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Re: im Rollstuhl = medizinisch wertlos

Verfasst: Do 3. Apr 2014, 13:48
von triona
Da hast du die wesentlichen Gesichtspunkte dieser empörenden Vorgehensweise mit richtiger Stoßrichtung auf den Punkt gebracht.

In der Vergangenheit wurden allerdings bisweilen auch schon körperlich völlig "gesunde" TS vom Blutspenden ausgeschlossen. Begründung der zuständigen Ärzte bzw des medizinischen Hilfspersonals:
Bei TS wurde von vorn herein "ein promiskuöser Lebenswandel" (= häufiger Partnerwechsel beim Geschlechtsverkehr) unterstellt. Dabei wurde auch insbesondere Homosexualität angesprochen und mit einbezogen. Deshalb sei HIV-infiziertes Blut bei diesem Personenkreis sehr wahrscheinlich oder zumindest nicht auszuschließen.

Wie wenn die nicht sowieso jede Blutspende auf HIV untersuchen müßten. Oder erwarte ich da zu viel, und das ist womöglich gar nicht so? Sparen die sich das womöglich auch noch? Über die immer wieder auftauchenden Berichte über Fälle von Patienten, die durch Blutkonserven mit HIV infiziert wurden, bräuchte man sich dann aber auch nicht mehr wirklich wundern.


Die Quelle für meine Aussage weiß ich leider nicht mehr, und auch nicht mehr den genauen Ort des Vorfalls, der damals kein Einzelfall war, wenn ich mich richtig erinnere. Es war auf jeden Fall in Deutschland. Das war vor einigen Jahren einschließlich belegender Dokumentation durch mehrere Internetforen gegangen. Es ist noch nicht länger als 10 bis 13 Jahre her.

Ich weiß nicht, ob das heute noch genauso gehandhabt wird. Dein Bericht läßt befürchten, daß sich da noch nicht allzu viel Grundlegendes geändert hat und sich das Problem weit allgemeiner und tiefer zu sein scheint.

Auf jeden Fall dürfte es auch damit zu tun haben, daß mit gespendetem Blut und mit dem Handel mit Blutkonserven nicht zuletzt auch eine Menge Geld verdient wird bzw verdient werden soll, wenn dies nicht ausschließlich im Rahmen (angeblich) gemeinnütziger Aktionen geschieht.

Die allgemeine Streichung des Entgelts für Blutspenden an Krankenhäusern und für gewerbliche Blutspendedienstleister seit einiger Zeit sollte in diesem Zusammenhang ebenfalls erwähnt werden. Vor 30 - 40 Jahren hat man dafür immerhin noch für jede Blutspende 40 DM bekommen, was damals noch ein ganz gutes Geld war für höchstens 1 Stunde Aufwand. So war es zumindest am Klinikum der RWTH Aachen - aber auch anderswo.
Man durfte frühestens nach 2 Monaten wieder Spenden. Und wenn es sich dabei um eine besonders seltene und daher gefragte Blutgruppe handelte, war das Entgelt sogar deutlich höher. Und in solchen Fällen durfte damals auch die doppelte Menge Blut bei einer Blutspende abgenommen werden (800 ml statt normal 400 ml) oder jeden Monat möglich. Hauptsächlich Studenten und Sozialhilfeempfänger haben sich damals ihr schmales Einkommen aufgebessert. Manche habe dies sogar genutzt, um sich am Abend noch einen billigen Rausch anzutrinken, da die Alkoholkonzentration im Blut natürlich auch ensprechend der abgegeben Blutmenge schneller ansteigt.
:)p

Meine Schwägerin, die Mitglied beim Roten Kreuz ist und dort seit Jahrzehnten regelmäßig unentgeltlich freiwilligen Dienst macht, hat mir gesagt, daß das mittlerweile gesetzlich untersagt wäre. Heutzutage gibt es überall nur noch ein Getränk und ein Butterbrot. Ich glaube kaum, daß das wegen der Eindämmung von Alkoholismus so gemacht wurde.

Das Rote Kreuz hat übrigens noch nie Geld für Blutspenden gezahlt. Und trotzdem sei der Blutspendedienst des DRK heute meistens ein Zuschußbetrieb. So sagen sie es jedenfalls ihren freiwilligen Mitarbeitern.


liebe grüße
triona

Re: im Rollstuhl = medizinisch wertlos

Verfasst: Do 3. Apr 2014, 14:53
von Inga
Hallo, Claudia,

den Glauben an den Mangel von Blutspenden habe ich trotz allen Aufrufen schon lange verloren.

