Signalwirkung bei der Partnersuche als Enby
Signalwirkung bei der Partnersuche als Enby

Lebensplanung, Standorte
Nicole Fritz
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3018
Registriert: Mo 20. Mär 2017, 17:38
Geschlecht: Enby
Pronomen:
Forum-Galerie: gallery/album/567
Hat sich bedankt: 159 Mal
Danksagung erhalten: 253 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Signalwirkung bei der Partnersuche als Enby

Post 1 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo,

zum Thema Transition / Detransition und Uneinigkeit bin ich auf diesen Beitrag von Wally gestoßen:
viewtopic.php?f=16&t=17768#p233702

Was mich darin sehr überrascht hat, ist die Wirkung der weiblichen Brüste in der Rolle als Mann, die offensichtlich für das richtige Signal bei einer potentiellen Partnerin gesorgt hat. Bei meinen Partnerinnen war es immer das falsche Signal, weil ich immer nur versuchte die Rolle als Mann zu spielen, die von mir erwartet wurde. Wenn die dann erkannten, dass ich dieser Mann, in den sie sich verliebt hatten, nicht war, ging es immer wieder auseinander.

Im Moment ist es bei mir so, dass ich wieder falsche Signale aussende. Eine Frau, wie ich sie als Partnerin wünsche, kann offensichtlich mit einem komplett als Frau gekleideten Mann nichts anfangen. Reaktionen kommen dagegen von schwulen oder bisexuellen Männern. Nur will ich keinen Mann als Partner haben.

Dann lese ich hier, dass es bei CD als Teilzeitfrauen immer wieder funktioniert, wenn die Partnerin von Anfang an von der Rolle als Frau weiß. Sollte ich also nun den Mann-Modus wieder aufleben lassen? Ich denke, das funktioniert nicht, weil ich ja dann wieder eine falsche Rolle spiele, wenn auch nur zeitweise. Wie soll ich aber nun einen Enby (NB, non-binary) signalisieren, der so etwas ähnliches wie eine lesbische Beziehung mit einer Frau haben möchte?

Die Brüste bei Wally zeigen, dass wohl vor allem körperliche Merkmale die stärkste Signalwirkung haben. Und körperlich bin ich immer noch weitgehend ein Mann. Für Schwule passe ich da offensichtlich in die weibliche Rolle einer Homo-Beziehung, die ich aber nicht haben will. Bei Wally passt es dagegen offensichtlich. Da gibt es eine eher männliche Erscheinung in Kombination mit einem weiblich geformten Körper, wie es häufig bei lesbischen Frauen anzutreffen ist. Das erweckt wohl das Interesse für eine erste Kontaktaufnahme.

Ich müsste also irgendwie statt eines erkennbaren Mannes in Frauenkleidern eine eher männlich erscheinende Frau darstellen, was natürlich mit meiner Vorliebe für Kleider, Röcke, Strumpfhosen und hohe Absätze nicht zusammen passt. Ich habe das mit der Suche nach einer Partnerin zwar schon lange aufgegeben, was sich auch ganz bestimmt in meiner Art mich anderen zu zeigen - Gestik, Sprache, usw. - unbewusst widerspiegelt, aber ganz tief im Inneren ist da wohl immer noch dieser Wunsch.

Wie könnte ich nun weiter kommen? Wer hat hier Erfahrungen aus meiner Situation heraus?

Liebe Grüße
Nicole
Anja
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1787
Registriert: Di 26. Jan 2016, 09:45
Geschlecht: weiblich
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Buchholz in der Nordheide
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Signalwirkung bei der Partnersuche als Enby

Post 2 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Nicole Doll hat geschrieben: So 24. Feb 2019, 12:21 Dann lese ich hier, dass es bei CD als Teilzeitfrauen immer wieder funktioniert, wenn die Partnerin von Anfang an von der Rolle als Frau weiß. Sollte ich also nun den Mann-Modus wieder aufleben lassen?
Wenn du nun, so wie du bist, eine Frau kennenlernst, weiß sie doch von Anfang an Bescheid? Da macht es doch keinen Sinn, einen Rückschritt zu machen nur um sich dann zu outen und wieder Nicole zu sein?
Ich denke, einen Partner findet man eher durch Zufall als durch gezieltes Suchen. Und am Besten funktioniert es, wenn man authentisch ist (bzw. sein kann). Dann weiß dein Gegenüber gleich, was es bekommt.

