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Der Psychologe sagt ....
Verfasst: Di 17. Dez 2013, 14:08
von Frida
Hallo,
ich habe bei Google diesen Bericht und das darin enthaltene Video entdeckt.
http://www.fan-television.de/sendungen/impuls/die-frau-im-mann-der-crossdresser
Im Video gibt ein Psychologe seine Sichtweise über die möglichen Gründe von Crossdressing
zum Besten.
Für mich könnte die Aussage stimmen " distanzierter Vater und lieblose Mutter", bei mir Stiefmutter.
Es spielt jetzt auch gar keine Rolle mehr, warum ich so fühle und denke, wie ich es nun tue,
und warum ich diese Neigung in mir verspüre. Es ist, wie es ist!
Für mich ist es hier und jetzt nur wichtig, ob ich so angenommen werde, wie ich bin und das natürlich
besonders bei den Menschen, dir mir nahe stehen.
Viele von euch haben schon viel Erfahrung, auch darin, was Psychlogenmeinung bei diesem
Thema ist. Da ich auch Interesse an psychologischen Zusammenhängen habe,
richte ich an euch die Frage, was haltet ihr davon?
Ich hoffe, dass ich hier am richtigen Platz für diese Frage bin.
Liebe Grüße Dita
Re: Der Psychologe sagt ....
Verfasst: Di 17. Dez 2013, 14:59
von Cybill
Als "Kollegin" des Herren da:
Nix!, Schwachsinn, soll sich die Studiengebühren zurückgeben lassen!
Du hast recht: Es ist wie es ist!
Re: Der Psychologe sagt ....
Verfasst: Di 17. Dez 2013, 15:04
von Inga
Hallo, Dita,
ich galube, ich habe den Beitrag schon mal gesehehn und womöglich ist darüber an anderer Stelle im forum schon diskutiert worden.
Ich denke, was bei der Pschologen meinung zu bedenken ist, dass es sih dabei zwar um einen wissenschaftler handelt, der das Phänomen "Cross Dressing" beschreibt, Urschen aufspüren möchte und das alles auch gerne in worte zu fassen versuht. Dafür hat er ja das Fach auch studiert und eine gewisse Übung gewonnen. Das heißt aber noch nicht, dass er mit wenigen Worten das Thema vollkommen gut umreisst und einordnet. Ob Cross Dressing immer das Aufarbeiten der "Kindheit mit distanzierten Väter und lieblosen Mutter auf demWege der nachgelebten Erotik" ist, wage ich doch zu bezweifeln. Was einmal zutrifft, muss ja nicht immer zutreffen in der Leidenschaft nach Cross Dressing.
Liebe Grüße
Inga
Re: Der Psychologe sagt ....
Verfasst: Di 17. Dez 2013, 15:07
von Julia65
Hallo Dita,
ich habe mir das Vidoe angeschaut. Ich denke, die Ursache dass es daran liegt, dass Vater distanziert war und Mutter lieblos, ist EINE Ursache. Ich bin überzeugt, dass es unzählige weitere Ursachen gibt. Unzählige Ursachen und unzählige Formen von Crossdressern, Transgendern allgemein, Transidenten und auch unterschiedlich starke Ausprägungen. Einigen reicht es gelegentlich Strumpfhosen unterzuziehen, andere können nicht anders als den Mann eines Tage KOMPLETT abzulegen.
Ansonsten klingt für mich die Aussage des Psychologen recht schlüssig.
LG
Julia
Re: Der Psychologe sagt ....
Verfasst: Di 17. Dez 2013, 17:11
von Exuser-2014-02-18
.
Hallo
Ja...die Ausage dieses Psychologen war doch sehr einfach/einseitig.
Aber wer weiss, was da alles weg-geschnitten wurde, damit das Video nicht zu lang wird.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß dieser Mann nur drei Sätze zu dem Thema gesagt hat.
Aber die Aussage..."unter welchem gesellschaftlichen Druck Männer oft stehen, und wohin das führen kann" fand ich doch richtig.
Stichwort "Scheitern unerwünscht"....da haben wir schon wieder das Thema.
elgetina

Re: Der Psychologe sagt ....
