Wohin von Südamerika nach Deutschland als Trans nach langer Zeit?
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LolAndrea
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Wohin von Südamerika nach Deutschland als Trans nach langer Zeit?

Post 1 im Thema

Beitrag von LolAndrea » Fr 29. Nov 2019, 14:37

huhhuuuu meine Lieben,
hab wieder mal ein Spezialthema und mich interessiert brennend welche Tipps ihr alle für mich habt?

Sitze gerade vor dem Laptop bei 35 Grad draussen in der Sonne so wie fast immer hier in Paraguay seit drei Jahren und muss volens nolens nach BRD zurück weil die Gesamtsituation sich für Trans Personen hier weiter verschlechtert gefährlicht durch die neue erzkonservative Regierung und einer atresierten Gesellschaft, die nur zwei Bio Geschlechter akzeptiert zur grossen Mehrheit. Es fühlt sich an wie Deutschland in den 60er Jahren obwohl ich da noch nicht lebte aber kann es mir so vorstellen mit der klassischen Rollenverteilung zwischen CIS Mann und CIS Frau sowie wenig Raum und Akzeptanz von LGBTIQ+ schon gar nicht in der Öffentlichkeit.
Suche also für nächstes Jahr eine tolerante aufgeschlossene liberale bunte deutsche Gross Stadt (ab 400.000 Einwohner) zum Leben mit einer aktiven LGBTIQ+ Gemeinde mit Veranstaltungen in der ich schnell Anschluss finden könnte und engagierte sowie warmherzige Trans mich in der Re Integration in der deutschen Gesellschaft ein Stück begleiten wollen und können! Bei der Ortswahl bin ich völlig flexibel von Hamburg München bis Freiburg im Westen und Leipzig im Osten!
Anforderungen zum Leben dieser Stadt:
- offene Sichtbarkeit als Trans Frau (auch im Mini Rock) bei Tag und Nacht ist akzeptiert und willkommen
- bezahlbarer Wohnraum im Zentrum sehr gerne auch Gemeinschaft in TLGBI community WG
- gute Infrastruktur auch nachts mit Bahn U-Bahn S-Bahn Bus
- Angebot an TLGBI Cafes oder Pubs
- keine AFD oder NPD Hochburg
- junge moderne Stadt mit Kulturangeboten (Kunst und Konzerte).

Bin sehr gespannt auf Eure Erfahrungen bin für jeden Tipp dankbar gerne auch Negativ-Tipps "no go areas"!
Das ist auch auch kein Witz Thema sondern entspricht den Tatsachen und ihr alle habt Erfahrungen weil ihr in Deutschland wohnt! Vielen lieben Dank! (PS: bin hier in Paraguay wegen dieser Homotransfobia schon 7 mal umgezogen innerhalb drei Jahre und suche jetz einen "Wohlfühl Ort in Deutschland)

Lisa-Weber
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Re: Wohin von Südamerika nach Deutschland als Trans nach langer Zeit?

Post 2 im Thema

Beitrag von Lisa-Weber » Fr 29. Nov 2019, 15:33

Naja das meiste wird an bezahlbaren Wohnraum scheitern....
Liebe geben und offen sein für neues..

Mirjam
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Re: Wohin von Südamerika nach Deutschland als Trans nach langer Zeit?

Post 3 im Thema

Beitrag von Mirjam » Fr 29. Nov 2019, 16:00

Hallo Andrea,

deine „Wunschliste“ liest sich so bissle wie die nach der eierlegenden Wollmilchsau-Stadt ;) Ich denke mal, irgendwo wirst du Abstriche machen müssen. Wo könnte das denn am ehesten sein?

LG, Mirjam

die sich in ihrer fränkischen Kleinstadt richtig wohl fühlt :)

Nobbi56
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Re: Wohin von Südamerika nach Deutschland als Trans nach langer Zeit?