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
Nicole Fritz
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3018
Registriert: Mo 20. Mär 2017, 17:38
Geschlecht: Enby
Pronomen:
Forum-Galerie: gallery/album/567
Hat sich bedankt: 159 Mal
Danksagung erhalten: 253 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Signalwirkung bei der Partnersuche als Enby

Post 3 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Anja hat geschrieben: Mo 25. Feb 2019, 11:54 Ich denke, einen Partner findet man eher durch Zufall als durch gezieltes Suchen. Und am Besten funktioniert es, wenn man authentisch ist (bzw. sein kann). Dann weiß dein Gegenüber gleich, was es bekommt.
Moin Anja,

ich sehe hier das Problem, das TV zu sein fast immer mit schwul in Verbindung gebracht wird. Eine Potentielle Partnerin, auf die ich vielleicht zugehe und sie anspreche, sieht mich als schwul an, was mich als mögliche(n) Partner(in) ausschließt. Bei einem ersten Kontakt, erzählt man ja nicht gleich viel von sich selbst. Für ein Interesse an einem Kennenlernen und klärenden Gespräch, müsste ich wohl eher die Signale einer lesbischen Frau aussenden.

Sicherlich ist da viel Zufall bei einem solchen Kennenlernen. Und ich suche jetzt auch nicht gezielt. Aber mit den falschen Signalen - wie die ganze Zeit bei mir als Mann - gibt es kaum Gelegenheiten für solche Zufälle, weil sich einfach keiner für mich interessiert. Selbst wenn ich jemanden anspreche, dürfte ich wohl eher freundlich aber deutlich abgewiesen werden.

Vielleicht hat hier ja jemand Erfahrungen gemacht, die mich weiter bringen - eine Kleinigkeit in meinen Kleidungsstil mit entsprechender Signalwirkung oder etwas ähnliches, was einfach um zu setzten wäre.

LG Nicole
Joe95
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3423
Registriert: Fr 22. Jan 2010, 14:27
Geschlecht: Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Gummersbach - Niederseßmar
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 3 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Signalwirkung bei der Partnersuche als Enby

Post 4 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Weiß nicht ob dir meine Erfahrungen weiter helfen, denn sie sind nicht wirklich geschlechtsspezifisch.
Ich war vor vielen Jahren einer der Moderatoren im Forum einer Datingseite.
Dabei ist mir aufgefallen das die "Erfolge" der Mitglieder reziprok zu ihren Bemühungen waren.
Mitglieder, die vielleicht sogar als Partner in Betracht gekommen wären, wurden uninteressant weil ihr Thema Nr.1 die Suche war.
Ich selber habe da auch sehr schnell die Suche aufgegeben, z.T. auch weil ich ja selbst erlebte wie abstossend die Profile der verzweifelt suchenden wirkten.
Ich habe keine Rücksicht mehr darauf genommen, ob das, was ich im Profil oder in meinen Beiträgen schreibe, eventuelle Partnerinnen abschrecken könnte oder ich irgendwie unvorteilhaft rüber kommen könnte. Kurz darauf habe ich meine Partnerin kennengelernt und mich damit in die Reihe der "erfolgreich nichtsuchenden" eingereiht.
Mein Fazit: Such nicht nach einem Partner, such nach Menschen, die symphatisch sind.

Das richtige Signal?
Auf keinen Fall "Ich suche!" sondern eher "schön das du da bist" oder sowas.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
Wally
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 699
Registriert: Fr 7. Sep 2018, 23:37
Geschlecht: Transfrau
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Hurlach
Hat sich bedankt: 17 Mal
Danksagung erhalten: 191 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Signalwirkung bei der Partnersuche als Enby

Post 5 im Thema

Beitrag von Wally »

Nicole Doll hat geschrieben: So 24. Feb 2019, 12:21 Hallo,

zum Thema Transition / Detransition und Uneinigkeit bin ich auf diesen Beitrag von Wally gestoßen:
viewtopic.php?f=16&t=17768#p233702

Was mich darin sehr überrascht hat, ist die Wirkung der weiblichen Brüste in der Rolle als Mann, die offensichtlich für das richtige Signal bei einer potentiellen Partnerin gesorgt hat. Bei meinen Partnerinnen war es immer das falsche Signal, weil ich immer nur versuchte die Rolle als Mann zu spielen, die von mir erwartet wurde. Wenn die dann erkannten, dass ich dieser Mann, in den sie sich verliebt hatten, nicht war, ging es immer wieder auseinander.
Liebe Nicole Doll,

