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Re: Alan Turing

Verfasst: Sa 24. Jan 2015, 11:15
von Exuserin-2015-08-11
Echt ein toller Bericht ,werde mich weiter schlau machen.Es ist ja immer wieder Interressant was alles passiert ist.Es grüßt eine sich schlaumachende Ilektra.

Re: Alan Turing

Verfasst: Sa 24. Jan 2015, 14:34
von ab08
Hallo,

zugegeben, es handelt sich um Großbritannien. Aber, wer sich die Jahreszahlen ansieht, erkennt, wie langsam Entwicklungen in dem Bereich sind.
vgl. Rehabilitierung Homosexueller in Deutschland: http://www.queer.de/detail.php?article_id=23093
Aus der Naturwissenschaft sind wir das andererseits gewöhnt (Galilei etc.) Manche schaffen es mit der Ignoranz umzugehen, andere zerbrechen leider daran.

Liebe Grüße
Andrea(ab)

P.S. Im Sommer 1967 war ich erstmals kurz in London (Schüleraustausch mit Schottland). Eine kleines Reklameposter "Swinging London" hängt in meinem Arbeitszimmer.
An der Oberfläche war man dort sehr tolerant. Ich kenn die Zeit...

Re: Alan Turing

Verfasst: Sa 24. Jan 2015, 20:29
von Lina
Das wirkllich Schreckliche an der ganzen Geschichte: Wenn die "richtigen" Leute gewusst hätten, dass er Schwul war, hätte man ihn gefeuert. Einer der schwul ist - geht ja gar nicht. Und wer hätte dann den Krieg gewonnen? Hätte halb Europa sich dann vielleicht bis heute unter Nazi-Regimes rumschlagen müssen?

Die Arbeit, die er machte war wichtig. Sehr wichtig.


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Andere Info nebenbei: Die ganze Geschichte mit dem "Lektor" in "From Russia with Love" (James Bond, Ian Flemming usw.) ist eine Anspielung auf die ganze Affäre, wo ein Exemplar der "Enigma"-Maschine ergattert werden wollte. Mehr über die wahre Geschichte in "A man called Intrepid".

Re: Alan Turing

Verfasst: Di 27. Jan 2015, 22:27
von Lukretia
Das ist nicht die ganze Geschichte. Sie hat noch eine Pointe.
(Der Verschlüsselungs-)Code "Krokodil" war eine Tarnbezeichnung für Funkverkehr, der ab Februar 1945 nicht mehr durch Alliierte mitgelesen werden konnte.
Ich sehe ihn in Zusammenhang mit einer geheimen Schlüsselmaschine, der SFM T-43. Sie war wesentlich sicherer als die ENIGMA, da weitere Zufallsgeneratoren eingebaut worden waren. Ein Code musste in einen Lochstreifen gestanzt werden, der dann mit dem Text überlagert wurde. In der Empfangsmaschine musste der gleiche Code- Lochstreifen mitlaufen, nur dann konnte der Klartext wieder lesbar werden. Über T-43 schweigen sich die Engländer noch immer aus- und nicht nur die"¦.
Quelle: Villa Winter Forum, "Code Krokodil".

Re: Alan Turing

Verfasst: Mi 28. Jan 2015, 08:11
von Ulrike-Marisa
...über die Verschlüsselungsmaschine SFM T-43 gibt es aber doch einiges an Informationen, die nachlesbar sind - Zeitzeugenberichte etc. ...
Falls sich jemand dafür interessieren möchte.

Gruß, Ulrike-Marisa, ehem. Funkerin - lang ists her

Re: Alan Turing

Verfasst: Do 29. Jan 2015, 13:00
von Lina
Ulrike-Marisa hat geschrieben:...über die Verschlüsselungsmaschine SFM T-43 gibt es aber doch einiges an Informationen, die nachlesbar sind - Zeitzeugenberichte etc. ...
Falls sich jemand dafür interessieren möchte.

Gruß, Ulrike-Marisa, ehem. Funkerin - lang ists her

Wie weit war das Ding verbreitet im Vergleich mit der Enigma?

Re: Alan Turing

Verfasst: Do 29. Jan 2015, 14:07
von Ulrike-Marisa
Hallo Lina,

..soweit ich gelesen habe, gab es einzelne Maschinen an den Schaltstellen der Macht gegen Ende des Krieges. so soll z.B. Großadmiral Dönitz darüber verfügt haben. etliche Maschinen sind nach kriegsende an die alliierten ausgeleiefert worden z.B. an die USA, wo sie zu wqeiteren technischen Entwicklungen wohl verwendet wurden - mitsamt der Bedienungsmannschaften. (soweit bei google; sfm t-43)

Gruß, Ulrike-Marisa

Re: Alan Turing

Verfasst: Fr 30. Jan 2015, 12:28
von Lukretia
Lina hat gefragt:
Wie weit war das Ding verbreitet im Vergleich mit der Enigma?
Der Historiker des Obersalzbergs, Florian M. Beierl, berichtet in einer seiner Schriften, dass die Superverschlüsselungsmaschine, die auch Alan Turing nicht mehr knacken konnte, in drei Funkwagen in unmittelbarer Umgebung der Reichskanzlei in Berlin eingesetzt wurde. Das heißt, es wurden mit dieser Maschine nur die Befehle der höchsten Kommandostelle (Hitler) an andere hohe Kommandostellen verschlüsselt. Es handelte sich also nur um einen kleinen Kreis, der da einbezogen war.
Einer dieser Funkwagen wurde von Berlin aus in den letzten Kriegstagen nach dem Obersalzberg in Marsch gesetzt, wo man ein letztes Refugium einzurichten gedachte.
Die Engländer hatten Kenntnis von diesen Funkwagen. Sie setzten von England aus ein Team in Marsch, das nur den Auftrag hatte, einen dieser Funkwagen ausfindig zu machen und eine Verschlüsselungsmaschine zu erbeuten.
Der Funkwagen ist auch am Obersalzberg angekommen und hat von dort gefunkt. Sein weiteres Schicksal in den Tagen des Zusammenbruchs ist unklar.

Re: Alan Turing

Verfasst: So 1. Feb 2015, 00:06
von Karoline
Natürlich haben die Alliierten über die SFM T-43 geschwiegen. Eine One-Time-Pad Maschine kann man nicht knacken, auch heute nicht. Einzige Möglichkeit ist ein Seitenkanalangriff oder man kopiert den Schlüssel.
Problem an der Sache ist, das man einen Schlüssel braucht, der genausolang ist wie die Nachricht oder die Nachrichten. Hat man soviele Buchstaben empfangen oder gesendet, muss man sich wieder treffen. Dann werden neue Schlüssel generiert und verteilt.
Das ganze ist ein logistischer Alptraum. Wenn der der Schlüssel verbraucht ist, oder abhanden kommt muss man sich jedesmal treffen.

Re: Alan Turing

Verfasst: So 8. Feb 2015, 17:15
von Lina
Wenn sie zum Schluss ein Exemplar ergattert haben und die Technologie selber weiter genutzt, ist das ja Grund genug, darüber zu schweigen. Wenn man eine "unknackbare" Kodier-/Entkodiermaschine hat ...

Die ganze Problematik dieser elektromechanischen Chiffriergeräte wurde doch wieder aufgemischt in "From Russia with Love". Da hieß das Gerät "Lector".