Crossdressing im Alter
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Doreen
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Crossdressing im Alter

Post 1 im Thema

Beitrag von Doreen » Di 27. Okt 2015, 09:03

Hallo Miteinander,
gern würde ich mal ein Thema aufgreifen welches bisher scheinbar noch in keinem Thread in diesem
Forum veröffentlicht wurde, zumindest hat mich hierbei unser Mitglied Brigitta unterstützt und offensichtlich hierzu nichts zu finden war, danke Brigitta!

Es geht um`s Altern und deren Begleiterscheinungen als TG, CD, TS, TV usw.

Mit zunehmendem Alter stelle ich mir oft die Frage, was wird sein wenn man mal auf fremde Hilfe
angewiesen ist, in eine Alten, - oder Senioreneinrichtung als langjähriger Crossdresser leben muss?
Eine ganze Anzahl von Mitgliedern haben ein Alter über 60 erreicht, auch ich. Wir werden nachweislich
durch unsere hervorragenden medizinischen Errungenschaften immer älter, aber auch
verstärkt von Demenz und Alzheimer heimgesucht.
Da ich in den letzten Jahren zwei Angehörige in Seniorenheimen oft besucht und betreut habe,
tauchte hier und da schon mal die Frage auf, was wäre wenn ich mal hier sein müsste, ich und mein Transvestismus? Könnte ich als Mitbewohner weiterhin in Frauenkleidern meinen Lebensabend verbringen?
Würde das Pflegepersonal wenn ich selbst nicht mehr dazu in der Lage wär, mich beim Anziehen
weiblich oder männlich kleiden?
Wie würden die anderen Mitbewohner damit zurechtkommen?
Habe diese Thematik mit meiner Frau schon mal besprochen, wir haben keine Lösung bisher, klar ist,
wir legen ja das Crossdressing nicht plötzlich unsere Neigung ab nur weil wir jetzt älter werden, im Gegenteil,
ich stelle an mir selbst fest dass es stärker wird von Jahr zu Jahr mit dem Wunsch sich feminin zu kleiden.
Sicher, es trifft nicht auf die Menschen zu welche bereits eine Geschlechtsangleichende OP hatten und wirklich
nun Mann oder Frau sind, hier ist eindeutig sicher wie man im Altenheim dann wahrgenommen,- und auch entsprechend gepflegt wird.

Doch die vielen heimlichen ungeouteten Damenwäscheträger, Transvestiten oder Crossdresser,
dazu zähle ich, müssen sich was einfallen lassen im Falle einer Altenheim-Unterbringung, man
kann sicherlich nicht vom Pflegepersonal erwarten dass dieses einem täglich BH, Strumpfhose, Rock,
Kleid und Bluse anzieht, oder gar auch den BH mit Silikonbusen fühlt damit man sich wohl fühlt.
Wie wird es sein bei einer Demenz, weiß man dann noch dass man Crossdresser ist?
Braucht man dann noch seine Kleidung? Die Fragen kann niemand beantworten.

Das Sterben gehört ebenfalls dazu, wie möchte ich beerdigt werden?, Was ist mein letzter Wunsch
auf dem Sterbelager, wünsche ich mir in einem Weißem Kleid oder in einem dunklen Anzug meinen letzten Weg zu gehen?
Da ich selbst an eine Wiedergeburt glaube und gerne als Mädchen/Frau zurückkommen würde,
habe ich meine Frau gebeten wenn ich vor ihr gehen sollte, was wahrscheinlich ist wegen unseres
zehnjährigen Altersunterschied, sie möge mich in einem schönem Brautkleid beerdigen lassen.
Ich bilde mir ein, so zu signalisieren als was und wer ich im nächsten Leben erneut auf die Welt kommen mag.

Viele sicherlich auch unbequeme Fragen tun sich für mich auf, Ihr habt Euch bestimmt mit diesem
heiklem Thema auch schon beschäftigt, aber man verdrängt es gern, und doch ist es wichtig sich
damit auseinander zu setzen.
Ich würde mich auf Eure Meinungen und Tipps freuen.