Post 4 im Thema

Beitrag von Nobbi56 » Fr 29. Nov 2019, 16:10

Hallo LolAndrea,

ich fürchte, zu 100% wird keine deutsche (Groß-)Stadt Deine Kriterien erfüllen könne, aber ob es da überhaupt einen Ort auf dieser Welt gibt, der diesem Idealzustand vollumfänglich zu entsprechen vermag... :?:

Ich werbe hier einfach mal für "meine" Stadt Berlin, obwohl ich - allerdings aus anderen Gründen - auch ab und an mit ihr hadere (mir ist es hier schlicht zu voll geworden :lol: ). Aber ich denke, gerade gegenüber LSBTIQ gibt es hier doch recht viel Aufgeschlossenheit und Möglichkeiten, sich zu verwirklichen, und auch die Stadtverwaltung steht dem positiv gegenüber, s. z. B. https://www.berlin.de/sen/lads/ (Ich arbeite selbst für den Senat und kenne auch einige der dort tätigen Kollegen persönlich und weiß daher, dass sie sehr engagiert für LSBTIQ-Belange eintreten und aktiv sind).

Und hier noch einige Erfahrungsberichte von Berliner "Drag Queens", sicher nicht repräsentativ aber "pars pro toto", mit "Licht und Schatten" :https://www.tagesspiegel.de/gesellschaf ... 76596.html

Ich will nichts beschönigen: Eine absolute Garantie, dass Du als Trans-Frau mit - sagen wir: "betont weiblichem"" Outfit immer und überall ohne jeden Trouble unterwegs sein kannst, wird Dir niemand geben können. Aber ich denke mal, so eine Garantie wirst Du auch anderswo nicht - jedenfalls nicht ehrlich und belastbar - bekommen können. Leider gibt es hier wie überall immer noch den einen oder anderen engstirnigen Idioten, wie ja auch im verlinkten Artikel anschaulich geschildert. Aber wir sind hier um die 4 Millionen, von daher muss man auch die Relation sehen...

Ein großes Problem ist der Wohnungsmarkt, obwohl die Mieten in Berlin - immer noch - im Vergleich etwa zu München und einigen anderen dt. Metropolen rel. "human" sind. Nur leider fehlt es an bezahlbarem Wohnraum, aber auch das dürfte in Städten, die Deinen Anforderungen nur halbwegs entsprechen, kaum anders sein... :(

Auf jeden Fall wünsche ich Dir schon einmal ein "glückliches Händchen" bei deiner Entscheidung, viel Glück und einen tollen neuen Lebensabschnitt in D (wo am Ende auch immer :mrgreen: )

LG N.

edit: Nettes Foto im Girlie-Style, gefällt mir (ap)

Momo58
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Re: Wohin von Südamerika nach Deutschland als Trans nach langer Zeit?

Post 5 im Thema

Beitrag von Momo58 » Fr 29. Nov 2019, 16:40

Da muss ich dich vor deinem Schlaraffenland -Denken dringend warnen. In deutschen Großstädten gibt es zwar mehr Trans*Menschen, aber die Anfeindungen sind brutaler und gewalttätiger (aktuelles Beispiel Angriffe auf Transgender in München). In ländlichen Gebieten sind eher verbale Anfeindungen an der Tagesordnung. Ich selbst habe täglich mit Anfeindung durch einen Nazi zu tun, der bei uns im Haus wohnt. Ich könnte eine andere Eigentumswohnung kaufen, aber wenn bei den Besichtigungen eine Trans*Person sichtbar ist, kommen nur verlogene Ausreden. Ähnlich ist es auf dem Mietwohnungsmarkt. Wohnungsbaugenossenschaften müssen vorrangig Asylbewerber unterbringen. Da hast du unter Umständen mehrere Jahre Wartezeit.

Nazis sind zu 25 % fast überall etabliert. Einen Wohlfühlort kann ich dir nicht empfehlen. Ich mache mir derzeit eher Gedanken aufgrund der Transphobie Deutschland zu verlassen um nach Irland auszuwandern.

