denkt Ihr manchmal auch:"Was mache ich eigentlich da...?
denkt Ihr manchmal auch:"Was mache ich eigentlich da...? - # 2

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
Alicia
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Re: denkt Ihr manchmal auch:"Was mache ich eigentlich da...?

Post 16 im Thema

Beitrag von Alicia »

Vicky_Rose hat geschrieben: Di 10. Mär 2026, 07:15 Letztlich suggeriert das, wir müssten uns für eine Seite entscheiden, denn sonst wären wir nicht "richtig". Das wird mir aber nicht gerecht und es steckt nur in meinem Kopf. Es ist meine Wahrnehmung und meine Bewertung. Diese Perspektive wird zu meiner "Wahrheit". Sie lebt davon, dass ein Nicht-Mann eine Frau sein muss. DIeser scheinbare Gegensatz steckt in unserem Denken. Aber ist das wirklich so ? Kann es nicht andere Formen des eigenen Geschlechtsverständnis geben ? Wie sehr lasse ich mich durch Außenstehende beeinflussen ?
Hallo Vicky,

das kann ich im Grunde so auch unterschreiben. Wenn ich äußerlich im MM unterwegs bin und trotzdem ausschließlich Klammotten aus dem Damenregal und moderaten Schmuck trage, bin ich genauso ich selbst, als wenn ich aufgebrezelt mit Oberweite, Rock/Kleid und Farbe im Gesicht rumlaufe.
Und trotzdem macht es in mir einen Unterschied, denn speziell die Oberweite ist nun mal als sekundäres Geschlechtsteil ein typisches weibliches Alleinstellungsmerkmal. An der Stelle mache ich mir dann schon Gedanken, auch um die Akzeptanz der Massengesellschaft, die nun mal streng binär denkt. Komplett en femme unterwegs zu sein erfüllt mich derart mit innerer Zufriedenheit, dass ich gar nicht an das Ende dieser (kurzen) Phase denken mag. Der oben beschriebene Alltagslook ist nur ein kleiner Trost. Richtig niederschmetternd wird es, wenn gar keine Damenklamotten möglich sind.
Fazit: Nach außen hin bin ich Mann, innerlich Frau. Welchen Anteil ich aktuell zeige/zeigen kann mache ich von der Situation abhängig. Im Beruf und mit Bekannten zusammen überwiegt der männlche Phänotyp, daheim und bei Ausflügen der weibliche. Das Ausreizen der nonbinären Mischung ist dabei für mich das Aufregende, womit ich bei der Ausgangsfrage des Themas angelangt bin.

Liebe Grüße, Alicia. (ki)
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Malvine
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Re: denkt Ihr manchmal auch:"Was mache ich eigentlich da...?

Post 17 im Thema

Beitrag von Malvine »

Hallöchen,

ich stelle jetzt einfach mal die Frage in den Raum, ob es sich hierbei um ein reines "CD-Problem" handelt?

Haben wir diese Frage, was wir eigentlich da machen nicht immer irgendwie im Hinterkopf oder seid ihr alle von eurem Auftreten im Alltag so überzeugt, das ihr auch im Mann-Modus keinerlei Selbstzweifel hegt?
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, für mich kommt die Frage immer dann, wenn ich mich schlichtweg überschätzt habe und dann in Situationen bin, wo ich mir dann schon die Sinnfrage stelle. Das kann im Beruf sein, bei meinen sportlichen Hobbys oder auch ganz einfach in der Partnerschaft oder Beziehungen.
Es ist meistens eine drohende Kapitulation vor der nahenden Herausforderung, die mich etwas verzagen lässt. Und genau so, wie ich es im Alltag mit solchen Situationen mache, werden bei mir auch diese Selbstzweifel als Malvine "bearbeitet". Das heißt jetzt nicht automatisch, dass alle Bedenken über Bord geschmissen werden, sondern vielmehr, dass ich mehr in mich hinein spüre, wie es mir geht und warum es so ist. Oft sind es Kleinigkeiten, welche die Stimmung nach unten ziehen wollen, dagegen kann man gut selbst arbeiten und sich des großen Ziels bewusst sein. Ich wäre jetzt nicht da als Malvine, wenn ich nicht oft genug diese Grenze überschritten hätte und mutig in die nächste Herausforderung gegangen wäre.

