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Der "Fall Latifa"

Verfasst: So 12. Okt 2014, 08:39
von JuliaS (†)
Ich stehe im Moment am Scheideweg meines Lebens. In der nun kommenden Zeit wird sich mein Leben mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ändern. Das was hinter mir liegt ist mir zwar etwas peinlich, aber es ist/war mein bisheriges Leben. Es zu verheimlichen beurteile ich eher als schädlich. Alleine das Bekenntniss hier, niedergeschrieben in der Vorstellungsrunde, war schon eine gewisse Überwindung. -> http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... f=2&t=7291

Den abschließenden Beitrag möchte ich hier noch einmal wiedergeben.

"In der seit meiner Anmeldung hier vergangenen Zeit habe ich sehr viel über mich und mein Seelenleben nachgedacht. Angeregt durch einige sehr interessante Gespräche und Bekanntschaften im hiesiegen Chat ist mit nunmehr zu Bewusstsein gekommen, das ich ein Problem habe. Es deutet einiges darauf hin, das ich unter Umständen etwas zwischen Androgyn und TS bin. Diese Vermutung um nicht Erkenntnis zu schreiben ist sehr schmerzhaft und verstörend. Es wäre jedoch sicherlich mehr als unvernünftig wenn nicht sogar schädlich wenn ich mich nicht zur Abklärung in Behandlung begeben würde. Ob Latifa wirklich so bleiben wird wie sie momentan ist, wage ich nicht mit Bestimmtheit zu sagen, da ihre Bekleidungsgewohnheit durchaus ihre Ursache in der tiefsitzenden Ablehnung meines unvollkomenen Körpers haben könnte bzw die Ablehnung des Körpers ob seiner in Folge von angeboreren Erkrankungen Unvollkommenheit die Ursache der Probleme ist. Die Tragweite des getroffenen Entschlusses wage und möchte ich in Anbetracht der unabsehbaren Folgen für mein zukünftiges Leben nicht abzuschätzen. Sicher bin ich mir nur in einem Punkt, das es so wie bisher nicht mehr weitergehen kann. Dies zu schreiben ist mir nicht unbedingt leicht gefallen, doch war es mir ein Bedürfniss dies der werten Leserschaft mitzuteilen"

Die vor mir liegenden Ereignisse werden schmerzhaft sein sind aber meines Erachtens unvermeidlich und ich möchte sie, schon alleine zum Zwecke der Selbstfindung/Sicherheit, gehen. Man möge mich bitte nicht auf Grund dieses und der beabsichtigten kommenden Beiträge verdammen oder als banal disqualifizieren. Wie bereits ausgeführt hat bzw hatte dieses ''Forum" eine katalytische Wirkung. Alleine um den momentan als überwältigend empfundenen Druck auf mein Innerstes ein wenig zu mildern beabsichtige ich hier etwas von dem was ich fühle und empfinde nierderzuschreiben. Ich empfinde es als Hilfe. Und nun mag kommen was kommen wird.

Re: Der "Fall Latifa"

Verfasst: So 12. Okt 2014, 14:23
von Jaqueline
Hallo Latifa (888) ,
ich finde es mutig, was du hier geschrieben hast.
Ich wünsche dir bei deinem Vorhaben und all den nächsten Schritten viel Glück und Erfolg (ki). Ich fonde es gu, das du mittlerweile so offen im Chat geworden bist. Es tut nicht nur dir gut, wie du geschrieben hadt, sondrn belebt auch den Chat.

GlG
Jaqueline

Re: Der "Fall Latifa"

Verfasst: So 12. Okt 2014, 14:46
von Exuserin-2015-08-11
Das Leben stellt immer Anforderungen an uns.Nur wer sich diesen stellt wird vieleicht glücklich.Für deinen weiteren Lebensweg wünsche ich Dir alles Gute. Es grüßt die fragende Ilektra.

Re: Der "Fall Latifa"

Verfasst: So 12. Okt 2014, 15:30
von ab08
Hallo Latifa,

(flo) alles alles Gute und viel Kraft!
Hör in Dich hinein, denn tief im Inneren spüren wir oft, was für uns richtig ist.
Such Dir Hilfe, wo Du sie brauchst.
Wenn Du Dich in den Gesprächen gut bzw. besser fühlst, ist meist was Vernünftiges für Dich dabei!

