Neuer Job
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Vincent
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Neuer Job

Post 1 im Thema

Beitrag von Vincent »

Hallo Zusammen!
Irgendwie bin ich bisschen ratlos, und weis nicht so recht, was ich tun soll, kann und will.
Mir ist vor einem Monat eine Stellenanzeige untergekommen, die ich hoch interessant fand und ohne wirklich auf Jobsuche zu sein, habe ich mich einfach mal beworben.
Nach einem etwas skurrilen Vorstellungsgespräch von gerade mal 45 Minuten hatte ich die Zusage und werde im Oktober in Teilzeit starten.

Jetzt stelle ich mir die Frage, wie werde ich mich geben wenn ich den Job antrete, in optischer Hinsicht.
Da schlagen mehrere Herzen in meiner Brust, zum einen finde ich den Job spannend und er bietet auch eine gewisse Sicherheit gegenüber meinem derzeitigen Einkommensquellensammelsurium, meine Freiheit und meine Persönlichkeit möchte ich aber nicht aufgeben, zumindest nicht ganz.

Einen Job in dem ich immer den angepassten Standardmann spielen muss brauche ich nicht, er stellt für mich keinen Gewinn dar.
Weiter wie bisher, mal mit Nagellack, in Leggings oder auch mal im Kleid halte ich für unrealistisch, da ich Kundenkontakt haben werde.
Früher hätte ich gesagt, unauffällig anfangen und langsam mal testen was geht – dabei habe ich aber oft die Erfahrung machen müssen, dass es schwieriger ist, aus seiner Schiene herauszukommen und das dann auch mit mehr Bemerkungen und Kritik bedacht wird, als wenn man sich von vorneherein anders, ehrlich, darstellt. Allerdings tun sich, gefühlt für mich, die meisten Menschen noch schwerer mit dem Spektrum zwischen den Geschlechtern, als mit Trans*.

Ich denke darüber nach, was geht, bemerkt und doch in der Regel toleriert wird? Dezenter Nagellack, sehr dezentes Makeup (kann ich nur leider nicht) oder…

Und auch über die Variante für den ersten Arbeitstag, eleganter Lederrock weißes Hemd und sonst ganz Mann habe ich schon nachgedacht. Was kann passieren? Der Job endet 14 Tage später, oder es kommt eine klare Ansage, dass das so nicht gewünscht ist oder …oder es ist von vorneherein damit geklärt, dass Vincent eben auch gelegentlich in Rock, Kleid oder sonstwie erscheint?
An meinen Damenstiefeletten mit deutlich Absatz beim Bewerbungsgespräch hat sich offensichtlich auch niemand ernsthaft gestört.

LG
Vincent
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Lisa-Weber
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Re: Neuer Job

Post 2 im Thema

Beitrag von Lisa-Weber »

Das ist so nicht einfach zu beantworten.
Meines Erachtens war der erste Fehler schon beim Bewerbungsgespräch.
Hier hättest du Fakten schaffen müssen um es abzuklären.
Kundenkontakt ist nicht immer unproblematisch.
Hoffe du kommst da weiter.
Liebe Grüße Lisa
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Vincent (Sa 14. Sep 2019, 22:42)
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Liebe geben und offen sein für neues..

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Re: Neuer Job

Post 3 im Thema

Beitrag von Helga »

Hallo Vincent,
ea kommt sicherlich auf die Branche an, bei Kreativen geht ein bisschen mehr, im Finanzwesen ein bisschen weniger. Bei Publikumsverkehr dürften aber alle Arbeitgeber schnell an die Grenze kommen, dass sie Kunden nicht "verschrecken" wollen.
Sieh es einfach so: Viele Berufsgruppen tragen Berufskleidung, ob Baumann, Kittel oder Anzug
/Kostüm und können ihre Persönlichkeit nicht in der Kleidung ausleben.
Die Variante mit Rock am ersten Arbeitstag solltest du vergessen wenn dir an dem Job etwas liegt. Besser vorsichtig antesten was geht.
Liebe Grüße
Helga
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Vincent (Sa 14. Sep 2019, 22:42)
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Meistens bin ich ein Mann.
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Re: Neuer Job

