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Weimar

Verfasst: So 5. Okt 2014, 21:23
von Theresa
Hallo ihr Lieben

Ich fahre morgen privat für 4 Tage nach Weimar und kenne die Gegend bisher nicht.
Noch bin ich unschlüssig ob ich Theresa mitnehmen und ausführen soll. Eigentlich wollte ich nicht doch die Freundin meinte, warum ich die Gelegenheit nicht nutzen würde.
Frage: Hat jemand Erfahrung als erkennbar nicht echter "Frau mit tiefer Stimme" in der Gegend?
Sollte man es besser lassen?

Viele Grüße

Theresa

Re: Weimar

Verfasst: So 5. Okt 2014, 22:23
von Andrea aus Sachsen
.
Hallo Theresa,
ich bin nun seit 2-½ Jahren regelmäßig als Andrea unterwegs, über 90% davon im "Osten". Dabei habe ich noch nie ernsthafte Probleme mit meinen Mitmenschen bekommen, auch nicht mit scheinbar "gefährlichen" Gruppen von Jugendlichen oder Ausländern. Irgendwelchen "braunen" Leuten bin ich so noch nicht begegnet, was nur heißt, dass es hier gar nicht so viele davon gibt.
Wichtig wäre nur, dass du selbstbewusst auftrittst.
Ich wünsche dir, in welchem Modus auch immer, viel Spaß in Weimar. Das ist eine schöne Stadt, habe mir dort für nächstes Jahr auch einen Besuch vorgenommen.

Re: Weimar

Verfasst: Mo 6. Okt 2014, 00:47
von Lina
Es gibt bestimmt immer noch viele LGBT-phobe Pappnasen und extrem viele sind in der DDR aufgewachsen. Aber erstens sind die nicht mehr alle im Osten - einer rennt z.B. bei mir auf der Arbeit rum. Und zweitens, die die da noch leben müssen sich auch daran gewöhnen.

Re: Weimar

Verfasst: Mo 6. Okt 2014, 01:54
von Marlen
Womm!

Und das nach 25 Jahren "Einheit". Hast Du noch die Mauer in deinem Kopf. Oder ist es nur ein Brett vor dem Kopf???

Aus dem (ehemaligen) Zonengrenzgebiet grüßt
Marlen

Re: Weimar

Verfasst: Mo 6. Okt 2014, 08:24
von Magdalena
Hallo Theresa,

ich kann mich nur den Anderen anschließen. Es gibt übrigens auch Bio-Frauen, die eine tiefe Stimme haben, Ich glaube das Thema wurde hier im Forum schon beleuchtet. Ich wünsche Dir schöne Tage in Weimar.

LG Magdalena

Re: Weimar

Verfasst: Mo 6. Okt 2014, 18:19
von Theresa
Ich hatte den Beitrag geändert und mich für die unglückliche Formulierung entschuldigt. Das ist scheinbar irgendwie unter gegangen.

Trotzdem Danke für die Antworten.

@ Marlen: Die Beleidigungen kannst du dir sparen.
Nach mehreren Urlauben auf Rügen und Gesprächen mit den dort lebenden Vermietern gab / gibt es sehr wohl Ecken, wo dies Volk verstärkt auftritt.

Viele Grüße

Theresa

Re: Weimar

Verfasst: Di 7. Okt 2014, 02:23
von Marlen
Ja es gibt solche Ecken.
Ich selbst hab mich in Stralsund auch nicht aus dem Auto getraut, weil nur "Glatzen" unterwegs waren.
Aber das war das einzige mal. Ansonsten habe ich den "Osten" durchwegs tolerant und aufgeschlossen erlebt. Blödmänner gibt es hüben wie drüben - in Mittweida wie in Amberg, in Königsstein wie Remscheid.
Im Übrigen finde ich solche Aussagen - wie oben erwähnt - nach wie vor schockierend.
Es sei an Jörg Schönbohm erinnert, der in seiner Ministerzeit in Brandenburg die These aufstellte, daß die vielen "Neonazis" in seinem Land u.a. daher kämen, weil sie als Kinder in den volkseigenen Krippen alle gleichzeitig aufs Töpfchen mußten, egal ob sie mußten oder nicht.....

Was ich sagen will: Es fällt mir immer wieder auf, daß Westdeutsche sich ein Urteil über den Osten erlauben, ohne diesen überhaupt zu kennen (und auch umgekehrt - aber seltener). Ganz wird das auch wohl nie funktionieren, da die Prägungen durchaus unterschiedlich waren. Mit pauschalen Urteilen und durch die spezifischen Ost- bzw West- Brillen betrachtet wird das auch in den nächsten 25 Jahren nichts werden.

