TSG - Nein danke?
TSG - Nein danke? - # 5

Hilfe und Selbsthilfe
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Anke
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Re: TSG - Nein danke?

Post 61 im Thema

Beitrag von Anke »

nicole.f hat geschrieben:
Was mich dabei etwas erschreckte ist, dass im persönlichen vor-Ort Gespräch das Auftreten und vor allem die äußere Erscheinung eine Rolle spielte. Es war einer Behandlerin, die sich schriftlich und telefonisch noch sperrte, deutlich anzumerken, dass sich ihr Widerstand löste, als sie mich sah. Das finde ich, offen gestanden, nicht in Ordnung. Was hat das Aussehen mit der Person, Persönlichkeit und vor allem der Notwendigkeit zu tun? Hier landen wir wieder bei Klischees und Stereotypen. Trete ich als trans* Frau nicht in Pumps und Röckchen auf, mache ich mich dann gleich verdächtig nicht "echt" zu sein? Nicht trans* genug? Das ist nicht gut. In dem Zusammenhang frage ich mich wirklich, was die Beschreibung der Kleidung und des Aussehens im Allgemeinen in trans* Gutachten verloren hat. Gar nichts, außer Klischees und Stereotype zu bedienen und das ärgert mich.
Hallo,

genau solche Sachen spielen auch bei der Begutachtung eine Rolle. In einem meiner Gutachten steht beispielsweise drin, dass meine Fingernägel passend zur Bluse lackiert wären. Da stelle ich mir die Frage, was das denn bitte mit meiner Transsexualität zu tun hat. Und abgesehen davon empfinde ich so etwas in diesem Zusammenhang als ziemlich sexistisch. Derartige Formulierungen gibt es mehrere in diesem Gutachten. Das ist also kein Ausrutscher, sondern verrät Methode.

Und meine Meinung zu den Gutachten habe ich ja schon an vielerlei Stellen hier im Forum dokumentiert. :((a

Dem Antrag von Nicole drücke ich natürlich ganz fest die Daumen, denn das würde eine ganz andere Dynamik bei der Novellierung des Gesetzes entfachen. Und ich finde es beeindruckend, dass sie ihre Zeit, ihr Geld und ihre Nerven hier einsetzt. Denn ein Spaziergang wird das sicherlich nicht. (ap) (ap) (ap) (ap) (ap)

Allerdings mache ich mir auch ein paar Sorgen über einen eventuell negativen Ausgang des Verfahrens. Denn damit wäre dann höchstrichterlich festgestellt, dass die Gutachten mit dem Grundgesetz vereinbar sind. Das hat dann sicherlich ebenfalls Auswirkungen auf die politische Diskussion, denn die Gegner einer Novellierung hätten ein Argument frei Haus geliefert bekommen.

Beruhigend finde ich, dass Nicole sich anwaltlich richtig gut aufgestellt hat, denn für so ein Verfahren werden Anwälte gebraucht, die in Deutschland in der Top-Liga spielen. Ich vermute doch, dass die das im Vorfeld analysiert und die Erfolgsaussichten gründlich untersucht und eingeschätzt haben.

Liebe Grüße

Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.

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nicole.f
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Re: TSG - Nein danke?

Post 62 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Liebe Anke,

ja ja, die liebe Gutachten :) Steter Quell großer Freude!

Ich denke es ist rel. egal wie das ausgehen wird, wir können nur gewinnen. Wird vor dem BVerfG die gängige Praxis abgeschafft, klar, dann haben wir gewonnen. Wenn das BVerfG ablehnt, dann können sie sich mit ihrer Begründung nur auf ganzer Breite lächerlich machen und wir haben ein großes Medienspektakel vor uns - und das ist fest geplant, dass wir diese Entscheidung dann sehr breit in den Medien auseinandernehmen werden. Nein, ein Spaziergang wird das nicht, das wird ein Siegeszug! Ein Fanal, der lange Marsch durch die Institutionen! :) Mal Spaß beiseite, sicherlich wird das etwas anstrengend, aber glücklicherweise hängt für mich nichts davon ab, weshalb ich dem in aller Ruhe und Gelassenheit entgegen sehe. Hätte ich Druck oder Notwendigkeit, würde ich das nicht machen, das steht fest - das sage ich vor allem für all jene, die gerade ihren Antrag einreichen oder eingereicht haben. Ich möchte das keinesfalls in Frage stelle oder kritisieren - hätte ich den Druck oder die direkte Notwendigkeit, ich würde mich auch dem Verfahren beugen.