Ich habe regelmäßig Blut gespendet, bin selber seit einigen Jahren aber gesperrt. Zwar bin ich kern gesund, trinke kein Alkohol, rauche nicht, nehme keine Medikamente und habe auch sonst keinen riskanten Lebenswandel. Bei den gelegentlichen ärztlichen Untersuchungen werden mir die "für mein Alter traumhaft guten Werte" bestätigt. Doch weil ich in den achtziger Jahren mehr als sechs Monate in Großbritanien war (was ich ja nicht verheimliche) gehöre ich seit einiger Zeit zur Risikogruppe, die womöglich sich im längeren Auslanddsaufenthalt Keime des Rinderwahnsinns im Blut eingefangen haben könnte. Mein Vorschlag, doch einfach mal mein Blut darauf hin zu untersuchen, dann wissen doch alle Beteiligte, ob deswegen das Blut von mir nicht mehr brauchbar ist, wird mit schöner Regelmäßigkeit abgelehnt.

Tja, so entgeht der Blutbänken seit Jahren die regelmäßige Spende von mir. Offensichtlich kann man darauf verzichten. Dies gilt nicht nur für die Blutspende, die nur ca. alle drei Monate sinnvoll ist, sondern auch für Blutplasmaspende, die wesentlich öfters gemacht werden kann.

Für mich habe ich den Schluss gezogen: Medien-Tamtam hin oder her. Wenn der medizinische Apparat für die medizinische Versorgung mein Blut nicht braucht, wird - jenseits aller ethischen Fragen - der medizinische Apparat wohl im Falle eines Hirntodes auch nichts mit meinen Organen anfangen können. Spenden zusagen? - Nein danke.

Liebe Grüße
Inga

Re: im Rollstuhl = medizinisch wertlos

Verfasst: Do 3. Apr 2014, 15:06
von RanmaS
War auch schon mal beim Blutspenden. Mein Blut wurde abgelehnt, trots top werte, nur auf die tatsache hin das ich Händchen haltend mit nem Freund da war. Bisexuelle dürfen prinzipiell nicht spenden. Das war enttäuschend.

Hab die auch angeschrieben und das als Antwort bekommen: Hallo Ranma, herzlichen Dank für den Beitrag.
Mit diesem Thema werden wir natürlich häufiger konfrontiert.
Der Blutspendedienst München hält sich (wie jeder Blutspendedienst in Deutschland) an Vorgaben und Richtlinien. In unserem Fall sind dies die Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie), aufgestellt gemäß Transfusionsgesetz von der Bundesärztekammer im Einvernehmen mit dem Paul-Ehrlich-Institut.
Zum Blutspende-Ausschluss von Männern, die Sexualverkehr mit Männern haben (MSM) gibt es eine ausführliche Erläuterung. Diese finden Sie hier: http://www.bundesaerztekammer.de/.../Haemotherapie_MSM...

Beste Grüße
Tobias Hubert
Leitung Spenderservice
Blutspendedienst München

Re: im Rollstuhl = medizinisch wertlos

Verfasst: Do 3. Apr 2014, 15:19
von triona
Claudia hat geschrieben:Moin!
triona hat geschrieben:In der Vergangenheit wurden allerdings bisweilen auch schon körperlich völlig "gesunde" TS vom Blutspenden ausgeschlossen.
Sorry, da schreibst du völlig am Thema vorbei, es hat mit ts absolut nix zu tun. Die wissen garnicht, daß ich ts bin, kennen mich per Mail als Frau L..., die eben im Rollstuhl sitzt. Das Verletzende ist eben, daß allein diese Tatsache ein Ausschlußgrund für die Spende ist. Minderwertig oder wie?

Claudia
Danke für die klare Stellungnahme.

Ich habe auch geschrieben - gleich im ersten Satz meines Beitrags:
triona hat geschrieben:Da hast du die wesentlichen Gesichtspunkte dieser empörenden Vorgehensweise mit richtiger Stoßrichtung auf den Punkt gebracht.
Falls du das versehentlich übersehen haben solltest.

Das ist jetzt schon das zweite Mal innerhalb kurzer Zeit, daß du mich scharf kritisierst mit formalen Argumenten für einen durchaus sachlichen Beitrag, der keineswegs völlig an deinem Thema vorbeigeht. Aber wenn du das anders siehst ...

