Störaktion bei "Trans* überfällig" (Berlin)
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ab08
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Re: Störaktion bei "Trans* überfällig" (Berlin)

Post 1 im Thema

Beitrag von ab08 »

Liebe Zara,

falls es Dir möglich ist, übermittle bitte meinen allerherzlichsten Dank an die Organisatoren dieser Störaktion! (flo)
==> So wird bei all dem Blabla wenigstens deutlich, dass es einige (z.B. auch mich) gibt, die mit dem Prozedere überhaupt nicht einverstanden sind!
Ohne das Urteil des BVerFG vom 11.1. 2011 wäre ich selbst längst operiert ==> ich hätte es nicht mehr ertragen, als 'Mann', der ich nie war, rumzulaufen.
Gezwungen durch die diskriminierende Gesetzeslage damals, hatte ich die Op bereits geplant. Gesundheitliche Risiken hätte ich in Kauf genommen, ja, ich hätte sogar riskiert, deswegen erneut nicht mehr arbeiten zu dürfen. Eine Frau, die Jahrzehnte lang, um der Gesellschaft und um Konventionen willen, gezwungenmaßen "den Mann spielt", hält es eben irgendwann nicht mehr aus.

Menschenrechte gelten für alle Menschen!! Es geht nicht an, dass eine Gruppe, wie es derzeit bei IS/TS geschieht, da ausgenommen wird.
Da ist auch keine Entschuldigung, dass mit anderen Minderheiten ähnlich ignorant umgegangen wird.
Echte Demokratie beinhaltet den Schutz von Minderheiten!
Es darf hier keine Mehrheitsentscheidungen von Nichtbetroffenen über elementare Rechte von Minderheiten geben.

Herzlichen Dank und liebe Grüße
ab (flo)

P.S. Es wäre schön, wenn bei Gesetzesänderungen, wie jetzt beim TSG, in erster Linie auf Betroffene gehört würde.
Die Lobby derjenigen, die von Gesetzen persönliche finanzielle Vorteile haben (Psychiater, Ärzte...), dient deren Interessen. :wink: Gesetze, die so gemacht werden, schaden oft Betroffenen.
Ich bin etwas älter und erlebte die Zeit, wo es kein TSG, also diese Vorschriften nicht gab ==> Da zieht frau Vergleiche :oops:
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Inga
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Re: Störaktion bei "Trans* überfällig" (Berlin)

Post 2 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo Zarah,

iv habe da eine etwas andere Meinung zu der Störaktion. Ja, einerseits ist es gut, dass ihr sie gemacht habt, dass ihr den Anwesenden euren Standpunkt vorgestellt habt.

Doch frage ich mich, habt ihr die anwesenden auch erreicht? Oder habt ihr euch nur "ausgekotzt"? Ich glaube, ihr hab durch die Aktion die Leute neugierig gemacht, aber nach einigen minuten fühle sich die Leute genervt, und darum ist es letztendlich irgendwo dazwischen geblieben.

Es ist sicher gut, bei solchen Aktionen etwas zum Verteilen und auslegen zu haben, ein Flugblatt mit dem Text oder den Kernaussagen etwa oder auch einer Visitenkarte mit einer Adresse, wo es wahre Infos zum Weiterlesen gibt. Da bleibt dann m. E. über die Veranstaltung hinaus mehr hängen - auch dann wenn einem nicht die ganze Zeit gegeben wird zu Wort zu kommen..

Es klingt dir zu wenig nach Power? - Ich finde, oft ist es das weiche Wasser, das durch steiges Tropfen den harten Stein bricht. Das mögen wir bei allem Frust manchmal vergessen.

Liebe Grüße
Inga
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Re: Störaktion bei "Trans* überfällig" (Berlin)

Post 3 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

hier die Einladung zur Diskussion:

http://www.harriet-taylor-mill.de/pdfs/ ... online.pdf

Gruß
Anne-Mette
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Re: Störaktion bei "Trans* überfällig" (Berlin)

Post 4 im Thema

Beitrag von petra »

hallo menschen
ich hab mir den anfangs genannten blog / link durchgelesen ... hätte ich es doch gelassen !!
mit dieser wortwahl kann man die menschen, die man ggf. erreichen will, nur abschrecken
imho.
ansonsten siehe Inga...

Petra
wer anderen ihr anderssein nicht verzeihen kann,
ist noch weit ab vom weg der weisheit.
ab08
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Re: Störaktion bei "Trans* überfällig" (Berlin)

Post 5 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo Zara, hallo all

eigentlich wollte ich nur zum Ausdruck bringen, dass es Menschen gibt, die diese Art von Aktionen gut finden und auch wenn sie selber nie teilnehmen würden, es doch ausdrücklich begrüßen.
Zu den Personen zähle ich mich. ==> Daher lobte ich uneingeschränkt. Meine, ganz persönlichen, Gründe gab ich an.
Dass es zahlreiche andere gibt, die anderer Meinung über solche Aktionen sind, insbesondere bzgl. deren Effektivität/Wortwahl/Methodik, war mir natürlich klar.
Meine eigene Meinung wollte ich trotzdem hier äußern.

