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"Das Schweigen der Transsexuellen" bei heise.de
Verfasst: So 1. Mär 2015, 10:05
von Anne-Mette
Moin,
ja, keine Virenwarnung, kein technischer Beitrag, keine Vorstellung neuer Software, sondern ein Beitrag zum Thema "Transsexualität" und das Leben transsexueller Menschen in Europa.
Das Europäische Parlament hat die andauernde Pathologisierung transsexueller Menschen auch in der EU scharf verurteilt, aber darüber spricht man nicht
http://m.heise.de/tp/artikel/35/35641/1 ... -classic=1
Gruß
Anne-Mette
Re: "Das Schweigen der Transsexuellen" bei heise.de
Verfasst: So 1. Mär 2015, 11:45
von Katharina P.
Liebe Anne-Mette,
danke für den Link!
Re: "Das Schweigen der Transsexuellen" bei heise.de
Verfasst: So 1. Mär 2015, 14:34
von Ellen1975
Danke für den Link liebe Anne -Mette.
Und seit längeren mal wieder ein Artikel der wirklich lesenswert ist. Wenn auch durchaus nicht alles ganz so negativ ist. Grund zum wachrütteln aber alle mal.
Liebe Grüße
Ellen
Re: "Das Schweigen der Transsexuellen" bei heise.de
Verfasst: So 1. Mär 2015, 19:25
von Anke
Hallo,
vielen Dank Anne-Mette für den Link. Der Text bringt die Problematik gut auf den Punkt.
Allerdings frage ich mich, woran es liegt, dass sich seit der Veröffentlichung des Artikels praktisch nichts geändert hat. Wieso schaffen wir es nicht, das zu ändérn?
Liebe Grüsse
Anke
Re: "Das Schweigen der Transsexuellen" bei heise.de
Verfasst: So 1. Mär 2015, 21:40
von Kerstin
Anne-Mette hat geschrieben:.....
Das Europäische Parlament hat die andauernde Pathologisierung transsexueller Menschen auch in der EU scharf verurteilt, aber darüber spricht man nicht
......
Als Pathologisierung (zur Etymologie siehe Pathologie) gilt die Deutung von Verhaltensweisen, Empfindungen, Wahrnehmungen, Gedanken, sozialen Verhältnissen oder zwischenmenschlichen Beziehungen als krankhaft.....
http://de.wikipedia.org/wiki/Pathologisierung
Echt blöd das es Krankenkasse heist und nicht Machmichzurmädchenkasse.
Ohne eine Pathologisierung, also eine als krankhaft definierte Abweichung von einer wie auch immer bestimmten Norm, kann keine Krankenkasse Leistungen erbringen.
Es ist also die Frage zu beantworten:" Wollen wir eine Pathologisierung hinnehmen und unsere Kosten dafür ersetzt bekommen oder lehnen wir es ab als Krank bezeichnet zu werden und bleiben auf unseren Kosten sitzen?".
LG Kerstin
Re: "Das Schweigen der Transsexuellen" bei heise.de
Verfasst: So 1. Mär 2015, 22:34
von Anke
Hallo Kerstin,
diese Frage stellt sich nicht. Dann dürfte die Krankenkasse auch keine Kosten übernehmen, die in Zusammenhang mit Schwangerschaft stehen oder der Prävention dienen.
Transsexualiät ist keine Krankheit. Unterdrückte und ungelebte Transsexualität macht aber krank.
Liebe Grüße
Anke
Re: "Das Schweigen der Transsexuellen" bei heise.de
Verfasst: So 1. Mär 2015, 23:24
von Franka
Zumindest einige Kassen nennen sich doch auch schon Gesundheitskasse. da muss man dann auch nicht krank sein um Leistungen zu bekommen, nur gesund bleiben wollen

Re: "Das Schweigen der Transsexuellen" bei heise.de
Verfasst: So 1. Mär 2015, 23:48
von Kerstin
N' Abend Anke
Anke hat geschrieben:.... Dann dürfte die Krankenkasse auch keine Kosten übernehmen, die in Zusammenhang mit Schwangerschaft stehen oder der Prävention dienen.
Mit der Aussager bist du aber gewaltig auf dem Holzweg.
1.) Schwangerschaft, ob gewollt oder nicht, stellt einen erheblichen eingriff in das Leben der werdenden Mutter dar. Dieser eingriff kann für beide tötlich sein. Es ist also von daher sehr wohl angebracht hier Leistungen zu erbringen. Wenn ich mich recht entsinne hat Schwangerschaft sogar eine ICD-Nummer.
2.) Prävention, also das vermeiden von Krankheiten soll nicht im Sinne der Krankenkassen und deren Versicherten sein? Seltsame Logik.