Auf dem Arbeitsmarkt sieht es auch nicht gut aus. Trans*Menschen bekommen auf fast alle Bewerbungen Absagen, die "natürlich nichts" mit Transsexualität zu tun haben.

Wir als Trans*Menschen sind sogar auf Anordnung der Bundesärztekammer vom Blutspenden ausgeschlossen, weil man davon ausgeht dass fast alle von uns durch angebliche Prostitution HIV-infiziert sind.

Auch im Schlaraffenland Deutschland Deutschland gibt es an allen Ecken Diskriminierung. Du musst hier mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz unter dem Arm herum laufen, sonst ist es wie ein Ertrinken in der Wüste.

Es gibt vereinzelt Selbsthilfegruppen, aber selbst die sind rar.

Ich könnte dir ja raten in die Schweiz zu gehen, aber dort sieht es nicht viel besser aus.

Tut mir leid, dich enttäuschen zu müssen.

Liebe Grüße aus der Trans-Hölle Deutschland.
Manuela
Die Vergangenheit ist meine Wurzel, der Stängel ist die Gegenwart, die Zukunft ist die Blüte

VanessaL
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Re: Wohin von Südamerika nach Deutschland als Trans nach langer Zeit?

Post 6 im Thema

Beitrag von VanessaL » Fr 29. Nov 2019, 17:54

LolAndrea hat geschrieben:
Fr 29. Nov 2019, 14:37
Anforderungen zum Leben dieser Stadt:
- offene Sichtbarkeit als Trans Frau (auch im Mini Rock) bei Tag und Nacht ist akzeptiert und willkommen
- bezahlbarer Wohnraum im Zentrum sehr gerne auch Gemeinschaft in TLGBI community WG
- gute Infrastruktur auch nachts mit Bahn U-Bahn S-Bahn Bus
- Angebot an TLGBI Cafes oder Pubs
- keine AFD oder NPD Hochburg
- junge moderne Stadt mit Kulturangeboten (Kunst und Konzerte).
Hallo,