Manchmal braucht es aber auch einfach ein bisschen Gespür für die eigene Seele, gerade dann, wenn es wirklich zu viel ist, was auf mich einströmt. Ziele sind gut, aber zu welchem Preis will ich sie erreichen? Bisher habe ich noch wenige dieser Situationen gehabt, oder ich habe sie nicht als solche direkt war genommen. Aber ein rechtzeitiger Rückzug kann mehr Erfolg bringen als ein blindes Anstürmen auf ein zu mächtiges Ziel.

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Malvine
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Re: denkt Ihr manchmal auch:"Was mache ich eigentlich da...?

Post 18 im Thema

Beitrag von Daniela04 »

Liebe Malvine
Malvine hat geschrieben: Di 10. Mär 2026, 14:37 Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, für mich kommt die Frage immer dann, wenn ich mich schlichtweg überschätzt habe und dann in Situationen bin, wo ich mir dann schon die Sinnfrage stelle.....
Ich bin als Mann ziemlich selbstsicher und, wenn ich zurückblicke, hatte ich nur in meiner Pubertät solche Zweifel.

Aber en Femme ist mir das öfters passiert. Da popt meine ganze Unsicherheit auf (wird ich erkannt? angepöbelt?). Das extremste Beispiel passierte anfangs August 2025: Wir hatten ein Treffen in Konstanz abgemacht (ich wohne va. 12 km davon weg). Freute mich vom Parkhaus Fischmarkt zur Galeria mit Isa zu laufen. Isa fällt aus, ich muss die geschätzten 800 Meter alleine laufen.... Konstanz war voll und dann stand ich vor der Frage: Warum tust Du Dich das an???? :shock:

Ich habs dann geschafft, wie eine Maschine stur geradeaus marschiert, voll schwitzend. Ich bibere noch heute an dem Gedanken.
Malvine hat geschrieben: Di 10. Mär 2026, 14:37 Oft sind es Kleinigkeiten, welche die Stimmung nach unten ziehen wollen, dagegen kann man gut selbst arbeiten und sich des großen Ziels bewusst sein. Ich wäre jetzt nicht da als Malvine, wenn ich nicht oft genug diese Grenze überschritten hätte und mutig in die nächste Herausforderung gegangen wäre.
Vielen Dank Malvine für diese Worte, genau da muss ich den Hebel ansetzen (nächste Woche ist Treffen in Dübendorf, ich werde einen kurzen Rock anziehen, das habe ich gestern gerade beschlossen, mit Stiefel (he), bin noch nie mit kurzem Rock raus :wink: )

Herzlicher Gruss

Daniela
Ich will einfach der sein, der ich wirklich bin: ein Mann, der seine mittlerweile erkannte sehr bedeutende Weiblichkeit vertieft kennenlernen möchte.
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Re: denkt Ihr manchmal auch:"Was mache ich eigentlich da...?

Post 19 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-03 »

Ich gehe mal davon aus, dass sich jeder Mensch die Frage an sich hin und wieder stellt...
Aber im Kontext dieses Forums ist die Frage tatsächlich bezogen auf den Prozess der Transformation von einem Erscheinungsbild zum anderen.

