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Zwischengeschlecht.org - Pressemitteilung wg 26./27.3.

Verfasst: Mi 25. Mär 2015, 14:20
von Anne-Mette
Der UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) prüft Deutschland Do 26. - Fr 27. März in Genf im Palais Wilson — Menschenrechtsverletzungen an Inters*x-Menschen insbesondere durch in Deutschen Kinderkliniken immer noch übliche IGM-Praktiken sind dabei als Verhandlungsthema gesetzt!

Betroffenenorganisationen machen vor dem Behindertenrechtsausschuss seit Jahren massivste Menschenrechtsverletzungen geltend, ebenso NGO-Berichte der BRK-Allianz und NHRI-Berichte des Deutschen Institutes für Menschenrechte (die Monitoring-Stelle zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention BRK).

Ein aktueller thematischer NGO-Bericht zu Inters*x und IGM von Zwischengeschlecht.org dokumentiert, wie sich die Bundesregierung seit Jahrzehnten kontinuierlich weigert,

Inters*x-Kinder und -Erwachsene angemessen vor IGM-Praktiken zu schützen,
relevante Daten und Statistiken dazu zu erheben und zugänglich zu machen,
Überlebenden von IGM-Praktiken Zugang zu Justiz und Wiedergutmachung zu gewähren, und
für Betroffene mit AGS/CAH mit Salzverlust die Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten zu gewährleisten.

Morgen Donnerstag werden internationale Delegationen von Inters*x-Organisationen, darunter Zwischengeschlecht.org, OII Deutschland und OII Australien, in einem Thematischen Inters*x-Briefing Menschenrechtsverletzungen aufzeigen und dem Behindertenrechtsausschuss Rede und Antwort stehen: Palais Wilson 09:00—09:45h — Ground Floor Conference Room — offene Veranstaltung — Achtung: Zugang nur mit Akkreditierung!

IGM-Praktiken werden auch im anschließenden Länder-Briefing zu Deutschland mit einem Input von Zwischengeschlecht.org Thema sein: Palais Wilson 10—11h — geschlossene Sitzung.

Danach folgt die zweiteilige Staatenüberprüfung Deutschlands mit Befragung der Staatendelegation durch den Ausschuss: Palais Wilson Do 26.03. 15—18h und Fr 27.03. 10—13h — Live Webcast: www.treatybodywebcast.org

In einem weiteren Schritt wird der Ausschuss verbindliche Empfehlungen an Deutschland publizieren. Zwischengeschlecht.org ist zuversichtlich, dass darin deutliche Worte auch zu IGM-Praktiken Eingang finden werden.

Nebst dem Behindertenrechtsausschuss haben u.a. bereits der Ausschuss gegen Folter (CAT), der Kinderrechtsausschuss (CRC), der Frauenrechtsausschuss (CEDAW), der Sonderberichterstatter über Folter, der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, die Weltgesundheitsorganisation (WHO), UNICEF und weitere UN-Gremien sowie der Europarat (COE) Deutschland und weitere Länder wiederholt und unmissverständlich kritisiert wegen fortgesetzter Duldung von IGM-Praktiken und weiteren Menschenrechtsverletzungen an Inters*x-Menschen.
Betroffene hoffen, Deutschland werde Inters*x-Genitalverstümmelungen und weitere Menschenrechtsverletzungen nicht mehr länger billigend dulden können!

Die internationale Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen mit "atypischen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".

Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.

Regelmäßige Updates: http://zwischengeschlecht.info