Wir brauchen feste Geschlechter-Schubladen?!
Wir brauchen feste Geschlechter-Schubladen?!

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
Antworten
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 15355
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: Intersex-W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Membersuche/Plz: 24977
Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 984 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 7099 Mal
Gender:

Wir brauchen feste Geschlechter-Schubladen?!

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

jedenfalls gewinne ich den Eindruck, wenn ich einige Beiträge hier im Forum und an anderer Stelle lese.

Alle verteidigen "ihre Blase", in der sie leben und machen positive und negative Erfahrungen und das "sich diskriminiert fühlen" an den Grenzen ihrer Schubladen und am eigenen Horizont fest.
Ich eröffne einfach mal die Runde, damit wir an dieser Stelle darüber diskutieren können und damit vielleicht ein wenig vermeiden, andere Themen wie z.B. "Fragen von simi" vollkommen zu verwässern.
Dabei weiß ich, dass die unterschiedlichen Standpunkte wegen "der eigenen Schublade" immer wieder in den verschiedensten Diskussionen auftauchen werden; aber sie sollten nicht die Oberhand gewinnen.

Gruß
Anne-Mette
Folgende Benutzer bedankten sich bei AutorIn Anne-Mette für den Beitrag:
ExuserIn-2020-03-10 (Mo 2. Mär 2020, 18:56)
Bewertung: 1.61%

Jaddy
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1501
Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
Geschlecht: Enby
Pronomen: <Name> / en
Wohnort (Name): Bremen
Membersuche/Plz: 28000
Hat sich bedankt: 293 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 1752 Mal
Gender:

Re: Wir brauchen feste Geschlechter-Schubladen?!

Post 2 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Oh, da hatte ich heute gerade aus verschiedenen gegebenen Anlässen was gemerkt, das hier vielleicht passen könnte

Der fatale Wunsch nach Eindeutigkeit
Ambiguitätstoleranz Lernen, mit Mehrdeutigkeit zu leben
Soziologe Andreas Reckwitz - Plädoyer für eine Abkühlung öffentlicher Debatten
Folgende Benutzer bedankten sich bei AutorIn Jaddy für den Beitrag:
ExuserIn-2020-03-10 (Mo 2. Mär 2020, 18:56)
Bewertung: 1.61%

ExuserIn-2020-03-10
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 159
Registriert: So 30. Dez 2018, 12:16
Pronomen:
Membersuche/Plz: 710xx
Hat sich bedankt: 54 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 109 Mal

Re: Wir brauchen feste Geschlechter-Schubladen?!

Post 3 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-03-10 »

Hm, ja, vermutlich haben feste Schubladen das Leben der Urmenschen vereinfacht, sonst hätten wir sie nicht bis heute in uns drin und würden bei jeder Gelegenheit uns drauf einlassen. Jaddy hat ja schon ein paar Links zum Thema eingebracht, dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Gut, wir hier im Forum könnten ernsthaft drüber nachdenken ob wir bei jeder Gelegenheit auf unsere Emotionen hereinfallen möchten, oder ob ein kurzer Moment des Nachdenkens nicht besser wäre ;-)

LG,
Ute
Folgende Benutzer bedankten sich bei AutorIn ExuserIn-2020-03-10 für den Beitrag:
Petra Sofie (Mi 4. Mär 2020, 04:57)
Bewertung: 1.61%

Petra Sofie
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 244
Registriert: Di 3. Dez 2019, 06:51
Geschlecht: mzf
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Nähe Lübeck
Membersuche/Plz: 23
Hat sich bedankt: 107 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 163 Mal
Gender:

Re: Wir brauchen feste Geschlechter-Schubladen?!

Post 4 im Thema

Beitrag von Petra Sofie »

Da mir die Sozialisierung als Frau fehlt, ich das auch nicht verleugnen kann, werde ich immer mal wieder auffallen bzw. anecken. Da ich darum weiß, habe ich aufgehört mich als etwas Besonderes zu betrachten oder darzustellen. Der Widerstand der mir sonst entgegenschlägt wird automatisch zur Eigenproduktion, die mehr Schmerz erzeugt, als der kurzzeitige Verzicht auf eine Richtigstellung. Die Größe zu haben über die falsche Ansprache oder Eingruppierung hinwegzusehen sollte man haben, denn sie ist Gewinnbringender als die Bloßstellung meines Gegenübers vor Anderen. Ich möchte als Mensch respektiert werden so wie ich bin, nicht als Zugehörige einer Schubladenkomune, dessen Schulmeister die richtige Beschriftung permanent überwacht.