Liebe Grüße
ab

P.S. Als TS-Frau, die aufgrund ihrer zahlreichen beruflichen Aktivitäten sehr in der Öffentlichkeit steht, bin ich fast überall "allein auf weiter Flur" (Bei jeder Tagung, an jeder Schule)
Andere Betroffene in meinem Umfeld, von denen ich weiß, leben stealth. Dass meine Ansichten von kaum jemand geteilt werden, ist für mich Alltag. Daher ist es mir wichtig, zu loben, wo ich kann. Denn, auch wenn nur ganz wenige eine Haltung vertreten, kann diese richtig sein. ==> Sie kann natürlich auch falsch sein, daher ist Kritik ebenfalls ernstzunnehmen und wichtig.
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Inga
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Re: Störaktion bei "Trans* überfällig" (Berlin)

Post 6 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, ab,

verstehe mich nicht falsch. Ich wollte dich nicht kritisieren. Ich wollte nur meine Meinung zu der Aktion sagen. Die Idee der Störung hat schon ihren Sinn. Man könnte beim nächsten Mal mehr daraus machen. (siehe auch Petra)

Liebe Grüße
Inga
ab08
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Re: Störaktion bei "Trans* überfällig" (Berlin)

Post 7 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo Inga,

genauso verstand ich Eure Beiträge auch. (ki) Mir war nur wichtig, zunächst zu loben (Lehrerin :oops: )
Inhaltlich habt ihr ja auch aus meiner Sicht völlig Recht.
Andererseits nimmt jede/jeder, die/der an so einem Protest teilnimmt, einiges auf sich, daher kann & will ich da nicht allzu kritisch sein...

==> Aber ich wollte die gute Gelegenheit nutzen, klarzustellen, dass es wirklich wichtig ist, auch völlig gegensätzliche Meinungen stehen zu lassen.
Gegensätzliche Meinungen, die klar ausgesprochen einander gegenüber stehen, helfen nämlich anderen bei ihrer Meinungsbildung.
Wir brauchen Menschen, die in der Lage sind, differenziert zu denken, die also Dinge auch unter dem Aspekt "sowohl als auch" betrachten können...

Liebe Grüße
ab
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Wie kann man einer Sache so richtig schaden?

Post 8 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2022-05-28 »

Macht es so wie in dem Link beschrieben.

Das Einzige, was diese Gruppe mit solchen Aktionen erreicht ist, das die Bereitschaft sich mit Betroffenen zusammen zusetzen noch mehr abnimmt. Wer will schon mit Leuten zutun haben, deren Wortwahl eher bei irgendwelchen Machtkämpfen von Strassenbanden angebracht wäre.

So erreicht man gar nichts in seiner Sache sondern eher das Gegenteil.
Gott sei Dank sind nicht alle TG/TS so militant, sonst müsste ich mich noch schämen TG/TS zu sein.

LG Chrissie
Das Leben ist zu kurz um sich zu verleugnen.
ab08
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Re: Wie kann man einer Sache so richtig schaden?

Post 9 im Thema

Beitrag von ab08 »

Chrissie hat geschrieben:Das Einzige, was diese Gruppe mit solchen Aktionen erreicht ist, das die Bereitschaft sich mit Betroffenen zusammen zusetzen noch mehr abnimmt. ...
.... sonst müsste ich mich noch schämen TG/TS zu sein.
Hallo Chrissie,

als aktive Berufsvertreterin machte ich in den letzten Jahrzehnten mehrere Protestaktionen zur Durchsetzung berechtigter Interessen mit.
Bei den Protesten machte ich die Erfahrung, dass es wenig bringt, auf Verständnis zu warten.
- Es geht auch nicht um die "Bereitschaft mit Betroffenen zusammenzuarbeiten", sondern es geht um konkrete Menschenrechte. Bei den Missbrauchsfällen hat es auch wenig Sinn, auf die "Bereitschaft zur Aufklärung der Fälle" durch kirchlicher Einrichtungen zu warten. ---> Denn normalerweise drücken sich die Verantwortlichen vor ihrer Verantwortung.
In der Geschichte hatte gerade "Abwarten und Nachgeben" negative Folgen http://de.wikipedia.org/wiki/Appeasement-Politik
Daher bin ich der Meinung, dass bisweilen deutlicher Druck nötig ist, um erfolgreich zu sein. (Deshalb bin ich im RL gut vernetzt... :wink: )

Im Übrigen wird man als TS/IS geboren,
genauso wenig, wie sich ein Dunkelhäutiger für seine Hautfarbe schämen oder darauf stolz sein sollte, gilt das für TS/IS.

Liebe Grüße
ab
Zuletzt geändert von ab08 am Do 13. Mär 2014, 17:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Anne-Mette
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Re: Störaktion bei "Trans* überfällig" (Berlin)

Post 10 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Daher bin ich der Meinung, dass bisweilen Druck nötig ist, um erfolgreich zu sein. (Deshalb bin ich gut vernetzt.
Die Frage ist, ob durch so eine Aktion Druck (im besten Fall in die richtige Richtung) erzeugt wird - oder ob die guten Absichten und richtigen Forderungen eher durch die Art des Auftretens zunichte gemacht werden.
An einer Auseinandersetzung "am Tisch" mit den politischen Greminen werden wir nicht vorbeikommen, ob uns die eine oder andere Partei nun gefällt oder nicht.
Die "Störaktion" war im wahrsten Sinne des Wortes eine "Störaktion", die durchaus auch von "Betroffenen" unterschiedlich beurteilt wird.