LG
Marlen
Marlen

Re: Weimar

Verfasst: Mi 8. Okt 2014, 03:21
von MEL
Hallo Theresa,

nutz die Gelegenheit und mach dir keinen Kopf um solch ungelegte Eier (von Wegen politischer Gesinnung o.ä.).

Meine Frau und ich haben im Mai 1 Woche Urlaub in Erfurt gemacht und dabei auch eine Tagestour in Weimar gemacht, ich en femme!
Es war bis auf das Kopfsteinpflaster vollkommen unproblematisch und hat riesig Spaß gemacht!
[album]
Thüringen 007a.jpg
[/album]

Es war Klasse und hat sich auf jeden Fall gelohnt! Hier waren wir in der Fußgängerzone von Weimar
und haben fast 2 Stunden die Sonne und den Publikumsverkehr genossen. Alles ohne Pöbelei oder
sonstige Zwischenfälle!
Klar, mitunter gab es mal prüfende Blicke, aber nett gelächelt und alles war gut.
An der Ampel bei rot gewartet gab es auch mal ein Hupen eines Autofahrers gepaart
mit einem freundlichen Lächeln und den Daumen hoch aus dem Auto heraus!
Thüringen 009a.jpg
Also, viel Spaß en femme in Weimar oder wo auch immer du hinreist.

Wichtig ist die eigene Einstellung, sei du selbst, Bauch rein,Brust raus und los gehts!

Wenn du aber total verunsichert bist und du glaubst, du fühlst dich nicht,
dann lass es lieber sein. Aber so wie du schreibst, hast du ja weiblichen Beistand ...?
oder habe ich das falsch interpretiert??

LG MEL

Re: Weimar

Verfasst: Mi 8. Okt 2014, 17:44
von Theresa
Hallo Mel

Danke für deinen Beitrag. Jetzt, wo ich schon ein paar Tage hier hin Weimar bin kommt mir meine Frage reichlich bescheuert vor.

Ich bin hier normal als Mann unterwegs. Das hat aber nichts mit dem Thema dieses Threads zu tun sondern liegt einfach daran, dass mir nicht nach Frau sein ist.
Das schwankt immer sehr stark.
Anlass war ein Telefongespräch mit meiner Freundin (die hier nicht dabei ist). Seit dem bin ich mal wieder an dem Punkt wo ich meine, dass das bei mir keinen Sinn hat...
Sie kann mit mir als Frau und auch anderen Frauen nichts anfangen.
Hat Angst wenn ich als Frau bin ihr als Mann verloren gehen... Ist eben alles nicht so einfach...
Vielleicht sollte ich mich für die Zeit, in der ich alleine bin, an den Gedanken an eine Perücke anfreunden. Damit könnte man optisch vielleicht noch was reißen. Allerdings würde das, wegen meiner Schwitzerei, nur in der Wintersaison funktionieren.....
Ich versuche mir immer vorzustellen, ob sie sich bei meinem jetzigen möglichen Aussehen schämen müsste mit mir gesehen zu werden. Nachdem ich mir noch mal die selbst gemachten Fotos angeschaut habe muss ich die Fragen "ja" beantworten.

Das soll jetzt nicht schon wieder Jammerei sein sondern einfach eine objektive Tatsache.

Schön, dass es bei euch so gut klappt. Das Deine Optik und auch dass Deine Frau mitspielt. Ich beneide euch dafür.

Viel Spaß und genieße deine weiblich Seite gemeinsam (Gemeinsam macht sowieso alles mehr Spaß)

Viele Grüße

Theresa

Re: Weimar

Verfasst: Mi 8. Okt 2014, 23:12
von MEL
Hallo Theresa,

schade, dass Du diesen Kurztripp nicht zum Ausleben deiner weiblichen Seite nutzen kannst/möchtest! :(

Aber das kann ich gut nachvollziehen und habe dies auch schon in meinem Erlebnisbericht von Berlin (vor 2 Jahren) hier geschildert,
die innere Verfassung muss stimmen und nur dann führt das ganze auch zu einem befriedigenden Ergebnis.
War bei unserem Berlintrip damals nicht gegeben und das Ganze war für mich ein mittelschweres Desaster.
Daher geht es heute nur noch dann unters Volk, wenn die Gemütslage stimmt und mich nach fertiger Schminkprozedur
ne Frau im Spiegel ankuckt, eben dann MEL!! Und dies ist dann auch nur mein subjektives Empfinden und gibt mir Kraft
und Selbstsicherheit, ob meine Mitmenschen das dann draußen genau so beurteilen, steht auf einem anderen Blatt!!

