Rabea-Marie, die Geburt einer Frau
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Rabea-Marie
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Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 1 im Thema

Beitrag von Rabea-Marie » Fr 11. Aug 2017, 05:09

Hallo und einen wunderschönen Abend an alle Nachtschwärmer und Ladys

Ich möchte euch meine Geschichte erzählen.

Und naja, es wird wohl ein Roman... (Nachtrag, es IST ein Roman geworden und ich zolle jedem der sich die Zeit nimmt dies zu lesen höchsten Respekt und möchte meine Dankbarkeit aussprechen. Diese Zeilen hier nieder zu schreiben, hatte allein schon einen befreiende Wirkung)

Angefangen hat alles am letzten Samstag... Nein, angefangen hat alles viel früher, aber die Geschichte wird nicht in chronologischer Reihenfolge ablaufen.
Also zurück zu Samstag. Einer meiner besten Freunde ist zum zweiten Mal Vater geworden. Babypinkeln war angesagt! Nur die engesten Freunde und Väter waren auf der Party.
Der Alkoholpegel steigt stetig und als erstes das Gespräch mit meinem Schwager, dass es in meiner Ehe derzeit nicht besonders gut aussieht. Nach einigen vernünftigen Argumenten seinerseits wurde mir das erste mal bewusst, es ist nicht alles ihre Schuld... Engstirnig, egoistisch und reichlich spät, wurde mir schlagartig bewusst.
Mit der Mischung aus Schuldgefühlen und unzufriedenheit stieg der Alkoholpegel weiter. Unzufrieden? Nur wegen ihr? oder war da noch was anderes?
Ich hatte keine Ahnung...
Irgendwann stand ich alleine draußen, etwas weiter entfernt der anderen Feiernden. Meine zwei besten Freunde mit denen ich seit mehr als zwanzig Jahren befreundet bin kamen auf mich zu.
An dem Zeitpunkt war ich schon hacken stramm. Sie fragten mich ob alles ok sei... Nein nichts war ok, absolut nichts!
Es ging los... Es sprudelte aus mir heraus, irgendwas bahnte sich seinen Weg nach oben, ich wusste noch nicht was es war. Also erzählte ich alles einfach alles und wieder auch nichts, denn ich wusste selbst nicht was los war. Es vielen Wörter wie Identitätsstörung, A-Sexualität, ganze Sätze, ich fühle mich manchmal nicht männlich und auch nicht als Mann wahrgenommen. Jeans und Chucks find ich genauso komfortabel wie Rock und High Heels. Es wurde viel geredet ab da, leider kann ich mich nicht mehr an alles erinnern. Doch die wichtigen Dinge sind hängen geblieben. "Egal was du tust und was passiert wir bleiben immer deine Freunde!" und "Du MUSST mit deiner Frau darüber reden!"
Ja das stimmt muss ich... Aber wie? Leichter gesagt als getan, besonders in unserer momentanen Situation. Dazu später mehr...

Nun fing das Grübeln an und eine Erkenntnis zwang sich immer mehr auf. "Dir gehts nicht nur so schlecht weil eure Ehe gerade schwierig ist"
Ok kapiert, Einsicht ist der erste schritt zu Besserung. Besserung, ja es muss eine Besserung her. Also was tun? Psychologe! kam mir in den Sinn, was blieb mir auch anderes übrig, schließlich hatte ich mir nichts gebrochen oder ähnliches. Ok, ok ich überlegte, ziehen wir einen Psychologen in Betracht. Aber wegen was genau wollte ich mich behandeln lassen? Wegen ich weiß nicht was?
Ich ging in mich, dann, Smartphone Google! (Wow die heutige Generation!!!) Mit drei wahgen Suchbegriffen wie "Ich bin nicht ich" "Ich Mann und Frau" wühlte ich mich vorwärts und suchte hauptsächlich nach Medizienischen Berichten im Bereich der Psychologie. Von einer Seite zur nächsten und irgendwann, schlich sich ein Blog eines Crossdressers dazwischen. Crossdresser, hmm hab ich mich schon mal mit beschäftigt, Karneval, Schminktipps, MzF. Aber Crossdresser? Was hat das mit Psychologie zu tun? Mein Kenntnisstand war, dass dies viele als ein Hobby oder maximal noch als Fetisch bezeichnen.
Der angezeigte Leitsatz bei Google klang interessant, also was solls schau ich mir an... Aus "schau ich mir an" wurde, ich habe ALLES gelesen. Und dann noch einen, und dann fand ich dieses Forum hier und las und las und las...