ich habe ja schon in Deinem ersten Beitrag angemerkt, dass ich nicht ganz verstehe, was Du eigentlich in Deutschland möchtest, wenn Deine Einstellung zu Deinem "Heimatland" eher negativ behaftet ist. Und jetzt, da ich diesen (An)Forderungskatalog lese, stelle ich mir die Frage erneut, mit welche Vorstellungen Du eigentlich wieder herkommen möchtest.
Bezahlbarer Wohnraum ist relativ - was verstehst Du darunter? Was ist Dein Monatseinkommen, wie viel Geld steht Dir zur Verfügung? Eine kleine Einzimmerwohnung kostet etwa 600 Euro +/- (mal zur Orientierung) und liegt dann meist nicht im Zentrum. bei Zimmern in Was bist Du auch bei 400 Euro mittlerweile, soweit ich das gehört habe.
Was möchtest Du arbeiten/jobben? Womit Dein Geld verdienen. Danach richtet sich für die meisten Menschen in Deutschland die Wohnraumsuche und oft auch die örtliche Orientierung. Und was ist ein gute Infrastruktur für Dich? Nächtliche Bahnverbindungen im 15 Minutentakt oder Stündlich verkehrende Züge?. Ein Nachtbus alle 2 Stunden?
Ich glaube wir tuen uns etwas schwer Dir etwas zu raten, weil wir nicht genau erkennen können, wie Du eigentlich Dein Leben gestalten und verbringen möchtest. Alleine der erste Punkt ist in keiner Stadt Deutschlands erfüllbar. Wenn Du so leben möchtest (und ich kenne auch einige, die das so tun), dann brauchst Du eben auch ein entsprechendes Fell. Durchgängige Akzeptanz und Willkommensein, kannst Du auch hier nicht verlangen bzw. erwarten. aber möglich ist eben anderseits auch viel. Selbst in keinen Orten an der Bergstraße z.B.
Berlin, Hamburg, Köln könnten Orte sein, die Dir zusagen mögen. Das Rhein-Main-Gebiet ist für mich persönlich soweit OK, aber aber eben auch sehr begehrt und auch kulturell eher kommerziell orientiert. Darmstadt, Mainz, Wiesbaden vielleicht noch in der Region oder eben eine Studentenstadt wie Marburg, was Dir aber vermutlich zu klein sein würde. Freiburg scheint auch von meinem Eindruck her Ok zu sein, aber auf eine große Szene bin ich da auch nicht gestoßen.
Als TransFrau bist Du immer ein Leuchtturm in der Gesellschaft. Insbesondere, wenn's Dir wichtig ist, Dich auffällig und sexy zu kleiden. In Nürnberg findet z.B. 2 x im jahr das recht große Schlampenfest statt. Die Menschen dort sind sicherlich einiges gewohnt ... ob sie es deswegen mögen, glaube ich eigentlich nicht.
Tatsächlich würde ich Dir raten in einer Großstadt zu landen, wenn Du ein buntes Nachtleben und Action haben möchtest. Mit einer offenen Art findest Du dort sicher viele (oberflächliche?) Kontakte, die Dich aber vielleicht auch erst einmal wieder ankommen lassen. Wenn Du dann die Schnauze davon voll hast, kannst Du Dich eher in ruhigere Orte orientieren. Hier hatte mir Kiel und Bremen zum Beispiel sehr gut gefallen. Der Osten ist für mich generell eher grenzwertig, obwohl es gefühlt auch viele TransPersonen in diesem Teil Deutschlands gibt. Leipzig und Dresden mögen aber offene Städte sein und auch eine Möglichkeit etwas zu finden. Hier gibt es eher eine "schwarze" Szene und eine große jährliche Veranstaltung zu der es auch viele CD und TS zieht.

Vielleicht auch noch ein Hinweis zu Berlin (das mag aber auch für Hamburg und andere Städte gelten). Diese Stadt ist ein Schmelztiegel verschiedenster Menschen und Kulturen, auch Subkulturen. Es werden viele Räume "bereitgestellt" in denen sich Menschen bewegen und bewegen können. Die Vielfalt bietet aber eben auch Räum für radikale oder radikalisierte Menschen und natürlich auch Kriminalität. Das bedeutet, dass Du nie ganz vorhersehen kannst, wer und was dir begegnet. Für diese Orte bedarf es natürlich ein Gespür im Umgang mit Situationen und Menschen, sowie ein Wissen um Orte und das unterschiedliche Verhalten dort .... aber das wirst Du auch aus Südamerika im Prinzip kennen.

Einen Rat mag ich Dir nicht geben, aber vielleicht sind meine Hinweise eine kleine Orientierung für Dich.

Vanessa

!EmmiMarie!
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Re: Wohin von Südamerika nach Deutschland als Trans nach langer Zeit?

Post 7 im Thema

Beitrag von !EmmiMarie! » Fr 29. Nov 2019, 18:34

LolAndrea hat geschrieben:
Fr 29. Nov 2019, 14:37
- offene Sichtbarkeit als Trans Frau (auch im Mini Rock) bei Tag und Nacht ist akzeptiert und willkommen
- bezahlbarer Wohnraum im Zentrum sehr gerne auch Gemeinschaft in TLGBI community WG
- gute Infrastruktur auch nachts mit Bahn U-Bahn S-Bahn Bus
- Angebot an TLGBI Cafes oder Pubs
- keine AFD oder NPD Hochburg
- junge moderne Stadt mit Kulturangeboten (Kunst und Konzerte).
Tja, wie sagt man in Costa Rica "pura vida"

das wird wirklich schwer bis unmöglich alle deine Punkte zu erfüllen, liebe Andrea!

