Coming out auf Arbeit
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Svetlana L
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Coming out auf Arbeit

Post 1 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Hallo zusammen, )))(:

nachdem ich mich Mitte letzten Monats im Kreis der Verwandtschaft geoutet hatte, habe ich nun das Outing auf Arbeit in Angriff genommen. Vorgestern hatte ich ein erstes ca. halbstündiges (im Übrigen sehr positives) Gespräch mit unserer Frauenvertreterin, die mir ihre volle Unterstützung zugesichert hat. An weiteren Gesprächen habe ich mir den Personalrat, meine Abteilungsleiterin, meinen Vorgesetzten und meine beiden unmittelbaren Kolleginnen sowie eine weitere Kollegin, wo das Verhältnis durch eine frühere Zusammenarbeit über einen rein kollegialen Rahmen hinausgeht, auf die to do-Liste geschrieben. Die Personalratsvorsitzende ist leider bis 12.12. im Urlaub, aber Termine mit der Abteilungsleiterin und meinem Vorgesetzten sind für den 05.12. anberaumt. Im Anschluss daran will ich mit den drei genannten Kolleginnen sprechen und dann an den Rest meiner Organisationseinheit per Mail informieren. Am liebsten wäre es mir, wenn die Abteilungsleiterin auch noch ein paar Zeilen schreiben würde und so die Position der Dienststelle verdeutlichen würde. Das wird sich dann aber am 05.12. zeigen; ich bin aber optimistisch, da sie immer ein offenes Ohr für LSBTTIQ*-Belange hat. Das Problem, das ich jetzt habe, und wo ich mir hier aus dem Forum Hilfestellung bzw. Tipps/Anregungen erhoffe: Ich gehe am 09.12. bis unmittelbar vor Weihnachten in den (wohlverdienten :D ) Urlaub und stelle mir jetzt die Frage, was günstiger ist:
1. gleich nach den letzten Gesprächen - vermutlich also am 06.12. - die Mail zu versenden, um dann am 07. und 08.12. noch ansprechbar zu sein oder
2. bis zum 08.12. (Dienstschluss) zu warten und dann erst die Mail zu versenden, damit die Kolleg_innen bis nach meinem Urlaub Zeit haben, die Mitteilung zu verarbeiten
Was meint ihr?
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

ab08
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Re: Coming out auf Arbeit

Post 2 im Thema

Beitrag von ab08 »

Liebe Svetlana,

beim Lesen Deiner Beschreibung wurde mir klar, wie unterschiedlich die Verhältnisse sind.

-> Damals nahm ich (Gymnasiallehrerin) alles immer selber in die Hand.
-> Nachdem mein Vorgesetzter ablehnend reagierte, holte ich mir über den Berufsverband anwaltliche Hilfe.
-> Informationsschreiben/Rundschreiben verfasste ich nie. Wer was wissen wollte, musste mich fragen.
Mir ging es darum, stets selber bestimmen zu können, welche Informationen über mich im Umlauf sind.

Andere gingen wieder ganz anders (Rundschreiben etc.) vor und es klappte auch.
Welche Vorgehensweise vernünftig ist, hängt eben sehr von der Situation an der Arbeitsstelle ab.

Somit kann ich Dir nur alles Gute wünschen und leider gar nix raten. :oops:
Ganze liebe Grüße
Andrea )))(:
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Re: Coming out auf Arbeit

Post 3 im Thema

Beitrag von Tabea »

Moin Svetlana,
ich hab es bei mir auch so weit selbst in die Hand genommen.
- Outing bei meinen Einrichtungsleitungen (war da noch Erzieherin bei der evangelischen Kirche), Weiterleitung an die Geschäftsführung.
- Termin mit allen zusammen und vorerst an den Berufswiedereingliederungsmenschen verwiesen worden.
- Dann, weil keine Lösung gefunden, wieder an meine Geschäftsführung.
- Wurde dann ins Büro gesetzt und erarbeite mir nun meinen Bereich.

