Hallo,
da ich deine Antwort nicht als eingeutiges Nein identifiziert habe, schreib ich mal
Hier also meine "Lebensgeschichte":
Einleitung
Ich wurde 1969 geboren. Ab 1970 hatte ich schwer Asthma mit Sauerstoffzelt und dem ganzen Pipapo. Meine Mutter bekam von den Ärzten die Ansage "Wenn sie die Pubertät erlebt, hat sie a. Glück und es b. wahrscheinlich hinter sich". Ich hab die Pubertät überlebt

.
Als ich dann laufen konnte (so mit 3), hab ich mir als erste Amtshandlung ne Kanne heißen Kaffee auf den Oberkörper verteilt (Oma's Kaffeekanne stand mit "Kaffeemütze" auf dem Tisch und ich MUSSTE wohl einfach wissen, was unter dieser tollen bunten Mütze ist...Mütze gezogen, Kanne raus gefallen...platsch). Somit habe ich eine (durchs Wachstum bedingte nur noch) mittelgroße Brandnarbe auf dem Oberkörper.
Mit 6 bin ich dann mit "Voll-Schmackes" in eine Imbiss-Tür gestolpert...mit dem Kopf zuerst...Narbe zwischen den Augen, Narbe in der Kinnfalte, Aussage der Ärzte "Das hätte auch die Halsschlagader sein können" (Mit 6 ist der Abstand zwischen Kinn und Hals ja noch nicht sooo weit).
Na, ja...der Rest lief relativ zahm ab
Hauptteil
2006 wurde bei mir dann der erste Knoten diagnostiziert. Linke Seite, ganz weit außen, ganz klein...wurde entfernt, hinterher Bestrahlung und Medikamenten-Therapie zur Prophylaxe...Im März 2007 ist dann mein Freund gestorben...guter Nährboden für Rezidive..sagte mein Arzt...so war es dann auch. Im September die zweite OP, wieder links, wieder klein. Dies Mal hab ich auf jegliche Therapie verzichtet, weil mir eh alles wurst war. Im April 2008 dann die 3. OP. Dies Mal mit anschließender Chemo. Während der Chemo (also ohne Haare) hab ich dann Mark kennen gelernt. Das nur so am Rande

. Dieses Jahr wars mal andersrum. Der Knoten war NICHT ganz links, sondern in der Mitte der linken Brust und somit wurde zur Rezidiv-Verkleinerung die Chemo VORHER gegeben (auch, um zu sehen, ob sie anschlägt, da die letzte wohl offensichtilch nix angeschlagen hat...). Sie hat gradezu sagenhaft angeschlagen (neuer Wirkstoff, neue Zusammensetzung). Brust ist jetzt zwar trotzdem ab, aber wenn ich BH trage, fällt es nicht auf.
Schlussteil
Mir geht es gut...und das war schon mein Leben lang so. Ich habe mich nie durch irgendwelche Krankheiten runter ziehen lassen und mag Leute, die im Selbstmitleid zerfließen, überhaupt nicht. Meine Lebenseinstellung hat sich im Laufe der Jahre dahin gehend geändert, dass ich heute mein Augenmerk eher auf die kleinen Dinge im Leben richte und nicht auf den großen Knall warte. Ich freue mich, wenn ich morgens im Garten die Eichhörnchen sehe oder abends einen tollen Sonnenuntergang. Ich freue mich über das, was ich habe: einen lieben Partner, eine (manchmal) tolle Tochter mit Abi

, einen prima Arbeitsplatz mit sehr netten und verständnisvollen Kollegen und einen absolut festen Familienhintergrund. Das ist mehr, als die meisten lebenslang gesunden Menschen jemals hatten. Ich genieße jeden Tag, denn ich lebe JETZT und nicht in einem halben Jahr...jaaa, dann lebe ich wohl auch noch, aber entscheidend ist für mich das JETZT. Wer weiß, was in einem halben Jahr ist..."Genieße den Augenblick".
Noch ein Nachtrag: Mein Freund ist im März 2007 übrigens mit 44 am plötzlichen Herztod gestorben ("Sudden death"). Ohne Krankheit, ohne Vorankündigung, einfach so...abends eingeschlafen, morgens nicht wieder aufgewacht. Kein Übergewicht, fit, arbeitend, alles gut. Der Arzt beschrieb das mit "Schlagartig erweiterter Herzmuskel, kann jeden treffen, immer und überall" und meine umfangreiche Goggel-Recherche hat ergeben, dass es tatsächlich sowohl 20jährige Sportler als auch 40jährige Manager und 80jährige Rentner trifft. Das war völlig aus jeglicher Planung zwecks Zukunft usw raus gerissen und da war ich das erste Mal wirklich down in meinem Leben...
Also wenn es so sein soll, dann soll es so sein...vor weg laufen kann man eh nicht. Deswegen jeden Tag genießen und alles ist gut
