nachdem ich mich kürzlich im Forum angemeldet habe und schon mal ein wenig über mich erzählt habe, möchte ich mich hier mal genauer vorstellen.
Mein Name ist Stefan und 47 Jahre alt (Baujahr 1967). Ich bin zu 100% biologisch und genetisch ein männliches Wesen und möchte es auch bleiben. Gut, ich habe keine Kristallkugel und kann nicht in die Zukunft schauen, was da noch mit mir passiert.
Aber ich kleide mich sehr gerne mit der Kleidung des anderen Geschlechtes. Seit ungefähr einem Jahr bezeichne ich mich als Crossdresser und lebe seitdem sehr gut damit. Vorher wusste ich nicht unbedingt, was ich für eine(r) bin. Ich bin im Moment heimlich für mich alleine unterwegs und überlege, wie ich mich am besten oute.
Meine Ehefrau und meine beiden Kinder wissen nichts von meiner Leidenschaft. Wobei ich glaube, dass meine Frau langsam etwas ahnt. Ab und zu macht sie Anspielungen. Auch ich lasse öfter mal Sätze los, wie z.B.: "Weck das Mädchen in Dir." Oder "Jeder ist zur Hälfte eine Frau."
Mein weibliches Outfit ist im Keller gelagert und auch nicht besonders versteckt. Von daher warte ich auf die Frage, was das denn für Sachen sind. Mal sehen, ob und wann es kommt.
Offiziell angefangen habe ich 1993, als ich mir bei C & A ein Paar dunkelblaue Ballerinas in meiner Schuhgröße 44 selber gekauft habe. Ich erinnere mich heute noch, wie aufgeregt ich damals war. Obendrein Hatte ich die mit EC Karte bezahlt. Da steht ja bekanntlich erweise der Name drauf. Der Blutdruck ging dann noch mal hoch, als die nette Verkäuferin die Tüte mit den Schuhen gab: "Bitte schön und viel Spaß damit Herr B." Dass es bei C & A damals Übergrößen Schuhe gab, wusste ich schon länger.
Die eigentliche Initialzündung für mein Crossdressen hatte ich schon früher. Es war Mitte der 80er Jahre, im Sommer. Meine Eltern waren im Urlaub. Ich passte mit meiner Freundin (heutige Ehefrau) auf das Haus auf. An einem Tag wollte ich die Post reinholen. Draußen regnete es. Ich hatte keine Schuhe in der Nähe. Nur ihre roten Ballerinas standen an der Tür. "Dann schlüpf doch kurz in meine Schuhe", sagte sie, "auch wenn sie etwas kleiner sind (Gr. 40), für die paar Meter reicht es."
Ich nahm das Angebot an und schlüpfte in ihre Schuhe. Für mich waren es eher Schlappen, aber vorne am Fuß sah es eigentlich ganz gut aus. Das Gefühl war auch irre, Damenschuhe an meinen Füßen. Aber ich brauchte halt noch bis "™93, ehe ich mich dazu durchringen konnte, wie oben geschrieben eigene Damenschuhe zu kaufen.
Ich hatte dann die Ballerinas. Das sah zur Jeans ganz gut aus, aber irgendwie wollte ich zumindest die Beine damenhafter haben. Also besorgte ich mir eine Strumpfhose. Da ich den Umgang mit Strumpfhosen nicht gewöhnt war, nahm ich zunächst eine Blickdichte dunkelblaue. Die kriegen nicht so schnell Laufmaschen und Löcher dachte ich. Ich zog die Strumpfhose an und dazu die Ballerinas. Als ich meine Beine dann so im Spiegel sah, realisierte ich zum ersten Mal, was ich eigentlich für schlanke Beine hatte. Jetzt einen Rock, dachte ich. Meine Frau hatte damals einige ihrer Kleidungsstücke für die Altkleidersammlung aussortiert. Ich durchsuchte die Tüte und fand zwei kurze Röcke mit Gummizugbund. Einen zog ich gleich an. Er ließ sich gut dehnen und passte wie angegossen. Genial. So ausgestattet war ich erstmal zufrieden.