LG
Petra Sofie
Zuletzt geändert von Petra Sofie am Mo 2. Mär 2020, 19:08, insgesamt 1-mal geändert.
Folgende Benutzer bedankten sich bei AutorIn Petra Sofie für den Beitrag:
Ulrike-Marisa (Mo 2. Mär 2020, 19:02) • Carry (Di 3. Mär 2020, 10:04) • Kerstin (Di 3. Mär 2020, 12:33) • Anja (Di 3. Mär 2020, 13:51) • Inga (Mi 4. Mär 2020, 12:54)
Bewertung: 8.06%

Ulrike-Marisa
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2941
Registriert: Mo 21. Mai 2012, 13:58
Geschlecht: transsexuell
Pronomen: sie
Membersuche/Plz: 248**
Hat sich bedankt: 769 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 852 Mal
Gender:

Re: Wir brauchen feste Geschlechter-Schubladen?!

Post 5 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Nein, ich denke, dass wir keine festen Geschlechterschubläden brauchen. Jeder Mensch sollte für sich stehen und respektiert und geachtet werden können.
Das Leben ist so vielfältig... Schubladen können Ordnung schaffen, aber nicht alles passt immer so hinein, wie manch eine/r denkt oder es haben möchte.

Grüße, Ulrike-Marisa (moin)
Folgende Benutzer bedankten sich bei AutorIn Ulrike-Marisa für den Beitrag:
Laila-Sarah (Di 3. Mär 2020, 16:00) • MichiWell (Di 3. Mär 2020, 18:42)
Bewertung: 3.23%

Jaddy
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1501
Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
Geschlecht: Enby
Pronomen: <Name> / en
Wohnort (Name): Bremen
Membersuche/Plz: 28000
Hat sich bedankt: 293 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 1752 Mal
Gender:

Re: Wir brauchen feste Geschlechter-Schubladen?!

Post 6 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Wichtig sind aus meiner Sicht zwei Dinge: Erstens, dass jeder einzelne Mensch für sich eine passend empfundene Schublade findet, also (auch) die eigene Position in Relation zu anderen bestimmen kann. Das kann auch heissen, sich eine eigene, neue Schublade zu konstruieren. Zweitens, dass die Selbstverschubladung anderer akzeptiert wird, ohne ihnen ständig die eigenen Ansichten, Annahmen und Zuschreibungen aufzudrücken. Wenn das so gegeben ist, können diese Schubladen gerne fest sein :)
Folgende Benutzer bedankten sich bei AutorIn Jaddy für den Beitrag:
JaquelineL (Mo 2. Mär 2020, 20:01) • MichiWell (Di 3. Mär 2020, 01:18) • Laila-Sarah (Di 3. Mär 2020, 16:00) • Ulrike-Marisa (Di 3. Mär 2020, 22:46) • Ralf-Marlene (Mi 4. Mär 2020, 09:56) • gagalady (Fr 10. Apr 2020, 11:54)
Bewertung: 9.68%

Vicky_Rose
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2311
Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
Geschlecht: m und f
Pronomen:
Membersuche/Plz: Raum Karlsruhe
Hat sich bedankt: 345 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 1829 Mal

Re: Wir brauchen feste Geschlechter-Schubladen?!

Post 7 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose »

Für mich hägt es davon ab, was man unter Schublade versteht. Ist es eine feste Kategorie, also man gehört hinein oder nicht, oder sind es eher Orientierungen, die flexibel gehandhabt werden. Ich hatte es schon einmal geschrieben, dass Kategorisierungen für mich von übel sind. Nehmen wir die schubladen m/f. Sie erlauben keine Differenzierungen. Aber das Geschlecht besteht aus vielen Dimensionen. Körperliches, Genetisches, Hormonelles, Verhalten, Kleidung. Daraus lassen sich viele Kombinationen basteln. amit wird deutlich, dass es gar keine Unterteilung in zwei Schubladen geben kann, ohne an irgendwelchen Stellen gezwägt zu werden.

