Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn
Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn - # 5

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Olivia
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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 61 im Thema

Beitrag von Olivia »

conny hat geschrieben: Sa 18. Jul 2026, 20:56 Oder er wurde zurück getreten.
,,,dazu aus einer Pressemitteilung (Euronews): "Bundeskanzler Friedrich Merz hatte Jens Spahn kurz zuvor aufgefordert, sein Amt niederzulegen."
Marlene
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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 62 im Thema

Beitrag von Marlene »

Olivia hat geschrieben: So 19. Jul 2026, 06:28 "Bundeskanzler Friedrich Merz hatte Jens Spahn kurz zuvor aufgefordert, sein Amt niederzulegen."
Also alles wie bisher bei dem. Von alleine drauf kommen, schon aus moralischen Gründen? Nö ist nicht vorgesehen.
steffiSH
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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 63 im Thema

Beitrag von steffiSH »

conny hat geschrieben: Sa 18. Jul 2026, 20:56 Wer von sich behaupten kann, dass er nie persönliche Beziehungen zu seinem Vorteil genutzt hat, werfe den ersten Stein.
Wohin soll ich den Stein schmeißen ?
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Inga
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Jens Spahn Rücktritt: Mit Leihmutterschaft von Investmentstverlusten der Krankenkassen ablenken ?

Post 64 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo,

Wenn ich die Meldungen genau betrachte, ist Spahn nur vom Fraktionsvorsitz zurück getreten, sein Bundestagsmandat aber scheint er zu behalten. Ein bescheidener Rücktritt.

Weiter: Dieser Rücktritt mag für ihn sogar von Vorteil sein. Denn jetzt diskutiert alle Welt über sein Kind, seine Partnerschaft und seine Leihmutterschaft ( die ich ethisch und moralisch immer noch für sehr fragwürdig halte. Aber der ethisch-moralische Kompass ist ja auch bei anderen Leuten auf Abwege geraten)

Wichtiger erscheint mir aber: Keiner diskutiert über seine möglichen Verwicklungen in dem Immobilieninvestmentcrash in ca. 28 Krankenkassen mit einem Verlust von ca. 500 Millionen Euro, der am Wochenende auch in der Presse ist.

Eririnnern wir uns: Unter Spahn, der 2019 Gesundheitsminister war, hatten damals die Krankenkassen, hohe Rücklagen. Damals in der Niedrigzinsphase haben die Krankenkassen ein Teil der Rücklagen in riskante Immobilienfonds investiert, die sich heutzutage offensichtlich als Verlustbringer erweisen. Das ist auch in der vergangenen Woche bekannt geworden.

Die Verluste der Krankenkassen werden wahrscheinlich durch höhere Beiträge der Versicherten aufgefangen werden.

Gerade noch vor der Sommerpause wurde abgestimmt, einen Teil der Rentenbeiträge zukünftig am Kapitalmarkt anzusparen.
An den Absprachen zwischen den Fraktionren zur Neuordnung der Renten und deren Abssicherung war sicher auch der jetzt ehemalige Fraktionsvorsitzende Spahn beteiligt.
Allein schon von Amts wegen.

Erwartet uns die nächste "Spahn-Pleite" in den Sozialversicherungen zulasten der Bürger?

Und wer didkutiert über Merz, der allein von seiner beruflichen Karriere zur privaten Finanzwirtschaft eine Nähe hat?