Liebe Grüße Doreen

colibri
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Re: Crossdressing im Alter

Post 2 im Thema

Beitrag von colibri » Di 27. Okt 2015, 13:36

Hallo Doreen,

für die, die es mit der Kleidung nicht mehr selbst machen können, wird es zunehmend UNISEX: Windel an, Jogginghose hochziehen, fertig. Diese Erfahrung habe ich mitbekommen bei Besuchen in Klinik und Pflegestationen. Das Personal hat sowieso keine Zeit, sich um solch "unwichtige" Details zu kümmern.
Wenn man noch mobil ist, geht vielleicht mehr und es könnte akzeptiert werden (da habe ich jetzt keine Erfahrung). Ich kann mir vorstellen, dass man sich dann entscheiden müsste: mal Mann, mal Frau ist schwierig. Dann eher entscheiden und konsequent dabei bleiben. Sonst gibt's zu viel Durcheinander. Ist aber nur eine Vermutung.
Wie ist es dann mit Amtlichen Formalitäten?

Grüsse,
colibri

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Re: Crossdressing im Alter

Post 3 im Thema

Beitrag von Lina » Mi 28. Okt 2015, 12:13

@Würde das Pflegepersonal wenn ich selbst nicht mehr dazu in der Lage wär, mich beim Anziehen
weiblich oder männlich kleiden?
Wie würden die anderen Mitbewohner damit zurechtkommen?

Die sind Personal und da um zu helfen, nicht Vorschriften machen wie man zu leben hat. Ich sage nicht, dass da immer respektiert wird, aber das ist kein spezielles TG-Problem.

Und die anderen Mitbewohner müssen wohl damit zurechtkommen ... was sollen sie sonst tun. Genau wie alle andere Menschen, mit denen eine Interaktion statt findet. Wie soll man vorab etwas dazu sagen?

Regenbogenfisch
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Re: Crossdressing im Alter

Post 4 im Thema

Beitrag von Regenbogenfisch » Mi 28. Okt 2015, 19:32

Hallo Doreen,
darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Ich weiss keine Lösung.
Und eine damit verwandte Frage plagt mich: Wenn ich nicht mehr ganz handlungsfähig bin, was wird dann aus meiner Kleideransammlung? Die ist zwar teils meiner Frau bekannt, teils nicht. Muss ich mich dann wegen der Heimlichkeit schämen?
Eigentlich alles bescheuert, dass ich mir solche Gedanken machen muss. Ich möchte doch nur ich sein. Da gehört Frauenkleidung halt dazu.

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Re: Crossdressing im Alter

Post 5 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Mi 28. Okt 2015, 19:47

Hallo zusammen,

...das ist ein sicher interessantes Thema, das uns alle irgendwie früher oder später betrifft. Ich habe mir ehrlich darüber bis heute noch keine rechten Gedanken gemacht, da ich nicht weiß, was die Zukunft für mich, mein Leben und meine weiblichen Gefühle und Wünsche noch bringen mag.
Sicher möchte ich nicht eines Tages im Männersaal des Altersheim liegen müssen und mir das Gelaber über Fußball und sonst was anhören müssen - aber sind wir dann überhaupt noch in der Lage Entscheidungen selbst zu treffen. Da ich mir kein gepflegtes Altenheim leisten kann, sieht da die Zukunft als Kleinrentner/in eher düster aus.
Da ich vieles nicht will, bliebe da noch die Möglichkeit des Sterbefastens, das bei vielen Naturvölkern früher üblich war.
Ob ich das dann noch bringen kann??? - ich weiß es nicht.
Die Frage ist ja auch, wer von uns zuerst geht, das bedingt sicher dann weitere Entscheidungen - alles , so hoffe ich, noch eine Tage und Jahre hin...
Ich möchte im Meer begraben werden, das liebe ich und da fühle ich mich wohl.

Gruß, Ulrike-Marisa

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Re: Crossdressing im Alter

Post 6 im Thema

Beitrag von helgafemin » Do 29. Okt 2015, 17:58

Hallo zusammen,

viele Fragen, auf die es jeweils nicht DIE Antwort gibt. Lebt man zu Hause oder im Heim? Kann man im Alter noch allein die Entscheidungen treffen, ich denke hier an Demenz, wo ein Betreuer zur Seite stehen muss?

Lebt man zu Hause, dürfte alles wohl weniger ein Problem sein. In einem Heim sieht das schon anders aus. Ist man noch in der Lage, eigene Entscheidungen zu treffen, müsste man sich wohl vor der Aufnahme mit der Heimleitung besprechen. Dem Personal dürfte es wohl egal sein, ob der Bewohner "männlich" oder "weiblich" gekleidet würde, wenn er es wünscht. Ich glaube auch, dass die meisten Pflegerinnen und Pfleger damit auch kein Problem hätten.