Für mich war schon auch klar, dass ich gegenüber einer potenziellen Partnerin von vornherein offen sein muß. Ich habe dann auch wirklich jedesmal, wenn sich eine neue Beziehung anbahnte, sobald es zu ersten Zärtlichkeiten kam, erst mal in einem ausführlichen Gespräch meine geschlechtliche Besonderheit als TS offenbart: "Bevor Du Dich näher auf mich einlässt, solltest Du etwas über mich wissen...". Ich halte das auch nach wie vor für nötig - nur: es hat nicht ausgereicht! Solange mein Körper nichts unmittelbar Weibliches hatte, konnte ich da so viel erzählen, wie ich wollte (was auch Hetero-Frauen dann meistens eher noch neugierig machte, anstatt sie abzuschrecken); sobald wir intim wurden, hat sie einen männlichen Körper gesehen und gespürt, und auch wenn es (meist) eine reine Hetero-Frau - und somit für mich die Falsche - war, sind wir halt trotzdem wieder in dieses verhängnisvolle, für mich völlig falsche Beziehungsschema reingerutscht. Erst seit ich Brüste habe, kann die Frau an diesen beiden unübersehbaren Tatsachen nicht mehr vorbei und nimmt meine Erklärungen seitdem überhaupt erst wirklich ernst. Die Brüste schützten mich seitdem vor den falschen Beziehungen.

Herzlichen Gruß
Wally
Herzliche Grüße
Wally
Nicole Fritz
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3018
Registriert: Mo 20. Mär 2017, 17:38
Geschlecht: Enby
Pronomen:
Forum-Galerie: gallery/album/567
Hat sich bedankt: 159 Mal
Danksagung erhalten: 253 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Signalwirkung bei der Partnersuche als Enby

Post 6 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo Wally,

erst einmal danke für Deinen Beitrag. Vielleicht sollte ich Anjas Empfehlung folgen, und eine Transition mit einer HET beginnen und dann abbrechen. Für einen Mann habe ich ja schon recht große Brüste. Mit Hormonen sollte da also einiges möglich sein. Aber ich suche jetzt nicht wirklich intensiv. Aber: Wenn ich mich nackt ausziehe, kommt es auf den Körper an und nicht auf irgendwelche Kleidungsstücke. So viel habe ich jetzt begriffen.

LG Nicole
Andrea aus Sachsen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2503
Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
Geschlecht: Transfrau
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 21 Mal
Kontaktdaten:

Re: Signalwirkung bei der Partnersuche als Enby

Post 7 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
Hallo Nicole,
da hast du wieder einmal eines meiner Lieblingsthemen, die Partnersuche, angesprochen. Zu deiner besonderen Konstellation kann ich allerdings nichts konkretes beitragen, außer vielleicht dem Rat, dort zu suchen, wo du mit großer Wahrscheinlichkeit lesbische Frauen triffst.
Viel wichtiger erscheint mir dagegen der Hinweis, dass bei der Partnersuche die Ausstrahlung eine enorme Rolle spielt. Ich selbst hatte diesbezüglich in meiner Jugend und im jungen Erwachsenenalter wohl nichts zu bieten und fand so keine Partnerin. Leider kam diese Erkenntnis erst viele Jahre später.
Wer also über längere Zeit erfolglos nach einem Partner bzw. einer Partnerin sucht, sollte versuchen, herauszufinden, wie es mit der eigenen Ausstrahlung bestellt ist. Wenn die nicht stimmt, helfen keine Intensivierung der Suche, kein geduldiges Warten auf einen Zufall und auch keine sonstigen gut gemeinten Ratschläge. Du hast ja selbst in deinen Beiträgen angedeutet, dass es darauf ankommt, die richtigen Signale zu senden.
Was ich allerdings bis heute nicht herausgefunden habe: Wohin können sich Betroffene wenden, um Hilfe bei der kritischen Einschätzung der eigenen Ausstrahlung und konkrete Hinweise zu deren Verbesserung zu bekommen. Ob es vielleicht Psychologen gibt, die sich ein wenig auf diese Problematik spezialisiert haben?
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Anja
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1787
Registriert: Di 26. Jan 2016, 09:45
Geschlecht: weiblich
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Buchholz in der Nordheide
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Signalwirkung bei der Partnersuche als Enby

