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Minoritatis

Verfasst: Mo 3. Nov 2014, 21:12
von Nicoletta
Auch wenn es nach einer Krankheit klingt, es ist keine. Ich frage mich einfach, ob wir, die wir innerhalb der deutschen Gesellschaft zweifellos eine Minorität darstellen, vielleicht auch in anderen Lebensbereichen dazu neigen, Positionen von Minderheiten einzunehmen. Das kann in allen Lebensbereichen geschehen. Ob es irgendwie aussagekräftig ist, kann nur das Ergebnis zeigen.

Um den Anfang zu machen: Ich gehöre zu den Minderheit jener, die slavische Sprachen studiert haben. Auch zur Minderheit jener, die über zwanzig Semester studiert haben und darum heute mit einer reduzierten Rente auskommen müssen. Dann bin ich seit über fünfzig Jahren Mitglied im Deutschen Esperanto-Bund und im Welt-Esperanto-Bund, wobei nach den mir bekannten Zahlen es in Deutschland wohl mehr bekennende Transidente gibt als Esperantisten. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal wäre, dass ich im Alter von über 55 Jahren noch Chinesisch gelernt habe in ausreichendem Maße, um auf einer unorganisierten Reise im Lande zurecht zu kommen. Vielleicht gibt es noch mehr, aber vielleicht nicht so auffällig. Meine Frage in die Runde: Gibt es bei Euch auch außer der Neigung, die hier das Hauptthema bildet, andere Neigungen, durch die Ihr Euch von den Durchschnittsbürgern dieses Landes unterscheidet? Ich will gar nichts prognostizieren, bin einfach gespannt auf die Ergebnisse.

LG Nicoletta

Re: Minoritatis

Verfasst: Mo 3. Nov 2014, 21:43
von Cybill
Hallo Nicoletta,

Du brauchst nichts zu prognostizieren: Schau mal in die Zwischenfragen: Mehr Menschen mit breiten Interessenlagen, mehr Menschen mit tieferer Bildung (nicht nur akademisch).
Nach meiner Beobachtung gibt es eine Zusammenhang zwischen der Offenheit für Neues und der Bereitschaft, klassische, biologisch gegebene Rollen zugunsten persönlicher Ausgeglichenheit in Frage zu stellen.
-Cy

Re: Minoritatis

Verfasst: Di 4. Nov 2014, 00:06
von Lukretia
Hallo Nicoletta,

es gibt da politische und geschichtliche Dinge, wo ich zu einer absoluten Minderheit gehöre. Näher kann und will ich hier nicht darauf eingehen.
Es gibt ebenfalls eine erotische Vorliebe, in der ich zu einer Minderheit gehöre. Auch darauf kann ich hier nicht eingehen.
Ich bin einerseits angepasst (äußerlich), andererseits ein Einzelgänger und Außenseiter mit einer ganzen Reihe absonderlicher Verhaltensweisen und Vorlieben. Bisher habe ich überall quer gestanden und mich wirklich nirgendwo heimisch gefühlt.

Re: Minoritatis

Verfasst: Di 4. Nov 2014, 13:14
von Nicoletta
Hallo, Cybill,

ich glaube, Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen, Offenheit für Neues ist des Verbindende. Das ist dann wohl auch der Grund dafür, dass wir uns hier so wohl fühlen, es ist ja nicht nur die geteilte Trans-Rolle.

Viele Grüße, Nicoletta