Problematischer dürfte sein, wenn krankheitsbedingt ein gesetzlicher Betreuer bestellt werden müsste. Dieser hat die Interessen des Betreuten zu vertreten, muss aber auch darauf achten, die Würde des Betreuten zu wahren. Würde ein "männlicher" Bewohner des Heims "weiblich" gekleidet, wären zwar dessen Interessen gewahrt, andererseits könnte es aber sein, dass er der Lächerlichkeit preisgegeben würde. Das dürfte nicht sein. Hier müssten wohl Kompromisse gefunden werden (z. B. kein Rock oder Kleid in allgemein zugänglichen Räumen).

Auch das Beschaffen der Kleidung dürfte sich als schwierig gestalten, da eine jährliche Rechnungslegung beim Amtsgericht - mit Vorlage der Belege - zu erfolgen hat. Wie wird man da wohl den Kauf eines Kleides oder eines Rockes erklären. Gleiches gilt, wenn der Heimbewohner Sozialhilfeempfänger ist. Manche Sozialämter zahlen eine pauschale jährliche Bekleidungsbeihilfe. Andere Sozialämter verlangen vor dem Kauf eine Liste der benötigten Kleidungsstücke. Daraufhin wird ein Betrag festgesetzt, ebenso die Nutzungsdauer. Wie sollte man dem Sozialamt erklären, dass man für einen Mann ein Kleid braucht?

Leider wird es auf die aufgeworfenen Fragen keine einfachen Antworten geben. Lassen wir es also einfach auf uns zukommen und abwarten, welche Überraschungen das Leben für uns noch bereithält.

Grüße

Helga

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Re: Crossdressing im Alter

Post 7 im Thema

Beitrag von rika » Do 29. Okt 2015, 21:15

Eigentlich klingt im Alter zunächst mal ziemlich trüb, empfinden wir doch unter Alter Menschen, die alt sind. Dies hat sich in den letzten Jahrzehnten dramatisch gewandelt: als Kind empfand ich meine Eltern und Tanten / Onkels als alt und sie waren es oft auch mit ca. 60 Jahren, verbraucht durch die Kriegszeit und das damalige Leben. Jetzt bin ich selbst 62 und habe das Gefühl, noch einigermaßen auf der Reihe zu sein (dank rika???)

Aber die Uhr tickt unaufhörlich und immer nur in eine Richtung.

Meine weiblichen Vorbilder sind die Diven und die waren selten jung sondern eher reif und selbst mit 60-70 interessant.

Ich möchte so lange es geht in meinem Haus wohnen und den Kleiderschrank wohlgefüllt haben wobei der Kleidungsstil nach nicht nach "Alters-schlamm-grau" mit Hosen mit Gummizug und Schuhen mit Klettverschluss gehen wird. In die Jahre zu kommen kann durchaus elegant sein - altersgemäß eben.

Und wenn dann die Lichter trübe werden - wer weiß? Aber im schönen Gewand unter die Erde zu kommen wäre schon etwas. Leider werden hier bei uns die Meisten in den Ofen geschoben und da weiß ich nicht was die Kunstfaser emittieren...

rika

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Re: Crossdressing im Alter

Post 8 im Thema

Beitrag von Brigitta » Fr 30. Okt 2015, 10:55

Hallo zusammen,

bedanken möchte ich mich erst einmal bei Doreen (ap) , dass sie dieses Thema, welches uns alle - besonders natürlich die mit 50 + x Jahren - angeht, mit einem so ausführlichen Beitrag gestartet hat!

Da ich selbst zu diesem Kreis gehöre und mich mit den Fragen des Alters immer öfter befasse, hatte ich gehofft schon konkrete Ratschläge oder Anregungen zu lesen, wie frau mit zunehmendem Alter die eigenen Lebensumstände plant und angeht, um mögliche Schwierigkeiten mit dem Partner oder nahen Verwandten zu vermeiden (sofern nicht bereits ein "Outen" erfolgt ist und es keine "Geheimnisse" bzw. Überraschungen für die anderen mehr gibt. Leider muss ich feststellen, dass es sehr schwierig ist, allgemein gültige Ratschläge für das Verhalten im Alter zu geben, da wir unser Crossdressing doch alle zu unterschiedlich ausleben. So würde ich mich schon freuen, wenn sich noch viel mehr UserInnen an dieser Diskussion beteiligen, damit wir allein aus den verschiedenen Ansätzen einige Anregungen oder Ideen für unsere eigene Zukunftsplanung ableiten können, z.B:
- ob und wann ich anfangen muss meinen Kleiderschrank "aufzuräumen", auch wenn ein Umzug ins Altersheim noch nicht direkt bevor steht;
- wie ich damit umgehen sollte, wenn ich nicht mehr allein meine geliebte Damenunterwäsche, -strümpfe usw. anziehen kann;