Post 8 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Nicole Doll hat geschrieben: Mo 25. Feb 2019, 15:28 Vielleicht sollte ich Anjas Empfehlung folgen, und eine Transition mit einer HET beginnen und dann abbrechen.
Wenn dein Ziel einzig und allein Brüste sind würde ich davon abraten. Eine HT dreht dir deinen Hormonkreislauf um und stellt sich auf die neuen (weiblichen) Hormone ein. Da die Wirkung wesentlich schwächer als bei Testosteron ist, dauern Veränderungen Jahre... Und dann willst du die HT wieder abbrechen? Das würde ich sicher nicht empfehlen.
Wenn du einen weiblicheren Körper möchtest, ist eine HT sicher das Mittel der Wahl. Geht es dir nur um Brüste, sicher nicht.
Die Hormone bewirken so viel mehr...

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
Michelle_Engelhardt
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4014
Registriert: Mi 27. Aug 2014, 14:15
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Dortmund
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Signalwirkung bei der Partnersuche als Enby

Post 9 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Hallo Nicole,

bevor Du irgendwelche "Spielchen" mit Hormonen betreibst (die ich ohne ärztliche Begleitung ohnehin für grob fahrlässig halte), befasse Dich vielleicht erst einmal mit deren Wirkungsweise. Diese ist nämlich höchst individuell und das allermeiste passiert sowieso im Kopf....so zumindest meine Erfahrung und die vieler anderen. Sorry, aber solche Aussagen finde ich hochgradigst fragwürdigst. Hier gibt es sicher Leser / Gäste, die jetzt schon googeln, wie sie an Hormone kommen.

Liebe Grüße
Michelle
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir 'ne PN!

Weihnachtsmarkt ist das Wacken für Büroangestellte!
ExUserIn-2026-04-08
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3886
Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
Pronomen:
Hat sich bedankt: 140 Mal
Danksagung erhalten: 1027 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Signalwirkung bei der Partnersuche als Enby

Post 10 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Moin,
Andrea aus Sachsen hat geschrieben: Di 26. Feb 2019, 01:26 außer vielleicht dem Rat, dort zu suchen, wo du mit großer Wahrscheinlichkeit lesbische Frauen triffst.
Das kann man versuchen, aber ich bezweifle den Erfolg. Dort dürfte man genauso ein "Exot" sein, wie sonst auch. Viel wichtiger ist etwas anderes, was DU ansprichst, die Ausstrahlung.
Andrea aus Sachsen hat geschrieben: Di 26. Feb 2019, 01:26 Wohin können sich Betroffene wenden, um Hilfe bei der kritischen Einschätzung der eigenen Ausstrahlung und konkrete Hinweise zu deren Verbesserung zu bekommen.
Es geht doch nicht um Selbstoptimierung, um jemanden zu gefallen. Es geht darum, eine innere Haltung zu sich selber zu gewinnen. Es geht um eine authentische Lebensweise. Das kann durchaus für eine Partnerwahl erfolglos sein. Aber sich selber in eine Rolle zu begeben, die vermeintlich Ausstrahlung hat, bedeutet, sich zu verbiegen. Auf dieser Basis ist eine dauernde Partnerschaft nicht zu haben.

Aber das ist nur meine Sicht auf die Dinge ...
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Joe95
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3423
Registriert: Fr 22. Jan 2010, 14:27
Geschlecht: Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Gummersbach - Niederseßmar
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 3 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Signalwirkung bei der Partnersuche als Enby

Post 11 im Thema

Beitrag von Joe95 »

[/quote]
Nicole Doll hat geschrieben: Mo 25. Feb 2019, 15:28 Vielleicht sollte ich Anjas Empfehlung folgen
Anja hat geschrieben: Di 26. Feb 2019, 09:28 würde ich davon abraten.
Michelle_Engelhardt hat geschrieben: Di 26. Feb 2019, 09:51 bevor Du irgendwelche "Spielchen"
Ich kann mich auch irren, aber ich denke das war von Nicole eher etwas sarkastisch gemeint und nicht wirklich ernst.