Soweit meine bescheidenen Worte zum Sonntag

Liebe Grüße
Inga
edeka
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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 65 im Thema

Beitrag von edeka »

zur Sache Leihmutterschaft...
Susi T hat geschrieben: Sa 18. Jul 2026, 21:49 Ich glaube das ist zu einfach beim Thema Leihmutterschaft gedacht.
Es gibt z.b etliche Frauen die selber kein Kind austragen können Beispielhaft ca. 20.000 Frauen in Deutschland mit von Geburt nicht vollständig ausgeprägter Gebärmutter, aber Eierstöcken. Sie könnten selber die Eizellen spenden, die Männer den Sperma, aber selber austragen könnten sie nicht. Ausnahme wäre eine Gebärmutterspende...oder halt Leihmutterschaft.
dann zähle mal dazu, die fruchtbaren Frauen, die keinen geeigneten Partner haben, und die fruchtbaren oder unfruchtbaren Männer, die keine geeignete Partnerin haben. Dann kommst du noch auf viel höhere Zahlen.
Sollen die nun alle ein Grundrecht auf ein eigenes Kind (per Leihmutterschaft) bekommen ? Ich spitze mal zu - ich kann doch alles mögliche konsumieren, von Urlaubsreisen bis Auto, dann darf ich mir auch ein Kind kaufen. Das fände ich nicht gut.
Viele Menschen haben irgendwelche Einschränkungen oder Behinderungen, es ist gut, wenn es ihnen trotzdem gelingt, glücklich zu sein.
Adoption ist eine gute Alternative. Dass dabei nicht jeder "zum Zug kommt" ist auch klar.
(so) ich wünsche allen einen schönen Sonntag (so)
)))(: edeka
Zuletzt geändert von edeka am So 19. Jul 2026, 11:39, insgesamt 1-mal geändert.
Michi
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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 66 im Thema

Beitrag von Michi »

Olivia hat geschrieben: So 19. Jul 2026, 06:28 ,,,dazu aus einer Pressemitteilung (Euronews): "Bundeskanzler Friedrich Merz hatte Jens Spahn kurz zuvor aufgefordert, sein Amt niederzulegen."
Merz hat ihn aber auch nur aus taktischen Gründen dazu aufgefordert .. nicht etwa, weil er Spahns Verhalten für falsch hielt und es gegen die Linie geht, sondern wegen der öffentlichen Empörung, die so groß ist, dass er sich nicht mehr geraut hat, die weiter auszusitzen.

Appropos "aussitzen": Das wurde ja Frau Merkel oft vorgeworfen, dass sie Dinge ausgesessen hat. Tatsächlich ist das aber eine Grundeinstellung von Politikern .. vor allem konservativen und rechten .. keine Konsequenzen aus ihrem falschen Handeln ziehen zu wollen.
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 67 im Thema

Beitrag von conny »

Dass Eigendynamiken in bekannt gewordenen Affären ursprünglich geplantes Vorgehen (hier Präsidiumssitzung am Montag)
über den Haufen werfen, ist oft passiert.
Michi hat geschrieben: So 19. Jul 2026, 11:39 Tatsächlich ist das aber eine Grundeinstellung von Politikern .. vor allem konservativen und rechten .. keine Konsequenzen aus ihrem falschen Handeln ziehen zu wollen.
Woraus schließt Du, dass es vor allem Konservative betrifft? Gibt es dafür belastbare Statistiken?
btw: Manuela Schwesig hat das Thema mit der Klimastiftung erfolgreich ausgesessen und Olaf Scholz mit der Cum-Ex-/Warburg Bank-Affäre.
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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 68 im Thema

Beitrag von Lana »

Jaddy hat geschrieben: Sa 18. Jul 2026, 19:13Generell ist Leihmutterschaft, scheussliches Wort, sicherlich nicht so einfach, aber prinzipiell regelbar. Es gibt neben der rein kommerziellen die altruistische. Es könnten Rücktrittsrecht, Nichtkommerzialität und Kontaktrechte festgeschrieben werden, um Geldmacherei durch Dritte, Privilegien der Reichen und Ausnutzung von Notlagen einzudämmen. Für das Kindeswohl sind es letztlich die gleichen Fragen wie bei Adoptionen und die sind nichts wirklich neues. Ganz platt gesprochen, ist eine solche Leihmutterschaft ziemlich vergleichbar mit der Situation, wenn statt eines Schwangerschaftsabbruchs das Kind ausgetragen und dann zur Adoption freigegeben wird.