Ich werde mir in Zukunft Antworten auf Beiträge von dir ersparen. Ich werde dich ganz sicher nie mehr wieder belästigen mit Gedanken, die deiner möglicherweise bisweilen etwas einseitigen oder eingeengten Betrachtungsweise mancher Dinge engegenstehen könnten.


und tschüs
triona


Nachbemerkung (diesmal neben dem Thema dieses Fadens):
Ein Konzept für mein zukünftiges Leben habe ich übrigens auch.
Und dein Mitleid brauche ich auch nicht.

Re: im Rollstuhl = medizinisch wertlos

Verfasst: Do 3. Apr 2014, 15:37
von Inga
Claudia hat geschrieben:
Inga hat geschrieben: - der medizinische Apparat wohl im Falle eines Hirntodes auch nichts mit meinen Organen anfangen können.
Der Apparat nicht, aber Menschen schon. Die brauchen das. Also Organgspende zustimmen.
Liebe Claudia,

Sorry, ich schreibe es noch einmal deutlicher: Keine halben Sachen: Wer mit fadenscheinigen Begründungen mein Blut nicht will, braucht auch meine Organe nicht zu verarbeiten. Mein Körper ist doch kein Ersatzteillager, aus dem man nach Belieben mal einige Dinge abholen lassen kann und mal nicht. Da bin ich ganz eigen.

Liebe Grüße
Inga

Re: im Rollstuhl = medizinisch wertlos

Verfasst: Do 3. Apr 2014, 16:10
von Lina
Claudia hat geschrieben:Moin!

Heute war bei uns in der Firma große Blutspendeaktion. Es wird ja immer um Spender geworben, weil das Blut doch so knapp ist wegen vieler OPs. Mir ist das Spenden nicht fremd, ich habe schon über 30 Spenden hinter mir, die allerdings schon etwas zurückliegen. Und da ich in hoffntlich nicht allzuferner Zukunft auch eine OP vor mir habe, die sicher viel Blut verbraucht, wollte ich im voraus mal etwas in den Pool zurückgegeben. Aber das wurde dann der berühmte Schuß in den Ofen.

Da ich im Rollstuhl sitze, wollten die natürlich wissen, welche Krankheit sich dahinter verbirgt. Kein Problem, es ist eine rein neurologische Krankheit (SSP) und ich habe ihnen auch gleich die Medikamente genannt, die ich nehmen muß. Das Ergebnis war mehr als nur frustrierend. Ich darf nicht spenden, weil mein Blut ja in irgendeiner Weise schädlich sein könnte durch die Medikamente und/oder die Erkrankung. Ich hab denen dann das Ergebnis meiner letzten Blutuntersuchung vom Endo gezeigt, das große Blutbild. Alle Ärzte sind davon begeistert, weil alle Werte top sind. Aber nein, ich darf trotzdem nicht spenden. Auch, weil bei dem Wechsel vom Rollstuhl auf die Liege etwas passieren könnte.

Da schreien die so laut nach Spenden und lehnen dann willige Spender ab. Den Begriff "diskriminierend" finde ich zu harmlos für dieses Verhalten. Für diese Leute sind Behinderte scheinbar wertlos und nutzlos. Eins solche Einschätzung kann ich gerade jetzt gut gebrauchen.

Claudia


Dass dies die Aussage wäre, dass körperlich behinderte Wertllos wären ist doch Quatsch. Da du ja, wie du selber sagst, Medikamente nimmst, sind logischerweise Bestandteile dieser Medikamente in deinem Blut.

Jeder kann auf irgendetwas allergisch reagieren - was wenn jemand darauf allergisch reagieren würde, und man hätte keine Ahnung, was es verursacht hat, weil es sich in einer Blutkonserve befindet? Super Situation in einer Notaufnahme! Als hätten die nicht genügend, worauf sie achten müssen.

Das hat ja nichts damit zu tun, ob dein Blut besser oder schlechter ist. Es ist einfach eine ganz simple und sinnvolle Vorsichtsmaßnahme.

Re: im Rollstuhl = medizinisch wertlos

Verfasst: Do 3. Apr 2014, 17:09
von conny
Claudia hat geschrieben:
"Sie sitzen im Rollstuhl? Dann dürfen sie nicht spenden."

Woher kommt nun also diese Wertlosigkeit?