Das BVerfG hat erst mit der letzten Entscheidung 2011 noch einmal die Begutachtungspraxis bestätigt. Das heißt aber nichts, in der Zwischenzeit hat sich viel verändert. ich bin da also ganz guter Dinge.

Mit der Kanzlei, das kann man sich in den Fällen nicht wirklich groß aussuchen. Ich würde tippen, an soetwas trauen sich in ganz D-Land nur eine Hand voll Anwälte und davon wird es dann kaum jemensch pro-bono machen wollen. Die Kanzlei, mit der wir nun zusammen arbeiten, ist fett und groß, aber eigentlich eher auf Wirtschaftsfälle spezialisiert. Die haben aber einen Faible für LSBT Themen und waren auch maßgeblich an dem Fall der "Don't ask don't tell" Doktrin der US Armee beteiligt. Die können schon was :)

Das kann nur gut werden, egal wie es ausgeht.
Wenn wir verlieren, blamiert sich unser Staat bis auf die Knochen und das werden wir weidlich auskosten!
Wenn wir gewinnen, haben wir gewonnen :)

PS: Ich habe auch bereits Kontakt mit der Redaktion von "Report", die schon einen schönen Titel dazu haben: "Als wahnsinnig abgestempelt". Als Headline schonmal großartig :)

Liebe Grüße
nicole
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Anne-Mette
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Re: TSG - Nein danke?

Post 63 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Tag Nicole,

ich danke für Dein Engagement in der Sache und bin schon ganz gespannt auf mögliche Ergebnisse!

Gerade mache ich die Erfahrung, dass ein "Hängen in Warteschleifen" (für mich) genau so schlimm ist wie das "Durchschlagen eines Gordischen Knotens" (smili)

Wie auch immer: es wird Zeit, dass Bewegung in die Angelegenheit kommt und ich drücke die Daumen (yes)

Herzliche Grüße
Anne-Mette
nicole.f
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Re: TSG - Nein danke?

Post 64 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Kleines Update:

das Amtsgericht Dortmund hat angekündigt, den Antrag abzulehnen. Das war zu erwarten. Wir warten noch auf die schriftliche Ablehnung und vor allem deren Begründung. Wenn diese vorliegt, werde ich, nach Rücksprache mit den Anwält_innen, die Begründung auch gerne, sofern sie etwas Interessantes enthält, veröffentlichen. Nächster Schritt ist dann die nächsthöhere Instanz am Oberlandesgericht Hamm.

Inzwischen gibt es auch einen intensiven Kontakt und Austausch zwischen meinen Anwält_innen, Laura Adamietz und mir, um gemeinsam strategisch vorzugehen, damit vielleicht doch noch diese Legislatur eine Reform stattfindet.

Wenn ich mehr weiß, melde ich mich wieder.

Liebe Grüße
nicole
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ExuserIn-2022-05-28
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Re: TSG - Nein danke?

Post 65 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2022-05-28 »

nicole.f hat geschrieben:...
Ich habe gerade das Problem sozusagen auch noch umgekehrt... nur aus Interesse hatte ich mal meine Kasse nach den Voraussetzungen für eine GaOP gefragt. Nach knapp vier Wochen bekam ich die Zusage! Das hat ein paar Gedanken, sagen wir, "beschleunigt".

Jetzt habe ich nur das Problem, dass ich keine "psychotherapeutische Begleitung" hatte, denn das setzte meine private Kasse nicht voraus.

Liebe Grüße
nicole
Hi Nicole, bei welcher Kasse bist Du?

Meine erkennt die probatorischen Sitzungen nicht an, da das Wort auf der Rechnung fehlt und keine Gnehmigung vorlag und will jetzt vor der Beginn der HRT einen Kostenvoranschlag haben. Und das auch als private Kasse.

LG Chrissie
Das Leben ist zu kurz um sich zu verleugnen.
nicole.f
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Re: TSG - Nein danke?

Post 66 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Liebe Chrissie,

ich bin bei der AXA, meine Sachbearbeiter_innen sitzen in Köln. Das die mir im Besonderen eine OP "einfach so genehmigt" hätten, ist vielleicht ein falscher Eindruck. Ich war ein paar mal bei einem, zugegebenermaßen lahmen, faulen und sehr "zurückhaltendem" Therapeuten, bis der endlich eine F64.0G Diagnose geschrieben hat. Das war ein zähes Ringen. Das ist also eines meiner Haupt-Papiere, immer wieder, leider.

