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Re: Kennt jemand diesen Zwang
Verfasst: Mi 5. Nov 2014, 23:48
von Exuserin-2015-08-11
Ach Jana,gehe doch einmal in die Natur,und lasse die Technik schlafen.Da gibt es so viele schöne Sachen ,nur schauen und inne halten, dann versuchen das zu begreifen.Anschliessend wieder nach Hause kommen,die Technik schläft noch,lass sie schlafen.Versuche den Tag Revue passieren zu lassen,und lebe das Tagesgeschehen neu aus. Der PC kann gut schlafen ,glaube es mir .Gruss Ilektra. Die
Re: Kennt jemand diesen Zwang
Verfasst: Do 6. Nov 2014, 15:50
von Exuserin-2015-08-11
Ich wundere mich aber ,das niemand zu diesem Thema etwas beitragen kann.Ist es nicht so ,das wir alle irgendwo versuchen die Einsamkeit zu überbrücken.Jana sitzt im Technikraum alleine und verlassen.Ist das Leben ,trotz der Möglichkeit zum chatten,oder in einem Forum zu schreiben alles was wir können.Ilektra fragt nicht mehr.
Re: Kennt jemand diesen Zwang
Verfasst: Do 6. Nov 2014, 17:54
von hannelore
Ich versuche mich mit Musik abzulenken, die meine Seele berührt.Das kannn je nach Befinden immer mal was anderes sein.
Gestern zb. hab ich mir den Song the Rose, auf YT immer wieder angehört,von veschiedenen Interpreten, mir die Überzetzung rausgesucht und Rotz und Wasser geheult.
War aber trotzdem sehr schön.
Versuchs doch auchmal Jana, vielleicht klappt es ja.
Du bist nicht allein.
Gruß
Hannelore
Re: Kennt jemand diesen Zwang
Verfasst: Do 6. Nov 2014, 19:07
von Nadin
Hallo Jana
mir ergeht es ähnlich wenn nicht genauso.
Ich kann nur für mich reden und ich denke da ich noch nicht nach außen mit meinem Fabel gegangen bin, ich andauernd auf der Suche nach einer Lösung bin.
Ich mach ja alles heimlich und bin total unzufrieden damit.
Vermutlich suche ich wie du nach einer Seite oder Homepage die der Weisheit letzten Schluss hat.
Die gibt es natürlich nicht und mein verhalten ändert sich erst dann wenn ich mich geoutet habe. Dann brauche ich das WWW nicht mehr, dann kann ich ja mit z.B. meiner Frau über Probleme bezüglich meiner Leidenschaft reden.
Die einzige Seite, die auch hier im Forum genannt wurde, hat mir ein wenig die Augen geöffnet. Sie wurde von einer Bio-Frau geschrieben die "entdeckt" hat dass ihr langjähriger Ehemann ein Crossdresser ist. Wirklich sehr schön zu lesen und ich könnte mir so gut vorstellen das ev. auch meine Frau so reagieren könnte.
(hier der Link zu der Seite
http://www.genderwunderland.de/standpun ... eider.html)
Ich hoffe ich verstoße jetzt nicht gegen Forenregeln wenn ich diesen Link hier poste, da ich ja noch nicht "richtig" frei geschalten wurde. Wenn doch, dann liebe Admin sorry und einfach löschen.
Lieben Gruß
Nadin
Re: Kennt jemand diesen Zwang
Verfasst: Do 6. Nov 2014, 19:07
von Lukretia
Ilektra schrieb:
Ich wundere mich aber ,das niemand zu diesem Thema etwas beitragen kann.
Ich könnte viel beitragen, will aber hier nicht mein Elend ausbreiten. Ich lebe stark isoliert.
Habe meinen Platz im Leben nicht gefunden, weiß auch nicht, wie ich ihn mit meiner Veranlagung und meinen Hemmungen hätte finden können.
LG
Lukretia
Re: Kennt jemand diesen Zwang
Verfasst: Do 6. Nov 2014, 19:12
von Exuserin-2015-08-11
Lukretia,das liest sich dramatisch,aber da Du schon viel geschrieben hast ,bin ich nun irritiert.Ilektra
Re: Kennt jemand diesen Zwang
Verfasst: Do 6. Nov 2014, 19:26
von Lukretia
Hallo Ilektra,
warum bist Du irritiert? Das verstehe ich nicht.