Oder???
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
Nicole Fritz
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3018
Registriert: Mo 20. Mär 2017, 17:38
Geschlecht: Enby
Pronomen:
Forum-Galerie: gallery/album/567
Hat sich bedankt: 159 Mal
Danksagung erhalten: 253 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Signalwirkung bei der Partnersuche als Enby

Post 12 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo Anja, Michelle und Joe,

Ich meinte eigentlich nur die HT machen und keine OP, mit Indikation und unter ärztlicher Kontrolle. Aber Joe sieht das schon richtig. Wirklich ganz ernst meinte ich das nicht. Es war einfach schnell dahin gesagt und nicht zu Ende gedacht.

Für eine HT müsste ich erst einmal meine Ärzte-Phobie überwinden. Sonst würde es mich aber auch nicht stören, wenn ich insgesamt weiblicher empfände, auch wenn mich das dann nicht ganz zur Frau macht. Doch lediglich die Hoffnung mit größeren eigenen Brüsten bessere Chancen bei einer Partnerin zu haben, kann nicht wirklich eine HT rechtfertigen. Und einen Brustaufbau selbst bezahlen ist keine Option.

@Andrea: Ganz viele Lesben treffe ich wieder diesen Sommer beim CSD, oder ich müsste mich nach einem ihrer Treffpunkte umsehen. Aber für sie bin ich als erkennbar biologisch männlich nicht passend. Und da könnte jetzt eine HT für die richtigen körperlichen Signale (Brüste, weiblichere Geschtszüge) tatsächlich zielführend sein. Aber da wäre ja noch der Gesamteindruck: Gestik, Stimme, Sprache. Da ist bei mir immer noch viel männliches. Und meinen Körper verändern nur um irgendwo hin zu passen? - dann zeige ich doch wieder nicht mein wahres Ich, wie es Vicky_Rose anführt.

Mehr fällt mir jetzt dazu nicht ein.

LG Nicole
Wally
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 699
Registriert: Fr 7. Sep 2018, 23:37
Geschlecht: Transfrau
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Hurlach
Hat sich bedankt: 17 Mal
Danksagung erhalten: 191 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Signalwirkung bei der Partnersuche als Enby

Post 13 im Thema

Beitrag von Wally »

Vicky_Rose hat geschrieben: Di 26. Feb 2019, 09:58
Es geht doch nicht um Selbstoptimierung, um jemanden zu gefallen. Es geht darum, eine innere Haltung zu sich selber zu gewinnen. Es geht um eine authentische Lebensweise. Das kann durchaus für eine Partnerwahl erfolglos sein. Aber sich selber in eine Rolle zu begeben, die vermeintlich Ausstrahlung hat, bedeutet, sich zu verbiegen. Auf dieser Basis ist eine dauernde Partnerschaft nicht zu haben.
Stimmt. Etwas überspitzt könnte man sogar sagen, man muß aufhören, eine Partnerin zu suchen, um eine zu finden. Solange man nämlich verkrampft sucht, dabei alle möglichen, unnatürlichen Purzelbäume macht und die potentielle Partnerin mit der Illusion überfordert, bei ihr und nirgendwo sonst "das Glück" zu finden, schlägt man damit logischerweise JEDE Frau in die Flucht, die noch halbwegs bei Sinnen ist. Man kann das Glück prinzipiell nicht bei einem Partner finden; man muß es erst mal in sich selber tragen, dann kann man es irgendwann auch mit einem Partner TEILEN. Das gilt für BEIDE Seiten!

Man muß also erst mal sich selber finden, bevor man zu einer passenden Partnerin finden kann. Dazu gibt's heute fast an jeder Ecke professionelle Hilfe, weil das ein äußerst verbreitetes Problem ist: die meisten Psychotherapeuten tun nichts anderes. Ein Psychotherapeut muß dazu im Prinzip noch nicht mal speziell was von Transgender verstehen; trotzdem würde ich für unsereins einen solchen Therapeuten empfehlen, um gewisse Missverständnisse von vornherein auszuschließen. Und speziell für uns Transgender mit Grundrichtung MzF würde ich ausdrücklich eine Psychotherapeutin empfehlen: die versteht uns nämlich gerade in den wesentlichen, emotionalen Punkten, um die es für uns letztlich geht, von Natur aus besser als ein Mann, sie kann das besser nachfühlen und überträgt dabei keine Kastrationsängste :-) - vorausgesetzt allerdings, dass sie solche Unterschiede zwischen den Geschlechtern nicht einfach pauschal ableugnet. Würde ich bei ihr solche feministisch-ideologischen Töne raushören, dann würde ich sofort laut schreiend aus ihrer Praxis rennen - genauer zu erklären warum, habe ich in diesem Forum vorerst aufgegeben ;-)