Ich wollte freiwillig aus der Einrichtung raus weil ich schon vorher Mobbing dort erlebt habe. Meine Vorgesetzten waren da sehr offen und
wirklich verständnisvoll, auch die Einrichtungsleitungen mit den ich nun arbeite sind alle wirklich gut. Habe nie Sprüche oder so bekommen,
eher war viel Interesse dabei und das ging soweit, das wir gerade daran arbeiten das auch nach außen zu tragen. Heißt für alle die sich
bewerben, das wir zeigen wollen das wir für alle offen sind. Fand ich schon ganz schön von meinem Arbeitgeber.
Privat war mein Outing kein Problem… .

Was raten, mhh sei authentisch und du selbst. Wirkt bei allen am besten war zumindest meine Erfahrung.

Grüße und so,
Tabea
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Victoria
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Re: Coming out auf Arbeit

Post 4 im Thema

Beitrag von Victoria »

Moin Svetlana,
es ist sehr schwer da eine richtige Antwort zu geben! Es kommt immer auf die Betriebsverhältnisse an.
Frauenvertreterin ist auf jeden Fall gut. Dann Betriebsrat mit Vertrauensarzt, wenn vorhanden(bei mir leider nicht)!
Dann sollte auf jeden Fall die Hierarchie eingehalten werden! Also GF-Leitung, AB-Leitung, Mitarbeiter.
Von einer Rundmail halte ich persönlich nicht viel! Ich habe meine Kolleginnen und Kollegen in 10-15 Minütigen Gesprächen informiert. Und dann immer für jeden weitere Zeit für individuelle Gespräche angeboten!
Hoffe das bei die alles gut geht, bei mit hatte es einige Rückschläge gegeben.

LG
Vicci
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Auf Regen folgt immer Sonnenschein

Svetlana L
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Re: Coming out auf Arbeit

Post 5 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Guten Morgen zusammen,

zunächst vielen Dank an Andrea, Tabea und Vicci für eure Antworten. Auf einige Punkte möchte ich noch mal speziell eingehen:
ab08 hat geschrieben: -> Damals nahm ich (Gymnasiallehrerin) alles immer selber in die Hand.
-> Nachdem mein Vorgesetzter ablehnend reagierte, holte ich mir über den Berufsverband anwaltliche Hilfe.
-> Informationsschreiben/Rundschreiben verfasste ich nie. Wer was wissen wollte, musste mich fragen.
Mir ging es darum, stets selber bestimmen zu können, welche Informationen über mich im Umlauf sind.
Tabea hat geschrieben: ich hab es bei mir auch so weit selbst in die Hand genommen.
- Outing bei meinen Einrichtungsleitungen (war da noch Erzieherin bei der evangelischen Kirche), Weiterleitung an die Geschäftsführung.
...
Ich wollte freiwillig aus der Einrichtung raus weil ich schon vorher Mobbing dort erlebt habe. Meine Vorgesetzten waren da sehr offen und
wirklich verständnisvoll, auch die Einrichtungsleitungen mit den ich nun arbeite sind alle wirklich gut.
Victoria hat geschrieben: Frauenvertreterin ist auf jeden Fall gut. Dann Betriebsrat mit Vertrauensarzt, wenn vorhanden(bei mir leider nicht)!
Dann sollte auf jeden Fall die Hierarchie eingehalten werden! Also GF-Leitung, AB-Leitung, Mitarbeiter.
Von einer Rundmail halte ich persönlich nicht viel! Ich habe meine Kolleginnen und Kollegen in 10-15 Minütigen Gesprächen informiert. Und dann immer für jeden weitere Zeit für individuelle Gespräche angeboten!
Ja, Selbstbestimmtheit finde ich sehr wichtig und das war auch eine meiner Intentionen, jetzt diesen Schritt endlich anzugehen. Wichtig ist mir dabei, dass ich sowohl den Zeitpunkt als auch den Umfang meiner Mitteilung selbst bestimmen kann. Nichts wäre mir unangenehmer gewesen, als wenn ich irgendwann auf irgendwelche Gerüchte hätte reagieren müssen. Wenn ich eines in meiner "Karriere" als Personalentwicklerin gelernt habe, dann ist das die Suche nach Verbündeten. Deshalb auch die Gespräche mit der Frauenvertreterin und dem Personalrat. Dass meine Vorgesetzten ablehnend reagieren hoffe ich natürlich nicht, kann ich mir momentan auch nicht vorstellen, denn dafür sind wir durch verschiedene Diversity-Projekte und -schulungen ziemlich offen. Aber klar kommt es natürlich immer auch auf die*den Einzelne*n an. Klar ist mir natürlich aber auch, dass vermutlich nicht alle Kolleg*innen damit (im positiven Sinne) umgehen können. Ich sage immer, wer damit klarkommt, sagt (oder schreibt) mir das auch, alles andere wird dann eher hintenrum passieren. Ich halte mich aber für so gefestigt, dass ich das aushalte. Ich sage immer (noch eine meiner Weisheiten), dass wir (bezogen auf trans*, aber natürlich auch Menschen generell) so angenommen werden, wie wir uns selbst präsentieren. Heißt: Wer ein gesundes Selbstbewusstsein mitbringt und das auch nach außen zeigt, der wird auch entsprechend wahr- und angenommen.