Ich kann aber sagen, es geht mir hier im Freiburger Umland sehr gut...
Zum einen leben wir da, wo Leute zum Urlaub hinkommen, zum anderen haben wir viele Sonnenstunden
und wenn es wirklich warm ist, merkt man schon das die Leute ein südliches Flair lieben.

Es gibt zum Beispiel das ZMF, das ist ein Musikfestival was über mehr als 2 Wochen geht und ich liebe
es, weil für jeden Musikgeschmack etwas dabei ist..Museumsnacht, Theater ist alles gegeben.
Aber Clubs-hmm naja, da war ich in Karlsruhe und Mannheim früher glücklicher..

Es gibt die Rosa Hilfe und TransAll, die hier und da mal Treffen veranstalten-zudem finde ich,
das Trans*Personen hier medizinisch gut versorgt sind.

Freiburg ist "Green City" aber Idioten findest du überall und ich würde Nachts Weingarten meiden.
Haslach ist der Stadtteil der gerade aufholt, aber dort sind dann die Mieten sehr rasant angestiegen.
Da wir gewisse Ansprüche an das Wohnen haben sind wir aufs Land gezogen-was wir da haben, würde
in der City locker 1500 Euro plus Nebenkosten im Monat kosten..bezahlbar ist hier sehr, sehr relativ.
Und bis du was findest kann es lange dauern..

nun, Vanessa hat Recht, du solltest deine Stadt erst wählen, wenn du weisst was und wo du arbeitest.
Vorher wird es zu schwer eine Entscheidung zu treffen.
Leider ist es so, das es über das Geld läuft, hast du keines ist das Leben nicht zu meistern..

unsere Tendenz ist ein Leben auf den Kanaren oder Madeira, aber solange die zündende Idee nicht
da ist, frier ich halt im Winter in Deutschland...

Alles Liebe Marie...
I´ve known the wind so cold, i´ve seen the darkest days, but now the winds i feel are only winds of change

Always be yourself, unless you can be a unicorn, then always be a unicorn

Ute2506
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Re: Wohin von Südamerika nach Deutschland als Trans nach langer Zeit?

Post 8 im Thema

Beitrag von Ute2506 » Fr 29. Nov 2019, 18:43

LolAndrea hat geschrieben:
Fr 29. Nov 2019, 14:37
huhhuuuu meine Lieben,
hab wieder mal ein Spezialthema und mich interessiert brennend welche Tipps ihr alle für mich habt?

Anforderungen zum Leben dieser Stadt:
- offene Sichtbarkeit als Trans Frau (auch im Mini Rock) bei Tag und Nacht ist akzeptiert und willkommen
Nicht in Stuttgart..
LolAndrea hat geschrieben:
Fr 29. Nov 2019, 14:37
- bezahlbarer Wohnraum im Zentrum sehr gerne auch Gemeinschaft in TLGBI community WG
..nicht in Stuttgart..
LolAndrea hat geschrieben:
Fr 29. Nov 2019, 14:37
- gute Infrastruktur auch nachts mit Bahn U-Bahn S-Bahn Bus
..nicht in Stuttgart..
LolAndrea hat geschrieben:
Fr 29. Nov 2019, 14:37
- Angebot an TLGBI Cafes oder Pubs
..nicht in Stuttgart..
LolAndrea hat geschrieben:
Fr 29. Nov 2019, 14:37
- keine AFD oder NPD Hochburg
..in Stuttgart erfüllt..
LolAndrea hat geschrieben:
Fr 29. Nov 2019, 14:37
- junge moderne Stadt mit Kulturangeboten (Kunst und Konzerte).
..nicht in Stuttgart...
sieht insgesamt schlecht aus, ausser du hast hier einen wirklich guten Job dann geht zumindest das mit dem Wohnraum. Hier kann man leicht 50% eines guten Einkommens an Miete loswerden.
Ich wünsch dir viel Erfolg..
LG,
Ute

Katrin
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Re: Wohin von Südamerika nach Deutschland als Trans nach langer Zeit?