Ich hatte damals das große Glück, auf Anhieb an eine sehr kompetente, einfühlsame Psychotherapeutin zu geraten. Wichtig waren dann auch therapeutische Gruppen mit "Körperarbeit" als Ergänzung zur bloßen Gesprächstherapie: da rutschte sozusagen das erarbeitete Wissen vom Kopf in den Bauch, ich konnte es emotional integrieren. Das wiederum muß keine Frauengruppe, nicht mal eine gemischte sein: die diesbezüglich wichtigsten Fortschritte habe ich in einer 10-tägigen Männergruppe gemacht. Die Leitung durch einen guten, erfahrenen Therapeuten ist da wichtig; bloßes Gequatsche unter "bewegten" Männern bringt's nicht.

Damit (nach anderthalb Jahren Gesprächstherapie und diversen Gruppen) war für mich damals der Punkt erreicht, dass ich die Therapie von meiner Seite als "fürs Erste erfolgreich" beendete und mir vornahm, jetzt erst mal mein Leben mit der neu gewonnenen Grundhaltung (nämlich ohne permanenten Kampf gegen Teile von mir selber) zu probieren. An Partnerschaft dachte ich damals eigentlich gar nicht mehr, da hatte ich schon vorher so ziemlich resigniert. Um so überraschter war ich darüber, dass mir ab diesem Zeitpunkt potentielle Partnerinnen gänzlich ungesucht einfach so über den Weg liefen - und zwar viel attraktivere, als ich vorher jemals gewinnen konnte!

Sehr wichtig für meine "Partnerschaftsbefähigung" wurde einige Zeit später noch eine Tantra-Gruppe. Nicht, weil man da ganz praktisch körperliche Nähe und Intimität übt, sondern eher im Gegenteil: weil man da innerhalb kurzer Zeit immer wieder die Partnerin wechselt. Ich war ziemlich überrascht, wie schwer mir das fiel: LOSLASSEN! In meiner Sehnsucht nach und Verlustangst in der Intimität neigte ich nämlich schon seit jeher zum Krallen - auch wieder so ein Mechanismus, mit dem man Partnerinnen paradox in die Flucht schlägt. Der Tantra-Kurs half mir sehr, da endlich lockerer zu werden: dort hält man diese verkrampfte Haltung einfach nicht durch, spätestens nach dem dritten Partnerwechsel ist man dazu emotional viel zu erschöpft :-) UND es tut unglaublich gut, dann erstmals zu erleben, dass es auch ohne diesen Krampf geht und sogar viel schöner ist...

Das war's bei mir von der psychischen Seite. Dass eine Veränderung meines Körpers AUCH notwendig war, weil einem alle authentische Ausstrahlung letztlich wenig nützt, wenn da permanent ein nicht dazu passender Körper querschießt, habe ich ja schon ausführlich beschrieben. Aber das kann man andersrum auch sehen: ohne die vorherige, psychotherapeutische Klärung hätte mir auch die Operation vermutlich nicht viel genützt. Die schnelle, einfache Patentlösung aus so einer Lebenssituation gibt's leider nicht.

Herzliche Grüße
Wally
Herzliche Grüße
Wally
Wally
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 699
Registriert: Fr 7. Sep 2018, 23:37
Geschlecht: Transfrau
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Hurlach
Hat sich bedankt: 17 Mal
Danksagung erhalten: 191 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Signalwirkung bei der Partnersuche als Enby

Post 14 im Thema

Beitrag von Wally »

Nicole Doll hat geschrieben: Di 26. Feb 2019, 16:39 Hallo Anja, Michelle und Joe,

@Andrea: Ganz viele Lesben treffe ich wieder diesen Sommer beim CSD, oder ich müsste mich nach einem ihrer Treffpunkte umsehen. Aber für sie bin ich als erkennbar biologisch männlich nicht passend. Und da könnte jetzt eine HT für die richtigen körperlichen Signale (Brüste, weiblichere Geschtszüge) tatsächlich zielführend sein. Aber da wäre ja noch der Gesamteindruck: Gestik, Stimme, Sprache. Da ist bei mir immer noch viel männliches. Und meinen Körper verändern nur um irgendwo hin zu passen? - dann zeige ich doch wieder nicht mein wahres Ich, wie es Vicky_Rose anführt.
Liebe Nicole,