So nach und nach kam das ein oder andere dazu. In erster Linie waren es Schuhe und Strumpfhosen. Von C & A kaufte ich noch einen weiteren Ballerina und Pumps versuchte ich auch. Die 90er Jahre waren jetzt nicht unbedingt das schmale Absatz Jahrzehnt. Ich konnte auf Blockabsätzen auf Anhieb gut laufen. Später kam noch ein Pumps mit Trichterabsatz dazu. Ender 90er Jahre las ich einen Artikel in der Zeitschrift Stern. Darin ging es im Allgemeinen um Menschen mit großen Schuhgrößen. Unter anderem waren in dem Artikel Kontaktadressen mehrerer Schuhhäuser mit Übergrößen, wie Schuh Kauffmann, Schuh Sauer, Marion Spath, Horsch, usw. Das war ja mal eine Erweiterung. Ich forderte mir von einigen die Prospekte, bzw. Kataloge an. Der erste Traumschuh war ein roter Pumps mit Pfennigabsatz von Schuh Kauffmann. Einfach nur Klasse.
Den einen oder anderen Rock bestellte ich mir bei den verschiedenen großen Versandhäusern. Zu den Röcken trug ich der Einfachheit halber meine normalen Sweatshirts. Zu der Zeit ging ich auch nicht groß nach draußen. Was ich alt gerne gemacht habe, ist auf Dienstreisen mein Outfit zu tragen, aber auch nur, wenn ich alleine mit dem Auto unterwegs war.
Ende der neunziger Jahre kaufte ich mir den ersten PC und bald darauf leistetet ich mir einen Internet Zugang. War das Klasse, das Angebot für die angehende Steffi wurde größer. Und dank Ebay konnte man auch günstig an Damenkleidung und Schuhe kommen. Bei Ebay fand ich dann auch meine erste Perücke. Damit traute ich mich dann auch, wenn auch zögerlich, mal einige Meter nach draußen.
Das Sortiment an Schuhen und Röcken wurde größer. So langsam begeisterte ich mich auch für Kleider. Als ich mich das erste Mal mit Kleid, Strumpfhose, Pumps und Perücke im Spiegel sah, habe ich mich fast selber nicht erkannt.
Irgendwann Anfang 2000 pachteten wir uns einen Kleingarten. Das war ein großer Schritt in Richtung sich nach draußen zu trauen. Ich packte mir ein paar Sachen in eine Tasche und fuhr abends in den Garten. Der Verein selber ist ziemlich klein und bei Dämmerungsbeginn ist fast keiner mehr da. Beste Voraussetzung, mal ein wenig auf Frau zu machen. Ich zog mich dann immer im Häuschen um. Zu der Zeit war ich ziemlich hin und her gerissen, ob das OK ist, was ich da mache. Ich nannte es Verkleiden und Verkleiden außerhalb von Karneval fand ich blöd. Eigentlich verkleide ich mich sowieso nicht gerne. Ich brauchte also eine andere Definition.
Irgendwann fand ich den Begriff Transgender, aber auch da war ich noch nicht von überzeugt. Als ich den Begriff Crossdresser fand und die Definition dazu, war mir klar, was ich eigentlich für eine(r) bin. Seitdem begrüße ich das süße Mädel im Spiegel mit "Hallo Steffi".
Ich habe von Natur aus mittelbraune Haare. Allerdings bekam ich ziemlich früh eine Platte. Die eigenen Haare taugten somit nicht zu einer Frisur, die man auch mal Damenhaft zurecht machen könnte, aber es gibt ja Perücken. Und so trägt Steffi auch braune Haare. Ab und zu trägt sie auch blonde Haare, dann nennt sie sich selber manchmal Sandra, das kommt eher seltener vor. Bald danach werden die blonden Haare wieder braun "getönt".
Auch rote Haare sind eine Spielweise von Steffi. Ganz selten auch mal schwarz. Dabei ist die Haarlänge ungefähr bis zum halben Rücken. In meiner Glanzzeit als jugendlicher Stefan gingen sie lediglich bis knapp über die Schulter. Also macht es Steffi umso mehr Spaß, so lange Haare zu haben.
In den letzten Jahren habe ich mein Outfit dann in der Oberbekleidung dann vervollständigt. D. h. ich trage dann auch Jacken und Mäntel, so dass ich zu jeder Jahreszeit raus kann. Der letzte Schritt, den ich gemacht habe zielte in Richtung Accessoires, sprich Mützen, Schals, Tücher. Was es mir diesen Winter angetan hat sind Mützen mit Fellbommel. Die langen Haare über die Schulter nach vorne geholt, und dann die Bommelmütze auf den Kopf. So traue ich mich dann auch nach draußen, wenn noch mehr auf den Straßen los ist. Der nächste Schritt ist der, dass ich mich auch am Tage raustraue und unter die Leute mische. Wobei ich schon einige lustige Begegnungen hatte. Dazu demnächst mehr.