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Oh Schreick „ ich wurde vielleicht erkannt ...

Verfasst: Di 7. Okt 2014, 17:54
von Lina
ist das nicht was manche T denken, wenn sie erkennen müssen, dass ein Kollege, der Nachbar, die Schwiegermutter oder sonstwer sie ein femme gesehen haben - und auch durchschaut WEN sie gesehen haben. Das interessiert mich ja nun ziemlich wenig. Sollte meine Schwiegermutter plötzlich sich verschlucken weil es ihr plötzlich klar wird, dass die Dame - die sich allemal geschmackvoller und eleganter kleidet als sie - die gerade vorbei ging, ich bin, das interessiert mich nicht im Geringsten. Sie mag mich eh nicht, benimmt sich immer ziemlich ungehörig mir gegenüber, so welchen Unterschied sollte das machen.

Was könnte mich dann kratzen? Das hier:

Ich war neulich in einem Supermarkt. Direkt von der Arbeit. Männerlook. Dann schaute mich jemand an. Ich dachte ich kannte ihn - war aber zum Glück ein anderer. Und zwar dachte ich, dass es bekannter war aus dem Umgangskreis, der mich ausschließlich en femme kennt. Und ich habe einen Schrecken im Körper gespürt und gedacht, "OMG, jetzt sieht er mich ungeschminkt, er sieht mich "als Mann", hoffentlich kennt er mich nicht wieder!"

Hinterher wunderte ich mich über meine eigene Reaktion. War das nicht so wie früher, die ersten Male en femme?




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Eigentlich sollte in der Headline "Oh Schreck" - aber das Hybrid-Wort von Schreck und Schrei passt vielleicht sogar ganz gut zu der Situation.

Re: Oh Schreick „ ich wurde vielleicht erkannt ...

Verfasst: Di 7. Okt 2014, 20:58
von Cybill
Stimmt schon, es ist wie bei ersten Mal im vollen Ornat rausgehen. Wenn ich im Freizeit-non-femme-Modus unterwegs bin, dann bin ich auch meist androgyn gekleidet, ähnlich wie franzi, nur ohne Absatz.

Ich gehe mittlerweile davon aus, dass es bei mir in der Gegend alle wissen (hoher Rentneranteil im ehemaligen Ost-Berlin), dass ich Trans* bin. Aber da mich auch alle als offensichtlich erkennbaren Mitarbeiter der Exekutive kennen, traut sich kaum einer mich darauf anzusprechen. Abgesehen von Frauen und ältere Damen, die mir Komplimente dafür machen, dass ich sowohl als Frau, als auch als Mann (in Dienstkleidung) gut aussehe.

Da habe ich es wohl sehr gut.

Ein interessantes Phänomen möchte ich noch zum Besten geben: Meine Freundin hat keine Probleme damit, mit mir "En femme" in der "Stadt" unterwegs zu sein, schwitzt aber Blut und Wasser, wenn wir bei ihr im Ort unterwegs sind.

-Cy

Re: Oh Schreick „ ich wurde vielleicht erkannt ...

Verfasst: Di 7. Okt 2014, 21:29
von Kaye
Als ich das allererste Mal "en femme" unterwegs war, wäre sowas vielleicht noch ein Problem gewesen.

Irgendwann kam der (erste) Moment, in dem ich mich selbst im Spiegel nicht wiedererkannt habe - aus der häßlichen Raupe war plötzlich ein Schmetterling geworden. Nur durch "ein wenig" Make Up.
Mittlerweile trage ich notgedrungen auch noch meine Zweitfrisur, in Summe würde mich vermutlich meine eigene Mutter nicht mehr erkennen ;)

Re: Oh Schreick „ ich wurde vielleicht erkannt ...

Verfasst: Di 7. Okt 2014, 23:41
von Kerstin
Cybill hat geschrieben:......
Ein interessantes Phänomen möchte ich noch zum Besten geben: Meine Freundin hat keine Probleme damit, mit mir "En femme" in der "Stadt" unterwegs zu sein, schwitzt aber Blut und Wasser, wenn wir bei ihr im Ort unterwegs sind.
....
Logisch.
In der Stadt gerade einer fremden kann man den Gedanken erkannt zu werden leicht beiseite schieben. Im persönlichem Umfeld, wo einer jeden kennt, geht das nicht so leicht.

LG Kerstin

Re: Oh Schreick „ ich wurde vielleicht erkannt ...

Verfasst: Mi 8. Okt 2014, 08:57
von steffiSH
Myriam hat geschrieben: Ob er meine Maskierung allerdings durchschaut hat, weiß ich nicht. Mal sehen, was er sagt, wenn wir uns das nächste mal treffen. Vlllt. Komme ich ja mit der Story durch, ich hätte das Fahrzeug an eine Kollegin verliehen.
Mir solchen Schwindeleien wäre ich vorsichtig, da kannst Du dich schnell in irgendwas rein verstricken. Besser ist es, finde ich, so wenig wie es nur irgendwie geht dazu zu sagen, das Thema zu wechseln, die Unterhaltung zu unterbrechen (ich muss noch mal wohin...)

Re: Oh Schreick „ ich wurde vielleicht erkannt ...

Verfasst: Mi 8. Okt 2014, 12:47
von Inga
steffiSH hat geschrieben:
Myriam hat geschrieben: Ob er meine Maskierung allerdings durchschaut hat, weiß ich nicht. Mal sehen, was er sagt, wenn wir uns das nächste mal treffen. Vlllt. Komme ich ja mit der Story durch, ich hätte das Fahrzeug an eine Kollegin verliehen.
Mir solchen Schwindeleien wäre ich vorsichtig, da kannst Du dich schnell in irgendwas rein verstricken. Besser ist es, finde ich, so wenig wie es nur irgendwie geht dazu zu sagen, das Thema zu wechseln, die Unterhaltung zu unterbrechen (ich muss noch mal wohin...)
Hallo, Myriam,

das finde ich auch wie Steffi. Mit Schwindeleien sollte man vorsichtig sein. Mit Schwindeleien sollte man auch gerade dann besonders vorsichtig sein, wenn es um Patenkinder geht. Schließlich ist das ja ein Verhältnis mit einem Funken Vertrauen, das herhalten muss, wenn ich das Patenkind in schwierigen angelegenheiten sich auch mal an dich als möglicherweise letzte Vertrauensperson an dich wenden will, und da sollte man die Basis meiner Meinung nach nicht vorschnell verspielen.

Das eine ist, das Thema auszusitzen, schnell und unauffällig zu wechseln. Das andere, damit betont natürlich umzugehen mit einem schlichten, offenen "Nau und"-Haltung" zu reagieren: Ja, das war ich. Kann ich dir noch irgendwelche Fragen dazu beantworten?"

Was ich aber beim dem ausgewachsenen Patenkind defnitiv nicht machen würde, das Thema von mir aus ansprechen. Wenn es ihm wichtig ist, sollte er es erwähnen. Wenn es ihm unwichtig ist, soll er das recht haben, es zu vergessen.

Liebe Grüße
Inga

Re: Oh Schreick „ ich wurde vielleicht erkannt ...

Verfasst: Sa 18. Mai 2019, 06:52
von Whoopy Highfly
Ein interessantes Thema.
Leider habe ich es zu spät entdeckt.

LG