Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?
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Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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sbsr
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Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 1 im Thema

Beitrag von sbsr » Fr 16. Jun 2017, 13:43

In meiner Vorstellung habe ich ja berichtet, dass meine Lebensgefährtin leider absolut intolerant ist, und ich meine bevorzugten Kleidungsstücke nur heimlich und versteckt tragen kann. Nun hat sich innerhalb nur eines Monats gleich zwei Mal etwas getan.

Wir hatten, ich weiß nicht mehr wie und warum, das Thema Schuhkauf. Nachdem ich mir bei einem großen Versandhandel, dessen Name mit Z beginnt, schon lange ein Paar Keilsneaker (mit verstecktem ziemlich breitem, nicht auf den ersten Blick erkennbaren Absatz) angesehen habe, konnte ich die Gelegenheit einfach nicht ungenutzt lassen. So ging ich mein Handy holen, die Internetseite war sowieso noch geöffnet, und hielt ihr das Foto unter die Nase. Zunächst war sie etwas verwirrt, so hatte sie doch gleich erkannt, dass es Damenschuhe sind, deshalb fragte sie ob ich die für mich möchte oder ob es ein Vorschlag für sie sei. Auf das Thema Damenschuhe bin ich nicht weiter eingegangen, sondern antwortete nur kurz und knapp "für mich". An der Stelle war das Gespräch dann auch wieder beendet. Ein paar Tage darauf habe ich mir ein Herz gefasst und die Sneaker bestellt. Nachdem das Paket angekommen war, habe ich den Karton mit halb geöffnetem Deckel im Flur stehen lassen, mir war klar sie würde hinein schauen. Irgendwann am Abend meinte sie, die Sneaker sehen echt gut aus. Zunächst war ich am Überlegen, ob ich es damit gut sein lassen soll, oder doch in die Offensive gehen. Dann dachte ich, raus damit, und meinte nur ob es denn stark auffalle, dass es Damenschuhe sind. In ihrer Vermutung bestätigt (sie mag es gern Recht zu haben) sagte sie nur, "ich habs doch gleich gewusst", mehr aber erstaunlicher Weise nicht. Ob sie auch den 6cm Absatz bemerkt hat weiß ich nicht, ich habe sie nicht explizit drauf hingewiesen, sie hat nichts darüber erwähnt.

So war nach langen Jahren endlich der erste Schritt getan, ich habe offiziell mein erstes Paar Damenschuhe ganz offen im Schrank stehen, und seitdem jedes mal wenn wir gemeinsam aus dem Haus sind natürlich auch an.

Nur wenige Tage später beklagte sie abends vor dem Fernseher ihr brüchigen Fingernägel. Da ich damit tatsächlich auch Probleme habe, bin ich direkt mit eingestiegen. Ein paar Tage später als sie von der Arbeit nach hause kam, packte sie einen farblosen Anti-Splitter-Lack aus und lackierte zuerst sich damit die Nägel. Was dann passierte ist mir immer noch etwas ungeheuer. Sie rief mich und lackierte mir nach kurzer Erläuterung ebenfalls die Fingernägel, ja, sie lackierte tatsächlich mir die Nägel. Seitdem habe ich also seit nunmehr zwei Tagen lackierte Fingernägel. Farblos zwar, aber doch deutlich glänzend.

Ich möchte nicht unken, aber vielleicht, vielleicht, kommt mit ganz ganz kleinen Schritten doch Bewegung in die Sache.
LG, Svenja

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 2 im Thema

Beitrag von Dwt-Lilo-SL » Fr 16. Jun 2017, 14:11

Hallo aus dem Hohen Norden,
Schön wie die Entwicklung mit diesem zwei kleinen Schritten vorangeht.
Aber verlange nicht sofort alles!!
Kleine Schritte , viele kleine Schritte, so habe ich es mit einer Nachbarin auch erlebt und heute trage ich offen meine Damen Sachen
vor ihr und auch mit Ihr, Sie zeigt mir Ihre Kleider und wir tauschen auch Klamotten aus.
Also nur Mut, und Schritt um Schritt auf eurem gemeinsamen weiteren Weg.
Seufzer gleiten die Seiten des Herbstes entlang,
Treffen mein Herz mit einem Schmerz dumpf und bang