Meine Kasse hat zu Anfang für HET keine Voraussetzungen genannt, nicht einmal eine gesicherte Diagnose. Das finde ich im Prinzip auch korrekt, denn Hormone sind verschreibungspflichtig, es braucht also einen Arzt und wenn ein Arzt sie verschreibt, dann liegt das im fachlichen Ermessen der Ärzt_in. Nur das sich auch die Ärzt_innen absichern und eine Diagnose haben wollen, damit sie wissen, warum sie das verschreiben sollen. Dazu war dann der Wisch des Psycho hilfreich.

Danach wollte ich Epilation erstattet haben. Dazu musste ich mit der Kasse etwas verhandeln und argumentieren, aber weiteres Papier wollten sie nicht.

Über Fortgang von Epilation und HET wurde sie ja dann durch die Abrechnungen immer wieder unterrichtet, hatten also Belege, dass da "etwas" stattfindet.

Gut ein Jahr später stellte ich die Anfrage nach den Voraussetzungen für eventuelle GaOP und da kam dann die unerwartete Zusage, die bis heute hält. Das ist nun auch wieder fast eineinhalb Jahre her. Wie die Zeit vergeht!

Dann haben die möglichen Operateure gezickt, sie wollten zwei Indikationsgutachten - zwei! Ich war noch einmal für eine halbe Stunde bei einem Psycho* in Köln zur "intensiven Exploration" (was ein Käse), der mir dann eine uneingeschränkte Befürwortung für alles geschrieben hat. Das reichte dann wenigsten ein paar, aber nicht allen Operateuren.


Also, wenn es bei Dir nur im die HET geht, dann lass sie Dir mit Diagnose E34.9 verschreiben: "Endokrine Störung, unbekannte Ursache". Wenn Dein_e Ärzt_in das mitmacht, kann die Kasse eigentlich nichts dagegen sagen. Für alles weitere wirst Du wohl oder übel zumindest eine Diagnosesicherung F64.0 brauchen.

Liebe Grüße
nicole
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Re: TSG - Nein danke?

Post 67 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Wie zu erwarten, haben wir heute (endlich) die formelle Ablehnung und Begründung des AG Dortmund auf meinen Antrag bekommen. Jetzt geht es also weiter, vermutlich zunächst mit einer formellen Beschwerde etc.

Die Begründung das AG Dortmund ist entsprechend positivistisch, d.h. sie verweisen auf die alten BVerfG Urteile, vor allem das letzte von 2011, welches die Verfassungsmäßigkeit der Gutachten bestätigt. Zudem sagt das AG Dortmund sinngemäß, dass "objektivierte Kriterien" angeführt werden müssten, auch um die Selbsteinschätzung der antragstellenden Person abzusichern, um diese auch vor eigenen Fehlentscheidungen zu beschützen.

Was ein paternalistischer Blödsinn, aber dies ist nunmal der Tenor des Gesetzes. Wir (trans* Menschen) sind unmündig und müssen vor uns selbst geschützt werden, nur in Ausnahmefällen, wenn wirklich kein anderes Kraut mehr hilft, dann wird uns ausnahmsweise gestattet, unserem abwegigen Empfinden entsprechenden Vorname und/oder Personenstand zu führen.

Ich halte Euch auf dem Laufenden - doch wie Ihr merkt, das daaauuuert...

Liebe Grüße
nicole
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Re: TSG - Nein danke?

Post 68 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Umpf, die Mühlen mahlen langsam, aber sie mahlen.

Nachdem das AG den Antrag abgelehnt hat, haben wir Widerspruch dagegen eingelegt und diesen dann zwei Wochen später begründet. Vor einer Woche hat das AG geantwortet und das Verfahren nun an das Landgericht Dortmund weiter verwiesen.

Also eine Instanz weiter, aber noch nichts nutzbringendes. Es bleibt spannend!

Liebe Grüße
nicole
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JaquelineL
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Re: TSG - Nein danke?

Post 69 im Thema

Beitrag von JaquelineL »

Liebe Nicole,

> Umpf, die Mühlen mahlen langsam, aber sie mahlen.

da hänge ich an Deinen... tippenden Fingern. Das Thema steht für mich demnächst auch an (aber auch ich habe zeitlichen Gestaltungsspielraum) und ich hoffe natürlich darauf, über das von Dir angestrengte Verfahren ein wenig Erleichterung zu bekommen. Oder auch nicht, wenn das noch 5 Jahre bis zum obersten Gericht braucht ;)

Liebe Grüße
Jackie
Today is the first day of the rest of my... forget it.
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Re: TSG - Nein danke?