Man spricht ja auch gerne davon, dass Menschen von beiden Geschlechtern Antele haben. Wie soll das mit zwei strengen Schubladen funktionieren ? Geschlecht oder andere Schubladen sind als Orientierung und für die nonverbale Kommunikation sinnvoll und hilfreich. Als Eigruppierung sind sie es nicht mehr wirklich ...
My 2 cts
Folgende Benutzer bedankten sich bei AutorIn Vicky_Rose für den Beitrag:
Inga (Mi 4. Mär 2020, 12:56)
Bewertung: 1.61%
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.

Magdalena
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1469
Registriert: Di 4. Feb 2014, 10:17
Geschlecht: mehr Frau als Mann
Pronomen:
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 973 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 1028 Mal
Gender:

Re: Wir brauchen feste Geschlechter-Schubladen?!

Post 8 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo in die Runde,

ich stelle mir gerade ein Möbel vor, welches viele Schubladen in sich trägt. Würde nur eine Schublade daraus fehlen, wäre das Möbel nicht komplett.

Übertragen auf unsere Gesellschaft gesehen, meine ich, erst die verschiedenen Geschlechterschubladen zusammen bilden unser gemeinsames Ganzes. Die einzelnen Schubladen harmonisieren nur miteinander, und sind so aufeinander angewiesen. Der unterschiedliche Inhalt der Schubladen bildet zwar eine Abgrenzung, welche ich als nicht unverrückbar und somit überwindbar ansehen muss.

Mal wieder bildlich beschrieben, die Schublade mit den Stiften benötigt die Schublade mit dem Papier, aus dem ein geschriebener Text entstehen kann. Welcher dann in einer anderen Schublade seinen Platz findet. Es ist so etwas neues entstanden.

Viele Grüße Magdalena
Folgende Benutzer bedankten sich bei AutorIn Magdalena für den Beitrag:
Carry (Di 3. Mär 2020, 10:06) • Ulrike-Marisa (Mi 4. Mär 2020, 22:50)
Bewertung: 3.23%
Lebe jeden Tag.

Anja
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1802
Registriert: Di 26. Jan 2016, 09:45
Geschlecht: Bio-Frau naturalized
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Buchholz in der Nordheide
Membersuche/Plz: 21244
Hat sich bedankt: 2501 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 2554 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Wir brauchen feste Geschlechter-Schubladen?!

Post 9 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Jaddy hat geschrieben:
Mo 2. Mär 2020, 19:40
Wichtig sind aus meiner Sicht zwei Dinge: Erstens, dass jeder einzelne Mensch für sich eine passend empfundene Schublade findet, also (auch) die eigene Position in Relation zu anderen bestimmen kann. Das kann auch heissen, sich eine eigene, neue Schublade zu konstruieren. Zweitens, dass die Selbstverschubladung anderer akzeptiert wird, ohne ihnen ständig die eigenen Ansichten, Annahmen und Zuschreibungen aufzudrücken. Wenn das so gegeben ist, können diese Schubladen gerne fest sein
Jaddy hat geschrieben:
Mo 2. Mär 2020, 17:10
Anja, das reicht mir jetzt mit deinen ständigen binären Zuschreibungen mir gegenüber. Ich bin genauso nicht-binär, wie du weiblich bist. Oder nicht-männlich. Egal was du dir durch diese ständigen Klischeewiederholungen abholst, mach das mit anderen, wenn die das zulassen. Auf mich wirkt das genauso verletzend wie jede Misgenderung oder jedes Deadnaming dir gegenüber.
Oh ja gerne, ich hoffe allerdings, das ist dann aber keine Einbahnstraße? Genauso übergriffig empfinde ich das nämlich, wenn du mir meine Selbst-Zuweisungen absprechen möchtest. Ich bin verwirrt, du schreibst "Ich bin nich binär, genauso wie du weilbich bist"
Ich dachte, das gibt es garnicht? Wie oft hast du mir hier "erklärt" das man Geschlecht ja garnicht an irgend etwas festmachen könne? Und Gender, puh, das ist ja eh alles Blödsinn...
Weißt du, das es mich ebenfalls verletzt? Ich hingegen habe dir nie etwas abgesprochen, ich schrieb "Ich kann deine Non-Binäre Welt problemlos akzeptieren".
Andererseits greifst du ständig die binäre Welt an, zweifelst an der Sinnhaftigkeit von Geschlecht und Gender.
Also genau die zwei Fundamente, auf die sich hier fast sämtliche Mitglieder stützen. Wenn z.B. eine Teilzeitfrau einen Rollenwechsel vornimmt, worauf stützt sie sich dann, um das besondere Gefühl für die andere Seite zu bekommen?
Ich hab mich zu Anfang häufig gewundert, weil ich der Meinung war, das wegen solcher Aussagen ja eingentlich ein Aufschrei durchs Forum gehen müsste, da du eben durch das Anzweifeln eben dieser Fundamente fast allen ihre geschlechtliche Existenzgrundlage entziehst. Aber die Schreie blieben aus.
Ich wundere mich nun aber nicht mehr darüber, weil ich auf anderen (Um)Wegen erfahren habe, das ich mit meiner Meinung durchaus nicht alleine da stehe. Nur sich eben viele nicht (mehr) trauen, ihre Meinung hier öffentlich zu äußern.
Ich habe mich fast 40 Jahre lang mit meinem Geschlecht auseinandersetzen müssen, weil unterschwellig immer ein Gefühl da war, das irgendwas nicht stimmt.
Und seit ich als Frau lebe (Geschlecht) setze ich mich mit der sozialen Komponente auseinander (Gender). Und dann kommt jemand daher und sagt mir Geschlecht kann man garnicht definieren und Gender ist alles nur aufgesetzter Schwachsinn...
Spricht mir also meine Selbst-Zuweisungen ab. Und ist dann angezickt, wenn es die eigene Medizin schlucken soll.