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 3 im Thema

Beitrag von Dwt-Lilo-SL » Fr 16. Jun 2017, 15:10

ganz lieben Gruß von Lilo
sorry mir kam ein Telefonat dazwischen und habe versehentlich auf ABSENDEN
gedrückt

nochmals
lieben Gruß von Lilo
aus dem Hohen Norden
Seufzer gleiten die Seiten des Herbstes entlang,
Treffen mein Herz mit einem Schmerz dumpf und bang

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 4 im Thema

Beitrag von MichiWell » Sa 17. Jun 2017, 11:06

Hallo Svenja,

nach dem, was du schreibst scheint es doch gar nicht so schlimm zu sein. Du schreibst mit Verweis auf deine Vorstellung, dass deine Partnerin "absolut intolerant" sei. Ich weiß nicht, worauf du das beziehst. Zu der Fetischsache hast du dich nicht weiter geäußert. Meinst du das? Oder das Tragen weiblicher Kleidung? Da würde nicht sofort auf Intoleranz schließen, weil die Frage "Wirst Du jetzt schwul?!" kam. Genau diese Worte in einem sehr aggressiv-harschen Ton bekam ich auch vor vielen Jahren von meiner damaligen Frau zu hören, als ich auf ungeschickte Weise versuchte, ihr nahe zu bringen, dass ich gerne Feinstrumpfhosen tragen wollte.

Aber solch eine Reaktion ist zumeist erst mal nur Ausdruck großer Verunsicherung. Schließlich wurde sie damit überrascht, und hatte keine Gelegenheit, sich damit auseinanderzusetzen. Nach dem das Thema damal genau so schnell wieder beendet war, wie es begann, habe ich meiner Ex-Frau nach ein paar Tagen etwas frostiger Stimmung zwischen uns erklärt, dass mir die Feinstrumpfhosen einfach viel angenehmer auf der Haut sind als lange Unterhose, und letztere im Büro einfach viel zu warm sind, es aber draußen in der Werkhalle oder auf dem Weg doch schon ziemlich kalt ist. Also war die FSH ein "praktischer" Mittelweg.

Klar habe ich dabei großzügig weggelassen, dass ich noch aus andern Gründen lieber Strumpfhosen mag, dass ich mich damit weiblicher und so näher an meinem ICh fühle. Aber sie hat es akzeptiert, ich konnte FSH tragen, ohne mich zu verstecken. Sie wurden ganz normal mit gewaschen, beim gemeinsamen Einkauf habe ich mich wie selbstverständlich in der Feinsstrumpfabteilung bwegt und bedient (damals auch meine erste Wolford gekauft, zu einem super reduzierten Preis). Meine Ex hat mir auch ein paar neue FSH aus ihrem Bestand überlassen, und sogar mal überaschend eine FSH mitgebracht.

Weiter hat sich das damals nicht entwickelt, da ich selbst noch sehr unsicher im Bezug auf meine weiblichen Anteile war, und dann bahnte sich alsbald aus anderen Gründen eine Trennung an, die ich erst nach ein paar Jahren zu vollziehen bereit war.

Ok, jetzt hab ich recht viel darüber geschrieben. Aber ich hoffe, es wird klar, was ich damit aussagen wollte.

Ich wünsche dir Mut, Glück und Erfolge bei deiner weiteren Entwicklung zusammen mit deiner Partnerin. Das war für mich bei der nachfolgenden Partnerschaft auch das Schönste, dass ich mich nicht verstecken musste, es mit ihr zusammen genießen konnte, nicht zuletzt deswegen, weil ich von Anfang an mit offenen Karten gespielt hatte.


