Guten Morgen zusammen,
zunächst vielen Dank an Andrea, Tabea und Vicci für eure Antworten. Auf einige Punkte möchte ich noch mal speziell eingehen:
ab08 hat geschrieben:
-> Damals nahm ich (Gymnasiallehrerin) alles immer selber in die Hand.
-> Nachdem mein Vorgesetzter ablehnend reagierte, holte ich mir über den Berufsverband anwaltliche Hilfe.
-> Informationsschreiben/Rundschreiben verfasste ich nie. Wer was wissen wollte, musste mich fragen.
Mir ging es darum, stets selber bestimmen zu können, welche Informationen über mich im Umlauf sind.
Tabea hat geschrieben:
ich hab es bei mir auch so weit selbst in die Hand genommen.
- Outing bei meinen Einrichtungsleitungen (war da noch Erzieherin bei der evangelischen Kirche), Weiterleitung an die Geschäftsführung.
...
Ich wollte freiwillig aus der Einrichtung raus weil ich schon vorher Mobbing dort erlebt habe. Meine Vorgesetzten waren da sehr offen und
wirklich verständnisvoll, auch die Einrichtungsleitungen mit den ich nun arbeite sind alle wirklich gut.
Victoria hat geschrieben:
Frauenvertreterin ist auf jeden Fall gut. Dann Betriebsrat mit Vertrauensarzt, wenn vorhanden(bei mir leider nicht)!
Dann sollte auf jeden Fall die Hierarchie eingehalten werden! Also GF-Leitung, AB-Leitung, Mitarbeiter.
Von einer Rundmail halte ich persönlich nicht viel! Ich habe meine Kolleginnen und Kollegen in 10-15 Minütigen Gesprächen informiert. Und dann immer für jeden weitere Zeit für individuelle Gespräche angeboten!
Ja, Selbstbestimmtheit finde ich sehr wichtig und das war auch eine meiner Intentionen, jetzt diesen Schritt endlich anzugehen. Wichtig ist mir dabei, dass ich sowohl den Zeitpunkt als auch den Umfang meiner Mitteilung selbst bestimmen kann. Nichts wäre mir unangenehmer gewesen, als wenn ich irgendwann auf irgendwelche Gerüchte hätte reagieren müssen. Wenn ich eines in meiner "Karriere" als Personalentwicklerin gelernt habe, dann ist das die Suche nach Verbündeten. Deshalb auch die Gespräche mit der Frauenvertreterin und dem Personalrat. Dass meine Vorgesetzten ablehnend reagieren hoffe ich natürlich nicht, kann ich mir momentan auch nicht vorstellen, denn dafür sind wir durch verschiedene Diversity-Projekte und -schulungen ziemlich offen. Aber klar kommt es natürlich immer auch auf die*den Einzelne*n an. Klar ist mir natürlich aber auch, dass vermutlich nicht alle Kolleg*innen damit (im positiven Sinne) umgehen können. Ich sage immer, wer damit klarkommt, sagt (oder schreibt) mir das auch, alles andere wird dann eher hintenrum passieren. Ich halte mich aber für so gefestigt, dass ich das aushalte. Ich sage immer (noch eine meiner Weisheiten), dass wir (bezogen auf trans*, aber natürlich auch Menschen generell) so angenommen werden, wie wir uns selbst präsentieren. Heißt: Wer ein gesundes Selbstbewusstsein mitbringt und das auch nach außen zeigt, der wird auch entsprechend wahr- und angenommen.
Noch etwas zu der von mir geplanten Mail. In meiner Abteilung sind wir ungefähr irgendwo zwischen 100 und 150 Mitarbeiter*innen. Mit den wenigsten davon habe ich täglichen Kontakt und werde daher auch nicht mit allen Vier-Augen-Gespräche führen können. Die Mail soll auch bewusst knapp gehalten werden und lediglich darauf hinweisen, dass ich künftig als Svetlana auftreten werde. Selbstverständlich biete ich meine Gesprächsbereitschaft an. Wer will kann also, muss aber nicht. Außerdem werde ich einen Link zum Projekt trans* in Arbeit einfügen sowie ein oder zwei Flyer aus diesem Projekt für erste Informationen beifügen. Ich halte das für den effizientesten Weg.
Nochmals vielen Dank für die bisherigen Antworten

, auch wenn ich jetzt mit meiner ursprünglichen Frage nach dem geeignetsten Zeitpunkt immer noch nicht weiter bin. Vielleicht kommen ja doch noch ein paar weitere Antworten. Dass ich die Entscheidung letztendlich selbst treffen muss, ist mir natürlich bewusst.