Zeitsprung... Karneval 2016, mein Schwager hatte die Idee "Wir gehen alle zusammen! Männer als Frauen, Frauen als Männer!" Mein erster Gedanke, "Wow gabs noch nie..." und dann ein kichern in meinem Kopf "hihi das wird dir bestimmt Spaß machen" ein süffisantes Lächeln spiegelte sich hinter meiner Stirn. Ok also als Frau, hmm aber wenn schon Frau dann bitte die volle klitschee Frau, Kleid, High Heels, lange Haare, rote Haare, ich liebe rote Haare! Strümpfe! Oh Gott Strümpfe, (ich hab nen Strumpf-Fetisch, halterlos oder Straps, Strumpfhosen sind nicht so mein Ding) statt sie nur anzufassen würde ich wissen wie es sich anfühlt selbst welche zu tragen! Eine unbekannte und ich gebe zu erregende Vorfreude entwickelte sich.
Die ganze Sache bekam dann einen unglaublich euphorischen Schwung. Mein erstes "Teil" was ich mir zulegte waren Schuhe, meine Mutter sagte früher immer "Übermut tut selten gut" dieser Satz sollte mich später, mit meinen 10cm hohen bordeaux roten High Heels noch einholen... Ab zum Tamaris, Größe 40 im Sale, gekauft. Ich trage eigentlich 41, aber nur weil ich so quadrat Latschen hab... Meine Frau sagte, "kauf ne Nummer kleiner du musst Halt haben!"
Stolz zeigte ich meiner Frau die Schuhe, sie sagt "schön, würde ich auch tragen" ich freute mich! Sie ist sehr modebewusst und hat einen tollen Kleidungstil! Sie kriegt "unnahbar" und gleichzeitig "aufreizend" hin, sie wird nie angesprochen, die Männer haben angst, aber man sieht an ihren Gesichtern, sie würden gerne! Ich liebe meine Frau! Aber ich schweife ab...
Ok da stand ich nun mit meinen "Hacken" noch nie High Heels angehabt also musste ich laufen üben, zuhause, meine Frau hat mir geholfen. Sie wollte schließlich auch nicht mit mir und nem gebrochenen Knöchel ins Krankenhaus wenn an Karneval dann der Alkohol dazu kam. Laufen üben hat Spaß gemacht, ich zog sie öfter und gerne an. "Natürlich zum üben!" Strümpfe trug ich dabei dann auch schon, ohne kam ich nicht in den Schuh, an den Seiten zu eng. Achja Strümpfe, tolles gefühl auf der Haut!
Aus der Schuh ist zu eng wurde mit der Zeit leider, der Schuh ist zu groß (von der Länge her).
Alle weiteren Einkäufe erledigte ich zusammen mit meiner Frau, sie war die Stimme der Vernunft, ich war... "Nein kürzer, nee noch kürzer, mehr, mehr mehr" die Stimme der Vernunft hatte gesiegt, zum Glück, das brauchte ich auch.
Karneval stand an, ich in voller Montur, schwarzes Kleid bis zu den Knien, lange bordeaux rote Haare, imitierte Brüste, schwarze Strümpfe und meine zu großen Schuhe... Meine Frau hat mich geschminkt, fürs erste mal als Frau wars Ok, mir persönlich sah man noch zuviel Mann... Aber es war Karneval und wir wollten Spaß haben und nicht meckern.
Spaß hatte ich auch, mehr als alle anderen! Allerdings auch zum Leid meiner Frau, als nach Stunden tanzen auf ungewohnten Schuhen meine Beine nachgaben und sie mich aufgefangen hat.
Dabei hat sie sich eine Zerrung im Rücken zugezogen und musste sich sogar einige Tage krankschreiben lassen. All der Spaß den wir hatten war vergessen, naja verständlich und es tat mir so unendlich Leid dass sie nun schmerzen wegen mir hatte! Der Satz meiner Mutter halte in meinem Kopf wider... Letzter Kommentar ihrerseits war dann "Du ziehst nie wieder High Heels an!"
Autsch das tat irgendwie weh, aber diese meine Reaktion genauso der Spaß den ich hatte ,konnte ich damals noch nicht richtig einordnen. Ich schob es auf meinen "Strumpf-Fetisch" und das Gefühl auf der Haut wenn man selbst welche trägt.

Es vergingen dann einige Wochen und meine Frau ging wieder arbeiten. An vielen Nachmittagen war ich alleine zuhause und dachte an meine Schuhe, an meine Strümpfe, meine Perrücke und das Kleid. Alles hatten wir aufgehoben. Hin und wieder konnte ich nicht anders und zog etwas davon an. Und es gefiel mir, wieder... Die ersten Gedanken fanden einzug "Bist du Pervers?"
"Bist du Schwul?" , ich dachte an meine Frau, in Dessous, ich war erregt. Dann hab ichs ausprobiert, ich dachte an nackte Männer, ich versuchte mir vorzustellen Sex mit einem Mann zu haben. Es blieb bei dem Versuch und es schüttelte mich. Nein, schwul war ich nicht! Dann doch "Pervers"? Ich bekam ein schlechtes gewissen und zog alles ganz schnell aus. Dieser Vorgang wiederholte sich dann doch einige Male (außer die nackten Männer, die hatte ich abgehakt) Immernoch ahnte ich nicht zu welcher Erkenntnis ich noch kommen würde und schob alles auf meinen Fetisch.

Mein Frau wurde Schwanger! Wir waren so glücklich, so unglaublich glücklich! Unser kleines Mädchen und Papa´s ganzer Stolz war unterwegs!
Leider hatte meine Frau keine schöne Schwangerschaft und schon sehr früh arge Probleme und starke Schmerzen. Nach 6 Wochen hat ihre Ärztin sie freigestellt. Sie war nun den ganzen Tag zuhause und mit Kleid, Schuhe etc. tragen war nun nichts mehr...
Sie wurde ein anderer Mensch, ständige Schmerzen, der Entzug (Sie hat sofort aufgehört zu rauchen), das Gefühl zuhause gefangen zu sein machten aus meiner starken und lebensfrohen Frau, (und nun entschuldige mein Schatz für diesen Ausdruck) ein Wrack.
Unter all dem litt nicht nur sie sehr sondern auch ich, außerdem litt ich auch noch unter mir selbst. Ich fühlte mich, ich glaube eingeschlossen trifft es recht gut. Ich konnte ihr nicht die Unterstützung geben die sie brauchte und auch verdient hatte. Ich habe sie nicht völlig vernachlässigt aber ich hätte mehr tun können, nein ich hätte mehr tun MÜSSEN!
Zwischen all dies schob sich dann auch noch ein Bewerbungsverfahren, welches für uns beide sehr nervenaufreiben war. Nicht nur wegen seiner Dauer sondern auch wegen dem großen finanziellen Zugewinn, der für uns mit demnächst nur noch einem Gehalt so wichtig war. (Das ganze zog sich ein halbe Jahr hin, war dann aber zum Glück auch erfolgreich)
2016 bestand zu dreivierteln aus Leid, Schmerz und Streit. Einziger Lichtblick war unsere geliebte Tochter und unser Wille zu kämpfen, aneinader festzuhalten!