Liebe Grüße
Michi
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Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 5 im Thema

Beitrag von sbsr » So 18. Jun 2017, 15:42

Hallo Michi,

das ist jetzt der dritte Versuch, diesen Beitrag zu schreiben, aber ich fürchte ich habe immer noch nicht ganz die richtigen Worte. Egal, ich versuchs einfach mal.

Bei der Intoleranz meiner Partnerin geht es um das Tragen von Damenkleidung.

Am besten ich fange mit meiner grundsätzlichen Einschätzung an. Zunächst muss ich noch vorweg schicken, ich möchte hier keine Diskussion über "was ist Damenkleidung" anfangen, ich bezeichne damit das, was typischer Weise gesellschaftlich den Frauen zugeschrieben wird.

Crossdressing hat für mich verschiedene Stufen. Das beginnt mit der Kategorie, wo ich einfach keinen Unterschied zwischen Herren- und Damenbekleidung sehe, bestes Beispiel sind Strech-Jeans. Keine meiner Herren-Jeans passt mir so gut wie eine Damen-Strechjeans. Von außen ist eine schlichte Damen-Jeans ohne Verzierungen nicht von einer Herren-Jeans zu unterscheiden. Da war ich so frei, mir einfach eine im Geschäft zu kaufen, das Etikett raus zu schneiden, so erkennt niemand mehr, auch nicht meine Partnerin, dass sie für Damen gedacht war. Kein Thema.

Die zweite Kategorie sind Sachen, die mehr oder weniger erkennbar Damenbekleidung sind, für Herren jedenfalls tragbar. Dazu gehören meine neuen Sneaker. Auf den ersten Blick fällt es nicht auf, dass es Damenschuhe sind. Es ging mir dabei auch nicht darum, Damenschuhe zu haben, nur um Damenschuhe zu haben, sondern mir haben sie gut gefallen, vergleichbare Herrenschuhe habe ich nicht gefunden. Spätestens der Keilabsatz ordnet sie eigentlich der Damenabteilung zu, aber ich finde sie bequem und sie passen mir gut, deshalb sehe ich keine Grund, sie nicht zu tragen. So wie es sich neuerdings herausgestellt hat, hat meine Partnerin damit scheinbar auch kein Problem, wohl weil es sozusagen gerade noch Unisex-Optik ist.

Auf der dritten Stufe nun wird es kompliziert, hier beginnt auch die Intoleranz meiner Partnerin. Das sind die Stücke, die man ausschließlich in der Damenabteilung findet und die man auch eindeutig der Damenwelt zuordnet, die für Herren allenfalls bedingt tragbar wären, wie gesagt den gesellschaftlichen Standards zufolge. Hierzu zähle ich zum Beispiel Feinstrumpfhosen. Das ist sozusagen die Stufe, an der ich gerade arbeite. Versteckt unter der langen Hose sieht niemand, dass ich welche trage, meine Partnerin hat damit aber bereits Probleme, alleine mit dem Wissen ich würde welche tragen, weil ein Mann trägt keine Strumpfhosen.
Ein anderes Beispiel sind Bodys, da gab es mal ganz schlichte T-Shirt Bodys beim Discounter im Prospekt. Bei der Gelegenheit wollte ich auf die von Dir beschriebene Weise meiner Partnerin erklären, dass die praktisch für unterm Pullover wären, weil sie nicht aus der Hose rutschen. Aber auch das wurde sofort mit einem "geht gar nicht, nimm einen Gürtel" abgeschmettert. Alleine die Tatsache, dass auf der Verpackung "Damen" steht, oder eben dass es so etwas für Männer schlichtweg nicht gibt, ist für meine Parnerin Grund genug es mir abzusprechen, Zweckmäßigkeit hin oder her. Da nützen leider auch keine Argumente oder Erkärungen, ich habe es mehrfach versucht.
Bei dieser Kategorie geht es mir immer noch nicht explizit darum, Damenkleidung zu tragen, sondern einfach bequeme zweckmäßige Kleidung, die es aber halt leider nur für Damen gibt.