Und dieses (Wunsch)Erscheinungsbild scheint - so glaube ich, es ein wenig aus einigen Antworten herausgelesen zu haben - stark abhängig vom jeweiligen "inneren Selbstverständnis", bzw. der aktuellen Zufriedenheit mit sich selbst. - Geht es rundweg gut, ist die Verwandlung ein netter Bonus und das Sahnehäubchen auf das sowieso schöne Leben. Man genießt das weichere und formschönere Erscheinungsbild, freut sich über das Gefühl der Brüste und der Seidenstrümpfe. Man freut sich über jedes Klackern der Absätze und jeden anerkennenden Blick anderer.
Geht es jedoch nicht ganz so gut, ist man innerlich wieder mal aufgewühlt, unzufrieden und zweifelt an sich, dann wird der Drang, dem zu entfliehen so groß, dass man sich verwandeln möchte - ja muss. Man sucht "Heilung" für was auch immer im (Ver)Wandel(n).

Und die Frage: "Was mache ich da eigentlich...?" kann an beiden Enden des gerade beschriebenen Spektrums auftreten. Wenn es gut geht und "keine Notwendigkeit" besteht - man also mit dem wie man gerade ist, einfach zufrieden ist - dann kann man sich diese Frage stellen. Wobei die Antwort meist naheliegend ist - "Weil es eben einfach schön ist und Spaß macht." (Ähnlich wie ein leckeres Dessert nach einem eigentlich schon tollen Essen.)
Oder...
Man stellt sich die Frage, wenn man plötzlich nicht einmal mehr von dieser "heilsamen Verwandlung" Hilfe erwartet, es also rundweg besch***en ist und man von Selbstzweifeln übermannt wird.

Ich selber habe beides schon erlebt - ich habe wie viele von uns auch schon mehrfach all das weibliche Verwandlungszeugs in die Tonne gekloppt, nur um kurz danach wieder damit weiterzumachen. Aber gerade in der letzten Zeit ist es netterweise immer mal die andere Variante...
Die "ist-doch-eigentlich-gar-nicht-nötig-Variante".

Und das freut mich.

Svenja
Anja61
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Re: denkt Ihr manchmal auch:"Was mache ich eigentlich da...?

Post 20 im Thema

Beitrag von Anja61 »

Liebe Svenja,

vielen Dank für die Eröffnung dieses Themas!

Ich selbst habe in den letzten Monaten immer mal erlebt, dass ich "eigentlich" Lust hatte, mich zuhause als Frau zu schminken und zu kleiden und auch mal zu einem Treffen mit Gleichgesinnten zu fahren.
Dann war ich aber plötzlich nicht mehr in der Stimmung, mein Vorhaben zu verwirklichen, was mich ziemlich runtergezogen hat... Weitere Gründe gab es sicherlich auch. Andererseits sagt der Verstand, dass es auch okay ist und dass ich mich ja zu nichts zwingen muss. Dieser Zwiespalt ist nicht neu, weder für mich noch für andere hier im Forum.

Ich stimme Dir, liebe Vicky, jedenfalls 100%ig zu:
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 10. Mär 2026, 07:15 Also Mädels, wenn ihr Bock auf Euer Frausein habt, lebt es, es kommt aus Euch heraus. kommen solche Fragen in Euer Hirn, fragt Euch, wer Euch so etwas einflüstert und was Ihr wirklich wollt. Fragt Euch, was Ihr verpasst und wie Ihr Euch fühlt, wenn Ihr es nicht tut. Dann habt Ihr die Chance auf eine Entscheidung, die Euch wirklich gerecht wird. Und wer sich für die Theorie dahinter interessiert, findet in der Systemanalyse und im Konstruktivismus Antworten.
Die von Dir angesprochene Theorie interssiert mich. Hast Du hierzu vielleicht Literaturtipps?


Liebe Grüße
Anja
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Susi T
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Re: denkt Ihr manchmal auch:"Was mache ich eigentlich da...?