Hallooween rückte näher... Meine Frau konnte nicht, sie war schon im 7. Monat. Sie sagte ich solle feiern mal wieder außer Haus kommen. Hab ich schon erwähnt dass ich meine Frau liebe?
(Eine Freundin ist gefahren und wir waren nicht zu weit weg, ich hätte also jederzeit zu ihr zurück gekonnt)

Als was gehst du? Es machte "klick" in meinem Kopf, es folgte etwas dass sich wie ein Befreiungsschlag anfühlte... Natürlich als Frau!
Ok aber nur Frau, hatten wir ja schon. Ich wollte es schmutziger... Krankenschwester!
Ohne meine Stimmer der Vernunft, danke mein Schatz, wäre ich als und jetzt verzeiht bitte den Ausdruck, Krankenschwesternutte gegangen.
Das schlimmste war, es war Halloween und ich wollte hübsch aussehen, nein nicht gruselig ich wollte hübsch aussehen! An Halloween...
Meine Ausrede war "jeder der entdeckt dass ich ein Mann bin, gruselt sich schon genug!" Aber ich wollte nicht entdeckt werden. Das Passing musste besser sein als Karneval (den Ausdruck kannte ich da noch nicht)
Ich wurde nervig für meine Frau... Ich schaute zig Videos in denen sich Männer schminkten und hinterher zu 100% als Frau durchgingen, das wollte ich auch! Schminktipps hier, Schminktipps da. Ich brauche dies um das abzudecken, dann noch jenes damit alles hält. Und dann noch das, das, das, und das!
Sie sagte "warum soll ich dich nicht wieder wie zu Karneval schminken? Du hast gut ausgesehen!" Sie sagte "ich mach keine Nutte aus dir!"
Ich wurde gemein, weil ich es nuttig wollte in meinem Überschwang! Ich sagte: "Ok dann schminkt mich eben Sahra (name fiktiv) dieses mal und nicht du!"
Sie war geknickt, zurecht und im nachhinein betrachtet hab ich mir selbst Steine in den Weg gelegt, wenn nicht sogar Brücken eingerissen.
Am Halloween Abend hat sie mich dann doch geschminkt. Es wurde besser als an Karneval ich gefiel mir besser. Ich hab mich wieder wohlgefühlt. Ich schaute in den Spiegel und ich gefiel mir. Trotzdem hatte ich irgendwie im Hinterkopf, dass muss noch besser gehen, sagte aber nichts ich wollte sie nicht nochmal oder mehr kränken...
Dieser kleine Hintergedanke führte dann dazu dass ich fast den ganzen Abend mit meinen Freunden nur über Kopfnicken kommuniziert habe oder nur sehr leise... Denn, meine Stimme! Ich wollte nicht enttarnt werden... Hat geklappt wurde ich nicht, glaube ich... Nüchtern betrachtet hats wohl nur teilweise geklappt. Zumindest wurde ich zwei mal angebaggert und auch da nickte ich wieder nur, hat nicht soviel Spaß gemacht, also der ganze Abend. Zwar genoss ich es als Frau unterwegs zu sein, aber mir fehlte auch MEINE Frau, mit ihr zusammen war ich unbefangener, mir war es egal ob ich entdeckt wurde. Angebaggert werden hat noch viel weniger Spaß gemacht, außer meiner Clique, die hatten Spaß dabei... Aber ich weiß jetzt wie sich Frauen fühlen wenn sie von betrunkenen Grobianen "bedrängt" werden.

Halloween war vorbei, das Kostüm landete zum anderen im Ankleidezimmer...
Dann bekam ich wieder einen Schlag versetzt, meine Frau... Ihre Worte waren "So das reicht jetzt aber auch mit den Frauenverkleidungen, das war das letzte mal. Wir bekommen jetzt ein kleines Kind und sie muss dich so nicht sehen."
Ok sie hat recht, die Kleine muss das nicht sehen, aber nie wieder? Zum ersten Mal fing ich an, an eine weibliche Seite von mir zu denken.
Ich wollte erstmal nicht aufgeben. Ich fing an Anspielungen zu machen, sachen wie "Ich könnte auch mal deine beste Freundin sein" sie blockte alles ab, sie konterte immer wieder mit Dingen wie "Ich habe einen Mann geheiratet, keine Frau"
Tja was soll ich sagen sie hat ja recht damit. Ich fand keinen Weg, außerdem konnte ich mich ja auch immernoch nicht selbst definieren, ich verspürte nur diesen... Drang...
Mir viel auch beim besten Willen nicht ein wie ich mit dem Argument "Drang" vernünftig argumentieren sollte.
Also ließ ich es, ich verdrängte alles. Oder zumindest versuchte ich es, hat nicht ganz geklappt, alles spielte sich dann allerdings nur noch hin und wieder in meinem Kopf ab.