Du definierst dich selbst als Nicht-Binär. Hab ich dir nicht abgesprochen. Ich habe lediglich geäußert das deine Herangehensweise an Simis Problem für mich ein typisches männliches Verhalten darstellt. Meine Beobachtung. Wenn du das auf deine ganze Persönlichkeit beziehen möchtest, bitte.
Du kannst wohl kaum vermeiden, das manche Verhaltensweisen eines Enbys durchaus Ähnlichkeiten mit der binären Welt aufweisen oder diese Wirkung eben auf andere haben.
Und wie etwas auf mich wirkt liegt bei mir, wenn mans genau nimmt, nicht mal das. Ich entscheide ja nicht wie etwas auf mich wirkt, das ist ja eine emotionale Ebene...

Hab ich jemals deine Nicht-Binäre Welt angegriffen? Nein. Und andersrum?
So lange du die Fundamente meiner Selbst-Zuschreibung, meiner Welt, torpedierst, so lange werde ich dagegen halten )))(:
Anne-Mette hat geschrieben:
Mo 2. Mär 2020, 17:18
Wir brauchen feste Geschlechter-Schubladen?!
Von mir ausgehend ein eindeutiges Ja!
Seit ich in diesem Forum bin, war ich in diversen Schubalden zu Hause. Wenn eine nicht mehr gepasst hat, hab ich mich auf die Suche nach einer passenden gemacht. Das ist doch ein Grundbedürfnis des Menschen, sich einer Gruppe zugehörig zu fühlen.
Einzelgänger hatten früher einfach kaum eine Chance zu überleben. Das Überleben konnte nur eine Gruppe sicherstellen, die Schwächen des Einzelnen ausgleichen konnte und Stärken zu bündeln wusste.
Sich von anderen (Gruppen) abzugrenzen verstärkt dieses Zugehörigkeitsgefühl noch. Ich denke das ist für die Entdeckung der eigenen Identität von fundamentaler Bedeutung.

Grüße
die Anja
Folgende Benutzer bedankten sich bei AutorIn Anja für den Beitrag:
Carry (Di 3. Mär 2020, 16:08) • Tatjana_59 (Di 3. Mär 2020, 18:30) • MaraE (Di 3. Mär 2020, 19:02) • Michaela M. (Di 3. Mär 2020, 23:28) • christina (Mi 4. Mär 2020, 17:20) • Sahara65 (So 8. Mär 2020, 11:58) • Sabrina Verena (So 8. Mär 2020, 14:18)
Bewertung: 11.29%
Reject external form that fails to express internal reality

Laila-Sarah
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2403
Registriert: Di 16. Jan 2018, 23:39
Geschlecht: Bigender
Pronomen: kontextuell bitte
Membersuche/Plz:
Hat sich bedankt: 1811 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 2291 Mal

Re: Wir brauchen feste Geschlechter-Schubladen?!