In der letzten Stufe kann ich die Intoleranz meiner Frau sogar in gewissen Maßen nachvollziehen, das sind dann die ganz offensichtlich weiblichen Kleidungsstücke, für es sozusagen auch keinen Grund gibt, warum sie ein Mann tragen sollte. Da sind wir dann eben bei Kleidern, Röcken, Pastelfarben, usw. Wie gesagt, darüber möchte ich hier keine Diskussion los brechen, auch ich würde liebend gerne Kleider tragen, weil ich sie einfach schön finde. Aber da ist die Gesellschaft halt einfach (noch) nicht so weit, deshalb könnte ich eine ablehnende Haltung meiner Partnerin auch verstehen, hier am Land wird halt sehr schnell getratscht.

Weiter geht für mich die Reise nicht, denn bei mir beschränkt sich das Thema tatsächlich auf Crossdressing, ich möchte keine Frau sein, ich bin und bleibe ein Mann.

Nun habe ich die Blickweise meiner Partnerin ja bereits oben einfließen lassen, trotzdem noch mal zusammengefasst und sozusagen als eigentliche Antwort auf Deinen Beitrag. Obwohl ich ihr meines Erachtens die Gründe bzw Vorteile sachlich erläutert habe, kann sie mich im Body oder in Strumpfhose, wohl gemerkt beides versteckt unter "normaler" Kleidung, gar nicht verkraften.
Umso überraschter war ich mit dem Nagellack, wenngleich auf Nagellacken nicht explizit Damen drauf steht, ist Nagellack für Männer doch größtenteils unüblich, weswegen ich ihre Offenheit in dieser Sache nicht wirklich nachvollziehen kann. Vermutlich weil er transparent ist und damit nicht gleich offensichtlich, aber das wiederum wären Strumpfhosen oder Bodys drunter auch nicht.

Ich verstehe was Du meinst und ich kann auch die Angst "Hilfe mein Mann trägt Damenkleidung" irgendwo verstehen. Allerdings habe ich es bislang nicht geschafft, mit ihr ein vernünftiges Gespräch darüber zu führen, sie blockt das jedes Mal sofort ab. Trotzdem gebe ich die Hoffnung nicht auf.
LG, Svenja

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 6 im Thema

Beitrag von Joe95 » So 18. Jun 2017, 16:15

sbsr hat geschrieben:
So 18. Jun 2017, 15:42
...Da nützen leider auch keine Argumente oder Erkärungen, ich habe es mehrfach versucht.
Bei dieser Kategorie geht es mir immer noch nicht explizit darum, Damenkleidung zu tragen, sondern einfach bequeme zweckmäßige Kleidung, die es aber halt leider nur für Damen gibt.
Hallo (irgendwo hab ich vllt. was verpasst, aber ich weiß jetzt nicht wie ich dich ansprechen soll)...

Vor langer Zeit hat mal jemand anhand der Bibel erklärt warum Männer Röcke tragen sollten/müssten (schon zu lange her, ich weiß das nicht mehr genauer).
Ich glaube nicht das ihn danach noch jemand ernst genommen hat, obwohl er es todernst meinte - oder gerade deswegen.
Was ich damit meine:
Was auch immer du zu dieser Kategorie erklären kannst, ich halte es für eine Ausrede und bin mir sicher das es deiner Frau genau so geht.
Wie soll deine Frau deine Kleidung akzeptieren wenn du selber nicht dazu stehen kannst?
Sag einfach "ich finds toll, ich will das!"
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 7 im Thema

Beitrag von sbsr » So 18. Jun 2017, 17:01

Joe95 hat geschrieben:
So 18. Jun 2017, 16:15
irgendwo hab ich vllt. was verpasst, aber ich weiß jetzt nicht wie ich dich ansprechen soll
Hm, eigentlich habe ich in der Signatur "LG, Svenja" stehen, aber da die Frage schon mal kam frage ich mich, ob die immer angezeigt wird? Ich schreibs in Zukunft am besten doch immer drunter.
Joe95 hat geschrieben:
So 18. Jun 2017, 16:15
Sag einfach "ich finds toll, ich will das!"
Wahrscheinlich hast Du damit absolut Recht, das Sneaker Beispiel zeigt das ja im Grunde. Auf der anderen Seite habe ich halt auch Angst davor, sie genau damit zu verschrecken.