Von daher kann ich weder pauschale Ablehnung noch pauschale Zustimmung so wirklich nachvollziehen. Das Ding ist viel zu komplex für Ja oder Nein.
Finde ich nicht. Es gibt Leute, die sich professionell damit beschäftigen und zu einer eindeutigen Antwort kommen:
https://www.aerzteblatt.de/news/scharfe ... 2ff40cb88c

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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 69 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Lana hat geschrieben: So 19. Jul 2026, 18:28
Jaddy hat geschrieben: Sa 18. Jul 2026, 19:13Von daher kann ich weder pauschale Ablehnung noch pauschale Zustimmung so wirklich nachvollziehen. Das Ding ist viel zu komplex für Ja oder Nein.
Finde ich nicht. Es gibt Leute, die sich professionell damit beschäftigen und zu einer eindeutigen Antwort kommen: https://www.aerzteblatt.de/news/scharfe ... 2ff40cb88c
UN-Sonderberichterstatterin Reem Alsalem. Das ist die mit dem TERF-triefenden Brief bzgl SBGG an A.Baerbock, der vor Unfug nur so trotzte. Anyway, könnte hier ja anders sein. Mal schauen:

"weltweites Verbot aller Formen der Leihmutterschaft". Hm. Also über einige Formen brauchen wir da nicht zu diskutieren. Da sind wir uns einig: Leihmutterschaft basierend auf sozialen und ökonomischen Machtungleichgewichten. Leihmütter aus finanziell benachteiligten Verhältnissen(1). Hohes Risiko für Ausbeutung aufgrund massiver Ungleichgewicht. Keine echte Zustimmung, sondern durch Armut, Druck oder mangelnde Alternativen erzwungene Entscheidung.

Aber "alle Formen" umfasst zum Beispiel auch altruistische. Da gab es die Mutter, die für ihre Tochter (mit deren Eizelle in vitro befruchtet) wegen deren Krankheit das Kind austrug. Da gibt es ein Polykül in meiner Bubble, wo eine Frau, die einfach gerne schwanger ist (ja, ich hab das auch verwundert mit ihr besprochen) für ein cis/trans Paar (im gleichen Polykül) ein Kind austrägt. Wenn eine Person ungewollt schwanger ist, keine Abtreibung machen kann/will, sondern die zukünftigen Adoptionseltern schon voher aussucht, ist das Leihmutterschaft? Wird es erst durch Unterstützungszahlungen der zukünftigen Eltern dazu? Wo genau ist der Unterschied? Und so weiter. Den Gedanken und andere hab ich von hier. Die Person ist selbst betroffen, keine Kinder austragen zu können.

"Alle Formen" finde ich also etwas überzogen. Eine altruistiche Organspende (s. Steinmeier, Niere) wird bewundert, eine Schwangerschaft verteufelt?

"strukturell gewaltförmig" hängt eben stark von den tatsächlichen Strukturen ab, und die lassen sich mMn zumindest in funktionierenden Staaten regeln, prüfen und durchsetzen.

Bei den anderen Punkten musste ich ein bisschen säuerlich lachen. Physische und psychische Gesundheitsrisiken, erhöhten Rate von Frühgeburten (einmal vergleichen bitte mit IVF generell), medizinisch nicht indizierten Kaiserschnitten (gibt es generell zu viele: hier und hier Details), Komplikationen infolge hormoneller Vorbehandlungen sowie langfristigen körperlichen Folgeschäden (auch hier: Das hängt generell mit IVF zusammen).

Ganz wild wird es hier: "Psychische Belastungen wie postpartale Depressionen, Angststörungen und posttraumatische Belastungen seien ebenfalls verbreitet". Angesichts genereller Unterversorgung gerade finanziell und sozial benachteiligter Schwangerer vor und nach der Geburt sind das wirklich Krokodilstränen, genauso wie "erhöhtes Risiko für psychische Störungen bei betroffenen Kindern hin". Das ist der gleiche Mechanismus wie "trans Personen leiden (wegen Stigma und Diskriminierung) unter psychischem Druck". Har, har, har.