Und dann gings weiter...
Unsere Tochter kam zur Welt und mit einem mal waren der Drang die Fantasien verschwunden. Puff, weg!
Wir waren soooooo Glücklich, dieses kleine zauberhafte Wesen, dieses Wunder der Natur! Meine Frau hat mir ein bildhübsches Mädchen geschenkt! Papa hat geweint vor Stolz und Glück.
Dann kamen neue schwierige Zeiten... Ich hatte den neuen Job, ich war in der ersten Zeit viel unterwegs, war mehr arbeiten als zuhause. Schlechter Zeitpunkt, aber für unsere Zukunft war der neue Job wichtig. Es wurde zu einer hart umkämpften Zukunft.
Das Spiel in der Schwangerschaft fing an sich zu wiederholen, für mich fühlte es sich so an als müsste ich alles alleine bewältigen.
Die Harmonie zuhause ging erneut verloren... Unser zusammenleben bestand nur noch aus Streit, meckern und ignorieren.

Dann kam der Abend des Babypinkelns, die selbstrecherche und dieses Forum mit all den Information...
Augenblicklich schossen Erinnrungen in meinen Kopf aus meiner Kindheit, irgendwie muss ich die verdrängt haben. Erinnerungen wie ich sie von vielen von euch hier schon gelesen habe. Als ich klein war, hab ich auch heimlich Muttis Strumpfhosen getragen und das Gefühl genossen ein paar male hab ich auch ein Kleid angezogen. Beim spielen mit anderen Kindern hab ich auch hin und wieder eine weibliche Rolle eingenommen.
Ich spiele leidenschaftlich gerne PC oder PS4 auch da wähle ich oft einen weiblichen Charakter, Ok das tun vielleicht viele aber hier passt es so gut ins Bild...

Etwas begann sich zu regen in meinem Kopf und dann sagte jemand "Schön dass du mich endlich wahrnimmst, jetzt gib mir doch bitte noch einen Namen"

Rabea-Marie war geboren...

-Mia-
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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 2 im Thema

Beitrag von -Mia- » Fr 11. Aug 2017, 10:05

Hallo Rabea-Marie (moin)

Deine Geschichte hat viele Parallelen zu anderen Geschichten hier im Forum und ist nicht verwunderlich :wink: Vielleicht solltest du doch mal einen Psychologen auf suchen um mit ihm mal über deine Gefühle zu reden. Wie du ja schon geschrieben hast tut es einfach gut sich mal alles von der Seele zu reden. Ich hoffe für dich das du eine weg finden wirst der es dir ermöglicht mit deiner Familie Glücklich zu werden!

In dem sinne lass alles mal auf dich wirken und hör in dich hinein was deine innere Stimme zu dir sagt.

LG Mia Bild
Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum.

TessaLouboutin
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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 3 im Thema

Beitrag von TessaLouboutin » Fr 11. Aug 2017, 11:00

Hi Rabea (moin) ,

vielen Dank für Deine ehrliche Geschichte. Auch ich kann dort viele Parallelen zu meiner eigenen
erkennen. Es gibt ein weites Spektrum, in welchem "unsereins" seinen Platz sucht. Ich wünsche Dir hier im Forum
eine gute Zeit und einen regen Austausch mit "Gleichgesinnten". Das Thema "Familie" betrifft hier einige,
einschließlich mir und ist auch ein sehr komplexes. Hier treffen die Begriffe Liebe, Hass, Verdrängung, Verantwortungsbewustsein,
Pflicht, Gesellschaft, Scham, Selbstzerstörung, Verständnis, Egoismus... - aufeinander. Ich denke Du bist auf dem
(wir bezeichnen es hier wohl als:) "dem Weg" den jeder gehen muß und der mit der Selbsterkenntnis beginnt, das "Etwas" anders
ist, als es sein sollte.

LG Tessa.
Hat die Blume einen Knick, war der Schmetterling zu dick.

Jenniffer63
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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 4 im Thema

Beitrag von Jenniffer63 » Fr 11. Aug 2017, 11:20

Hallo Rabea-Marie.

Erst einmal willkommen, und ja, du schreibst so erfrischend anders.
Das Forum hält eine Menge für dich an Informationen bereit, aber ich freue mich, wenn du dich weiter so in dieses Forum einbringst.

Ich möchte nur eines anmerken, ignorieren in der Beziehung ist immer der Weg in die Sackgasse. Und je länger du das tust, desto schwieriger findet ihr beide wieder heraus. Ein gemeinsamer Weg lässt sich nur in gemeinsamen Gesprächen finden, ganz egal wie dieser Weg aussieht.

Nochmals, fühle dich wohl hier und zeige auch deiner Frau dieses Forum, denn auch für sie ist sicherlich einiges Wertvolle hier zu finden.

Ganz liebe Grüße
Jenniffer
besser ANDERS und GLÜCKLICH als gleich und unglücklich!

Brauchst du Hilfe beim Schminken und Stylen? Schau hier:
www.transpassabel.de

SteffiVau
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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 5 im Thema

Beitrag von SteffiVau » Fr 11. Aug 2017, 12:29

Hallo Rabea-Marie,

ich kann deine Geschichte zu 100% verstehen und nachvollziehen!
Willkommen im Club!

Es ist bei vielen dieselbe Agenda: Ungewissheit, Zweifel, Scham....

Meine Frau argumentierte auch mit der "Ich hab nen Mann geheiratet"-Nummer. Ja! Bin ich! Und der will ich auch bleiben!
Unser Crossdresser-Handeln ist sowas von irrational, das versteht keiner, der nicht diese Leidenschaft in seiner Brust trägt.