Gruß
Anne-Mette
ab08
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Re: Störaktion bei "Trans* überfällig" (Berlin)

Post 11 im Thema

Beitrag von ab08 »

Liebe Anne-Mette,

aber durch solche Aktionen werden in unserer Medienwelt die Forderungen zumindest wahrgenommen.
Also muss man sich früher oder später damit auseinandersetzen und kann die Sache nicht immer wieder aufschieben, aussitzen und dann vergessen.
(Dass die Vorgehensweise gleichzeitig viele abschreckt und stört, ist mir natürlich auch klar. - Aber das scheint mir hier das deutlich kleinere Übel. vgl. Femen)

Liebe Grüße
ab

P.S. Mit politischen Parteien hab ich oft zu tun. Die sind wichtig und in persönlichen Kontakten (Tagungen, Arbeitsessen...) nett und freundlich.
Entscheidungen fallen trotzdem erst dann, wenn es brennt und wenn viel Öffentlichkeit da ist (Bayern :wink: )
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Re: Störaktion bei "Trans* überfällig" (Berlin)

Post 12 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

... es kommt darauf an, würde ich sagen.
Was stand in der Medienwelt?
Die meisten Forderungen, die gestellt wurden, kann ich voll unterstützen.
ALLERDINGS:
Das Auftreten und die SPD-Beschimpfung werden u.U. dafür sorgen, dass selbst "Unterstützer" sich abwenden mit der Begründung: "was sind das denn für Spinner?"
Ich bin auch nicht für "Abwarten", ich bin auch nicht für das ewige "Vertröstenlassen" und schon überhaupt nicht für "es allen recht machen".
Die Untätigkeit unserer "Volksvertreter" habe ich an vielen Stellen gerügt, z.B. in Postings hier und anderer Stelle zur Inter*-Thematik.

Ich bin auch nicht der Meinung, man muss sich überall "gut benehmen" - aber einen Blick auf Folgen und die Gesamtsituation sollten wir schon haben.

Gruß
Anne-Mette
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Hallo

Post 13 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2022-05-28 »

Sicher macht man so die Presse auf sich aufmerksamstem nur leider sehr negativ.
Insbesondere leidet bei so einer Entgleisung der Ruf aller.

Was bringt es wenn so eine Gruppe kurz Gehòr findet, dafür aber vielleicht andere Gruppen, die zum runden Tisch eingeladen wurden dann vieleicht wieder ausgeladen werden, weil die angepöbelte Partei sauer ist?

Fakt ist : die Parteien sitzen am längeren Hebel und sie zu aufs übelste zu beleidigen bringt nichts, zumal es der breiten Mehrheit der Wähler wohl absolut egal sein dürfte, wie nun entschieden wird.

also lieber Aufklärung und runden Tisch als Störaktionrn und Bekeidigungen.

LG Chrissie
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Re: Störaktion bei "Trans* überfällig" (Berlin)

Post 14 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo,

nur zur Information: Inzwischen wurde die Dokumentation der Störaktion bei Youtube gelöscht.
Erinnerung:
Die Redaktion bei der Ethikrat-Diskussion sperrte die Kommentare des Nutzers "ETEKAR", als von diesem Nutzer
Dokumente über NS-Verbrechen an Zwittern öffentlich gemacht wurden. Manche Dinge will man halt nicht hören.

Beiträge wie dieser "Alles Kranke ist Last" werden zwar gesendet, aber eigentlich will man diese Dinge vergessen
https://www.youtube.com/watch?feature=p ... 8pXdY9_c0Y
Intersexuelle Menschen und andere Abweichungen waren damals gefährdet. Da schließe ich mich ausdrücklich mit ein.
Auch ohne Details zu kennen, spürte man das noch lange nach dem Krieg, deshalb hatte ich früher soviel Angst...
Bis heute wurde einiges nicht aufgearbeitet... Gewohnheiten, erlernte Denkstrukturen sind beständig ... es sind nicht nur die Operationen an Neugeborenen...

WARNHINWEIS: Vorsicht der Film ist anstrengend & belastend, aber leider wahr

Liebe Grüße
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Re: Störaktion bei "Trans* überfällig" (Berlin)

Post 15 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, ab,

danke dir für den Link auf die Youtube-doku. Mir kam der Film zwar irgendwie schon bekannt vor - lag es daran, dass der Film von 1988, lag es an einer Führung in Bethel, bei der beson ders die Brisanz der Stigmatisierung, Sterilisation und Selektion der Behinderten angesprochen wurde - doch das Thema ist leider zeitlos aktuell. Und es ist gut, auch heute wieder in Erinnerung zu bringen, was eben auch Verblenduing von Pastoren und anderen anrichten kann.

Liebe Grüße
Inga
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