Post 9 im Thema

Beitrag von Katrin » Fr 29. Nov 2019, 18:49

So in etwa wäre das wohl mit einem WG-Zimmer Kante* Neumarkt/Schaafenstraße in Köln denkbar, oder?

atb Katrin

*etwas weiter in Richtung Uni geht natürlich auch noch

LolAndrea
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Re: Wohin von Südamerika nach Deutschland als Trans nach langer Zeit?

Post 10 im Thema

Beitrag von LolAndrea » Fr 29. Nov 2019, 20:28

Lisa-Weber hat geschrieben:
Fr 29. Nov 2019, 15:33
Naja das meiste wird an bezahlbaren Wohnraum scheitern....
hallo Lisa meine Liebe, du wirst wohl recht haben. Kenne leider die aktuellen WG Preise nicht im Zentrum einer deutschen Gross Stadt (scharfes S hat meine Südamerika Tastatur nicht sorry). Und unabhängig vom Preis Lisa WO würdest du empfehlen? danach kann ich Preise recherchieren falls über Internet vom Ausland möglich. Kussi.

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Re: Wohin von Südamerika nach Deutschland als Trans nach langer Zeit?

Post 11 im Thema

Beitrag von LolAndrea » Fr 29. Nov 2019, 21:02

Mirjam hat geschrieben:
Fr 29. Nov 2019, 16:00
Hallo Andrea,

deine „Wunschliste“ liest sich so bissle wie die nach der eierlegenden Wollmilchsau-Stadt ;) Ich denke mal, irgendwo wirst du Abstriche machen müssen. Wo könnte das denn am ehesten sein?

LG, Mirjam

die sich in ihrer fränkischen Kleinstadt richtig wohl fühlt :)
hallo Mirjam wie gehts dir? Gute Frage echt! Dann könnte ich noch ehesten auf das Angebot an reicher Kultur und Konzerte verzichten. Weitere Verzichte sind nicht mögilch weil möchte mich wohl fühlen besonders in der Öffentlichkeit, die mich als "mittelalte" Trans Frau akzeptiert weil bin eben eindeutig als Trans erkennbar und werde mich bestimmt nicht zuhause verstecken udn habe das noch nie gemacht. Mal gelegentlich schiefe Blicke und Kopfschütteln von untoleranten conservadores stören mich nicht, das bin ich aus Paraguay bestens gewöhnt nur muss es friedlich bleiben und die grosse Mehrheit sollte aufgeschlossen sein und nicht ausgrenzen. Wie wäre Frankfurt Köln Berlin oder Hamburg? GLG.

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Re: Wohin von Südamerika nach Deutschland als Trans nach langer Zeit?

Post 12 im Thema

Beitrag von LolAndrea » Fr 29. Nov 2019, 21:24

hallooo an alle,
wow erst mal vielen lieben Dank für die Tipps! Grossartig! :-)
Vielleicht habe ich etwas missverständlich ausgedrückt ..... ich weiss schon das es in jeder Gross Stadt auf der Welt homotransfobe Menschen gibt, das lässt sich nicht voll ausschliessen! ABER es gibt bestimmt auch in Deutschland bestimmte Bezirke oder Viertel die eben sehr bunt und aufgeschlossen friedlich und tolerant sind, wo z.b. viele Szene Leute wohnen z.b. Musiker, Maler, Schauspieler und eben auch Trans Personen, Intersexuelle, no binarios etc....so lebe ich z.b. gerade im Microcentro von Asuncion der Hauptstadt Paraguays, das Microcentro hat eine Breite von ca. 20 cuadras (Wohn Quadrate) und Höhe von 12 cuadras in dieser Zone ist es "relativ" sicher für mich ausser nachts! Zumindest werd ich hier tagsüber nicht bedroht oder angefeindet auch mit betont femininer Kleidung, dieses Microcentro zu verlassen wäre aber schon gefährlich weil in den anderen barrios der Stadt die Stimmung überwiegend transfeindlich ist und nachts lebensgefährlich werden kann (feindlich gegenüber allem was der "Norm" und "Form" von zwei Bio Geshlechtern abweicht sowie homosexuelle Identität).
Suche auch wirklich nur ein WG Zimmer 5 x 5 Meter als Privatraum und alle anderen Räume sehr gerne gemeinschaftlich mit drei vier fünf Personen, bin sozial kompatibel und hatte nie Probleme mit WG Nachbarn! Wo der Preis liegt derzeit weiss ich nicht, aber vielleicht 500 Euro keine Ahnung war echt lange nicht mehr in Europa? Kussi.