Ich habe es meiner Frau anders erklärt, ohne Geschlechterrollen vorbelastet. mit Leuten, die auf Mittelalter stehen.
Gekleidet wie ein Ritter, den Anspruch an sich selber, der authentischste Ritter auf dem Mittelalterfest sein zu wollen.
Der zieht am Ende des Tages zufrieden seine Rüstung aus und ist wieder Peter Müller aus der Hauptstaße 1 und führt ein ganz normales Leben in der Gegenwart.
Seine Frau wird wahrscheinlich keine Angst haben, dass ihr Peter auf einmal nur noch im Mittelalter leben möchte, Wir kündigen den Stromvertrag, ziehen in eine Waldhütte, ich jagen unser Essen selbst.
Ich weiß, jeder Vergleich hinkt mehr oder weniger, war aber für meine Frau plausibel. Das geht mit "Indianern" und anderen passionierten Hobbyisten mit Leidenschaft für die Sache.

Mit der Zeit wird die Angst weniger, wenn die Angetraute sieht, dass es tatsächlich "nur ein Hobby" ist und wir, trotz gelegentlich deutlich sichtbarer weiblicher Seite, weiterhin der Mann sind, den sie kennen und lieben gelernt hat.

Liebe Grüße,
Steffi
Manche Männer sind die kompliziertesten Mädchen, die ich kenne.

Rabea-Marie
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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 6 im Thema

Beitrag von Rabea-Marie » Fr 11. Aug 2017, 22:08

Hallo ihr lieben!

Vielen Dank für euer Feedback und dass ihr euch die Zeit genommen habt meinen Roman zu lesen!
Ich konnte einfach nicht aufhören zu schreiben :-)

Ich denke das Thema mit dem Psychologen werde ich erst mit meiner Frau besprechen. Geplant hatte ich ihr alles schon morgen zu sagen, sofern micht nicht der Mut verlässt.
Was vor 2 Tagen noch ein fester Entschluss war, sieht jetzt aus wie ein kleiner Junge mit schlotternden Knien...

"Irrational" ja Stteffi das trifft es auf den Punkt. Auch den Vergleich mit "herkömmlichen" Rollenspielern finde ich als Erklärung sehr gut geeignet.
Ich denke ich werde das in mein Geständnis einbauen, vielen lieben Dank für diesen Ratschlag!

Lg Rabea

Nachtrag: Danke Jenni für das kompliment der Schreibweise! Rabea ist ein wenig, na wie soll ich das ausdrücken... Frech und Rabiat denk ich... Hat sie sich bei mir und meiner Frau abgeguckt :D

Simone 65
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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 7 im Thema

Beitrag von Simone 65 » Sa 12. Aug 2017, 00:21

Hallo Rabea-Marie. Ich habe mehrmals Deine Geschichte gelesen .
Mein Leben ist ein anderes . Ich kann deine Geschicht nicht nachvollziehen, entschuldige . Deshalb habe ich so lange gebraucht . Ich habe so viele Fragen .
Wie alt bist Du , wie konntest Du so lange Es verdrängen , reicht Dir die ein paar mal , willst du mehr ? Eigentlich bin ich noch nicht fertig.
Liebe Grüße Simone.

Lese mal im Thread ,, Welche Grenzen setzten Eure Partnerin " .
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .

Rabea-Marie
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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 8 im Thema

Beitrag von Rabea-Marie » Sa 12. Aug 2017, 01:56

Hallo Simone,

erstmal die einfachste Frage, ich bin 33 Jahre alt.

Du musst dich nicht entschuldigen! Tob dich aus und Frag! Um ehrlich zu sein, finde ich deine Fargen wirklich toll. Es bringt mich dazu mir weitere Gedanken zu machen...

auf das "wie" hab ich keine Antwort... Ich glaube Rabea ist wie eine Reisende, mal ist sie fort und dann kehrt sie zurück und ruft "Hey! Hier bin ich! Ich will raus, lass uns Spaß haben!"
Wieso das so ist, weiß ich ebenfalls nicht... Ob sich das noch ändert? Keine Ahnung...
Jetzt gerade, ist sie ein Echo in meinem Kopf, ein lieblicher Nachklang der mir eine Gänsehaut beschehrt.

Reichen mir ein paar mal, schwierig... Es gibt Situationen die ich gerne mal auskosten würde. Als Beispiel: Ich habe mal ein Foto von einer Frau gesehen, sie trägt ein kurzes aber doch weites
Band-Shirt (sieht ziemlich gemütlich aus) einen Panty, Straps-Strümpfe und High Heels. Sie liegt scheinbar ganz entspannt auf der Couch und schaut Fernsehen. Keine Ahnung wieso aber genauso würde ich auch gerne mal auf der Couch entspannen. Dieses Foto hat in seiner laszivität und gleichzeitig langweiligen Art eine unglaubliche Wirkung auf mich.
Dies zum Beispiel ginge nicht ohne das Einverständnis meiner Frau. Die ständige Angst erwischt zu werden, würde den ganzen Grundgedanken der Entspannung zerstören. Außerdem, wer soll die Tür öffnen wenns mal klingelt?

Anderes Beispiel, meine Frau ist auch meine beste Freundin. Nun habe ich zwei Erfahrungen sammeln können als Frau draußen...
Erstens, Karneval. Ich hab mich wohl gefühlt und hatte auch eine menge Spaß und war auch viel unbefangener, hier war meine Frau dabei.
Zweitens, Halloween. Wieder hab ich mich wohl gefühlt, hatte aber bei weitem nicht so viel Spaß und war weit entfernt von unbefangen, meine Frau war nicht dabei.
Mein Fazit, würde ich mich wohl fühlen wenn ich alleine als Frau auf die Straße ginge? Bestimmt. Hätte ich Spaß dabei? Ich glaube nicht... Ich denke ich möchte lieber wenige Momente erleben, die ich in vollen zügen ausgekostet habe, als viele mit einem bitteren Beigeschmack.