Noch etwas zu der von mir geplanten Mail. In meiner Abteilung sind wir ungefähr irgendwo zwischen 100 und 150 Mitarbeiter*innen. Mit den wenigsten davon habe ich täglichen Kontakt und werde daher auch nicht mit allen Vier-Augen-Gespräche führen können. Die Mail soll auch bewusst knapp gehalten werden und lediglich darauf hinweisen, dass ich künftig als Svetlana auftreten werde. Selbstverständlich biete ich meine Gesprächsbereitschaft an. Wer will kann also, muss aber nicht. Außerdem werde ich einen Link zum Projekt trans* in Arbeit einfügen sowie ein oder zwei Flyer aus diesem Projekt für erste Informationen beifügen. Ich halte das für den effizientesten Weg.

Nochmals vielen Dank für die bisherigen Antworten (moin) , auch wenn ich jetzt mit meiner ursprünglichen Frage nach dem geeignetsten Zeitpunkt immer noch nicht weiter bin. Vielleicht kommen ja doch noch ein paar weitere Antworten. Dass ich die Entscheidung letztendlich selbst treffen muss, ist mir natürlich bewusst.
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ab08 (So 27. Nov 2016, 11:29) • Victoria (So 27. Nov 2016, 19:37)
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Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

Céline
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Re: Coming out auf Arbeit

Post 6 im Thema

Beitrag von Céline »

Hallo Svetlana,
Ich habe auch sehr lange überlegt wie ich mich in der Arbeit oute.Letztendlich habe ich aber auch jeden Kollegen,angefangen mit unserer Betriebsrätin bis zum Regionsleiter in einem persönlichen Gespräch informiert.Das ganze dauerte von letzten Jahr im September bis vor kurzen.Das witzige daran ist das es bei uns in der Firma das erste Mal war das so ein "Geheimnis" bis zu meiner offizielen Ansprache in einer Versammlung komplett geheim geblieben ist und Keiner sich verplappert hat.Auch meine Äußeren Veränderungen habe ich langsam angehen lassen da mich viele Kollegen teilweise schon über 30 Jahre als Monteur kennen.Ich denke das ein langsamerer Weg allen Menschen auch die Zeit gibt das ganze zu verarbeiten und zu aktzeptieren.
Ich hoffe Dir ein wenig geholfen zu haben
Liebe Grüße
Kelly
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Svetlana L (Mo 28. Nov 2016, 10:47)
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"Ich bin lebendig weil ich eine Kämpferin bin
Klug weil ich Fehler gemacht habe
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Ich bin eine stolze und starke Frau,die es durch harte Zeiten geschaft
und es gelernt hat im Regen zu tanzen"