Also: Alles interessante und zum Teil valide Punkte, aber aus meiner Sicht keinesfalls stichhaltig für pauschale Verbote, sondern für sinnvolle Regeln und gute Versorgung.

Abgesehen davon, können auch Fachleute durchaus zu ganz anderen Urteilen kommen. Zum Beispiel der ehemalige Vorsitzende des deutschen Ethikrats in einem sehr lesenswerten Beitrag; https://www.spiegel.de/politik/deutschl ... 5dec2f3722 Er meint - als Theologe - am Ende augenzwinkernd, "brauchte nicht auch Gott die Leihmutter Maria, damit der Gottessohn Mensch wurde?"

Auf der Konferenz des deutschen Ethikrats zu moderner Fortpflanzungsmedizin (2014) wurden die Vorteile und ausgerechnet der Schutz der Schwangeren bei legaler Praktik betont; https://www.ethikrat.org/fileadmin/PDF- ... schaft.pdf Die Berichterstattende dort wird auf evangelisch.de dazu zitiert:
Wiesemann forderte, das Problem aus der Perspektive der Kinder zu betrachten. Alles müsse dafür getan werden, die beste Lösung für sie zu finden. Zugleich warnte sie vor einer Ausbeutung oder Versklavung von Leihmüttern. Mit einem simplen Verbot von Leihmutterschaffen befriedige man möglicherweise einen Teil der Öffentlichkeit, das löse aber die Komplexität des Problems nicht, sagte die Göttinger Wissenschaftlerin.

Wiesemann verwies auch auf die positiven Aspekte der Leihmutterschaft. Es sei schön, wenn Menschen mit Kindern leben wollten. Auch für die Kinderwünsche von homosexuellen Paaren müsse etwas getan werden. Sie sei aber selbst "ein wenig ratlos", wie man den vielen Problemen, die rund um das Thema Leihmutterschaft auftauchten, Herr werden könne, räumte Wiesemann ein.
Und zum Schluss noch die Recherche der wiss. Dienste des BuTags (PDF), der die bis dahin einzige Langzeitstudie (0-14 Jahre) zum Kindeswohl zitiert:
Die Befürchtung, die unter Zuhilfenahme reproduktionsmedizinischer Maßnahmen geborenen Kinder seien in besonderem Maße dem Risiko psychischer Probleme während der Pubertät ausgesetzt, hätte sich nach Angaben der Forscher nicht bestätigt. Unterschiede in Bezug auf Anpassung, Wohlbefinden und Selbstwertgefühl der Kinder seien im Vergleich zu den auf natürlichem Wege gezeugten und geborenen Kindern nicht festzustellen. Die Qualität der Mutter-Kind-Beziehung zwischen den Wunschmüttern und ihren von einer Leihmutter ausgetragenen Kindern sei als positiv zu bewerten. Soweit Unterschiede in der Qualität der Mutter-Kind-Beziehung – größere Akzeptanz durch die heranwachsenden Kinder, geringere Probleme innerhalb der Familie – festzustellen seien, übertreffe diejenige zwischen den Wunschmüttern und ihren von Leihmüttern geborenen Kindern die Qualität der Beziehung zwischen den Müttern und ihren Kindern, die aus einer Gameten-, insbesondere einer Eizellspende resultierten.