Post 10 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Magdalena hat geschrieben:
Mo 2. Mär 2020, 20:05
Hallo in die Runde,

ich stelle mir gerade ein Möbel vor, welches viele Schubladen in sich trägt. Würde nur eine Schublade daraus fehlen, wäre das Möbel nicht komplett.

Übertragen auf unsere Gesellschaft gesehen, meine ich, erst die verschiedenen Geschlechterschubladen zusammen bilden unser gemeinsames Ganzes. Die einzelnen Schubladen harmonisieren nur miteinander, und sind so aufeinander angewiesen. Der unterschiedliche Inhalt der Schubladen bildet zwar eine Abgrenzung, welche ich als nicht unverrückbar und somit überwindbar ansehen muss.

Mal wieder bildlich beschrieben, die Schublade mit den Stiften benötigt die Schublade mit dem Papier, aus dem ein geschriebener Text entstehen kann. Welcher dann in einer anderen Schublade seinen Platz findet. Es ist so etwas neues entstanden.

Viele Grüße Magdalena
Hallo Magdelena,

Schubladen sind ein menschliches Konstrukt. Wir haben ein assoziatives und abstrahierendes Gehirn, welches gerne mit Modellen der Realität arbeitet. Dabei abstrahieren wir Sachen und stellen übergeordnete Merkmale an denen fest. Wir denken dann, dass sie zusammengehören und packen sie in mentale Schubladen. Also begreifen -> zusammenhänge feststellen -> kategorisieren -> zusammenpacken = Ordnung & Struktur. Dann ferner entsteht daraus Gesellschaft und Kultur. Und sie sind sehr hilfreich aber auch eine Funktion der Zeit. Daher ändern sich Schubladen mit der Zeit und zwar genau dann, wenn sie dem Material was geordnet werden muss nicht mehr genügen. Also würden z.B. die Schubladen der Kreidezeit-Menschen unseres heutiges Modell der Realität nicht abdecken. Du kennst es bestimmt auch zu Hause: Irgendwann kommt irgendwas dazu, was eine neue Schublade braucht oder in mehrere Schubladen gleichzeitig passen würde, weil sie viele Merkmale gleichzeitig besitzt. Ich denke sich an alte, traditionelle Schubladen strickt zu klammern kann auch negative Effekte haben oder gesellschaftlichen Stagnation bedeuten. Gerade in unserer heutigen Zeit der Datenverarbeitung, Globalisierung und Diversifizierung entstehen immer neue Abstraktionen, Begriffe und Ordnungen und daraus neue Schubladen. An deiner zitierten Schilderung vermisse ich diesen Aspekt.Dann würde ich es unterschreiben :)

VlG
Folgende Benutzer bedankten sich bei AutorIn Laila-Sarah für den Beitrag:
Magdalena (Di 3. Mär 2020, 17:15) • Sabrina Verena (So 8. Mär 2020, 14:20)
Bewertung: 3.23%
The trick is to keep breathing

Lisa-Weber
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1877
Registriert: Fr 7. Jun 2019, 17:03
Geschlecht: weiblich
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): München
Membersuche/Plz: 81477
Hat sich bedankt: 1840 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 1364 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Wir brauchen feste Geschlechter-Schubladen?!

Post 11 im Thema

Beitrag von Lisa-Weber »

Gute Frage,
im Moment finde ich keinen Schublade in die ich mich verorten könnte.
Aber Fettnäpfchen die finde ich ständig.
Lisa
Folgende Benutzer bedankten sich bei AutorIn Lisa-Weber für den Beitrag:
Christiane (Mi 4. Mär 2020, 12:22)
Bewertung: 1.61%
Liebe geben und offen sein für neues..

Nicole Doll
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1917
Registriert: Mo 20. Mär 2017, 17:38
Geschlecht: Enby
Pronomen:
Membersuche/Plz: Simmern / Hunsrück
Hat sich bedankt: 1068 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 1168 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Wir brauchen feste Geschlechter-Schubladen?!