Ich bin voller Erwartung, wass da (hoffentlich) an weiteren Beiträgen zu diesem Thema geschrieben wird. (flo)

Liebe Grüße
Brigitta ))):s
Nicht jede Frau kann eine Gazelle sein. (Elena Uhlig)

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Re: Crossdressing im Alter

Post 9 im Thema

Beitrag von Nicoletta » Fr 30. Okt 2015, 11:31

Hallo in die Runde,

auch ich fühle mich mit über 67 Jahren hier angesprochen, habe aber auch keine passende Antwort. Am ehesten weiß ich noch, was mit mir nach dem Tode geschehen soll, jedenfalls eine anonyme Bestattung im Wald, sonst stünde zu befürchten, dass auf dem Grabstein mein männlicher Name prangt.

Der Gedanke an Altersheim oder auch nur Krankenhaus schreckt mich durchaus. Ich lebe immer und ausschließlich als Frau, bin aber ebenso eindeutig als genetischer Mann zu erkennen. Ich habe mir einfach vorgenommen, nicht ernsthaft krank zu werden. :wink: Den meisten meiner Familienangehörigen ist das gelungen, sie haben das Leben unerwartet verlassen und hatten davor noch im eigenen Heim gewohnt. Ein Gegenbeispiel wäre meine Mutter, die bei ihrer Tochter wohnt, aber bettlägerig und ein Pflegefall ist. Da spielt dann Kleidung in der Tat keine Rolle mehr, wie Colibri drastisch gezeigt hat. Möge mir das erspart bleiben.

Und was das Ausmisten anbetrifft, so wird sich dem Problem dann voraussichtlich meine Frau stellen müssen, die 20 Jahre jünger ist, wobei die Kleidung das geringste Problem sein dürfte, schlimmer wird meine über vier Räume verteilte Bibliothek sein, von der ich mich aber vorläufig auch nicht trennen kann, denn ich arbeite ja noch damit.

Kurzum, ich habe keine praktikable Lösung, außerdem ist jeder Fall anders. Es macht einen Unterschied, ob wir Crossdresser sind oder Vollzeitfrauen, ob gesund oder krank, geoutet oder nicht, alleinstehend oder mit Angehörigen. Es wird jede ihre eigene Lösung finden müssen, aber sich auch nicht verrückt machen lassen. Wenn die Zeit kommt, wird sich auch ein Weg eröffnen.

Ich wünsche allen noch ein langes, erfülltes und sorgenfreies Leben,

Nicoletta
Ne budi ono što si bio, postani to što jesi. -- Sei nicht, was du gewesen, werde, was du bist!

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Re: Crossdressing im Alter

Post 10 im Thema

Beitrag von melanie » Fr 30. Okt 2015, 11:40

Hallo, hier ist Melanie,
72 Jahre alt und von da her legitimiert, zu diesem Thema, Verzeihung:Thread, Stellung zu nehmen. Ich sehe das so: Aus eigener Anschauung (meine Frau war Jahrzehnte lang
in der Altenpflege tätig und ich habe da so einiges mitbekommen) glaube ich zu wissen, dass es uns, wenn wir in das Stadium "Pflegestufe 3 im Altenpflegeheim" kommen sollten
ziemlich wurscht (nein, nicht Conchita Wurst) ist, wer uns was anzieht und uns dann im Rollstuhl in den Wintergarten schiebt um auf die nächste Mahlzeit zu warten. Und bis dahin?
Auf diese Frage gibt es wohl so viele Antworten wie persönliche Lebensumstände derer, die sie stellen, Patentrezepte und Entscheidungstabellen Fehlanzeige. Oder anders ausgedrückt:
Da muss jede(r) selbst sehen, wie er / sie zurecht kommt. Aus meiner ganz persönlichen Sicht kann ich nur sagen: Geniesse, was du hast so lange es geht. Was dann kommt,weiss eh niemand.
Sicher kein befriedigendes Rezept für Perfektionisten, aber ich hab kein besseres.

Ciao, bis dann mal wieder
Melanie

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Re: Crossdressing im Alter

Post 11 im Thema

Beitrag von Olivia » Fr 30. Okt 2015, 12:21

Hallo,

Melanie hat geschrieben:

"Auf diese Frage gibt es wohl so viele Antworten wie persönliche Lebensumstände derer, die sie stellen, Patentrezepte und Entscheidungstabellen Fehlanzeige. Oder anders ausgedrückt:
Da muss jede(r) selbst sehen, wie er / sie zurecht kommt. Aus meiner ganz persönlichen Sicht kann ich nur sagen: Genieße, was du hast so lange es geht. Was dann kommt, weiß eh niemand."