Es sei daher zu schlussfolgern, dass das Fehlen einer genetischen Verbindung zwischen Mutter und Kind eine weniger positive Mutter-Kind-Beziehung zur Folge haben könne, wohingegen das Fehlen einer Verbindung von Mutter und Kind durch die Schwangerschaft keine nachteiligen Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes habe.
Das ist also alles andere als eindeutig. Insbesondere auch das Wohl der Schwangeren und der Kinder. Ein wenig vergleichbar mit der Sexwork-Diskussion, wo Pauschalverbote nachweislich erstens nicht funktionieren, sondern zweitens die eigentlich Beteiligten wegen der Illegalität viel weniger Schutz und Hilfsmöglichkeiten haben, als in einem sinnvoll legalen System mit Unterstützung.

---

(1) das verdient schon ein bisschen mehr hinschauen. Gegenüber Leuten wie Spahn/Funke sind wir vermutlich alle "finanziell benachteiligt", aber nicht vergleichbar mit einer Person (hier oder im Ausland), die zB keine Ausbildungschance hatte, höchstens auf Mindestlohn oder Minijobs hoffen kann, sich die Wohnung & Lebensunterhalt nur knapp und einen Umzug schon gar nicht leisten kann, minimale Gesundheitsversorgung bekommt (Zuzahlungen?) und Altersarmut entgegen sieht.

Mal alles emotionale Framing bzgl Schwangerschaft, Geburt, "heilige Mutterschaft", etc beiseite gelassen, weil das eine reine Projektion unsererseits aus unserer privilegierten Lage wäre: Wenn diese Person zB als Hausangestellte ein Jahr bei Spahn/Funke arbeitet, ca Mindestlohn, sind das Brutto ~34.000€ in einem Jahr.

Mal aus der Lage dieser Person: 12 Monate sich im wesentlichen ums eigene Leben kümmern, vielleicht sogar fortbilden können, volle medizinische Versorgung - ja auch unangenehme - und am Ende das doppelte bis dreifache auf dem Konto? Ich kann mir gut vorstellen, dass durchaus einige die Leih-Schwangerschaft vorziehen, bzw das Einkommen mitnehmen würden.
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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 70 im Thema

Beitrag von Susi T »

Danke Jaddy für die Differenzierung,
Ich selber hab vor vielen Jahren mal ne Doku darüber gesehen, wo das ganze von verschiedenen Seiten beleuchtet wurde.
Natürlich kommt es dabei ganz genau drauf an wie es ausgestaltet ist.
In dem Beispiel ging es über kinderlose Ehepaare, weil die Frauen kein Baby selber zur Welt bringen könnten, wie bei MRKHS üblich und zum anderen über Leihmütter. Das ganze organisiert von einer Gemeinnützigen Organisation.
Die Leihmutter in dem Fall hatte selber einige Kinder, glaub 5 oder 6 und war Alleinerziehend. Sie finanzierte ihr Leben und das ihrer Kinder mit der hohen Finanziellen Leistung die sie für das Austragen bekam. Es war nicht das erste Kind was sie austrug und ihre Rechnung war recht einfach. Alle 2 Jahre ein Kind auszutragen trug dazu bei um diese Zeit versorgt zu sein und für später ein wenig Geld beiseite zu legen um von einem kleinen eigenen Geschäft zu träumen, was sie aufbauen wollte, wenn ihre eigene Kinder weitestgehend aus dem Haus sind und sie dazu Zeit hat. Die Medizinische Betreuung war all die Zeit gut geregelt und der Kontakt zu ihren weggeben Kindern auch. Trotzdem natürlich hat sie von den Trennungsschmerz geredet, der natürlich auch sie jedesmal traf. Das Wissen das es allen Kindern so gut geht war dabei elementar. Alternative wäre sowas wie die eigenen Kinder zur Adoption frei zu geben und/oder in der Sexyarbeit Geld zu verdienen.
Eine gute Versorgung von den Müttern die so etwas machen halte ich genauso für wichtig wie die Versorgung der Kinder.
Das das bei Adoption ähnlich sein sollte hat Jaddy gut ausgeführt.
Ich möchte dabei auf das Problem hinweisen das Adaptionseltern möglichst junge Kinder haben wollen, am liebsten Babys. Der Handel mit den Babys ist teilweise so Problematisch das den gebährenden Müttern von Mann oder sehr häufig von dem Vater der minderjährigen Mutter entrissen und für wenig Geld verscherbelt wird. Auch sowas gibt es, vor allem wenn dafür bezahlt wird und da hat die Mutter sogar oft gar nichts von.
Wer gegen Leihmutterschaft ist, aber alles im Adoptionsbereich abfeiert, sollte sich bitte damit genauer auseinandersetzen.
Ich selber habe viel Mist erlebt und außer dumme Sprüche ist da über Jahrzehnte nichts an Hilfe gekommen.
Umso erstaunlicher find ich das mir Heute Hilfe und Entschuldigung angeboten wird. Als Kind hab ich von der tollen Hilfe der Menschen/Erwachsenen/Mediziner verdammt wenig gesehen, ganz im Gegenteil. Das Patriarchat hat da super seinen Job gemacht.
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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 71 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Spiegel