Will ich mehr? Ja auf jeden Fall! Wollen definitv, das erkennt man wohl schon am ersten Beispiel...
Eine sehr schöne Fantasie ist auch, mit meiner Frau als Frau shoppen zu gehen...
Aber leider bekommt man nicht immer was man will... Du/Ihr merkt schon ich bin sehr auf meine Frau fixiert, irgendwie ist sie für meine weibliche Seite auch ein Vorbild...
Wir haben in unseren 9 Jahren die wir jetzt zusammen sind schon so viel durchgemacht, soviele Hürden die wir gemeistert haben, soviele schöne Erfahrungen die wir gesammelt haben...
Wenn man uns zusammen sieht und nicht kennt, würde man nichtmal glauben das wir uns auch nur mögen, aber genau das ist es was unsere Beziehung so intensiv macht!
Keiner von uns musste sich bisher in eigener Weise verstellen, sein loses Mundwerk halten oder ähnliches Wir sind zueinander genauso wie Wir zu anderen sind, Wir sind einfach Wir.
Rabea wirklich ausleben und nicht nur in meinem Kopf ohne meine Frau, ist für mich nur schwer vorstellbar...

Lg Rabea

SteffiVau
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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 9 im Thema

Beitrag von SteffiVau » Sa 12. Aug 2017, 09:19

Hi Rabea,

schau einfach, wie und wo die Reise hingeht. Du hast meinen Respekt, ich habe 10 Jahre länger dafür gebraucht, bis ich mich offenbart habe.

Deine Visionen mit der Band-Shirt Dame in High Heels kenne ich ebenfalls allzu gut. Man bekommt Impulse, die zu Fantasien führen... Vieles davon tatsächlich mal ausprobiert, hat dann doch gezeigt, dass das Kopfkino wesentlich schöner war als die Realität. :((a
Das stelle ich übrigens immer wieder beim Online shoppen fest, wenn ich mir ein atemberaubendes Kleid bestelle, das auf den Bilden von einer noch atemberaubenderen Schönheit getragen wird. --> Kopfkino: "Wow!!! Haben will!!!" und wenn ich das dann anhabe --> "mmmh...... wie lange kann ich das Dingen umtauschen?" :?
Meine Frau ging mit dem Outing "in Wellen" um, anfänglich neutral-positiv, dann totale Ablehnung mit Scheidungsgedanken, dann wieder positiv, hin und her, Angst vor Verlust des Mannes... Wir haben viel gemeinsam probiert. Auch hier war Kopfkino oft schöner als in echt. Einige Sachen machen wir immer noch gemeinsam, wie Klamotten shoppen, aber en femme mit mir "auf die Piste" will sie nicht mehr. Ein Kompromiss mit dem ich gut leben kann. Steffi ist mittlerweile ein Teil unserer Beziehung geworden, aber kein Teil unserer Ehe.

Liebe Grüße
Steffi
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ULI67
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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 10 im Thema

Beitrag von ULI67 » Sa 12. Aug 2017, 10:17

Hallo Rabea- Marie,
Auch ich habe deine Geschichte in mich aufgesaugt. Sie ist toll beschrieben und ich erkenne mich, wie wahrscheinlich viele andere hier, darin wieder.
Die schlechte Nachricht... wenn der Rest genauso ähnlich abläuft... es geht weiter... und es wird stärker.
Ich finde den Vergleich mit Rollenspiele nicht so gut. Wir sind so... wir sind Frauen, etwas andere zwar, aber wir spielen da nichts, sondern leben unsere Sehnsüchte. Wir spielen eher den Mann, der arbeitet, seine Familie ernährt und beschützt. Beobachte dich mal selbst... Du wirst sehen, es sammeln sich immer mehr Eigenschaften einer Frau, die mit gespielter Männlichkeit bedeckt werden.
Es ist unser Schicksal und früher oder später müssen wir es akzeptieren oder seelisch daran zugrunde gehen.
Wie weit sich das entwickelt, weiss keine von uns und das ist auch unterschiedlich, aber in jeder von uns schlummert mehr, als wir es uns wünschen oder eingestehen wollen. Was das genau ist, ja das müssen wir selbst heraus finden.
Ich wünsche euch, dass alles gut aus geht.
Ich bin gespannt
LG ULI
Ich liebe es eine Frau zu sein 👩

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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 11 im Thema