Lukretia
Re: Kennt jemand diesen Zwang
Verfasst: Do 6. Nov 2014, 22:38
von Exuserin-2015-08-11
Das verstehe ich nun nicht mehr,will ich auch nicht Jana.Dazu ist mir das zu widersprüchlich .Schade das ich dazu beigetragen habe.Ilektra
Re: Kennt jemand diesen Zwang
Verfasst: Fr 7. Nov 2014, 01:32
von Nadin
Hallo Jana
im gegensatz zu Ilektra verstehe ich dich sehr gut.
Wahrscheinlich hast du recht in dem wir uns nicht outen gehen wir den weg des geringsten Wiederstand deswegen bleibt es auch ein Leidensweg und deswegen sind und bleiben wir Suchende.
LG
Nadin
Re: Kennt jemand diesen Zwang
Verfasst: Do 27. Nov 2014, 16:12
von ExUserIn-2026-04-08
Hallo,
wer kennt das nicht ? Aber für mich haben sich diese Gefühle in dem Maß verändert, wie ich mein T*-sein akzeptiert habe. Dabi unterscheide ich aber, ob ich mir das einfach selber nur sage, oder ob ich damit auch in ein Gespräch gehen kann. Wie so viele andere habe ich auch gejammert, dass ich nicht akzeptiert würde, das ich so wenig Möglichkeiten habe, dass ich alles verstecken muss etc.
Aber ich habe für mich selber erkannt, dass das Gejammer nichts nützt. Im Gegenteil, es verstärkt das Gefühl, dass ich in einer Falle stecke. Nun, es liegt an mir, und nur an mir, das zu ändern. Aber wenn mich die Situation stört wie sie ist, muss ich sie doch verändern, wenn ich mich selber respektiere.. Ich meine nicht, dasds jetzt Jede auf die Straße rennen soll, um sich zu outen. Ich meine einen Prozess anstoßen, der mich selber zur Zufriedenheit bringt. Das kann kein anderer Mensch für mich tun.
Die ersten Fragen sind die: Akzeptiere ich mich selber wie ich bin ? Kann ich mehr für mich tun ? Wie könnte mein Leben aussehen, wenn ich alles tue, damit ich zufrieden bin ?
Letztlich müssen all die, die mit Ihrer Situation nicht zufrieden sind, doch alle Hebel in Bewegung setzen, das zu ändern. Warum unterbleibt das denn ?
Und der erste Hebel ist die Beseitigung der Schere im eigenen Kopf.
Wie seht Ihr das ?
Vicky
Re: Kennt jemand diesen Zwang
Verfasst: Do 27. Nov 2014, 16:52
von Nadin
Hallo Vicky
natürlich können nur wir selbst die Situation ändern aber wir alle sind in einer Gesellschaft aufgewachsen und so erzogen worden Rücksicht zu nehmen. Das soll heißen wir sind nicht nur uns selbst verantwortlich sondern auch Menschen in unsere Umgebung. Ich spreche hier von den Menschen die wir lieben die auf uns zäheln und die sich auf uns verlassen. Jeder dieser Menschen wird anders auf ein Outing reagieren. Es bleibt bei uns es einzuschätzen wie stark Irretiere, schockiere, enttäusche, verletzet diese Menschen danach sind. Ich denke das nur sehr wenig erfreut sein werden.
Genau vor diesem ungewissen haben wir Angst und befürchten Liebesentzug, keine Anerkennung mehr, ja vieleicht sogar Hass und Abstoßung. Dies sind alles Werte mit denen wir nicht umgehen können.
Alles was du schreibst ist richtig aber ignorant, egoistisch und vieleicht sogar rücksichtslos.
Gruß
Nadin
Re: Kennt jemand diesen Zwang
Verfasst: Do 27. Nov 2014, 17:22
von ExUserIn-2026-04-08
Hi Nadin,
nicht böse sein. Ich bin manchmal etwas provokativ. Ich möchte nur zu anderem Denken anregen.
Wenn meine Haltung richtig ist, wie kann sie dann ignorant, egoistisch oder rücksichtslos sein ? Anders herum wird ein Schuh daraus.
Ist es nicht egoistisch, dass wir gegenüber unserer Partnerin verschweigen, wie wir sind ?
Ist es nicht ignorant, dass wir meinen, für andere zu entscheiden, in dem wir sie mit unserer "Rücksicht" behandeln ? Warum geben wir ihnen keine Chance selber zu entscheiden ?
Ist es nicht rücksichtslos, wenn wir unsere Partnerinnen belügen, in dem wir nichts sagen ?
Ja, auch ich habe "Angst und befürchte Liebesentzug, keine Anerkennung mehr, ja vieleicht sogar Hass und Abstoßung" zu erfahren. Aber ohne die Überwindung dieser Dinge können wir mMn kein Glück in unserem Dasein erfahren. Von sich aus wird sich nichts verändern. Das muss ich schon selber anpacken.
