Wir haben alle sehr individuelle Dinge erlebt und nehmen auch sehr individuell wahr. Da ich auch zur Generation gehöre, die die Mondlandung Live gesehen hat und die Zeiten noch kenne, als Schwul sein noch strafbar war, schreibe ich mal wie ich mich gefunden habe. Vielleicht ist ja etwas dabei, was Dich anspricht.
Meine (Kurz) Geschichte
Es ist gut 20 Jahre her, als ich Martina sehr intensiv ausgelebt habe. Internet, Forum und so gab es nicht. Allerdings konnte ich einige "Schwestern" in einschlägigen Läden antreffen, was für mich völlig neu war....ich war bislang allein mit meiner Weiblichkeit. Irgendwann habe ich beschlossen, dass es Wurscht ist, warum ich bin wie ich bin, sondern ich wollte herausfinden was ich bin und was ich sein möchte. Ich bin dann wegen einer ganz anderen, traurigen Geschichte zu einer Psychiaterin gegangen. Da ging es natürlich auch viel um Mutter, aber ich konnte mal frei von der Seele reden. Ich war mir nicht sicher, bin ich TS, TV oder durchgeknallt. Ich wollte es einfach nur herausfinden, egal was das Ergebnis ist.
Nun irgendwann wurde mir klar, ich bin Teilzeitfrau, den Begriff mag ich einfach. Ich verwandle mich gerne zu Martina, kehre aber auch gerne zurück. Mit der Erkenntnis kann ich nun wunderbar leben.
Zu Psychiater/Psychologe: Wenn man da hin geht mit der Erwartung, die heilen mich, wird man bitter enttäuscht. Die können sehr gut zuhören, man kann sich alles von der Seele reden und bekommt kleine Tips, die manchmal helfen können. Letztendlich muss man sich aber selber helfen, halt mit etwas Anleitung. Bei mir fokussierte sich am Ende zu viel auf Mutter, das war mir dann zu viel. Mama ist nicht an allem Schuld und ich habe das dann abgebrochen. Geholfen hat es mir aber trotzdem. Ich habe auch nicht den erst besten Psychiater genommen, man kann auch wechseln.
Gespräche mit "Schwestern", Therapie und viel Nachdenken hat mich auf den richtigen Weg gebracht. Es hat lange gedauert, aber es gab ein Ergebnis.
Du hast zusätzlich noch ein gutes Forum, mit all seinen Möglichkeiten. Per PN kann man die eine oder Andere kennen lernen und das Gespräch (fon) suchen. Es gibt hier weit aus mehr als nur "Was tragt ihr heute..." Die ernsten Themen sind einfach nicht so frequentiert und landen daher in der Hitliste weit unten. Sie sind aber da und auch gut.
Ich wünsche Dir, dass Du deinen Weg finden wirst und dich mit Spaß in dein vielleicht neues Leben stürzt.
LG Tina
Wo kommen wir denn da hin, wenn Niemand ginge um zu sehen wohin man käme wenn man ginge.
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Nicole Fritz
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Re: Zweiter Teil meiner Vorstellung
Hallo Tina,
Dein Beitrag macht mir Mut. Den Begriff "Teilzeitfrau" finde ich gut. Ist es wirklich wichtig zu wissen, ob TV, TS, Fetisch oder sonst irgend etwas? Bei Mama sehe ich da mehr eine Ursache als eine Schuld - sie wusste wohl selbst nicht, wo sie hin gehörte. Ich muss aber heraus finden, wo ich stehe und wie es weiter gehen soll. Und da hast Du mir ein klein wenig weiter geholfen. Danke.
LG Nicole
Dein Beitrag macht mir Mut. Den Begriff "Teilzeitfrau" finde ich gut. Ist es wirklich wichtig zu wissen, ob TV, TS, Fetisch oder sonst irgend etwas? Bei Mama sehe ich da mehr eine Ursache als eine Schuld - sie wusste wohl selbst nicht, wo sie hin gehörte. Ich muss aber heraus finden, wo ich stehe und wie es weiter gehen soll. Und da hast Du mir ein klein wenig weiter geholfen. Danke.
LG Nicole