Post 4 im Thema

Beitrag von Christian »

Ich sehe das wie Lisa. Beim Vorstellungsgespräch bzw. bereits in der Bewerbung sich in der Männerrolle vorzustellen und dann am ersten Arbeitstag im Lederrock die Arbeit zu beginnen fänd ich auch etwas seltsam. Wäre auch seltsam sich im Anzug vorzustellen und dann am ersten Arbeitstag mit Jeans und Pulli anzutreten. Wenn zudem die Tätigkeit nicht nur dem Zeitvertreib dient, sondern eine wichtige Einkommenquelle darstellt, dann spricht doch nichts gegen ein Gespräch am ersten Tag. Also, ob die Arbeitgeberin bzw. -geber etwas gegen ein Erscheinen im Outfit XY hätte. Dann kann man immer noch am zweiten Arbeitstag im Wunschoutfit erscheinen.

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Re: Neuer Job

Post 5 im Thema

Beitrag von Anabelle »

Hallo Vincent,
das finde ich total mutig.
... hatte ich die Zusage ...
An meinen Damenstiefeletten mit deutlich Absatz beim Bewerbungsgespräch hat sich offensichtlich auch niemand ernsthaft gestört.
Da Du den Job ja schon hast und auch Deine Stiefeletten gezeigt hast, könntest Du ja mal nachhaken bzw. nochmal Klartext reden und fragen, ob sie
ein Problem mit mehr Damenkleidung haben. Zu verlieren hast Du ja offensichtlich nicht so viel, da Du ja bereit wärst Dich anzupassen. Zu gewinnen schon viel.
GLG, Anabelle :woman:
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Re: Neuer Job

Post 6 im Thema

Beitrag von Viktoria-TV »

Hallo,

ich denke, dass es für dich nicht zum Vorteil ist, wenn du am ersten Tag im Rock kommst. Auch von der Nachfrage, ob du künftig im Rock kommen kannst würde ich absehen. Denk bitte dran, dass du in der Probezeit bist und ohne Angabe von Gründen gekündigt werden kannst.

Sieh es einfach als Arbeitskleidung. Deine Stiefeletten sind im Bewerbungsgespräch wahrscheinlich nicht aufgefallen sind.

...es ist vielleicht nicht das, was du hören willst, aber etwas was durchaus möglich ist. Daher würde ich mich versuchen damit zu arrangieren, auch wenn es schwer fällt

LG
Viktoria
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Vincent (Sa 14. Sep 2019, 22:40)
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Re: Neuer Job

Post 7 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Ich hätte es auch während des Vorstellungsgespräch angesprochen, es sei denn das Du unbedingt auf diesen Job angewiesen bist....dann wäre es besser gewesen es zu verschweigen, denn vermutlich wäre das schon bei vielen Arbeitgebern, trotz angeblicher Toleranz, ein Ausschlusskriterium. Wie Viktoria schon richtig sagt, würde ich während der Probezeit die Füsse stillhalten. Am ersten Tag im Rock aufzukreuzen fände ich ziemlich daneben, da Du ja anscheinend beim Vorstellungsgespräch nix gesagt hast.

Liebe Grüße
Michelle
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Re: Neuer Job

Post 8 im Thema

Beitrag von Vincent »

Danke für Eure Antworten!

Ihr habt Recht, am besten wäre es gewesen, bereits beim Vorstellungsgespräch ein klares optisches Statement zu setzen, aber das ist jetzt zu einen vorbei, zum anderen hatte ich durchaus darüber nachgedacht.
Ich habe es verworfen, nicht, weil ich in Rücksicht auf Job und Chancen nicht wollte, sondern weil ich ratlos war, wie ich das "richtige Maß " umsetzen hätte können.

Als Frau zum Gespräch gehen, trotz der Unterlagen mit männlichem Namen, hätte funktionieren können, dann ist von vorneherein klar wie der Hase läuft - das ist aber nicht was ich bin und will.
Gewählt habe ich das Gegenteil, es trifft es aber auch nicht, nur bin ich darin seit Jahrzehnten routiniert.
Gesucht habe ich nach dem klaren job- und sozialverträglichem Statement, bei dem klar ist wer ich bin, ohne dass die Irritation zu groß wird und Fluchtreflexe auslöst. Einfach so ein bisschen weiblicher, androgyner.