Post 70 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Ohweh, ich hoffe nicht fünf Jahre :(
So langsam ecke ich doch an einigen Stellen in meinem Leben ohne diese rechtliche Anerkennung an, die mich total nerven. Das nächste Jahr gebe ich dem Verfahren sicherlich noch, aber in 2018 muss sich etwas Konkretes abzeichnen... vielleicht wirft uns aber auch schon das Landgericht raus? Ich weiß noch nicht so genau, ob man überall und immer einen Einspruch einlegen kann, der einen dann in die nächste Instanz bringt.
Wir werden sehen.

Auch werden wir sehen, was nach dem 16. Februar passieren wird, an dem Tag findet das letzte IMAG Fachgespräch statt und es werden die zwei Rechtsgutachten vorgestellt und damit dann auch der neue Gesetzesvorschlag von Laura Adamietz et al. Mit gaaaanz viel Glück wird der zügig vom Innenministerium (BMI) durchgewunken und zur direkten Kabinettsvorlage der Regierung und könnte damit dann noch diese Legislatur beschlossen werden. Dann hätten wir die Gutachten auch endlich vom Hals!

Hier bin ich aber offen gestanden nur sehr verhalten optimistisch. Lauras Entwurf geht sehr weit und ich fürchte in vielen Teilen für viele konservative Geister zu weit. Ein tolles Gesetz, aber für Menschen ohne Hintergrundwissen zu den Problematiken von trans* und inter* Menschen zu umfangreich. Um zu verstehen, warum diese ganzen Forderungen da drinstehen und warum die so weit greifen, muss man einfach die damit zusammenhängenden Problematiken verstanden haben. Doch dafür reicht gerade beim BMI die Aufmerksamkeitsspanne nicht...

Ich halte Euch auf dem Laufenden...

Liebe Grüße
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Re: TSG - Nein danke?

Post 71 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Update vom 31.12.2016: Aus irgendeinem Grund hat das Amtsgericht Dortmund seinen Beschluss vom 1.12. aufgehoben und das Beschwerdeverfahren statt an das Landgericht Dortmund nun doch direkt an das Oberlandesgericht Hamm verwiesen.

Was das bedeuten könnte, muss ich mal mit den Anwält_innen erörtern. Mir zumindest erschließt es sich nicht, warum das AG seinen eigenen Beschluss aufhebt und selbst eine Instanz höher verweist? Es spart uns aber nun auf jeden Fall die Schleife durch das Landgericht DO, immerhin. Wir sind jetzt also AG -> LG -> OLG. Die Spannung steigt!

Liebe Grüße
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Re: TSG - Nein danke?

Post 72 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo Nicole,

ich seh das positiv. Vielleicht hat das AG die Bedeutung erkannt.
Gratuliere!! (flo)
Herzlichen Dank für Deinen Einsatz!

Liebe Grüße,
halt Dir ganz fest die Daumen!
Andrea
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Re: TSG - Nein danke?

Post 73 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Ihr Lieben,

im Rahmen der IMAG des BMFSFJ sind nun auch endlich die Gutachten öffentlich:

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/ ... alt/113976

Insbesondere das der HU ist interessant, da es einen vollständigen neuen Gesetzentwurf enthält und diesen ausführlich (!) begründet. Sehr lesenswert!

Liebe Grüße
nicole
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Re: TSG - Nein danke?

Post 74 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose »

Mit gaaaanz viel Glück wird der zügig vom Innenministerium (BMI) durchgewunken und zur direkten Kabinettsvorlage der Regierung und könnte damit dann noch diese Legislatur beschlossen werden.
Definitiv nicht mehr. Ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl werden solche öffentlichkeitswirksamen Beschlüsse nicht mehr getroffen. Außerdem muss eine neue gesetzliche Regelung (auch die Abschaffung) und die damit verbunden Konsequenzen erwogen werden. Das läuft vor der Kabinettsbefassung auf eine Ressortabstimmung hinaus. Das dauert nach meiner bescheidenen Erfahrung mindestens ein Jahr.

Aber letztlich ist das Ergebnis der IMAG relativ klar hinsichtlich, dass eine gesetzliche Änderung kommen muss. Aber das entscheidet die nächste Regierung ...
Viele Grüße
Vicky

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Re: TSG - Nein danke?

Post 75 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Umpf, für das Beschwerdeverfahren will das OLG Hamm jetzt vorneweg mal 297€ Gerichtskosten, Streitwert 5.000€. Nuja, was tut man nicht alles...
Aber das war auch zu erwarten. Komischerweise hatte das AG Dortmund bisher noch keine Kostenrechnung gestellt.

Liebe Grüße
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