LG, Svenja

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 8 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » So 18. Jun 2017, 17:08

Hey Svenja,

mal was anderes: Wie ist denn Deine Frau generell so? Also gibt / kleidet sie sich eher feminin oder ist sie eher der burschikose Typ? Sollte sie eher zur zweiten Kategorie gehören, kannst Du sie vielleicht mit ihren "eigenen Waffen schlagen".

Good luck
Michelle
bleib ich morgen früh liegen hab ich wenigstens das beste draus gemacht!

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 9 im Thema

Beitrag von Joe95 » So 18. Jun 2017, 17:13

sbsr hat geschrieben:
So 18. Jun 2017, 17:01
...

Hm, ...
Hallo Svenja,
ja, es steht in deiner Signatur.
Ich habs halt einfach übersehen.

Die Angst sie zu verschrecken wird wohl so lange bleiben bis du sie überwindest /also die Angst, nicht deine Frau...) - oder bis sie dich überwindet.
Leider weiß ich keinen anderen Weg, da setze ich die Hoffnung auf kompetentere Mitglieder dieses Forums.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 10 im Thema

Beitrag von sbsr » So 18. Jun 2017, 17:25

Michelle_Engelhardt hat geschrieben:
So 18. Jun 2017, 17:08
mal was anderes: Wie ist denn Deine Frau generell so? Also gibt / kleidet sie sich eher feminin oder ist sie eher der burschikose Typ?
Sie ist schon mehr der feminine Typ, also jetzt nicht übertrieben girly oder so, ich sag mal eigentlich ziemlich durchschnittlich. Meist irgendwo zwischen praktisch und ein wenig elegant gekleidet. Und sie liebt wie ich schöne Kleider.
Joe95 hat geschrieben:
So 18. Jun 2017, 17:13
Leider weiß ich keinen anderen Weg, da setze ich die Hoffnung auf kompetentere Mitglieder dieses Forums.
Ehrlich gesagt glaube ich auch nicht, dass hier jemand ein Patentrezept hat, immerhin kennt niemand von Euch meine Partnerin (denke ich zumindest, wie klein doch die Welt manchmal ist (moin) ) und weiß damit auch nicht, wie sie reagieren wird. Nicht mal ich weiß das. Mitunter deshalb habe ich dieses Thema im Bereich "Berichte" aufgemacht, ich wollte einfach nur meine Freude über den ersten kleinen Schritt mit Euch teilen. Für Ratschläge oder Erfahrungen bin ich natürlich trotzdem dankbar!
LG, Svenja

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 11 im Thema

Beitrag von MichiWell » So 18. Jun 2017, 22:59

Hallo Svenja,

danke für die ausführliche Antwort. Das mit dem "dritten Versuch" kann ich dir durchaus nachfühlen. Ich schreibe meine Beiträge oft mehrfach um, und texte auch an mehreren Stellen quasi gleichzeitig.

Ich denke, ich verstehe nun besser wo das Problem steckt. Aber wie du selbst schreibst, kennt hier wohl niemand deine Frau so gut, dass er/sie dir da konkrete Handlungsanleitungen geben kann. Doch ich denke, und da gehe ich einfach von mir aus, die allermeisten hier wollen ihre Vorschläge nicht als solche verstanden wissen. Ich versuche viel mehr, meine Erfahrungen und Gedanken beizusteuern, in der Hoffnung, dass du und andere sich daraus etwas mitnehmen können, und so vielleicht auf neue Ideen kommen.

Eines ist mir noch aufgefallen, auch wenn es jetzt nicht sooo viel ist: Falls deine Frau bezüglich des Nagellacks mal sagen sollte, dass man den ja gar nicht sieht, wäre das doch die argumentative Vorlage für das Tragen von Strumpfhosen und Bodys.