Eigentlich stehe ich jetzt genau wieder vor der selben Problematik, wie beim Vorstellungsgespräch. Ich bin wohl zu ungeschickt und einfallslos, was das Dezente betrifft, in letzter Zeit habe ich wenig auf Zurückhaltung geachtet und meist getragen wonach mir war. Meine Garderobe gibt auch nicht viel her, für die Mitte: Herrenjeans, Hemden und T-Shirts auf der einen Seite, Röcke Kleider usw. auf der anderen.

Vielleicht kommt ja noch die Eingebung :roll:

LG
Vincent

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Re: Neuer Job

Post 9 im Thema

Beitrag von Helga »

Hallo Vincent,
einen Aspekt würde ich dir gerne noch mitgeben:
Zu Beginn des Beschäftigungsverhaeltnisses können Arbeitgeber und Kollegen dich noch nicht anhand deiner Leistungen beurteilen. Dadurch bekommen Äußerlichkeiten, unbedacht Sprüche und andere Faktoren, die eigentlich nichts mit dem Job zu tun haben, einen unangemessen hohen Stellenwert. Hast du dir eine Position erarbeitet, durch Leistung geglänzt oder dich gar unentbehrlich gemacht ist die Toleranzgrenze gegenüber "Marotten" deutlich höher, auch kannst du euren Kundenstamm besser einschätzen und beurteilen was möglich ist ohne der Firma zu schaden.
Lass dir die Zeit dich einzugewoehnen.
Liebe Grüße
Helga
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sbsr (Mo 16. Sep 2019, 11:33)
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Re: Neuer Job

Post 10 im Thema

Beitrag von Elizabeth »

Hallo Vincent,
ich kann mir eigentlich nicht vostellen, daß Deine Stiefeletten beim Vorstellungsgespräch unbemerkt geblieben sind -
die Personaler hätten ihren Job dann verfehlt.
auch wenn nicht 1:1 vergleichbar:
Lilijana hat die allmähliche Umstellung im Job mit Kundenkontakt ja auch geschafft - bis hin zum Outing.
Vielleicht kannst Du Dich daran teilweise orientieren.
Mit dem Rock würde ich auch bis mindestens nach der Probezeit warten-
vielleicht geht z.B. 'ne kleine Klappkreole links o.ä. ja schon eher - das ginge auch bei 'nem Kerl noch durch, hatte ein ehemaliger Kollege von mir auch.
LG Elly

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Re: Neuer Job

Post 11 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Vincent hat geschrieben:
Sa 14. Sep 2019, 22:38
Ihr habt Recht, am besten wäre es gewesen, bereits beim Vorstellungsgespräch ein klares optisches Statement zu setzen,
Das hätte zumindest für Klarheit gesorgt.
Es wäre jetzt ein leichtes zu sagen "dann spiel doch während der Arbeit den Mann und gut is", aber ich weiß ja selber wie schwer und teilweise erniedrigend das is.
Einen wirklich tollen Rat kann ich dir auch nicht geben, höchstens das du deinen neuen Kollegen möglichst dosiert beibringst das du ein ganz besonderer Mensch bist.

Ich wünsche dir viel Glück und viel Kraft dafür.
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Vincent (Mo 16. Sep 2019, 22:11) • Prinzessin Sara (Di 8. Okt 2019, 03:13)
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Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...

Vincent
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Re: Neuer Job

Post 12 im Thema

Beitrag von Vincent »

"Na toll!"
Das war heute morgen mein erster Gedanke bei der Vorstellungsrunde in der Zentrale meines neuen Arbeitgebers.

Von vorne:
Meinen Job habe ich am 1.10. brav in Hemd und Hose angetreten und gleich die Einladung für eine Einführungswoche in der Zentrale in Dortmund erhalten.
Gestern bin ich also brav im Rock nach Dortmund gefahren und habe mich, entgegen meiner Gewohnheit, vor der Ankunft im Hotel wieder als anständiger Mann verkleidet, da ich davon ausging, dass auch andere Kollegen dort residieren könnten.