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Re: Wohin von Südamerika nach Deutschland als Trans nach langer Zeit?

Post 13 im Thema

Beitrag von Lisa-Weber » Sa 30. Nov 2019, 01:24

Mit dem Preis liegst am unteren Niveau.
Aber da sollte man was finden.
Welche Großstadt ist eigentlich egal - da schenkt sich keine was.
Was die eine hat, hat die anderen nicht und umgekehrt.
Eher die Lage eine Frage.
Lisa
Liebe geben und offen sein für neues..

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Re: Wohin von Südamerika nach Deutschland als Trans nach langer Zeit?

Post 14 im Thema

Beitrag von LolAndrea » Sa 30. Nov 2019, 02:25

Ute2506 hat geschrieben:
Fr 29. Nov 2019, 18:43
LolAndrea hat geschrieben:
Fr 29. Nov 2019, 14:37
huhhuuuu meine Lieben,
hab wieder mal ein Spezialthema und mich interessiert brennend welche Tipps ihr alle für mich habt?

Anforderungen zum Leben dieser Stadt:
- offene Sichtbarkeit als Trans Frau (auch im Mini Rock) bei Tag und Nacht ist akzeptiert und willkommen
Nicht in Stuttgart..
LolAndrea hat geschrieben:
Fr 29. Nov 2019, 14:37
- bezahlbarer Wohnraum im Zentrum sehr gerne auch Gemeinschaft in TLGBI community WG
..nicht in Stuttgart..
LolAndrea hat geschrieben:
Fr 29. Nov 2019, 14:37
- gute Infrastruktur auch nachts mit Bahn U-Bahn S-Bahn Bus
..nicht in Stuttgart..
LolAndrea hat geschrieben:
Fr 29. Nov 2019, 14:37
- Angebot an TLGBI Cafes oder Pubs
..nicht in Stuttgart..
LolAndrea hat geschrieben:
Fr 29. Nov 2019, 14:37
- keine AFD oder NPD Hochburg
..in Stuttgart erfüllt..
LolAndrea hat geschrieben:
Fr 29. Nov 2019, 14:37
- junge moderne Stadt mit Kulturangeboten (Kunst und Konzerte).
..nicht in Stuttgart...
sieht insgesamt schlecht aus, ausser du hast hier einen wirklich guten Job dann geht zumindest das mit dem Wohnraum. Hier kann man leicht 50% eines guten Einkommens an Miete loswerden.
Ich wünsch dir viel Erfolg..
LG,
Ute
hallo Ute, danke dir für die klare und deutliche Antwort! Keine Fragen mehr zu Stuttgart! Super!!! :shock:

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Re: Wohin von Südamerika nach Deutschland als Trans nach langer Zeit?