Und nochmal eingeschoben: Es ist egal, wo man(n)/Frau unterwegs ist, ob nun Nord, Ost, Süd oder West dieser Republik,
Idioten kannst du immer mal antreffen, das ist eben nicht vorhersehbar! Natürlich sollten bekannte Krisenregionen mit erhöhtem
Gewaltpotential und dunkle Ecken im Besonderen bei Dunkelheit gemieden werden. Soviel zu diesem Themenbereich.

Also dass deine Freundin mit dir als Frau bzw. auch anderen Frauen nix anfangen heisst doch nicht automatisch,
dass ihr deine weibliche Seite nicht auch gemeinsam gestalten und in gewissem Rahmen auch gemeinsam erleben könnt?!
Du musst ihr natürlich die Angst nehmen, dass du nicht den kompletten Wandel zur weiblichen Seite anstrebst!
Sie dich nicht als Mann verliert, sondern dich als "neue Freundin" sieht!

In meiner Beziehung ist es doch ähnlich, da ist nur eine lesbisch ... und das ist MEL! :o :lol:
Dass wir nun gemeinsam Mädelstage einlegen bedeutet aber nicht,
dass Sie besonders glücklich ob der Situation als solches wäre!
Sie akzeptiert es und unterstützt mich auch, freut sich bei Treffen auch über den Austausch
mit Gleichgesinnten / Partnerinnen, aber verstehen tut sie es eigentlich nicht!

Und eigentlich verstehe ich mich selbst auch nur so wie ich jetzt nun mal bin
und so möchte ich eben auch wahrgenommen und akzeptiert werden.
Mehr möchte ich dazu hier nicht ausführen, da dies schon in anderen Beiträgen beleuchtet wurde.

Du führst hier deine vermeintlichen körperlichen Gegebenheiten/Defizite als Grund an,
warum Du nie als Frau wahrgenommen werden könntest!

Dazu soviel: 1. Wichtig ist doch, wie Du selbst dabei empfindest, wenn du dich in die feminine Rolle begibst!
Klar wäre es schön, wenn man(n)/Frau wie Frl. Schmidt aus der Nachbarschaft wahrgenommen würde,
aber da müssen wir lernen zu akzeptieren, dass gewisse körperliche Gegebenheiten wie Größe und Gewicht
nun mal nicht verleugbar sind.

2. Uns stehen diverse Hilfsmittel zur Verfügung, uns Schritt für Schritt einem gewissen weiblichen Äußeren anzunähern,
dies auch mit externer Hilfe noch zu verfeinern und im Laufe der Zeit einem brauchbaren Resultat zuzuführen.
Dazu gehört ggf. auch das Tragen einer Perücke, die in Volumen, Frisur und Haarfarbe in erster Linie
der Kopf- und Gesichtsform angepasst sein muss, aber auch zur Person als Ganzes und deren Modestil
entsprechen sollte.

3.Geduld und Üben, üben, üben. Sich dabei schon über kleine Verbesserungen freuen und nach Möglichkeit
auch ein feedback einholen; sei es hier über das Forum oder vielleicht durch die Freundin?!

Oha, nu ist das wieder ein halber Roman geworden, hoffe, du siehst mir das nach?! :?

LG MEL

P.S.: Werde nachher noch einen eigenen Bericht von unserem letzten Mädelstag am vergangenen Samstag hier einstellen!
MEL und Frau im Strumpfhosenland! ;)

Re: Weimar

Verfasst: Do 9. Okt 2014, 16:22
von Theresa
Hallo Mel


Das kann ich fast 100% unterschreiben.

Eben, es muss einem danach sein. Und das war es halt nicht.
Theresa hätte gut einen Stretchgürtel, Parfum und eine Handtasche gebrauchen können. Drauf muss sie halt warten ;-)

Die besondere Situation hier ist, dass die Freundin nicht nur mich als "Problemfall" ( ;-) ) hat, sondern noch etliche mehr, die sie an die Grenze der Belastbarkeit führen. Dadurch ist sie, was die Akzeptanz von Theresa betrifft, wankelmütig.

Zusätzlich bin ich auch nicht mit besonders viel Selbstbewusstsein ausgestattet.
Das alles trägt dazu bei, dass es mit Theresa gerade mal nicht so gut aussieht.
Die steckt natürlich dahinter zurück weil sie die einzige Variable in der Anhäufung der Problem ist.

Wir leben aber nicht zusammen. So bleibt mir zu hause Zeit für die weibliche Seite, wenn mir wieder danach ist. Aufgeben möchte ich sie nicht.

Ich bin gespannt auf Deinen Beitrag aus dem Strumpfhosenland. Ich mag sie auch in allen Variationen! Würde das Thema um klassische Miederwaren erweitern aber damit bin ich dann wieder thematisch im Abseits der allgemeinen Interessen...