Beitrag von dooris » Sa 12. Aug 2017, 12:20

Hallo Rabea-Marie,
zuerst möchte ich mich für deine sehr schön geschriebenen Erlebnisse bedanken.
Ich bin 15 Jahre älter als du, habe aber schon seit 2000, als ich meine Lebenspartnerin kennen gelernt habe, um den heißen Brei geredet.
Sie wußte von Anfang an, das ich Strumpfhosen mag und trage, das ich mehr Frau bin, obwohl ich mit männlichen Geschlechtsmerkmalen geboren bin.
Ich benutze Ihre Cremes und manchmal auch Ihr Make up. Zu jeder passenden Gelegenheit habe ich ihr gesagt, das ich lieber als Frau geboren wäre.
Und trotzdem habe ich mich nie getraut ihr reinen Wein einzuschenken, weil ich Angst hatte sie zu verlieren.
Im Jahr 2003 ist unsere Tochter zur Welt gekommen, das sich manche Frauen in der Schwangerschaft und nach der Geburt sich so sehr verändern, habe ich schon mal gehört,
aber das es mich so trifft nicht. Ich habe eine andere Frau bekommen.
Wir stritten oft, und vertrugen uns genau so oft wieder.
Vor ca. 5 Monaten erfuhr meine Liebe, das ich mit einer Freundin, in Münster shoppen und quatschen war. Und das als Doris.
Sie stellte mich zur Rede, und was sie mir alles vorwarf möchte ich hier nicht schreiben. Schlimm fand sie, das ich einer Freundin alles erzählt habe, und ihr nicht.
Sie wollte sich trennen, Ende aus vorbei.
Am gleichen Tag haben wir unsere Tochter eingeweiht was mit mir los ist, und das eine Trennung bevorsteht.
Ina fuhr weg und kam nach 3 Stunden wieder. Wir haben gereden, unser wichtigstes Gespräch in unserer Beziehung. Ich habe versucht zu erklären, warum wieso weshalb.
Habe ihr auch gefragt, warum sie nie genau zugehört hat, wenn ich gesagt habe, das ich lieber Frau wäre. Warum sie mir damals schon einen Kosmetikgutschein, geschenkt hat, und ich mit gezupften, gefärbten Augenbrauen nach Hause kam. Was ich heute immer noch machen lasse.
Sie mir Strumpfhosen vom Einkaufen mitgebracht hat.
Wir haben viel geredet, und uns nachher wieder im Arm genommen, obwohl sie mich Morgens nicht mehr anfassen konnte.
Allerdings haben wir in der folgenden Nacht getrennt geschlafen. Besser gesagt nachgedacht.
Morgens haben wir alle drei gemeinsam gefrühstückt, unsere Tochter, heute 14 Jahre, fragte dabei ganz locker, Papa möchtest du dich auch umoperieren lassen?
Sie ist damit gross geworden, meine Sachen lagen immer bei uns im Haus herum. Sie hat damit kein Problem. Und sagte auch am Morgen, das sie bei mir bleibt, wenn wir uns trennen.
Es hat sich seit dem Outing sehr viel verändert. Ich bin ruhiger geworden, habe kein Geheimniss mehr vor meiner Lieben. Das tut so gut.
Und das Schönste ist, das ich noch offener damit umgehen kann. Auch gegenüber meinen Bekannten.
Die Zeit heilt viele Wunden, versuche deine Frau zu überzeugen, das sich der Mensch nicht ändert.
Wenn der Stein zur Seite ist, könnt ihr eine traumhafte Beziehung leben, denn dein Wunsch Frau zu sein, auch wenn es nur mal ab und zu ist, wird bleiben und stärker werden.
Liebe Grüße
Doris

ChrisTina73
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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 12 im Thema

Beitrag von ChrisTina73 » Sa 12. Aug 2017, 13:48

@dooris

Sehr schöne ehrliche Geschichte. Den männlichen Aspekt können WIR leider nicht ausblenden, auch wenn viele es gern möchten und oft ist es genau dieser Schatten, der vieles zerstören kann. Es ist ein Teil von uns und für mich persönlich ist das "abschnippeln" nicht die Lösung. Ich mußte spontan dran denken, als ich Deine Geschichte las, das Deine Frau sich bestimmt manchmal ausgegrenzt fühlte und sich fragte, warum Du dann nicht auch mal Ihre Freundin sein kannst...

Ironie on: Warum Männer "nie" zuhören und Frauen "schlecht" einparken ;) Zitat: "Habe Sie gefragt, warum sie nie genau zugehört hat...." Ein Schelm, wer böses denkt.

Da sind mir von einem guten Freund, der mich ein Teil auf meinem Weg zu mir begleitete, 2 Sätze in Erinnerung geblieben: "Viele Menschen sind kein Fleisch, kein Fisch" und "Say, what you mean, mean what you say"

Naja. Vielleicht hab ich da auch eine andere Auffassung, da das weibliche Geschlecht eigentlich schon immer in meiner Familie vorherrschend war, aber: Ich danke Dir, dooris, das Du mir durch Deiner positiven Erfahrung gezeigt hast, das der Weg, den ich jetzt eingeschlagen hab, der Richtige für mich ist.

LG

von einer hoffnungsvollen ChrisTina

PS:Nomen est Omen. Meine Oma (Name: Doris), die vor 17 Jahren von uns gegangen ist, war eigentlich das "Oberhaupt" unserer Familie, was bei den ganzen "weibsen" nicht immer leicht war.
PPS: Nein ich vergleiche Dich nicht mit meiner Oma oder empfinde Dich nicht so, aber oft sind es die kleinen "Zufälle", die uns etwas zeigen wollen.
Der Weg hinein scheint für viele rückblickend der Schwierigste, aber auch nur, weil sie den Weg heraus noch nicht gefunden haben...

ChrisTina73
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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 13 im Thema

Beitrag von ChrisTina73 » Sa 12. Aug 2017, 14:23

@Rabea (irgendwas klingelt bei mir in Verbindung mit dem Namen) :)

Zum Teil erkenne ich einige Aspekte von mir wieder.... Karneval 2009, obwohl ich mir die ersten Gehversuche/Grundlagen (Mitte 2008 brach es extrem durch) selber erarbeiten musste und nicht das "Glück" hatte, eine Partnerin, Freundin oder Freund an meiner Seite zu haben, mit der/dem ich mich hätte austauschen können. Natürlich war es auch für mich ein "Versteckspiel" und auch Halloween kommt mir so bekannt vor, nur in der Verbindung, das ich jetzt grad in der Vorbereitung und zaghaften Phase meines 2. "Outings" bin und Halloween noch fast 2 1/2 Monate entfernt ist.
Kommenden Dienstag hab ich einen ersten Termin mit einer Psychologin/Therapeutin, bei der ich vor 1 Jahr schon mal war wegen eines Scapula Alata, dem sogenannten "Engelsflügel". Sie scheint damals auch noch was anderes wahrgenommen haben.