Post 21 im Thema

Beitrag von Susi T »

Svenja, das erlebe ich anders,
Vor allem bei Stress ist es wichtig das mein Schatz dringend zum Ausgleich en femme raus muss um positive Energie zu tanken.
Trotzdem gilt es für viele Menschen, das es die Richtige Stimmung braucht für eine Party.
Manchmal kommt die Stimmung dann von alleine, wenn man sich raus begibt, aber manchmal merkt man auch vorher schon das das an dem Tag nichts bringt.
Bei uns zeigt sich das halt dann, das auf alles Aufwändige gerne verzichtet wird, aufs Schminken(oder halt reduziert), vielleicht die Klamotten einfacher gewählt und evtl. der Ort angepasst wird wo wir hingehen.
Mal nur ein einfacher Spaziergang, oder ein Lieblingslokal, da haben wir erfreulicherweise unsere Basics, da ist auch Passing keine Frage, da mein Schatz da schon in allen Varianten war.
Und mir geht's wie vielen Frauen, es bedarf der richtigen Laune um aus den Einheitsbrei raus zu wollen. Ohne dem richtigen Spaß fehlt da die nötige Power und dann wird das nix.
Das schöne ist, das wir uns da auch Mal gegenseitig gut mitziehen lassen können, wobei da mein Schatz schonmal öfter ziehen muss. Ich dagegen geb halt den Rückhalt mit dem vieles Möglich ist, das erleichtert dann vielleicht auch manches.
Liebe Grüße, Susi (flo)
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Re: denkt Ihr manchmal auch:"Was mache ich eigentlich da...?

Post 22 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-03 »

Ja Susi das erlebe ich auch so - und normalerweise stellt sich mir die Frage auch überhaupt nicht.
Eben nur an den beiden Enden des Spektrums. Geht's mir super gut - brauche ich meine Verwandlung nicht und die "Luxus"-Frage stellt sich einfach manchmal.
Geht's mir wirklich besch***en stelle ich alles in Frage und damit eben auch die Verwandlung.

Dazwischen stellt sich die Frage gar nicht - dann mach ich das einfach...

Svenja
Alicia
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Re: denkt Ihr manchmal auch:"Was mache ich eigentlich da...?

Post 23 im Thema

Beitrag von Alicia »

Vicky_Rose hat geschrieben: Di 10. Mär 2026, 07:15 ... Letztlich suggeriert das, wir müssten uns für eine Seite entscheiden, denn sonst wären wir nicht "richtig". Das wird mir aber nicht gerecht und es steckt nur in meinem Kopf. Es ist meine Wahrnehmung und meine Bewertung. Diese Perspektive wird zu meiner "Wahrheit". Sie lebt davon, dass ein Nicht-Mann eine Frau sein muss. DIeser scheinbare Gegensatz steckt in unserem Denken.
Hallo zusammen,

Hallo zusammen,

die Worte von Vicky kann ich voll und ganz unterschreiben. Was ist für mich richtig? Äußerlich bin ich eher Mann, innerlich mehr Frau. Das äußert sich, je nach Situation, wie ich mich nach außen hin gebe. Im Alltag, also Beruf und mit anderen Bekannten zusammen, zeige ich eher den MM, obwohl meistens alle Klamotten aus dem Damenregal sind, aber halt nicht so offensichtlich. Alleine das erzeugt eine innere Zufriedenheit. Diese wird noch größer, je mehr ich mich dem weiblichen Phänotyp annähere, auch wenn mir klar ist, diesen niemals erreichen zu können. Wenn zu besonderen Anlässen die weiblichen Insignien wie Oberweite, Rock/Kleid, Schmuckm hohe Schuhe und Farbe im Gesicht dazukommen, freue ich mich zwar darüber, bin aber irgendwie schon im Vorfeld traurig, dass dieser Zustand nur für begrenzte Zeit andauert. Womit ich wieder bei der Eingangsfrage des Themas bin.