Claudia
zweifelsohne ein so nicht nachvollziehbares argument.
wer war hat denn die spendenaktion durchgeführt?

die antwort auf deine frage kann nur diese organisation geben,
ich würde dort mal an höherer stelle konkreter nachfragen.

lg
conny

Re: im Rollstuhl = medizinisch wertlos

Verfasst: Do 3. Apr 2014, 19:57
von Lina
Claudia hat geschrieben:
Lina hat geschrieben:Das hat ja nichts damit zu tun, ob dein Blut besser oder schlechter ist. Es ist einfach eine ganz simple und sinnvolle Vorsichtsmaßnahme.
Ach nein? Wieso wird dann diese Blutspende am Rollstuhl festgemacht?

Die Medikamente hatte ich schon vorher auf diesem Kontrollbogen angegeben, trotzdem einen Termin für die Spende bekommen. Dann hatte ich drum gebeten, den nach hinten zu verschieben, weil ich mit Rollstuhl länger für den Weg bräuchte. "Sie sitzen im Rollstuhl? Dann dürfen sie nicht spenden."

Woher kommt nun also diese Wertlosigkeit?

Claudia

Wurde ja auch nicht daran festgemacht - dafür habe ich ja deine eigene Aussage. "Es könnte sein, dass ..." etc. Ja, durchaus. Die sind medizinische Fachleute und wissen, dass es zig andere Gründe geben kann, dass jemand einen Rolli fährt als Querschnittslähmung oder so. Also fragen die nach Medikamente um viele Umwege zu sparen. Ich wäre auch ziemlich empört, wenn die das nicht tun würden. Und da man möglichst viele Komplikationsmöglichkeiten ausschließen sollte tun die das auch. Ich würde auch ungern, in einer Situation, wo ich schon durch Narkose oder einer schweren Verletzung geschwächt bin, auch noch mit Blut befüllt werden, die Medikamente enthält, die Wechselwirkung mit anderen Medikamenten, allergische Reaktionen oder sonstige unerwünschte Wirkungen auslösen können. Das Blut ist nur wertvoll in deinem Körper.

Wenn ich z.B. auf Krücken und mit Gipsbein zur Blutspende antanzen würden, sollten sie auch genau so reagieren, weil die Chance groß wäre, dass ich auch Heparin oder andere blutverdünnende Mittel spritzen würde. Das wäre ja auch eine äußerst "passende" Ergänzung in einer Notaufnahme, wenn man gerade versucht Blutungen zu stillen! Natürlich wäre Heparin verdünntes Blut medizinisch ohne Wert. Was sollte man damit anstellen, bitte?

Re: im Rollstuhl = medizinisch wertlos

Verfasst: Do 3. Apr 2014, 20:50
von Kerstin
Der Ausschluss von Risikogruppen ist durch eine Güterabwägung begründet. Der
Bundesgerichtshof (BGH) hat in seinem Urteil vom 30.04.1991 - VI ZR 178/90 (OLG
Hamburg) - gegen einen Blutspendedienst, der wegen einer 1984 durch den
unzureichenden Ausschluss von MSM von der Blutspende verursachten HIV-
Übertragung verklagt wurde, ausgeführt:
"(Den) Vorkehrungen für einen möglichst sicheren Ausschluss von Risikogruppen
standen auch nicht etwa Persönlichkeitsrechte der Blutspender entgegen.
Selbstverständlich hatte das Universitätskrankenhaus E. bei den auf Verringerung
des Risikos einer HIV-Kontamination gerichteten Maßnahmen auch auf diese Rechte
Rücksicht zu nehmen. Im Spannungsverhältnis mit den ebenfalls grundrechtlich
geschützten Lebensgütern der Empfänger von Blutkonserven sowie deren
Kontaktpersonen kommt jedoch angesichts des erheblichen Gefahrenpotentials und
des überragenden Schutzes menschlichen Lebens deren existentiellen Belangen
grundsätzlich der Vorrang vor einer Belastung der Intimsphäre der Blutspender und
der Möglichkeit einer öffentlichen Diskriminierung als Angehöriger der Risikogruppe
zu. [...] Insbesondere kann sich das Universitätskrankenhaus E. nicht damit
entlasten, dass die "Lobby der Homosexuellen" und die Medien gegen weitergehende
Schutzmaßnahmen vehement und aggressiv vorgegangen wären. Von jedermann —
erst recht von der öffentlichen Hand — ist zu verlangen, dass er sich von als
notwendig zu erkennenden Maßnahmen nicht aus Furcht vor derartiger Kritik abhalten lässt."