Brosius-Gersdorf für Legalisierung von Leihmutterschaften
Ihre Wahl zur Richterin fürs Bundesverfassungsgericht scheiterte auch wegen Jens Spahn. Nun verteidigt Frauke Brosius-Gersdorf dessen Entscheidung für eine Leihmutter und fordert die Legalisierung des Modells in Deutschland.


https://www.spiegel.de/politik/jens-spa ... 6b8cf87ede
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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 72 im Thema

Beitrag von Lana »

Jaddy hat geschrieben: So 19. Jul 2026, 22:56 UN-Sonderberichterstatterin Reem Alsalem. Das ist die mit
So sehr ich deine Beiträge im allgemeinen schätze, so unangenehm fällt mir auf, dass du sie vermehrt damit einleitest, Personen, die anderer Meinung sind als du, ad hominem anzugehen, und damit deinen Beitrag zu framen, bevor du (wenn überhaupt) auf ihre Argumente eingehst. Das bezieht sich nicht direkt auf diesen Beitrag, aber es fällt mir immer mehr auf.
Das ist schlechter Stil und unangemessen, auch wenn es leider mehr und mehr um sich greift. Hast du das nötig?

Inhaltlich sind in deiner Antwort zu viele Bedingungen, die einfach nicht gegeben sind, um eine Leihmutterschaft einigermaßen unschädlich für alle Beteiligten abzuwickeln. Natürlich wirst du immer irgendwo anekdotische Referenzen finden, die alles recht unproblematisch erscheinen lassen. Mag im Einzelfall so sein. Je anonymer die Geschichte abläuft, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die leibliche Mutter und/oder das Kind benachteiligt und ihre Rechte nicht beachtet werden. Das ist genau wie bei Adoptionen auch.

Vielleicht verstehe ich dich hier ja falsch:
Jaddy hat geschrieben: So 19. Jul 2026, 22:56 Bei den anderen Punkten musste ich ein bisschen säuerlich lachen.
Das sind ernstzunehmende Probleme, die für Betroffene überhaupt nicht lustig sind. Dass du versuchst, dieses Leid damit zu relativieren, dass es diesen Menschen (deiner Meinung nach) ansonsten noch schlechter ginge, ist übergriffig und nimmt die Betroffenen nicht ernst.

Aber ja, ein im Grunde koloniales Ausbeutungsmuster funktioniert wohl nur so...

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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 73 im Thema

Beitrag von Joo »

Hallo Ihr,
das Problem, das ich mit der Leihmutterschaft habe ist, dass hier menschliches Leben erschaffen wird um als Ware gehandelt zu werden. Der gezeugte Mensch ist schon vor seiner Geburt fremdbestimmt. Auch wird der Mutter ihr elementares Rech auf ein Leben mit ihrem Kind genommen.
Eine solche Selbstherrlichkeit sollte sich kein anderer Mensch anmaßen dürfen. Ähnliches kenne ich eigentlich nur aus Gesellschaften ìn denen die Sklavenhaltung praktiziert wurde.
Ich weiß, das klingt jetzt sehr hart, aber die Würde des Menschen sollte geschützt bleiben, auch wenn einige Menschen glauben, dass man sie kaufen kann.