Wenn Du es so wahrnimmst, wie Du schreibst : ....Etwas begann sich zu regen in meinem Kopf und dann sagte jemand "Schön dass du mich endlich wahrnimmst, jetzt gib mir doch bitte noch einen Namen"...

Es kann Dir vieles offenbaren und zum eigenen Selbstverständnis beitragen. Vertraue doch habe Respekt und nimm es ernst, auch wenn der Spaß nicht zu kurz kommen sollte.

Einen Daimon (nicht Dämon) beim Namen nennen bedeutet ihn zu rufen, ihn einzuladen ;)

LG

ChrisTina
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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 14 im Thema

Beitrag von Sahara65 » Sa 12. Aug 2017, 15:01

Mit meinen beiden weiblichen Therapeuten bringt mir persönlich mehr als in Foren darüber zu debattieren was mir gut tut und was nicht. Mit das wichtigste damit umzegehen ist Ehrlichkeit, sich selbst und seinem Umfeld gegenüber.

Seiner Familie zu verschweigen wer man ist geht nur bedingt kurzzeitig gut, Partner die mit offenen Augen die Welt betrachten haben eine gute Wahrnehmung. Ahnen es im Vorfeld das Mann entweder Homosexuell ist oder sich etwas ganz anderes dahinter verbirgt.
Anzeichen wie bei dooris waren unlängst von der Gattin angesprochen werden müssen. Weg zu sehen ist in einer Ehe genauso schlimm wie nichts zu sagen.
Das es solange gut gegangen ist verwundert mich doch.
Entweder schreitet man den Weg mit seinem Partner oder alleine, dünnes Eis beider Seits ist destruktiv.
Meine kinder und meine Partnerin hatte ich als erste informiert und mit einbezogen.

Zwar habe ich noch einen langen weg vor mir, gehe aber bedacht mit denen um die lieb und teuer sind. Das grenzt das soziale Umfeld nicht aus.
Egoismus ist vollkommen fehl am Platz, es sei man ist ein Eremit.

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Re: Rabea-Marie, die Geburt einer Frau

Post 15 im Thema

Beitrag von Rabea-Marie » So 13. Aug 2017, 06:01

Guten Morgen ihr Lieben!

Wahrscheinlich hast du recht mit dem Kopfkino, Steffi...

Ich würde auch von mir nicht sagen dass ich eine "unterdrückte" Frau bin die dann hin und wieder in die Männer rolle schlüpft.
Bei mir kommt das alles der Zeit nur schubweise. Als ich zum Beispiel meine Geschichte erzählt habe, war meine weibliche Identität sehr stark... In den letzten 2 Tagen allerdings kaum zu spüren.
Ob sich daran etwas ändert kann ich überhaupt nicht sagen. Auch für mich ist das alles schließlich ganz neu. Die Erkenntnis und damit auch das Bewusstsein was überhaupt los ist habe ich ja schließlich auch erst seit ein paar Tagen...

Ich Stimme dir voll und ganz zu Sahara! Ich bin auch ein ehrlicher Mensch der seiner Frau nie was verschweigt, ich nehm nicht mal ein Blatt vor den Mund... Muss ich auch nicht, wir gehen einfach so mit einander um. Einer der Aspekte unserer Beziehung die sie so intensiv macht...
Es gibt ein anderes dunkles Kapitel aus meiner Vergangenheit, welches ich meiner Frau recht früh bevor es mit uns richtig ernst wurde, mitgeteilt habe...
Eines späteren Tages hatte dann diese Offenheit, aufgrund einer Intrige ihres Ex, unserer Beziehung gerettet und sogar fester verbunden.
Ahnt sie was? Oder weiß sie etwas? Ja bestimmt, eventuell wusste sie schon vor mir, mehr... Aber ich denke nicht dass sie bei dem geflaxe um meine weibliche Seite oder "zu vielen weiblichen Hormonen" eine echte Ernsthaftigkeit dahinter gesehen hat...
Jetzt wo ich mir selbst, zumindest teilweise, darüber bewusst bin was denn eigentlich mit mir los ist, kann und will ich mir überhaupt nicht vorstellen dass ohne ihr Wissen und Einverständnis in irgendeiner Form auszuleben...
Wenn ich daran denke was ich hier schon öfter gelesen habe, dass ein heimlicher "Kleiderschrank" existiert und dass man dann irgendwo hinfährt um enfemme rauszugehen... Keine Ahnung wie das gehen soll! Ich müsste doch ständig lügen was ich jetzt schon wieder mache. Wieso ich jetzt mit nem "Koffer" das Haus verlasse... Das könnte ich nicht! Das schlechte Gewissen würde mich mehr zerfressen und den ganzen "Sapß" auch noch verderben.

Gestern hab ich es nicht geschafft ihr zu sagen, leider... Der Tag war einfach so turbulent und abends war ich so erschöpft... Einerseits weil wir nur unterwegs waren und zusätzlich weil es die ganze Zeit in meinem Kopf gerattert hat "Du musst es ihr sagen... Ja, aber nicht hier und jetzt..." Es war einfach zu viel los...
Ich habe es mir für gleich, wenn sie aufsteht fest vorgenommen.

LG Rabea

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