Anke hat geschrieben:....
Transsexualiät ist keine Krankheit. Unterdrückte und ungelebte Transsexualität macht aber krank.
wenn Transsexualität keine Krankheit ist, wieso soll dann die Krankenkasse zahlen? Bei deinem zweiten Satz gebe ich dir gerne Recht, nur ist das wohl ein Widerspruch zum ersten.
Wie kann das unterdrückte und ungelebte Krank machen, wenn die Ursache oder Basis jenachdem, selbst keine Krankheit - also gesund - ist und somit sich im Bereich eines "normal Zustandes" befindet?
So schön deine Argumentation ist - sie wiederspricht sich selbst.
Man könnte jetzt natürlich sagen dies alles (die Hormone usw...) diene der Prävention, nur müsste TS ja dann auch wieder als Krankheit definiert werden.
Wenn etwas Krankheiten hervor ruft kann es nicht Gesund sein.
Neee so wird kein Schuh daraus.
Gute Nacht
Kerstin
_________________________
Nachtrag
http://www.icd-code.de/icd/code/O00-O99.html
Re: "Das Schweigen der Transsexuellen" bei heise.de
Verfasst: Mo 2. Mär 2015, 07:57
von Ulrike-Marisa
Moin zusammen,
...Argumente und Schuhe hin oder; Fakt ist doch, dass auch in Deutschland TS zu sein, immer noch einem Spießrutenlauf gleicht, wenn Betroffene iher Meinung und ihr Recht durchsetzen wollen, bzw. in ihrem wahren selbst gewählten und gefühlten Geschlecht leben wollen. Dazu die Abhängigkeit von beurteilenden Institutionen, wo mit dem Mangel an geeignetem unabhängigem Fachpersona lkräftig Kasse gemacht wird - wofür?? Sicherlich besteht die Frage der Erklärung und Feststellung von vorliegender Transsexualität und die Frage der Kosten - da gäbe es bestimmt mögliche Regelungen.... Oder hat die Gesellschaft immer noch Angst vor hirnkranken Menschen, die was anderes nicht sanktioniwertes sein wollen. Ist der gesellschaftliche und gesundheitliche Schaden unterdrückter Transsexualität in der Summe nicht viel größer. Was wäre denn so viel anders, wenn jeder Mensch, der davon betrroffen ist, das selbst erklären könnte - dazu bräuchte ich nicht einmal den Hausarzt - fürtet dei Geswellschaft einen Boom von Menschen, die nur mal so in einem anderen Geschlecht leben wollen? Mir erschließt sich das langsam nicht mehr so recht. Wissenschaftlich Erkenntnisse gibt es doch mittlerweile genügend auch Argumente - aber getan wird nichts und wenn von der Politik nur halbherzig und unter zwang des EuGH bzw. der EU-Gesetzgebung. Wessen Interessen stehen dem entgegen, dass Betroffene das selbst für sich entscheiden können?? (klar wer genügend Geld hat löst das Problem diskret in Thailand oder in sontwo bei einer einschlägigen medizinischen Adresse) Das ist das, was mich langsam immer mehr stört und faul ist hier im Staate und in der Gesellschaft unseres ach doch so freiheitlichen Landes....
Ich bin sauer und manchmal auch traurig darüber ... Ulrike-Marisa
Re: "Das Schweigen der Transsexuellen" bei heise.de
Verfasst: Mo 2. Mär 2015, 15:17
von ab08
Kerstin hat geschrieben:Echt blöd das es Krankenkasse heist und nicht Machmichzurmädchenkasse.
Tut mir leid, nichts gegen inhaltliche Kritik, die muss möglich sein!
ABER manche
Formulierungen zwingen mich leider, an die Checkliste zu erinnern
http://www.stoppt-hasspropaganda.de/checkliste/ , die uns
alle mahnt.
LG
Andrea
Zum Inhalt:
Unsere liebe Rosi bringt es,
meiner Ansicht nach, auf dem Punkt, dem schließ ich mich an:
Rosi_ hat geschrieben:Eigentlich frustrierend, dass der Artikel von 2011 ist - so tief da die
Realität beleuchtet ist, so wenig hat sich bis heute geändert

Anke fragt: "wieso?" Naja, wir leben in Deutschland, wenn es nicht gerade um die Finanzen geht, wird vieles gern auf die lange Bank geschoben...vgl. Homosexualität, Operationen an intersexuellen Neugeborenen...usw. --> Da ist also das TSG wirklich kein Einzelfall!