Post 15 im Thema

Beitrag von LolAndrea » Sa 30. Nov 2019, 03:57

Momo58 hat geschrieben:
Fr 29. Nov 2019, 16:40
Da muss ich dich vor deinem Schlaraffenland -Denken dringend warnen. In deutschen Großstädten gibt es zwar mehr Trans*Menschen, aber die Anfeindungen sind brutaler und gewalttätiger (aktuelles Beispiel Angriffe auf Transgender in München). In ländlichen Gebieten sind eher verbale Anfeindungen an der Tagesordnung. Ich selbst habe täglich mit Anfeindung durch einen Nazi zu tun, der bei uns im Haus wohnt. Ich könnte eine andere Eigentumswohnung kaufen, aber wenn bei den Besichtigungen eine Trans*Person sichtbar ist, kommen nur verlogene Ausreden. Ähnlich ist es auf dem Mietwohnungsmarkt. Wohnungsbaugenossenschaften müssen vorrangig Asylbewerber unterbringen. Da hast du unter Umständen mehrere Jahre Wartezeit.

Nazis sind zu 25 % fast überall etabliert. Einen Wohlfühlort kann ich dir nicht empfehlen. Ich mache mir derzeit eher Gedanken aufgrund der Transphobie Deutschland zu verlassen um nach Irland auszuwandern.

Auf dem Arbeitsmarkt sieht es auch nicht gut aus. Trans*Menschen bekommen auf fast alle Bewerbungen Absagen, die "natürlich nichts" mit Transsexualität zu tun haben.

Wir als Trans*Menschen sind sogar auf Anordnung der Bundesärztekammer vom Blutspenden ausgeschlossen, weil man davon ausgeht dass fast alle von uns durch angebliche Prostitution HIV-infiziert sind.

Auch im Schlaraffenland Deutschland Deutschland gibt es an allen Ecken Diskriminierung. Du musst hier mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz unter dem Arm herum laufen, sonst ist es wie ein Ertrinken in der Wüste.

Es gibt vereinzelt Selbsthilfegruppen, aber selbst die sind rar.

Ich könnte dir ja raten in die Schweiz zu gehen, aber dort sieht es nicht viel besser aus.

Tut mir leid, dich enttäuschen zu müssen.

Liebe Grüße aus der Trans-Hölle Deutschland.
Manuela
hallo Manuela, danke dir für die offene Antwort auch wenn es ernüchternd klingt! Schweiz schliesse ich sowieso aus, das war mir schon klar, auch wenn es dort ein Anti Diskriminierungs Gesetz gibt, kenn ich persönlich zu viele Schweizer die alle konservativ in Klischees und Vorurteilen denken. Homotransfobie und rechte Gesinnung sind Zwillings-Geschwister.... meine persönlichen Erfahrungen.... Aus Sicht einer Deutschen Trans Frau die in Paraguay lebt, ist Deutschland jedenfalls wesentlich sicherer und fortschrittlicher in der Gleichberechtigung und Menschenrechte insgesamt als hier und die Justiz funktioniert bei euch da drüben einigermassen gut! Könnte jetzt wieder meine Horror Erlebnisse berichten innerhalb der drei Jahre hier oder die Anzahl der transfemicidios der letzten Jahre aber es klänge wol seltsam bis unglaubwürdig deswegen verzichte ich auf Details der Diskriminierung und des Hasses was die Vorstellungskraft schnell sprengen kann. Das ist ja schrecklich mit dem Nazi in deinem Haus!!!! muahhh!!! Tut mir echt leid Manuela!!!! So ein schrecklicher Zufall kann immer passieren!
Wie geschrieben suche ich nur eine Stadt oder genauer formuliert ein Viertel in einer Gross Stadt mit toleranter bunter Gesellschaft um mich in einem "Mikro Kosmos" wohl zu fühlen" wie ich es hier schon gewohnt bin auf zwei mal zwei Kilometer Fläche im goldenen Käfig mit wenigen aber bunten LGBTI Kulturzentren! Super dann bin ich schon mal soweit dass es wohl nicht der Süden von Deutschland werden wird weder München noch Stuttgart! Que vive la diversidad Vielfalt statt Einfalt! (he)

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