Mit meiner Vermutung hatte ich Recht, trotz meiner Vorsicht kam eine Kollegin in der Firma direkt auf mich zu, und meinte, dass sie mich bei einem Rasthof gestern schon gesehen hätte - sie fand meinen Rock, mich, das Outfit so cool...

Während ein paar Herzrhythmusstörungen bedankte ich mich brav, versuchte das Thema zu beenden, bevor es noch andere mitbekamen und freute mich doch auch irgendwie.

Damit hatte ich nicht gerechnet, so war das nicht geplant und noch ist nicht offiziell - mal sehen was kommt.
Seltsame Zufälle gibt es :roll: , aber irgendwie fühle ich mich gut und andererseits schwebt schon wieder das Damoklesschwert der Ungewissheit über mir.
Irgendwie hasse ich mittlerweile das Versteckspiel, und denke schon wieder darüber nach ehrlich zu sein - ein bisschen raus ist es ja eh schon :?:
Mal sehen was der Rest der Woche so bringt.
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Elizabeth (Di 8. Okt 2019, 00:42) • Marie-Elle (Di 8. Okt 2019, 07:34)
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Re: Neuer Job

Post 13 im Thema

Beitrag von Elizabeth »

Die 1. Verbündete hast Du ja bereits!
Viel Glück!
LG Elly

Joe95
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Re: Neuer Job

Post 14 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Vincent hat geschrieben:
Mo 7. Okt 2019, 22:48
Damit hatte ich nicht gerechnet, so war das nicht geplant...
Du weißt doch, leben ist was passiert wenn du ganz was anderes geplant hast.
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Frieda (Di 8. Okt 2019, 08:56)
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Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

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Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...

Vicky_Rose
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Re: Neuer Job

Post 15 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose »

Vincent hat geschrieben:
Mo 7. Okt 2019, 22:48
Während ein paar Herzrhythmusstörungen bedankte ich mich brav,
Moin Vincent,

das kann ich mir gut vorstellen. Und ehrlich gesagt, ich musste schmunzeln... Mir ist zweimal etwas ähnliches im Büro passiert. Ich war nicht gerade souverän. Und was ist danach passiert ? Nichts, gar nichts.

Das Versteckspiel ist wirklich unangenehm. Ich bin der Meinung, dass das Outfit heute nicht mehr so sehr von Bedeutung ist, wie es früher einmal war. Ein Transmensch zu sein, wird zunehmend anerkannt. Aber das trifft leider im konkreten Einzelfall nicht immer zu. Deshalb würde ich mit folgende Fragen beantworten:

Wie wichtig ist es mir, en femme in der Firma aufzutreten ?

Brauche ich den Job existenziell ?

Ist mir der Job wichtig ?

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man eher seine Bedürfnisse leben und dafür mit den Konsequenzen leben soll. Aber es gibt Randbedingungen, in denen mir eine Abwägung sinnvoll erscheint. Ich denke, es ist heute mehr möglich als wir uns üblicherweise vorstellen. Ein offenes Wort hilft hier möglicherweise weiter. Eine andere Variante wäre, Dein weibliches Outfit in "gebremster Form" zu leben. Das könnte bedeuten, das Makeup, so Du es verwendest, auf Mascara und einen dezenten Lippenstift zu begrenzen und statt Lederrock einfach eine Damenjeans zu tragen. Das wird nicht "unentdeckt" bleiben und es ist eine Möglichkeit, Dein Umfeld an Dich zu gewöhnen. Du wirst merken, ob man Dich als Mitarbeiter schätzt und dann kannst Du immer noch den Rock auspacken. Wenn man Dich nicht schätzt, stellt sich die Frage, ob das die richtige Firma für Dich ist.
Folgende Benutzer bedankten sich bei AutorIn Vicky_Rose für den Beitrag:
Frieda (Di 8. Okt 2019, 08:57)
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Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.

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