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Joo
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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 74 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Lana hat geschrieben: Mo 20. Jul 2026, 16:17 Vielleicht verstehe ich dich hier ja falsch:
Jaddy hat geschrieben: So 19. Jul 2026, 22:56 Bei den anderen Punkten musste ich ein bisschen säuerlich lachen.
Das sind ernstzunehmende Probleme, die für Betroffene überhaupt nicht lustig sind. Dass du versuchst, dieses Leid damit zu relativieren, dass es diesen Menschen (deiner Meinung nach) ansonsten noch schlechter ginge, ist übergriffig und nimmt die Betroffenen nicht ernst.
OK, das ist offenbar nicht deutlich geworden: Ich finde es ziemlich heuchlerisch, diese Probleme ausgerechnet bei der Leihmutterschaft besonders anzuführen, weil sie keinesfalls darauf begrenzt und schon gar nicht speziell dadurch verursacht werden. Alle Schwangerschaften sind deutliche physische und psychische Gesundheitsrisiken und die Betreuung der Schwangeren hängt auch hierzulande sehr stark vom finanziellen und sozialen Status ab. Sogar hierzulande auch von der Hautfarbe. Bei jeder IVF sind die Rate von Frühgeburten und Komplikationen durch die Hormon-Behandlung erhöht, egal ob innerhalb einer "anständigen Hetero-Ehe" oder wie auch immer. Seit Jahrzehnten werden aus nicht nachvollziehbaren Gründen - Kosten, Zeit, Betriebsplanung(1) - mehr Kaiserschnitte als med. nötig durchgeführt, mit allen Risiken. Und die angeführten portpartalen psychischen Probleme sind ebenfalls generell und zumindest meines Wissens bei Leihmüttern nicht signifikant erhöht - ausser aufgrund jener Umstände (Druck, Not), die ja eben unstreitig regulativ ausgeschlossen gehören. Aber wenn wir Druck und Not bei Schwangerschaften thematisieren wollen, holen wir bitte auch gleich das Thema Abtreibung und den Umgang mit ungewollt Schwangeren hier rein. Dieses Zwiedenken finde ich schon wirklich sehr übel.

Ausgerechnet wegen dieser allgemeinen, für alle Schwangerschaften geltenden Risiken Leihmutterschaft verbieten zu wollen, wäre also mehr ein "aus den Augen, aus dem Sinn", statt auf die Idee zu kommen, alle Schwangeren generell während, bei und nach der Geburt besser zu unterstützen. Egal wie viel Kohle sie haben, wo sie leben und weshalb sie ein Kind bekommen (haben). Kleiner Verweis auf die vielen Beiträge und Threads hier zu Geburtskliniken, Hebammen, usw.