Was man wie und mit wem erzählt, steht auf einem ganz anderen Blatt und muss jede für sich entscheiden. Ich muss nicht mit der Tür ins Haus fallen, aber man kann für sich selber die Tür öffnen. Darum geht es mir.
Vicky
Re: Kennt jemand diesen Zwang
Verfasst: Do 27. Nov 2014, 17:41
von Nadin
Hallo Vicky
ich bin nicht böse weit gefehlt.
Aus welchen Beweggründen wollen wir uns den outen. Um besser verstanden zu werden um unsere Leidenschaft besser ausleben zu können. Es geht immer um uns. Was tun wir diesen Menschen aber an die wir bis zum heutigen Tage im Dunkeln gelassen haben die wir betrogen haben und die wir jetzt enttäuschen weil wir nicht die sind die wir vorgegeben haben zu sein.
Wenn wir von Anfang an gesagt hätten wer wir sind und wie es in uns aussieht dann hätten diese Menschen selbst entscheiden können wie sie sich zu uns stellen, so aber gestehen wir diesen Menschen das wir sie bis jetzt getäuscht und hintergangen haben dieser Schritt muss sehr genau überlegt sein und man muss damit rechnen alleine da zu stehen und verlassen zu werden.
Du hast mit diesem Umkehren meiner Thesen recht aber dies hätte von Anfang an passieren müssen.
Ich denke jeder muss entscheiden wie hoch sein Leidensdruck ist um sich zu outen.
Momentan beschreibe ich noch den Weg des geringsten wiederstand und behalte es für mich.
Lieben Gruß
Nadin
Re: Kennt jemand diesen Zwang
Verfasst: Fr 28. Nov 2014, 08:56
von ExUserIn-2026-04-08
Hallo Nadin,
natürlich muss jeder seinen eigenen Standpunkt finden und die entsprechenden Konsequenzen daraus ziehen. Und das ist zu respektieren. Aber die meisten von uns (ich auch) haben Jahre und Jahrzehnte damit verbracht, sich zu verstecken. Ich wollte einiges nicht wahr haben und habe mich gedrückt, unbequemen Wahrheiten ins Gesicht zu sehen und das ist z.T. auch heute noch so. Erst langsam verschwindet das Gefühl der Lächerlichkeit, wenn ich über meine T-Seite rede.
Für mich selber ist es auch wichtig, dass unter T* nicht nur das Tragen von Kleidung verstanden wird. Es geht darum, dass ich mich so annehme, wie ich bin. Das bedeutet auch, dass ich damit offen umgehe. Das ist Outing für mich. Es geht nicht darum, etwas "Schlimmes" zu beichten, sondern zu zeigen, wer man wirklich ist. Natürlich ist das am Anfang einer Beziehung am besten, aber man kann das jeder Zeit nachholen. Ich denke auch, dass man vermitteln kann, was dazu geführt hat, weshalb man damit so lange gewartet hat.
Für mich ist der Begriff "Verletzlichkeit" dabei ganz zentral. Ich habe für mich verstanden, dass ich, besonders in Zeiten großer Anspannung, Verletzlichkeit als Regulativ brauche. Ich will verletzlich sein. Da erst habe ich begriffen, wie sehr mein männlicher Alltag eine Schale erfordert, die jegliche Verletzlichkeit verdeckt. Das bringt mich "zum Platzen". T* ist für mich der Ausgleich. Es gibt keine Situation, in der ich mir größere Verletzlichkeit vorstellen kann. Nicht nur das Weiblichkeit ein Synonym dafür ist (was nur z.T. stimmt), als Mann Weiblichkeit zu zeigen ist schiere Selbstverleugnung. Tatsächlich erlaubt mir meine Form der Weiblichkeit, mehr Mann zu sein. Im Alltag werde ich verständnisvoller, was zu besseren Sozialkontakten führt. Im Beziehungsleben entsteht ebenfalls eine neue Qualität (wenn die Partnerin bereit ist, das zu akzeptieren).
Ich gebe Dir Recht, das muss überlegt sein, aber die Frage ist für mich die: Will ich weiter herumkrebsen oder mich verstehen ? Will ich Angst vor Entdeckung haben ? Will ich eine Partnerin zu haben, von der ich nicht weiß, ob sie mich akzeptiert, wie ich bin ? Oder will ich lieber das (tatsächlich vorhandene) Risiko eingehen, allein zu sein, weil ich den Mut hatte, mich zu zeigen wie ich bin ?