........
http://www.bundesaerztekammer.de/downlo ... _final.pdf

Beantwortet jetzt zwar nicht ganz die Frage wieso Rollstuhlfahrer/in nicht dürfen(?) könnte aber ein Fingerzeig sein.
Angst etwas übersehen zu haben bei den Medikamenten angaben.




Gruß Kerstin

Re: im Rollstuhl = medizinisch wertlos

Verfasst: Fr 4. Apr 2014, 00:22
von Inga
Hallo,

Nun habe ich das Papier der Ärztekammer durchgelesen. Ich bin ja verwundert, dass aus der Lebensweise, dem Verhalten und der Zuordnung zu einer Risikogruppe immer noch eher über die Verwendbarkeit des Blutes geschlossen werden kann, als durch eine konkrte Untersuchung des Blutes des potentiellen Spenders. Das ist wohl ärztliche Kunst. Ich bin immer noch verwundert, dass mein gutes Blut schlichtweg unbrauchbar ist, weil ich im Leben zur falschen Zeit zu lange an falscher Stelle war, ohne mir irgnedwelche Keime oder ähnliches einzufangen.

Aber als medizinischer Laie muss ich ja auch nicht alles an dem Verfahren verstehen. Soviel aber ist mir klar: Wenn mein Spenden von meinem Blut aus Sicht der Ärztekammer ein vermaidbares und auszuschließendes Risiko für die Menschheit darstellt, so wird es wohl auch mit den von meinen Blut lebenslang durchflossenen Organen der Fall sein. Da bleibe ich dabei: Wenn das Spenden von meinem Blut nicht zu verantworten ist, dann wird auch jenseits aller anderen ethischen Fragen das Spenden von meinen Organen nicht zu verantworten sein. Immerhin könnte der mein Organ empfangende Patient noch kränker werden, als er eh schon ist. Nüchtern betrachtet, das kann ich nicht verantworten.

Also noch einmal deutlich: Wer mein Blut nicht brauchen kann, kann also auch nichts mit meinen Organen anfangen. Oder wird da medizinisch mit zweierlei Mass gemessen?

@Claudia

Wieso ist es denn dir so wichtig, Blut zu spenden? Wenn die Blutspendedienste eh schon zu viel geeignetes Blut haben und es wegen Risikogruppen nicht verwenden können, dann ist das halt so. Dann sollten aber die Blutspendedienste auch so ehrlich sein und in den Medien auf diese Panik-Attacken-artigen Meldungen von Blutbstandsnotständen und ähnliches verzichten.

Liebe Grüße
Inga

Re: im Rollstuhl = medizinisch wertlos

Verfasst: Fr 4. Apr 2014, 13:18
von conny
ich kann dich sehr gut verstehen, aber warum gehst du der konkreten sache nicht nach?
s. meinen beitrag von gestern.

lg
conny

Re: im Rollstuhl = medizinisch wertlos

Verfasst: Sa 5. Apr 2014, 02:33
von Lina
Claudia hat geschrieben:Moin!

Da sollte ich mal den Ärger oder besser die Wut etwas zusammenfassen,damit der Grund für den thread deutlicher wird, dann können wir es auch lassen.

Durch die Behinderung werden mir viele unmöglich gemacht, die mir sehr wichtig sind und auf die ich doch ganz verzichten muß. Der Rollstuhl ist ein sehr nütziches Hilfsmittel durch das ich mehr kann. Trotzdem bleiben noch viele natürliche Hürden. Wenn dann aber wie hier noch künstliche Hürden aufgebaut werden, ist das einfach verletzend. Für mich werden da Zweifel an meiner Wertigkeit erhoben. Deshalb fehlt auch im Titel das Fragezeichen.

LG
Claudia
Ja, das ist schlimm. Aber wie soll das besser werden indem du hart arbeitendes und verantwortungsbewusstes medizinisches Personal hier schlecht machst? Der eigentliche Grund hast du ja selber im Anfangspost genannt. Und das war nicht weil sie Rolli-Fahrerinnen für minderwertig halten. Das war weil ich und viele andere, deine Medikamente nicht brauchen.

Was immer in deinem Leben passiert ist, finde ich es alles andere als nett, dass du Menschen angreifst, die dir nichts Böses getan haben. Und was soll es dir bringen? Es mag sein, dass es viele Dinge gibt, die du nicht tun kannst. Hast du mal aufgezählt, was du alles kannst? Du kannst dir ja selber aussuchen worauf du fokussieren willst.