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Re: Coming out auf Arbeit

Post 7 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Update: Da ich jetzt mit dem Thema angefangen habe, will ich euch auch auf dem Laufenden halten - zumindest die, die es interessiert (Ich habe diese Diskussion jetzt auf Seite 7 hervorgeholt - was einerseits bedeuten kann, dass das Thema (fast) niemanden interessiert oder andererseits, dass dieses Forum lebt - da ich Optimistin bin gehe ich mal von Letzterem aus :) )

Ich habe meine ursprüngliche Frage auch gestern in meinem monatlichen Gesprächskreis zur Diskussion gestellt und da hat sich etwas gezeigt, was ich so ganz und gar nicht auf dem Schirm hatte. Ich habe mir immer nur Gedanken darüber gemacht, wie die Kolleg_innen sich fühlen werden, egal ob ich nun noch zwei, drei Tage vor dem Urlaub ansprechbar bin oder die Mail unmittelbar vor dem Urlaub losschicke und sie sich in Ruhe daran gewöhnen können. Ich habe mich nie gefragt, wie es mir dabei geht, z.B. ob ich überhaupt einen entspannten Urlaub genießen kann, wenn ich die Mail unmittelbar vor Urlaubsbeginn abschicke und überhaupt nicht einschätzen kann, wie es angekommen ist. Die Runde war sich relativ einig, dass positive Reaktionen ziemlich rasch kommen und die sollte ich doch unbedingt noch mitnehmen, um dann beruhigt in den Urlaub zu fahren. Also werde ich es wahrscheinlich doch so machen, dass ich die Kolleg_innen entweder am Montag oder Dienstag informiere, bis Donnerstag ansprechbar bin und dann (hoffentlich) entspannt in den Urlaub gehe.
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

JaquelineL
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Re: Coming out auf Arbeit

Post 8 im Thema

Beitrag von JaquelineL »

Liebe Svetlana,

also zumindest mich interessiert das Thema ;)

(Da das in der geschlossenen TS-Gruppe steht, kommt es ohne separate Anmeldung nicht in die Liste der ungelesenen Nachrichten, so dass es in der schon kleineren Gruppe der hier zum Lesen Berechtigten wohl manchen Nutzern nicht automatisch angezeigt wird.)

Liebe Grüße
Jackie, der das Prozedere vor allem auch noch bei Kunden bevorsteht...
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Re: Coming out auf Arbeit

Post 9 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Update: Am Freitag hatte ich ein vertrauliches Gespräch mit einer Kollegin, das ebenfalls positiv verlaufen ist. Ihre Grundaussage war, dass durch so eine Veränderung der Mensch hinter der Fassade immer noch der selbe ist. Außerdem sagte sie mir, dass sie sich so etwas schon gedacht hätte, wie übrigens kürzlich die Frauenvertreterin auch schon. Bin ich tatsächlich so durchschaubar!?
Morgen sind mein Vorgesetzter, die Abteilungsleitung und zwei weitere Kolleginnen "fällig": Die Aufregung vor diesen Gesprächen steigt, aber nicht weil ich Angst davor hätte, sondern mehr aus einer Art Vorfreude heraus. Schließlich kann ich demnächst als Svetlana auch zu Arbeit gehen.
))):s
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ab08 (So 4. Dez 2016, 13:59)
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Liebe Grüße aus Berlin
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Re: Coming out auf Arbeit

Post 10 im Thema

Beitrag von JaquelineL »

Liebe Svetlana,

hach ja, Vorfreude ist ein wirklich schönes Gefühl, die positive Seite unseres Kopfkinos :) Manches lohnt es sich allein schon dieses Gefühls wegen anzugehen...