Vielleicht hilft es dir irgendwie weiter, wie ich anderen schon meine weibliche Seite erklärt habe, und warum ich mich gelegentlich komplett als Frau zurecht mache, gerade auch, weil ich dann immer Rock oder Kleid trage:

Es lässt sich ganz gut damit vergleichen, dass die meisten Frauen auch ab und zu mal das Bedürfnis haben, sich etwas mehr aufbrezeln, und sich dabei richtig gut fühlen.


Liebe Grüße
Michi
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 12 im Thema

Beitrag von sbsr » Mo 19. Jun 2017, 11:45

MichiWell hat geschrieben:
So 18. Jun 2017, 22:59
danke für die ausführliche Antwort.
Dir Michi, und natürlich auch allen anderen, Danke fürs Lesen!

Passend zum Thema ist auch das hier
https://www.crossdresser-forum.de/phpBB ... 2&start=30
interessant, bin gerade drüber gestolpert. Der Thread war mir bislang irgendwie entgangen.
LG, Svenja

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 13 im Thema

Beitrag von sbsr » Mo 26. Jun 2017, 12:29

Wie hier beschrieben habe ich inzwischen schön hochglanz lackierte Fingernägel. Meine Lebensgefährtin war leicht verwundert, weil ihr Anti-Splitter-Lack bei ihr nicht so starkt glänzt, war aber mit der Ausrede, ich hätte noch eine weitere Schicht drüber, zufrieden und stört sich wohl auch nicht weiter daran.

Eine weitere Gelegenheit ergab sich am Wochenende wiederum bei einem beiläufigen Gespräch bezüglich Weckzeit am nächsten Morgen. Sie meinte sie müsse etwas früher aufstehen, das Duschen wird dauern wegen Beine rasieren. Ich sagte darauf nur, das mache ich am Abend noch, schließlich wolle ich auch eine kurze Hose anziehen. Ihre Reaktion, ein weiteres Mal gänzlich unvorhersehbar, beinahe schon motivierend. Also Abends unter die Dusche, Beine rasiert, und weil ich schon mal dabei war die Arme auch gleich noch. Sie hat es direkt bemerkt, fehlt halt ein halbes Bärenfell, seither aber nicht weiter erwähnt.

Das macht doch zuversichtlich irgendwann die bislang unumstößliche Grenze "Damenbekleidung (für drunter)" doch noch zu knacken.
LG, Svenja

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 14 im Thema

Beitrag von Christian » Mo 26. Jun 2017, 15:02

Oder man nimmt sich noch einmal Zeit für ein Gespräch: "Hey, ich liebe Dich und und ich bin glücklich, dass... und weiß zu schätzen, dass Du... Wie geht es Dir dabei?" Da Du Dich - soweit ich gelesen habe - nicht öffentlich bekannt hast, bist Du der einzige Gesprächspartner für Deine Lebensgefährtin zu diesem Thema.

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 15 im Thema

Beitrag von sbsr » Fr 15. Sep 2017, 13:50

Veranlasst durch die Kommentare und Rückfragen in diesem Thema möchte ich hier ein wenig weiter ausführen, was in letzter Zeit so passiert ist.

Vor einer Weile gab es beim Discounter wieder Strech Jeans, allerdings Slim und femininer geschnitten, also Hüfte etwas weiter und nach unten enger. Fand ich ganz schick, war in 36 (28) erhältlich, also habe ich mir eine gekauft. Dabei ist mir aufgefallen, dass die kein Etikett hat, das man rausschneiden könnte, sondern die Angaben hinten innen in den Bund aufgedruckt sind, die sparen halt an allem. Also war klar, meine Frau wird es bemerken. Deshalb habe ich es ihr gleich gesagt und dabei direkt "gestanden", dass die andere auch schon eine Damenhose war.
MichiWell hat geschrieben:
Do 14. Sep 2017, 12:13
was sagt eigentlich deine Partnerin dazu? Ich meine mich zu erinnern, dass sie nicht sonderlich von weiblicher Kleidung an deinem Körper angetan war, auch nicht wusste, dass du gelegentlich welche trägst.
Sie hat es mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Auf der einen Seite war das "warum kaufst Du Damensachen", andererseits musste sie eingestehen, dass sie mir gut passt. An der Stelle muss ich nochmal anmerken, ich habe mir die Hosen nicht gekauft, weil es Damenhosen sind. Bei einer Taille von etwa 75cm und einem Hüftumfang von knapp 90cm ist es praktisch unmöglich, eine passende Hose zu bekommen, Jeans schon gar nicht. Alle Jeans, in die mein Hintern rein passt, sind mir am Bund meilenweit zu weit, oder sau teuer.

