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Re: FAZ: Das Ende der Toleranz
Verfasst: So 16. Feb 2014, 19:15
von ab08
Danke Darialena
und liebe Mona mal außerhalb Eurer tollen Literaturseite "Wer schrieb Was"
BERTOLT BRECHT (1898-1956) aus der Ballade über die Frage: "Wovon lebt der Mensch"?
...
Ihr, die auf unsrer Scham und eurer Lust besteht
Das eine wisset ein für allemal:
Wie ihr es immer dreht und wie ihr's immer schiebt
Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.
Erst muß es möglich sein auch armen Leuten
Vom großen Brotlaib sich ihr Teil zu schneiden.
...
Erstens haben die Leute meist dringende eigene Probleme und zweitens ist es ein Bildungsproblem
==> Moral muss man sich leisten können und muss man sich leisten wollen
Liebe Grüße
ab
Re: FAZ: Das Ende der Toleranz
Verfasst: So 16. Feb 2014, 21:16
von JaquelineL
Hallo ihr Lieben,
was mir auch in den dortigen Kommentaren wieder begegnet ist: Viele Menschen wissen nicht zwischen "Akzeptanz" und "gut finden" zu unterscheiden.
Dass ich etwas akzeptiere muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass ich es auch für mich selbst als gültig, legitim oder sogar erstrebenswert ansehen muss. Lediglich als gleichwertig.
Zudem hat der Artikel sehr gut die Vorgeschobenheit vieler positiver Aussagen entlarvt, die sich alle durch ein unterschwelliges, nachgeschobenes "aber bitte nicht in meinem Umfeld" disqualifizieren, ist dabei jedoch (relativ) unaufgeregt geblieben. (M)ein neuer Referenztext zum Thema!
Liebe Grüsse
Jackie
Re: FAZ: Das Ende der Toleranz
Verfasst: Mo 17. Feb 2014, 07:39
von MarieB
Hallo,
generell ist Toleranz natürlich wichtig. Und vielleicht fehlt da noch was. Aber jeder kennt sicher genug Beispiele, wo er sich an die eigene Nase fassen könnte. Vielleicht, dass es einem stört wenn Muslime mit Burka rum laufen, die Nachbarskinder immer laut im Garten rumtoben, usw.usw. Da gibt es sicher tausend Dinge. Und sicher muss man auch nicht alles tolerieren. Aber man darf auch nicht zu kritisch sein. Ich denke schon, dass wir eine relativ tolerante Gesellschaft haben. Zu Wort kommen doch aber immer die, die contra sind, auch wenn es die Minderheit ist. Ich denke das ist ähnlich wie beim Fernsehen. Wenn es mal wieder Pisatests gibt, dann werden doch nur die 5 % im Fernsehen gezeigt, die auf die Frage "Wie heißt die Hauptstadt von Deutschland" falsch antworten. Die 95 % die richtig antworten haben keine Stimme.
Egal. Toleranz wächst auch durch Gewöhnung an Dinge. Nehmen wir mal Tätowierungen. Früher hatten die Leute Angst vor tätowierten Menschen, weil das doch nur Kriminelle hatten. Heute ist es normal und jedem ist es egal ob jemand eine hat oder nicht. = Toleranz
Dann hatte/hat man Angst vor Schwulen und Lesben. So von wegen O Gott, hoffentlich langt der oder die mich nicht an usw. Und ehrlich, in meiner Jugend wäre mir das schon auch unangenehm gewesen und ich hätte mich distanziert. Heute bin ich schlauer und würde einfach klar äußern, dass ich eben nicht auf der Wellenlänge liege. Aber mir ist es egal wenn andere es tun.
Und so kann und wird es auch mit Transidenten Menschen kommen. Egal in welcher Ausprägung. Dazu müssen wir aber durch und uns zeigen usw. Ich werde jetzt 48 Jahre, und ich denke, dass ich es noch erleben werde, wenn es anderen einfach egal ist.
LG
Marie
P.S. Die Hauptstadt von Deutschland ist doch Malle, oder?