Vielleicht ist es wirklich wie bei einem Süchtigen, der den Pegel immer auf einem gewissen Niveau halten muss, um leben zu können. Mir geht es zumindest so, wenn ich komplett "auf Entzug" bin, also keine feminine Faser am Leib haben kann. Dann bin ich emotional völlig am Hund.
Früher, also vor mehr als etwa zwei Jahren, erlebte ich emotionale Spitzen, wenn ich kurz, aber heftig in die andere Rolle schlüpfen durfte. Ich suchte einen Ausweg und fand dieses Forum. Mittlerweile lebe ich in einer Art Zwischenwelt, wenn ich meinen Alltag bewältige, siehe oben. Bei den Ausflügen en femme kommt es natürlich wieder zu den Spitzen, die ich aber jetzt etwas länger ausleben darf. Ganz ohne weibliche Zwirn am Körper hingegen bin ich schon fast einer Depression nahe und es ist schwierig, das auszuhalten. Um noch einmal den Suchtkranken zu bemühen, habe ich das Gefühl, dass mein Normalpegel mit der Zeit auch steigt. Daheim hat mir vor einem Jahr noch einfach ein Rock oder ein Kleid getaugt, um zufrieden zu sein. Nun ist fast dauerhaft eine dezente Oberweite hinzugekommen und im Alltag stets ein Bustier (ohne Füllung). Mal sehen, was als nächstes daherkommt. Bin ich also jetzt schon auf dem Weg vom reinen Crossdresser zur *trans-Person? Gibt es da einen echten Unterschied? Verdammte Schubladen wieder. Ich stelle mir also weniger die Frage, "Warum tue ich mir das an?", als vielmehr "Wohin führt mich das Alles?" Das Warum schein geklärt, derzeit zumindest. Die Zerrissenheit zwischen den Welten bleibt.

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Re: denkt Ihr manchmal auch:"Was mache ich eigentlich da...?

Post 24 im Thema

Beitrag von GudrunWeiblein »

Ich kann an mir beobachten das ich nicht jeden möglichen Zeitpunkt ausnutzen muss mich als Frau zu stylen.
Das war früher ganz anders.
Es sollte die Stimmung passen, oft ist weniger mehr.
Gewisse Dinge sind bei mir in den Alltag sowieso schon eingeflossen, tragen von Damensilp, Nachthemd, ... und vieles mehr.

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Re: denkt Ihr manchmal auch:"Was mache ich eigentlich da...?

Post 25 im Thema

Beitrag von Susi T »

Ich verstehe dich Alicia,
Aber vielleicht ist es ja doch der Trick in einen Bereich zu kommen, der einem Optimum so nahe kommt wie es möglich ist?
Deswegen ist es mir so wichtig das mein Schatz von mir alle Freiheiten bekommt die ich geben kann. Denn egal was wir machen, jede/r kommt irgendwann an den Punkt wo mehr nicht mehr ist, weil jedesmal es auch zu Verlusten kommt.
Diesen Bereich zu finden ist vielleicht der Trick dabei und das hat auch was damit zu tun, das wir lernen das zu sehen was wir haben und nicht nur das was fehlt.
Fängt vielleicht beim streben nach dem perfekten Passing an. Denn manche machen sich damit schon soviel Stress, das die Unzufriedenheit ganz von alleine kommt.
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Re: denkt Ihr manchmal auch:"Was mache ich eigentlich da...?

Post 26 im Thema

Beitrag von Alicia »

Susi T hat geschrieben: Di 10. Mär 2026, 19:17 Aber vielleicht ist es ja doch der Trick in einen Bereich zu kommen, der einem Optimum so nahe kommt wie es möglich ist?
Deswegen ist es mir so wichtig das mein Schatz von mir alle Freiheiten bekommt die ich geben kann. Denn egal was wir machen, jede/r kommt irgendwann an den Punkt wo mehr nicht mehr ist, weil jedesmal es auch zu Verlusten kommt.
...
Fängt vielleicht beim streben nach dem perfekten Passing an. Denn manche machen sich damit schon soviel Stress, das die Unzufriedenheit ganz von alleine kommt.
Hallo Susi,

das mit dem perfekten Passing habe ich abgehakt, weil ich es eh nicht erreichen kann. Ich werde nur so viel machen, dass ich zufrieden bin (80:20-Methode) und somit bei näherem Hinsehen stets als Mann erkennbar. Also habe ich meinen Frieden mit dem Thema gemacht.
Meine Frau steht voll hinter mir und akzeptiert mich so, wie ich mich wohl fühle. In manchen Situationen bremst sie mich allerdings ein, wie z.B. gestern Abend beim Essen im Gasthaus bei uns um die Ecke. 8) Zu recht.

