Hallo Lara,
herzlichen Dank für Deinen Beitrag und besonders für Deine wohlwollende Reaktion auf meinen Lapsus!
Das Problem in Foren ist eben, dass wir wenig übereinander wissen. ==> Jetzt blick ich besser durch.
Vorab bitte ich um Entschuldigung, dass es daher anders rüberkam.

Wahrscheinlich liegt es an IS/TS und am Beruf, dass ich zunächst zweifle und praktisch nichts mehr ungeprüft übernehme. Mir begegnen eben oft Personen, die vorgeben, etwas zu wissen und wenn man prüft, ist es falsch. Im Beruf muss ich mit meinem Urteil daher, besonders bei Erwachsenen, vorsichtig sein...
Nach Deiner Beschreibung ist mir natürlich klar, dass Du genau weißt, wovon Du sprichst.
Wie wichtig Qualitätskriterien für Testverfahren sind und dass es gute Testverfahren gibt, weiß ich, obwohl meine Erfahrungen sehr begrenzt sind.
Testergebnisse spielen aber auch bei mir beruflich eine wichtige, ergänzende Rolle bei der Beurteilung von Situationen.
COGIATI ist natürlich kein Testverfahren, das Qualitätskriterien genügt.
Aber
aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es
in Verbindung mit anderem für Betroffene hilfreich sein kann:
Natürlich war mir meine TS schon seit der Jugend bewußt, aber
- eine schwere Erkrankung (70%)
- ein intensives Gespräch mit einem älteren Medizinaldirektor (20%)
- und nicht zuletzt COGIATI (10%)==> führten bei mir zum CO und zur Gesundung.
Mathematikerin, daher gebe ich zum besseren Verständnis in Prozent an, wo die Entscheidungspriorität bei mir damals 2003-2008 lag.
Bei anderen Menschen ist es sicher anders. Dort mag statt COGIATI, eine Begegnung, ein Film, oder ein Märchenbuch mit anderen Dingen zusammen den Ausschlag geben.
Mir geht es darum, Betroffenen möglichst viele, verschiedene Hilfestellungen zur Entscheidungsfindung beim Dilemma "Selbstdiagnose" zu geben.
Vor allem möchte ich niemand entmutigen, denn wie wichtig und wie entscheidend es ist, Menschen Mut zu machen, weiß ich. Das gilt überall und nicht nur in der Kinder & Jugendpsychiatrie...
Fachleute sind wichtig, aber ich wehre mich dagegen, die Entscheidung Fachleuten zu überlassen, denn das springt zu kurz.
Mein Problem war eindeutig psychosomatisch.
Intellekt - Praxis - Emotionen alle drei Dinge sind für uns essentiell und nicht alles läßt sich messen oder beziffern.
In meiner Umgebung gab es eben einige Menschen, die zu lange zögerten, es nie schafften und durch Suizid dem CO auswichen.
Meine Erkrankungen verschlimmerten sich bis zum CO ständig, daher vermute ich, dass es ohne CO auch für mich problematisch geworden wäre...
Liebe Grüße,
ich bitte Dich nochmals Entschuldigung, dass ich nicht sorgfältiger argumentierte, aber ich wußte es halt nicht besser

ab
P.S. Ein Lied von Pete Seeger, das ich besonders gern mag und das ein wenig zur Problematik passt
http://www.youtube.com/watch?v=XUwUp-D_VV0
Manche Menschen passen eben nicht in die Schachteln, daher haben wir bisweilen Probleme...