Dieses Problem schildere ich meiner Frau parktisch jedes Mal, wenn es ums Klamotten kaufen geht. So hat sie schluss endlich eingesehen, dass eine Damenjeans eine Alternative ist, und da es eine ganz schlichte ohne irgendwelche Verzierungen oder Applikationen ist, war das auch OK. Irgendwann hat sie gegenüber Arbeitskollegen, oder Verwandschaft, weiß nicht mehr genau, fallen lassen dass ich Damenhosen trage, mit dem Kommentar es wäre gemein, dass mir 36 locker passt und sie 42 braucht.

Es ist drei Wochen her, da kam ich auf die Idee für die Übergangszeit eine Sweatjacke haben zu wollen. Zum mal schnell drüber ziehen einfacher als Pullover. Also habe ich den Otto Katalog und diverse Onlineshops nach Sweatjacken durchsucht, wohl gemerkt in der Herrenabteilung, man kann also nicht sagen, ich hätte es nicht versucht. Nur haben alle eine Kapuze, was finde ich irgendwie Rapper mäßig aussieht, und/oder einen Gummizug am Bund, was ich nicht leiden kann, weil die ständig über den Hintern hoch aber nicht mehr runter rutschen. Letztlich fündig geworden bin ich bei Kik, in der Damenabteilung. Und da war der Punkt erreicht, an dem es mir echt egal war, wo ich mich auch nicht mehr vor mir selbst rechtfertigen musste. Mir passen und gefallen die Sachen, besser als alles was ich an Herrenmode finden konnte. Mit dieser Einstellung und zwei Fleecejacken bin ich nach Hause, Kommentar meiner Frau "kaufst Du jetzt nur noch Damensachen?!".
Simone 65 hat geschrieben:
Do 14. Sep 2017, 18:02
Svenja , du meinst Sie merkt nichts . Sie ist eine Frau , die merken das . Bestimmt .
Ganz sicher sogar merkt sie etwas, die Frage ist nur wie weit. Dass ich mittlerweile zwei Jeans, zwei Sweatjacken und ein Paar Sneaker habe, ist ja offiziell. Ob sie die Intention dahinter komplett verstanden hat, glaube ich nicht. Die Tage hat sie mir Daunenjacken (für Herren) im Prospekt gezeigt, ob ich eine haben will. Will ich nicht, habe ich schon. Darunter lag ein Aldi Prospekt, wo es diese Woche Regenmäntel gibt. Eine solchen wiederum hätte ich gerne, also habe ich kurz einen Blick drauf geworfen und gesehen, sind natürlich wieder nur für Damen. Meine Frau hat das prompt kommentiert, ach ja du schaust ja bei den Damensachen.

Mein Problem ist, dass ich leider überhaupt nicht schlagfertig bin. Bevor ich was blödes sage, sage ich lieber gar nichts, und genau das habe ich getan. Ich hätte sagen sollen, ja weil es das was mir gefällt mal wieder für Männer nicht gibt. Aber mal wieder ist mir die Situation davon gelaufen.

Alles was über Jeans und Jacke hinaus geht, also die Tatsache, dass ich gerne Kleider trage (besser gesagt gerne tragen würde) ahnt sie nicht denke ich. Dafür gibt es keine Anhaltspunkte und damit rechnet sie deshalb auch nicht.
LG, Svenja

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