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Re: denkt Ihr manchmal auch:"Was mache ich eigentlich da...?

Post 27 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Alicia hat geschrieben: Di 10. Mär 2026, 22:22Zu recht.
Bis zu iesem Satz konnte ich folgen, aber die beiden Wörter haben in mir Widerstand geweckt. Ich will nicht die Situation bewerten. Das steht mir nicht zu, zumal ich keine Ahnung davon habe. Die Frage die sich mir aufdrängt, ist die, weshalb irgend jemand Recht hat oder Recht haben muss ? Ich mag den Gedanken, dass nicht das Ansehen eines Gegenstands oder Sachverhalts automatisch bei jedem Menschen das gleiche auslöst. Die eigentliche Interpretation findet im Kopf statt und die ist von Werten geprägt, die zu Automatismen führen. Beispiel: Ich bin schon öfters en femme als Frau "durchgegangen". Nicht weil mein Outfit perfekt war, sondern weil es so viele Elemente eriner weiblichen Repräsentation zeigte, dass sich beim Gegenüber sofort die Assoziation "Frau" einstellte. Das liegt an der Konditionierung, dass es nur Mann oder Frau und keine Mischformen gäbe. "Nicht-Mann" ist automatisch Frau. Wir wissen, dass das nicht so ist und sehen Menschen durch eine ganz andere Brille und erkennen auch viel schneller, wenn ein Transmensch vor uns steht.

Was bin ich also ? "Nicht-Mann" also eine Frau ? Aber ich kann auch nicht eine Frau sein, weil mir dafür zuviel fehlt, anatomisch, aber vor allem auch in der Sozialisation. Bin ich wegen "Nicht-Frau" also Mann ? Sind meine weiblichen GEfühle also nicht echt ? Ist das eine Chimäre ? Aber männliche Gefühle kann ich in der tradierten Form auch nicht spüren. Bin ich damit ein "Nicht-Mensch" ? Das ist natürlich Blödsinn. Der Fehler liegt in der Zweiteilung des Geschlechts im "Entweder-oder". Wir wissen das auch, aber trotzdem fallen wir immer wieder darauf herein. Und dann stellen sich Fragen nach der Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns. Ist es nicht so, dass in meinem Leben mein Tun die Hauptrolle spielen sollte ? Aber nein, die verinnerlichten Werte ssagen mir, dass es nicht in Ordnung ist, wie ich bin und es kostet eine Menge Mühe, dies hinter mir zu lassen. Und es macht Angst, viel Angst, nicht so zu sein, wie man es von mir erwartet, weil Ausgrenzung einer der härtesten Strafen für "Fehlverhalten" ist. DIese Angst zu überwinden, kostet mich meine Lebenszeit, denn ich habe mein bisheriges Leben dafür gebraucht und bin noch immer nicht endgültig damit fertig.

Ist diese Lebenszeit gut investiert oder muss ich mich fragen, was ich hier eigentlich mache ?

Oder ist es vielleicht anders herum ? Dass ich durch mein Tun, ein sinnvolles Leben generiere ? Wenn ich auf die Ausgangsfrage mit der Antwort um die Ecke komme: Ich lebe mein Leben...

Siehst Du, Alicia, was Deine zwei Worte in mir ausgelöst haben. Vielleicht hat Deine Frau ja wirklich Recht, aber manchmal macht es Sinn, Automatismen zu hinterfragen. Keiner sagt, dass es einfach ist ...
Viele Grüße
Vicky

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Re: denkt Ihr manchmal auch:"Was mache ich eigentlich da...?