---

(1) aus dem von mir verlinkten Artikel (Zeit, Nov.25): "Daten zeigen aber zumindest, dass an Wochenenden und Feiertagen in Deutschland weitaus weniger Kinder geboren werden als in der Woche. Und das liegt vor allem daran, dass an diesen Tagen weniger Kaiserschnitte gemacht werden. Man könnte auch sagen: Die Wahrscheinlichkeit, einen Kaiserschnitt zu bekommen, ist an Wochentagen höher als am Wochenende. Aus manchen Statistiken lässt sich sogar ablesen, dass die meisten Kaiserschnitte während der regulären Dienstzeit (zwischen 7 und 18 Uhr) durchgeführt werden. Das ist kaum verwunderlich, da die meisten Kaiserschnitte in Deutschland geplant sind: Ärzte und Eltern warten also nicht auf die Wehen, sondern vereinbaren einen Termin, an dem das Kind entbunden wird. Interessanterweise werden aber auch ungeplante Kaiserschnitte, die sich akut im Geburtsverlauf ergeben, häufiger tagsüber durchgeführt. Abou-Dakn erklärt das so: "Wenn man Chefarzt einer relativ kleinen Klinik ist und die Verantwortung trägt, kann es sein, dass man sich in bestimmten Situationen schneller zum Kaiserschnitt entschließt: Zum Beispiel, weil gerade alle notwendigen Personen noch anwesend sind und sie dann nicht nachts notfallmäßig einbestellt werden müssen.""
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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 75 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Joo hat geschrieben: Mo 20. Jul 2026, 16:57das Problem, das ich mit der Leihmutterschaft habe ist, dass hier menschliches Leben erschaffen wird um als Ware gehandelt zu werden. Der gezeugte Mensch ist schon vor seiner Geburt fremdbestimmt. Auch wird der Mutter ihr elementares Rech auf ein Leben mit ihrem Kind genommen.
Hm, den Ansatz verstehe ich, aber das Bild erscheint mir hier nicht vollständig.

Zum einen ist jedes Kind schon vor seiner Geburt fremdbestimmt durch seine Eltern. Es hatte (logischerweise) kein Mitspracherecht und bekommt das auch viele Jahre lang nicht, sondern ist seinen Eltern und der Umgebung ausgeliefert. Einzige Hilfe: Theoretisch für alle Kinder geltender Kinderschutz. Ob der im Einzelfall und in allen Milieus immer gut beobachtet und durchgesetzt wird... kann zumindest bezweifelt werden.

Zweitens werden willentlich durch Leihmutterschaft geborene Kinder eben wortwörtlich schon vorher gewollt. Von Menschen, die Geld, Zeit und Mühe aufwenden, weil (in den meisten Fällen) andere Wege zu einem "eigenen Kind"(1) nicht funktionieren. Ich sehe keine Spezifika, die einen Willen zum Kind bei Leihmutterschaft von anderen gewollten Schwangerschaften unterscheiden.

Drittens ist die Frage durchaus offen, ob die Leihmutter überhaupt mit dem Kind leben will, ob sie das Recht dazu hat/hätte, usw. Mir scheint da viel Projektion der Marke "Mutterglück" im Spiel zu sein. Selbst im Fall Spahn/Funke. Zitat: "In ihrer Nachricht schreiben Spahn und Funke laut „Bild“ zudem, das Kind sei in den USA „von einer wunderbaren Leihmutter“ geboren worden. Die Frau solle auch künftig Teil im Leben des Jungen bleiben." (Welt)

Die Würde der beteilgten Menschen, also Leihmutter, Kind, Wunschelter(n), wäre aus meiner Sicht am besten schützbar, wenn sie in keine Richtung gedrängt, be/verurteilt, sondern nach Kräften unterstützt werden. Wie gestern bzgl der Langzeitstudie zitiert, sind weder Kinder noch Mütter durch die Art der Schwangerschaft selbst beeinträchtigt, sondern eher dadurch, was andere daraus machen. Siehe Adoptionen, usw.


---

(1) Diese Formulierung ist so gängig, dass uns kaum auffällt, dass Kinder kein Eigentum sind. Auch in einer standard-hetero-Beziehung gezeugt und geborene nicht. Und dann schauen wir mal, wie viele Eltern ihren Kindern ihren Willen aufprägen, wie sie zu leben, sich zu kleiden und was sie zu glauben haben, was sie machen müssen und nicht machen dürfen, weil seine Eltern ein anderes Weltbild haben oder auf diverse Weise unzulänglich für speziell dieses Kind sind, usw. Wir brauchen gar nicht erst bis in die radikalen Elternrechts-Ecken zu gehen.
Zuletzt geändert von Jaddy am Mo 20. Jul 2026, 18:02, insgesamt 1-mal geändert.
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