Unter expliziten Lesben habe ich auch nie potentielle Partnerinnen gefunden; für strikte Lesben sind und bleiben wir halt zu männlich, da können wir anstellen, was wir wollen. Ich kann das gut verstehen, weil es mir ja auch selber so geht: ich wüßte auch mit einer anderen MzF-TS im Bett nix anzufangen, selbst bei allerbestem "Passing". Ist schmerzhaft für uns, die wir doch eigentlich selber straighte Lesben sind - ist aber nun mal so, ist nicht zu ändern.

Aber immerhin habe ich vor vielen Jahren beim Lesben-Frühlings-Treffen in München (die akzeptierten damals löblicherweise auch Transgender - wer sich selbst als weiblich/lesbisch definierte, war willkommen) eine meiner seither liebsten Freundinnen kennengelernt.

Den Körper zu verändern, um irgendwo hin zu passen, ist sicherlich der falsche Weg. Wenn überhaupt, dann muß man den Körper so verändern, dass er besser zu einem selbst passt. Dann zeigt er auch nach außen besser, wer man ist, und in der Folge passt man besser da hin, wo man mit diesem Äußeren ankommt. So 'rum wird ein Schuh draus.

Herzliche Grüße
Wally
Herzliche Grüße
Wally
Andrea aus Sachsen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2503
Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
Geschlecht: Transfrau
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 21 Mal
Kontaktdaten:

Re: Signalwirkung bei der Partnersuche als Enby

Post 15 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 26. Feb 2019, 09:58 Es geht doch nicht um Selbstoptimierung, um jemanden zu gefallen. Es geht darum, eine innere Haltung zu sich selber zu gewinnen. Es geht um eine authentische Lebensweise.
Es gibt unter dem Begriff "Image coaching" zahlreiche Angebote, die auf eine Optimierung der Ausstrahlung abzielen. Diese richten sich vorrangig an Menschen, die in dieser Beziehung schon recht gut "ausgestattet" und sich weiter verbessern wollen (Manager, Führungskräfte). So etwas meinte ich hier nicht!
Mir geht es hier um Hilfe für Menschen mit geringer bis gar keiner Ausstrahlung, die deshalb keine Partner(innen) finden und auch sonst nur sehr eingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Leider konnte ich dafür bisher keine konkreten Ansprechpartner bzw. Anlaufstellen in Erfahrung bringen.
Das Ziel einer Verbesserung der Ausstrahlung kann nie darauf gerichtet sein, nur einzelnen Personen besser zu gefallen, sondern es geht um die Wirkung auf nahezu das gesamte Umfeld.
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 26. Feb 2019, 09:58 Aber sich selber in eine Rolle zu begeben, die vermeintlich Ausstrahlung hat, bedeutet, sich zu verbiegen.
Ratschläge, die darauf abzielen, sich zu verbiegen, halte ich für fehl am Platz. Vielmehr kommt es darauf an, die eigene Persönlichkeit, insbesondere die eigenen Vorzüge und Stärken, vorteilhaft nach außen zur Geltung zu bringen.
Nicole Doll hat geschrieben: Di 26. Feb 2019, 16:39 Ganz viele Lesben treffe ich wieder diesen Sommer beim CSD, oder ich müsste mich nach einem ihrer Treffpunkte umsehen. Aber für sie bin ich als erkennbar biologisch männlich nicht passend.
Vielleicht wäre es für dich, Nicole, auch vorteilhaft, wenn du nicht nach Gründen suchen würdest, warum bestimmte Personengruppen für dich von vornherein ungeeignet wären. Gerade weil du in keine gängige "Schublade" passt, bräuchtest du vielleicht jemanden, der bzw. die irgendwo am Rande einer vermeintlich unpassenden Gruppe steht. Was typische Lesben betrifft, magst du mit oben stehendem Satz vielleicht recht haben. Aber unter denen gibt es doch, genauso wie in fast allen anderen Gruppen, solche, die irgendwie anders sind.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Antworten

Zurück zu „Körper - Gefühle - Empfindungen“