Post 28 im Thema

Beitrag von Lana »

Wie recht du doch hast, liebe Vicky :P
Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 11. Mär 2026, 06:45 Ist es nicht so, dass in meinem Leben mein Tun die Hauptrolle spielen sollte ? Aber nein, die verinnerlichten Werte ssagen mir, dass es nicht in Ordnung ist, wie ich bin und es kostet eine Menge Mühe, dies hinter mir zu lassen.
Bibi hat es auf den Punkt gebracht und sehr schön ausgedrückt, am Ende des Trailers zu dem Film sagt sie:
Glaube an Wunder, Liebe und Glück,
schaue nach vorn und nicht zurück,
tu was Du willst und steh dazu,
denn dieses Leben, das lebst nur Du.
https://crossdresser-forum.de/phpBB3/vi ... 40#p420209

Ich glaube, da steckt ganz viel Wahrheit drin.
Ich habe ein paar Wörter hervorgehoben. Weil da meiner Meinung nach der Schlüssel zum Glück liegt, zu einem erfüllten Leben:

Zu sich zu stehen, wohlwissend, dass man mit seiner Art zu leben aus dem üblichen Rahmen fällt. Aber ist es nicht gerade das, was Leben erst ausmacht?
Man selbst sein, sein Leben zu leben, und nicht eines, das bestimmten Vorstellungen entspricht, die gar nicht zu einem passen?

LGL
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Re: denkt Ihr manchmal auch:"Was mache ich eigentlich da...?

Post 29 im Thema

Beitrag von gabo »

Das geht mit genau so.

Hallo ihr lieben Leute
Was soll ich machen? Bin seit 03:00Uhr wach. Mir dreht sich der Kopf. Dabei habe ich heute ziemlich schwere Kost im Büro.
Seit einigen Tagen chatte ich mit einer tollen Frau. Mit der ich es mir wünsche, eine Beziehung einzugehen (bin seit über 4 Jahren solo). Und hier ist auch gleich mein Problem.
MEIN CROSDRESSING
Seit dem Wegzug meiner ex vor über 4 Jahren. Habe ich mein Crossdressing vielleicht etwas zu sehr zu Hause ausgelebt? Sogar jetzt (dank Homeoffice) trage ich einen Maxirock, darunter eine kurze Leggings. Blickdichte schwarze Nylon-Kniesocken, Ballerinas, ein Top mit Spaghettiträgern, etwas Spitze im Brustbereich, ein weisses T-Shirt. Mit Fledermausärmeln und einem Damen Cardigan darüber. Und natürlich die entsprechenden Damenhöschen. Die trage ich seit 4 Jahren täglich. Diese hat mir letztes Jahr eine peinliche Situation beschert. Ich hatte einen MRI Termin. Und erst vor Ort beim bis aufs Höschen Ausziehen habe ich bemerkt, dass ich nicht wie üblich bei Arztterminen auf mein altes Männermodell gewechselt habe. Das Personal hat sich nichts anmerken lassen.
Zu meinem Problem. Ich wünsche mir so sehr, wieder jemanden fürs Herz, zu haben. Möchte aber mit dem Crossdressing (zu Hause) nicht aufhören. Dank Temu habe ich in den letzten zwei Jahren fast einen Schrank voll Sachen zusammen gesammelt. Vielleicht auch weil es mir gesundheitlich und diversen anderen Gründen nicht so gut ging. Ich verkroch mich in meine Schneckenhaus. Seit Anfang Jahr geht es mir wieder viel besser.
es Und da ist noch was. Seit letztem Herbst habe ich einen neuen Tick. Mir die Nägel machen zu lassen. OK, an den Händen «nur» Maniküre mit «normalem» Klarlack. Den ich mal wegmache oder etwas anschleife (wenn ich ins Büro gehe), damit er nicht so glänzt. Meine Kollegen sind ziemlich homophob. Alles, was nicht der Norm entspricht, wird lautstark lächerlich gemacht. An den Füssen habe ich Gel-Lack, momentan rosa mit Glitzer. In der Zwischenzeit mag ich es sehr meine Termine bei der Maniküre und Pediküre (soll ich mal was darüberschreiben? Soll ich ein Bild meiner Fussnägel posten? Und wenn ich so in der Badewanne liege, freue ich mich über den Anblick meiner Nägel. Aber auch hier. Panik!!!!!! Die eventuelle neue Beziehung, geht sehr gerne in Thermen baden, ich auch. Wie mache ich das mit meinen gemachten Fussnägeln? Die können nicht schnell abgeleckt werden. Sie denkt sicher: Was ist das für ein gestörter Mann? . . . . . . Ja, ich weiss, bin ich ja irgendwie auch. Denn welcher normale Mann, der auf Frauen steht, trägt Frauenkleider.