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Zumindest von juristischer Seite wird an den Problemen gearbeitet, aber das dauert, da es sorgfältig geschieht. Wer Englisch versteht, hier bitte:
Bundesrichterin Prof. Dr. Johanna Schmidt-Räntsch (BGH) nahm in einem Vortrag am 5. Februar 2015 an der UCD Sutherland School of Law:
http://www.ucd.ie/law/news/name,229420,en.html (Hübsches Photo mit Frau Schmidt-Räntsch - Mitte) dazu Stellung. Es ging um die Gesetzeslage in Irland und in Deutschland, auch um die bei uns wegen Menschenrechten+Verfassung aufgehobenen Scheidungspflicht bei TS. Es ging um,
mit Menschenrechten vereinbare, "Gender"-Gesetze. -->Frau Schmidt-Räntsch gab der Irish Times ein Interview (im obigen Artikel verlinkt)
Re: "Das Schweigen der Transsexuellen" bei heise.de
Verfasst: Mo 2. Mär 2015, 21:51
von Anke
Kerstin hat geschrieben:N' Abend Anke
Anke hat geschrieben:.... Dann dürfte die Krankenkasse auch keine Kosten übernehmen, die in Zusammenhang mit Schwangerschaft stehen oder der Prävention dienen.
Mit der Aussager bist du aber gewaltig auf dem Holzweg.
1.) Schwangerschaft, ob gewollt oder nicht, stellt einen erheblichen eingriff in das Leben der werdenden Mutter dar. Dieser eingriff kann für beide tötlich sein. Es ist also von daher sehr wohl angebracht hier Leistungen zu erbringen. Wenn ich mich recht entsinne hat Schwangerschaft sogar eine ICD-Nummer.
2.) Prävention, also das vermeiden von Krankheiten soll nicht im Sinne der Krankenkassen und deren Versicherten sein? Seltsame Logik.
Hallo Kerstin,
stimmt. seltsame Logik. Ich sage ja nicht, dass Schwangerschaften nicht unterstützt und Prävention nicht bezahlt werden sollen, ganz im Gegenteil! Nur wenn deiner Logik hinsichtlich der Unterstützung von TS gefolgt wird, dann muss auch diese Unterstützung in Frage gestellt werden. Es ist deine eigene Logik, die Du hier kritisierst.
Schwangerschaft, bzw. die entsprechende Maßnahmen haben sogar mehrere ICD Nummern, trotzdem ist Schwangerschaft keine Krankheit. Außerdem steht im ICD einiges, was nicht Krankheit ist. Aber das nur am Rande. Abgesehen davon ist Transsexualität im Entwurf zum neuen ICD zwar immer noch enthalten, allerdings nicht mehr als Krankheit.
Kerstin hat geschrieben:
Anke hat geschrieben:....
Transsexualiät ist keine Krankheit. Unterdrückte und ungelebte Transsexualität macht aber krank.
wenn Transsexualität keine Krankheit ist, wieso soll dann die Krankenkasse zahlen? Bei deinem zweiten Satz gebe ich dir gerne Recht, nur ist das wohl ein Widerspruch zum ersten.
Wie kann das unterdrückte und ungelebte Krank machen, wenn die Ursache oder Basis jenachdem, selbst keine Krankheit - also gesund - ist und somit sich im Bereich eines "normal Zustandes" befindet?
So schön deine Argumentation ist - sie wiederspricht sich selbst.
Man könnte jetzt natürlich sagen dies alles (die Hormone usw...) diene der Prävention, nur müsste TS ja dann auch wieder als Krankheit definiert werden.
Wenn etwas Krankheiten hervor ruft kann es nicht Gesund sein.
Neee so wird kein Schuh daraus.
Doch Kerstin, da wird sehr wohl ein Schuh draus. Es ist ja nicht so, dass TS die Krankheit hervorruft, sondern die Diskrepanz zwischen der Identität und der gelebten Rolle, bzw. dem Körper. Wenn Transmenschen gemäß ihrer Identität leben können, ist ja auch alles in Ordnung (es sei denn, sie schleppen noch irgend ein anderes Problem mit sich herum, aber darum geht es hier ja nicht).
Wenn ich beispielsweise einen Cis-Mann zwinge, als Frau zu leben, dann wird dieser Mensch auch krank. Nicht deshalb weil er ein Cis-Mann ist, sondern weil er gegen seine Identität lebt. Dazu gibt es ein eindrucksvolles und trauriges Beispiel aus Kanada mit einem Zwillingspärchen (Bruce/David und Brian Reimer). Da es ein ziemlich prominentes Beispiel ist, das hier im Forum schon mal besprochen wurde, kennst Du es bestimmt.
Liebe Grüße
Anke