Wenn im Leben Türen zu gehen, gehen andere dafür auf. Ich habe 12 Jahre in einer toten Ehe gelebt und erst danach erfahren, dass auch ein anderes, viel besseres Leben für mich möglich ist. Es gab Kämpfe und Verluste, aber die Gewinne waren erheblich höher. Authentisch zu sein und zu leben führt mMn immer zu einem besseren Leben. Frauenkleidung zu tragen ist für mich authentisch, aber es ist nur sichtbares Zeichen für viel tiefer liegende Charaktereigenschaften.
Ich habe Deine Thesen im Hinblick auf eine Partnerin umgedreht. Man kann sie auch im Hinblick auf sich selber umdrehen:
Ist es nicht egoistisch, wenn wir uns vor der Auseinandersetzung drücken, damit wir an den Glaubenssätzen, denen wir anhängen, nichts ändern müssen ? Aber Reifung bedeutet Veränderung. Und unsere Glaubenssätze werden kräftig durcheinander geschüttelt, sobald die Auseinandersetzung mit uns und mit anderen stattfindet.
Ist es nicht ignorant, wenn wir genau wissen, was wir eigentlich für unser Leben brauchen, es uns aber, aus welchen Gründen auch immer, verkneifen ?
Ist es nicht rücksichtslos, wenn wir gegen unser Wesen leben ? Heimlich zu transen, ist nicht "unser Leben leben". Es ist ein Leben im Keller unserer Möglichkeiten.
Ein "Ja, aber ..." gibt es nicht wirklich. Es gibt nur ein "Ja, ich will ..." oder "Nein, ich will nicht ...". Das ist nicht Egoismus, das ist Selbstliebe im besten Sinn. Notwendige Rücksicht beginnt erst, wenn es darum geht, eigene und fremde Bedürfnisse zusammen zu bringen. Aber ich darf nicht im Vorfeld über die Bedürfnisse anderer spekulieren. Das wäre ein Übergriff.
Ich kann einen Menschen nicht mit der Wahrheit verletzen. Das geht nur mit Handlungen. Der Andere kann sich verletzt fühlen, aber das ist etwas anderes. Beispiel: Wenn ich fremd gehe und ich erzähle nichts, fühlt der Andere sich nicht verletzt. De facto ist er es aber, da ich ihn belüge. Gehe ich fremd und ich erzähle ihm später davon, ist er verletzt. Aber er ist nicht verletzt, weil ich es ihm erzählt habe, sondern weil ich fremd gegangen bin.
Auf T* bezogen bedeutet das, nicht mein T*-sein verletzt, sondern dass ich das verheimlicht, quasi gelogen habe, was ich für ein Mensch bin. Gleichzeitig mache ich aber eine Tür für den Anderen auf, damit er seine Konsequenzen ziehen kann. Das kann eine Trennung sein, aber das kann auch bedeuten, das eine ganz neue Vertrauensbasis geschaffen wird. Beide bekommen eine Chance sich zu entwickeln. Eine Entwicklung kann z.B. sein, dass man sich mit gesellschaftlichen Regeln auseinander setzt und vielleicht mehr Menschlichkeit in den Vordergrund stellt.
Ist das so falsch gedacht ? Setzt man die Menschlichkeit vor die gesellschaftlichen Regeln, kann man eigentlich gar nicht so viel falsch machen. Es ist die Basis unseres Zusammenlebens. Und T* ist ein Teil der Menschlichkeit. Es findet sich in vielen, wenn nicht allen Gesellschaften. Es gehört zum Menschsein. Nicht für jeden, aber für die Gesamtheit. Ich kann aber nur ernst genommen werden, wenn ich mich selber lebe.
Grüße
Vicky
Re: Kennt jemand diesen Zwang
Verfasst: Fr 28. Nov 2014, 09:50
von Lina
Liebe Vicky,
selten hat jemand so was wunderbares in so einem Thread geschrieben.
Besonders das hier: "Ist es nicht rücksichtslos, wenn wir gegen unser Wesen leben ? Heimlich zu transen, ist nicht "unser Leben leben". Es ist ein Leben im Keller unserer Möglichkeiten. "
Und das hier kenne ich auch: "Frauenkleidung zu tragen ist für mich authentisch, ..." Das habe ich auch vor ein paar Tagen wieder von einer Freundin mir sagen lassen - so wie ich en femme bin sei natürlich und echt. So fühlt es sich auch schon längst an. Und wenn die es sagen, muss es wohl stimmen.