Was soll ich machen.????
- Die Sache abbrechen?
o Dass sie sich nach einem normalen Mann umschauen kann.
o um ihr nicht weh zu tun.
o
- Mich als Crossdresser Outen?
o Ja/ Nein
o Wenn JA wie?
Habe ihr schon geschrieben. Dass ich eine Modemuffel bin (was im Männermodus auch stimmt). Und deshalb noch nie eine Kreuzfahrt gemacht habe.
Vielleicht habt ihr Tipps wie ich mich verhalten soll. Oder noch besser: Jemand hat eine ähnliche Erfahrung.
Ihr seht mir dreht der Kopf

Freue mich sehr über Antworten.
Alicia
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Re: denkt Ihr manchmal auch:"Was mache ich eigentlich da...?

Post 30 im Thema

Beitrag von Alicia »

Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 11. Mär 2026, 06:45
Alicia hat geschrieben: Di 10. Mär 2026, 22:22Zu recht.
Bis zu iesem Satz konnte ich folgen, aber die beiden Wörter haben in mir Widerstand geweckt.
Liebe Vicky,

vielleicht habe ich nicht deutlich genug formuliert, worum es in dieser konkreten Situation ging. Ich sehe die Äußerungen meiner Frau als eine Art Regulativ, auf das ich nicht verzichten möchte. Normalerweise bekomme ich viel Lob für meine Outfits, zumal ich in den letzten Monaten viel stilsicherer geworden bin. Doch am Montag ging es rein darum, den MM zu wahren, da ich im Dorf nicht geoutet bin und mein Look androgyn sein sollte. Also war aus ihrer Sicht der Pullover zu heftig gemustert, worauf ich einen anderen gewählt habe. Die Skinnyjeans, der Schmuck und die Stiefelchen durften bleiben. :mrgreen:

Das andere Problem mit dem "Nicht-Mann"-sein-Wollen sehe ich genauso. In unserer binär sortierten Mehrheitsgesellschaft gibt es leider nur die zwei Zustände "Mann" oder "Frau". Alleine das Vorhandensein des sekundären weiblichen Geschlechtsmerkmals "Brüste" triggert die meisten in eine Richtung. Doch wenn dann der Kopf nicht dazupasst, stößt es nicht wenigen sauer auf. Ich gebe dir recht in der Aussage, dass es hier am Kopf dann weniger Aufwand bedarf, um einen einigermaßen weiblichen Eindruck zu machen. Somit werden die meisten Passanten zufrieden gestellt sein. Einige werden immer genau hinsehen und den "Fehler" im Bild erkennen, aber die haben auch an vielen cis-Personen immer etwas auszusetzen. Die sind mir egal.
Also werde ich weiter daran arbeiten, meinem Gefühl der inneren Weiblichkeit gerecht zu werden, indem ich mich nach außen hin so gebe, wie ich es situationsangepasst vertreten kann, ohne jedes Mal ein Referat über meine Gefühle halten zu müssen.

Hoffentlich habe ich deine Emotionen etwas einfangen können, die ich in dir losgetreten habe. Wir alle leben unser individuelles Leben, und jede von uns ist anders.

Liebe Grüße, Alicia. (ki)
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