Ganz liebe Grüße
ab

Anmerkung in eigener Sache:
Im Laufe des nächsten Jahres wechsle ich von den Initialen zum Klarnamen.

Re: Der "Fall Latifa"

Verfasst: Mo 13. Okt 2014, 05:49
von JuliaS (†)
Ich habe diese Nacht fast nicht geschlafen, da mein Gefühlsleben zu unruhig war. All das was mir gestern während der Zugfahrt durch den Kopf ging kam noch einmal hoch. Hoffe heute Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe hier in Mainz zu bekommen, in der Hoffnung auf Adressen von Therapeuten bzw geeigneten Hilfseinrichtungen.
Desweiteren wurde mir klar das mein Hang zum Verschleiern/Verhüllen nur der Ausdruck der inneren Ablehnung meines Körpers war. Obwohl ich es hätte können und mich in der letzten Zeit auch fast immer nach der Rückkehr umgezogen hatte, hatte ich eigentlich kein Verlangen mehr. Es ließ mich sogar irgendwie kalt. Dieses Gefühl hatte ich bisher so noch nie gehabt. Vielmehr fühle ich mich eigenartiger Weise wie ein Schmetterlich der aus seinem Cocon ausbricht und davor steht seine Flügel auszubreiten.
Innerlich aufgewühlt und im Moment sehr nah am Wasser gebaut freue ich mich seit sehr langer Zeit sowohl auf die kommende Woche als auch auf die Arbeit und Kolleginnen.
In der Hoffnung das mein Leben nun eine Wendung zum Besseren nimmt sehe ich dem nun Kommenden entgegen.

Re: Der "Fall Latifa"

Verfasst: Mo 13. Okt 2014, 06:48
von Drea
Viel Erfolg und lass es trotzdem gemächlich angehen, Latifa. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. :wink:

Re: Der "Fall Latifa"

Verfasst: Di 14. Okt 2014, 04:25
von JuliaS (†)
Wieder nicht richtig geschlafen. Dennoch fühle ich mich nach den gestrigen Gesprächen, unter anderem mit meiner Vorgesetzten, bestärkt den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Ich habe das Gefühl das es für mich wieder eine Zukunft gibt, dieses Gefühl hatte ich schon lange nicht mehr.

Re: Der "Fall Latifa"

Verfasst: Di 14. Okt 2014, 13:16
von Inga
Hallo, Latifa,

es klingt mir, als ob sich bei dir ein großer Knoten im leben auflöst. Wie auch immer die momentane Stimmung sein mag, ich drücke dir die Daumen, dass dir dein Weg dahin führt, dich selbst zu finden.

Was mir nicht behagt, ist über diesen Thread die Überschrift, die du ihm gewählt hast. Du bist doch nicht "Der Fall 'Latifa'", sondern auch in allen Unsicherheiten und Veränderungen noch immer und weiterhin der Mensch "Latifa".

Liebe Grüße
Inga

Re: Der "Fall Latifa"

Verfasst: Di 14. Okt 2014, 15:23
von JuliaS (†)
Hallo Inga,

du hast im Prinzip recht, ich bin kein "Fall". Die Bezeichnung ist unglücklich. Dürfte sowohl meinem Beruf als auch meiner Erziehung geschuldet sein, wo Gefühle nie etwas zu suchen hatten sondern nur die kalte unpersönliche Rationalität galt bzw zählt.

Re: Der "Fall Latifa"

Verfasst: Di 28. Okt 2014, 10:03
von JuliaS (†)
Es ist eine weitere Woche verstrichen und ich denke/hoffe der Ansicht Ausdruck verleihen zu dürfen das die "Abwicklung" der Vorgängerin nunmehr abgeschlossen ist. Anfang Dezember werde ich den ersten Therapeutentermin haben, morgen ein Termin bei der örtlichen SHG. Es bricht sich derzeit einiges seine Bahnund meine Mutter ist indigniert. Allerdings bin ich nicht verzweifelt und bin auch meine latent vorhandenen Depressiven Anflüge los. Man verzeihe diese etwas unstrukturierte Äußerung, mir war danach.