Post 12 im Thema

Beitrag von Nicole Doll »

Lisa-Weber hat geschrieben:
Di 3. Mär 2020, 16:42
im Moment finde ich keinen Schublade in die ich mich verorten könnte.
Aber Fettnäpfchen die finde ich ständig.
Wie jetzt? Im innersten der Seele doch ein Stück nicht-binär und nicht vollkommen eindeutig eine Frau? Das verstehe ich jetzt irgendwie nicht. :?

Und was die Fettnäpfchen angeht: Immer beherzt und selbstbewusst rein treten! (ki)

LG Nicole
Jeder glaube an was er will. - Also sprach Zarathustra.

Lisa-Weber
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1877
Registriert: Fr 7. Jun 2019, 17:03
Geschlecht: weiblich
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): München
Membersuche/Plz: 81477
Hat sich bedankt: 1840 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 1364 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Wir brauchen feste Geschlechter-Schubladen?!

Post 13 im Thema

Beitrag von Lisa-Weber »

Nicole Doll hat geschrieben:
Di 3. Mär 2020, 17:04
Wie jetzt? Im innersten der Seele doch ein Stück nicht-binär und nicht vollkommen eindeutig eine Frau? Das verstehe ich jetzt irgendwie nicht.
Ich finde mich nirgend wieder - einfach verloren in der Traurigkeit
Lisa
Liebe geben und offen sein für neues..

ExuserIn-2020-03-10
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 159
Registriert: So 30. Dez 2018, 12:16
Pronomen:
Membersuche/Plz: 710xx
Hat sich bedankt: 54 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 109 Mal

Re: Wir brauchen feste Geschlechter-Schubladen?!

Post 14 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-03-10 »

Mit Schubladendenken ist nicht gemeint dass man für jeden einzelnen Menschen eine eigene Schublade konstruiert.

Schubladendenken war evolutionär nützlich weil es die unendliche Komplexität unserer Umwelt auf wenige, kommunizierbare, Kategorien eingrenzen konnte. Im Sinne von Kalt / Warm; Regnerisch / Trocken; Sonnig / Bewölkt. Hier wird schnell klar dass 2 Kategorien nicht die gesamte Spanne möglicher Zustände von kalt/warm abdecken können.
Aber nochmal, das sollen sie auch nicht. Kategorien (Schubladen) sind zur Vereinfachung gedacht, wobei es dem einen z.B. schon bei 22.1° kalt ist, dem anderen erst bei 19.7°. Diese Unterscheidung nützt aber im Alltag den wenigsten Menschen etwas. Und der Temperatur ist es im übrigen herzlich egal!

Genausowenig nützt es den wenigsten Menschen etwas wenn jetzt jeder anfängt sich als z.B. "37% männlich, 63% weiblich mit Hetero-Ausrichtung" zu definieren. Das ist den meisten Menschen herzlich egal, und nur Soziologen sehen darin evtl. einen Sinn wenn es drum geht die nächste Doktorarbeit zu planen.

Für uns ist es offensichtlich nicht egal wenn jetzt großzügig in 2 Kategorien Mann/Frau eingeteilt wird. Also könnten wir hier intern ja zumindest mal versuchen eine verfeinerte Darstellung zu erarbeiten anstatt schon wieder über das binäre System sich aufzuregen :-)

Laila-Sarah
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2403
Registriert: Di 16. Jan 2018, 23:39
Geschlecht: Bigender
Pronomen: kontextuell bitte
Membersuche/Plz:
Hat sich bedankt: 1811 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 2291 Mal

Re: Wir brauchen feste Geschlechter-Schubladen?!

Post 15 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Anja hat geschrieben:
Di 3. Mär 2020, 15:55
...
Jaddy hat geschrieben:
Mo 2. Mär 2020, 19:40
...
Hallo ihr beiden,

diese Streitereien zwischen euch beiden dauern schon ziemlich lange an und werden immer öffentlich und OT in irgendwelchen Fäden ausgetragen. Ich frage ob ihr beide vielleicht nicht einmal telefonieren und euch aussprechen könntet oder es per PN oder Forum-Chat klären könntet. Was hält ihr beide davon ?

VlG
The trick is to keep breathing

Antworten

Zurück zu „Crossdresser-und Transgender-Café“