Viel Spaß Euch beiden

Theresa

Re: Weimar

Verfasst: Mo 13. Okt 2014, 01:30
von Marlen
und noch eine Klarstellung:

ich bezog mich mit meiner Äußerung mit "Mauer" und "Brett"auf den Post von Lina "über mir" und nicht auf Deinen Eingangspost, Theresa.
Das kam wohl falsch an und das wollte ich nicht.
Hab ich auch mißverständlich formuliert.

LG
Marlen

Re: Weimar

Verfasst: Mo 13. Okt 2014, 23:20
von Lina
Marlen hat geschrieben:und noch eine Klarstellung:

ich bezog mich mit meiner Äußerung mit "Mauer" und "Brett"auf den Post von Lina "über mir" und nicht auf Deinen Eingangspost, Theresa.
Das kam wohl falsch an und das wollte ich nicht.
Hab ich auch mißverständlich formuliert.

LG
Marlen
Ich hätte es natürlich auch anders ausdrücken können. Ich habe mich aber entschieden, es nicht zu tun. Was nützt es die Sachen schön zu reden: Es gibt die Auffassung, die nach meiner Erfahrung auch stimmt, dass die Leute aus dem Osten kulturell anders geprägt sind. Daher die vielleicht berechtigte Sorge, dass sie auch LGBT-feindlicher als anders sein können. Berechtigt oder nicht - genau die Sorge wurde zum Ausdruck gebracht. Mauerfall 25 Jahre oder nicht - die Leute die in dem kulturellen Umfeld aufgewachsen sind leben immer noch und sind wie alle andere Menschen von dem Umfeld geprägt, in dem sie aufgewachsen sind. Das hat nichts mit einer Mauer im Kopf zu tun.

Aber es bleibt dabei: Die müssen sich auch daran gewöhnen - und wegen ihrer nicht in den Osten der Republik zu reisen ist ja auch Quatsch. Dann sollte man ja auch jeden anderen Ort, wo es LGBT-feindliche Menschen geben könnte, meiden.

Re: Weimar

Verfasst: Di 14. Okt 2014, 00:03
von Marielle
Gudn Namd zusammen,

nu ma sachlich:
Es gibt bestimmt immer noch viele LGBT-phobe Pappnasen und extrem viele sind in der DDR aufgewachsen.
"extrem viele" bedeutet in Relation zu "viele .... Pappnasen" und im Kontext der Aussage, dass der sehr weit überwiegende Teil der LGBT-phoben Pappnasen 'im Osten' sozialisiert wurde. Gibt es dafür Belege oder ist das eher so wie mit dem lorriotschen weichen Ei, also 'nach Gefühl'?

Die blödesten Situationen meiner 'Laufbahn' habe ich in Hamburg-Harburg, 'West-'Berlin und Itzehoe erlebt. Leipzig, 'Ost-'Berlin, Magdeburg, Stendal, Ludwigslust, Fehrbellin, Rostock, Greifswald, Wismar und andere Orte 'im Osten' habe ich in guter Erinnerung. Noch weiter östlich war auch Wroclaw nett zu mir.

Was sagst du? Meine wenigen Erfahrungen geben keine belastbare Aussage her? Stimmt. Sie führen aber eben auch nicht zu der Aussage, dass extrem viele Harburger, Westberliner und Dithmarscher_innen LGBT-phob sind.

Reicht es nicht, die LGBT-phobie mancher Zeitgenossen zu verurteilen? Wieso ist deren Herkunft von Bedeutung, wenn es keinerlei Belege dafür gibt, dass Frankfurt/Oder übler sein sollte als Frankfurt/Main?

Habt es gut

Marielle

Re: Weimar

Verfasst: So 19. Okt 2014, 12:15
von Marlene
Die Leute im "Osten" als "gefährlicher" einzustufen ist extrem kurz gegriffen. Das ist wohl eher ein Frage der Bildung. Wenn ich fast durchweg reine Arbeiterstädte wie z.B. Eisenhüttenstadt, Guben oder Hoyerswerda habe, dann ist es wohl naheliegend, dass der durchschnittliche Bildungsgrad nicht so "extrem" hoch ist, wie in Universitätsstädten. Wenn dann noch eine hohe Arbeitslosigkeit in einer solchen Region dazu kommt, ist der soziale Konflikt womöglich vorprogrammiert und die Toleranzschwelle dürfte schnell absinken, wenn etwas dazwischenkommt, was da nicht begriffen wird, weil es in das gemeine Weltbild nicht hineinpaßt. Entscheidend ist m.E. in sehr großem Maße die soziale Zusammensetzung der Gegend. Da ist es egal, wo man sich befindet.

L.G. Marlene