Nach all diesen positiven Vorzeichen wünsche ich Dir auch für die verbleibenden Gespräche viel Erfolg und dann kannst Du Dich den ganzen Urlaub über dem wahren Horror hingeben: "Was ziehe ich bloß an, an meinem ersten Tag, um ja nur einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen?" :mrgreen:

Liebe Grüße
Jackie
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Re: Coming out auf Arbeit

Post 11 im Thema

Beitrag von Johanna Dornal »

Hallo,
das ist ein spannendes, wenn nicht sogar das spannendste Thema. Ich überlege auch schon geraume Zeit hin und her, formuliere mögliche Informationsschreiben, verwerfe wieder, um dann wieder verzweifelt alles zu hinterfragen. Ich habe das auch mit meiner Therapeutin besprochen. Und sie meinte nur, ich würde mir viel zu viel Gedanken machen. Sie meinte, ich solle alles viel positiver sehen, denn letztendlich würde alles gut gehen. Sie spricht da aus eigener Erfahrung.Aber ich sehe schon eine große Herausforderung darin, sich mit so einem "Problem"an eine Öffentlichkeit zu wenden, die ja werktäglich von morgens bis abends um einen herum präsent ist. Ich arbeite in einer Abteilung mit einer Frau und 15 Männern direkt. Im weiteren Arbeitsumfeld gibt es zahlreiche MitarbeiterInnen, die mehr oder weniger mit mir zu tun haben. Insgesamt sind wir in unserer Firma ca.900 Personen. Sicher muß man nicht der kompletten Belegschaft mitteilen, wie man zukünftig gedenkt zur Arbeit zu kommen. Da ist immer wieder die Frage, wem man tatsächlich mitteilt, was mit dem Kollegen A.passiert und in welcher Form man es macht. Daran verzweifle ich regelrecht, obwohl ich glaube, daß bei einer Ausformulierung mir meine PT hilft, wenn es dann so weit sein sollte.
Was aber irgendwie ein bißchen Mut macht, sind die zahlreichen Berichte von Betroffenen hier und anderswo, bei denen es tatsächlich erfolgreich verlaufen ist.
Liebe Grüße
Johanna
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Re: Coming out auf Arbeit

Post 12 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo Svetlana,

bei mir gab es auch einige, die sich überhaupt nicht wunderten, sondern damit gerechnet hatten. :oops:

Alles Gute in der nächsten Woche!
Liebe Grüße
Andrea )))(:
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Re: Coming out auf Arbeit

Post 13 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Hallo Svetlana,
für morgen alles alles Gute. Ich drücke dir die Daumen. Es wird alles gutgehen. Überlege dir noch, was du alles klarstellen möchtest und geh das Gespräch in Gedanken durch, damit du auch auf evtl. Einwendungen die richtige Antwort hast.
LG
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Svetlana L (So 4. Dez 2016, 18:27)
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Re: Coming out auf Arbeit

Post 14 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Hallo zusammen,

vielen Dank für die guten Wünsche. Ich bin ganz guter Dinge für Morgen und werde dann wieder ein Update einstellen, wie es gelaufen ist.
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

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Re: Coming out auf Arbeit

Post 15 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Update: So, es ist vollbracht! Heute habe ich insgesamt vier Gespräche geführt, die allesamt sehr positiv verlaufen sind. Alle haben mir ihre Unterstützung zugesagt und sowohl mein Vorgesetzter als auch die Abteilungsleiterin haben gesagt, bei Problemen solle ich sofort zu ihnen kommen. So kann es von mir aus gern weitergehen. Nach dem letzten Gespräch (das war die Abteilungsleiterin) habe ich die Mail an die Kolleg*innen verschickt und bin dann, da meine Frau mich abgeholt hat, in den Feierabend entschwunden (es gibt ja reichlich Weihnachtsmärkte hier in Berlin). Auch ein neues Türschild habe ich mir schon ausgedruckt, dass fast, aber nur fast, wie das alte aussieht. Statt Herr L... steht da nun Frau L... Ich bin voll happy und doch auch ein bisschen aufgeregt, welche Reaktionen mich morgen erwarten werden. Durch meine Tätigkeit als Personalentwicklerin bin ich auch in einigen abteilungsübergreifenden Arbeitsgruppen und habe daher auch zahlreiche Kontakte in die anderen Abteilungen. Ich gehe daher davon aus, dass sich diese nichtalltägliche Neuigkeit in Windeseile herumspricht. Wir werden sehen!
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ab08 (Mo 5. Dez 2016, 18:13) • Céline (Mo 5. Dez 2016, 20:06)
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