Dam kann ich mich nur anschließen.

Liebe Grüße von Olivia

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Re: Crossdressing im Alter

Post 12 im Thema

Beitrag von VanessaL » Mi 13. Sep 2017, 10:48

Hallo Ihr Lieben,

aus familiärem Anlass möchte ich dieses Thema noch einmal in den Focus rücken.
Das Forum ist ja jetzt schon eine weites Netzwerk und jedes Mitglied kennt sicher wieder andere, die hier nicht vertreten sind.
Daher ist es schon sehr wahrscheinlich, dass Ihr Personen kennt, die auf Grund Ihrer Pflegestufe in einem Pflegeheim oder aus weiser Vorhersicht in ein betreutes Wohnen gegangen sind bzw. gehen mussten.
Also wie ist es nun? Alleine in einem Pflegeheim mit transidentem HIntergrund? Gibt es Erfahrungen? Gibt es Selbshilfegruppen oder Leute die sich speziell mit dem Thema auseinandersetzen? Gibt es spezielle Einrichtungen, die sich auf gender spezifische Themen eingestellt haben?
Die Behandlung / Versorgung von älteren/alten Menschen ist in den verschiedenen Häusern letztendlich auch immer von den Personen und deren Kompetenzen abhängig. Aber ich habe bereits mehrfach erlebt, das die Bewohner als Menschen nicht ernst genommen werden .... und ich frage mich schon öfters mal, wie werde ich dann behandelt, wenn ich statt einer Jogginghose einen Rock tragen möchte und neben Nägelschneiden auch gerne einen schönen Nagellack hätte? Und wie sieht es aus, wenn ich keine OP oder Namensänderung hatte - wird dann noch meine weibliche Seite akzeptiert oder eher ignoriert. Ist der vollständige Weg zu einer Frau am Ende auch der Weg, um die Anerkennung in der Pflege zu erhalten?

Ich würde mich insbesondere über Beispiele aus dem Alltagsleben freuen, die vielleicht auch mut machen ...

Wohl dem, der eine Familie als Netz hat und darin ganz ganz lange aufgefangen wird. Aber viele von uns verlieren ja gerade dieses Netz, wenn sie sich outen. Und das oft in einem Alter in dem es schwer ist, neue familiäre Bindungen aufzubauen ...

Ganz liebe Grüße
VanessaL
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Re: Crossdressing im Alter

Post 13 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Mi 13. Sep 2017, 10:57

Hier in Dortmund gibt es die Arbeitsgruppe "Trans im Alter". Ich weiß allerdings nicht, ob die Arbeitsgruppe sich ausschließlich auf transidente Menschen bezieht, oder auch auf TV / CD bzw. TS ohne VÄ/PÄ. Eine liebe Freundin von mir ist dort tätig und ebenfalls hier im Forum angemeldet. Vielleicht schreibt sie ja etwas zu dem Thema, wenn sie mal wieder hier online ist.

Liebe Grüße
Michelle
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Re: Crossdressing im Alter

Post 14 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Mi 13. Sep 2017, 14:46

Ich kann nur theoretisieren, denn wenn es soweit ist, werde ich hier nicht mehr schreiben. Ich habe über meine Eltern und meine Schwiegereltern in den letzten Jahren einigen Einblick in verschiedene Pflegeheime bekommen. Ich habe auch den Eindruck, dass im Pflegefall das Thema Trans von eher untergeordneter Bedeutung ist. Aber wer weiß schon, was in den Köpfen der alten Menschen vor sich geht. Wenn mich der Fall trifft, weiß ich nicht, ob ich das noch erleben will.

Reden wir in ein paar Jahren darüber ...
Viele Grüße
Vicky

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Re: Crossdressing im Alter

Post 15 im Thema

Beitrag von VanessaL » Mi 13. Sep 2017, 15:07

Hallo Michelle,

Ich würde mich freuen etwas von Deiner Bekannten zu erfahren !

Hallo Vicky,

ich denke das ist nicht der richtige Ansatz - erst in ein paar Jahren darüber zu sprechen. Es gibt genügen geistig fitte Menschen die pflegebedürftig sind. Es ist ein aktuelles Thema und je mehr es möglich wäre Trans* zu etablieren, je mehr Lebensqualität hätten wir vielleicht, wenn es uns selber einmal trifft. Und das kann schon morgen sein ....

Liebe Grüße
VanessaL
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