Verfasst: Di 17. Dez 2013, 17:52
von nicole.f
Arg - wenn ich dem Bericht (Text von der Web-Seite) schon so etwas lese wie
"...Keiner der Freunde weiß von ihrem Fetisch...."
stellen sich mir gleich mal die Nackenhaare auf. Da wirft mal wieder jemand mit Begriffen um sich, ohne sich über Bedeutung und Umgang damit bewusst zu sein - Was hat das gleich schon wieder mit Fetischismus zu tun? Grml...
Das Video kann ich gerade nicht angucken, mache ich aber sicherlich noch.
Ansonsten kann ich mich bzgl. der Ursachen von CD/TV/TS den Vorpostings anschließen. Die Variante mit abwesendem Vater und wenig liebevoller Mutter ist einer der gängigen Erklärungsansätze. Hinzu kommen genetische Ansätze, Ansätze aus der Embryonalentwicklung, neurologische etc. Nur konnte keiner davon bisher schlüssig nachvollzogen werden und es wird eigentlich auch nirgends behauptet, dass es die *eine* schlagende Ursache gäbe. Es ist nach wie vor sehr individuell, persönlich und in der Regel wird man nie die wirkliche Ursache ergründen können, auch nicht im Einzelfall. Vielleicht in einigen Jahren. Doch Stand heute ist da nichts bekannt. Eine Erkenntnis, die sich aber erst kürzlich durchgesetzt zu haben scheint ist, dass ein gewisser Teil wohl in der Tat dem Umfeld geschuldet ist - vor allem wohl vor-pubertär. Wie einflussreich dieser ist, weiß man aber noch nicht. Als Gegenbeispiel gibt es ja die Intersexuellen, denen direkt nach der Geburt ein Geschlecht künstlich und chirurgisch zugewiesen wurde und die sich aber anschließend, trotz optimalem Umfeld, entgegen des zugewiesenen Geschlechts entwickelt haben. Dies an sich spräche also eigentlich schon für einen angeborenen Anteil an der Geschlechtsidentität.
Es kommt wohl vieles zusammen... und letztlich läuft es immer wieder auf das eine und gleiche hinaus: Was Du bist musst Du selbst herausfinden.
Ein Psychologe kann Dir nur helfen es herauszufinden, doch finden musst Du es schlussendlich doch selbst. Und er/sie kann Dir helfen damit zurecht zu kommen. Aber es gibt keinen Fragenkanon der abgeklappert das Ergebnis liefert, leider. Und das macht auch Dinge wie diesen Cogiati Test so fragwürdig. Da werden größtenteils Klischees abgefragt. Das mag für einige zutreffen, doch die Geschlechtsidentität auf diese Klischees zu reduzieren wäre zumindest mir etwas zu dünn. Ich kenne da durchaus ein paar Bio Frauen, die da glatt durchfallen würden

Was jetzt aber nicht bedeuten soll, dass alle diese Indizien Käse seien! Ich denke nur, man sollte sich hüten, ein einziges Zutreffendes gleich als die ganze Wahrheit anzusehen und blindlings loszulaufen. Auch ist im Umkehrschluss keines der Indizien zwingend notwendig. Ursachen und Auswirkung könnte im Individuum auch sehr anders liegen.
Liebe Grüße
nicole
Re: Der Psychologe sagt ....
Verfasst: Di 17. Dez 2013, 19:11
von Lina
Oh nein, ich kann die Scheiße nicht mehr hören. Lieblose, distanzierte, dominante Mütter, Väter usw. Das haben wir doch alles 100 x gehört - und GENAU DAS ist der GRUND für diesen FETISCH. Man fragt sich nur, wenn das alles stimmen soll, warum gibt es nicht viel mehr T? Und warum passen MEINE Eltern nicht ins Bild rein? Meine Erinnerung an meine Mutter als ich Kind war: Sehr liebevoll, hübsch, manchmal mit den ganzen Kindern überfordert - dafür hatte ich zwei Schwestern, die fast immer ansprechbar waren. Und meinen Vater, der zwar viel gearbeitet hat, konnte ich auch jederzeit auf der Arbeit besuchen - gleich im nächsten Haus - oder mit ihm im LKW durch die Gegen düsen. (Erst später wurden die problematisch, weil sie miteiander nicht klar kamen.) Was auch immer die ganzen Psychologen, die GENAU wissen warum, passen meine Eltern überhaupt nicht rein. Aber vielleicht, vielleicht gerade deshalb, habe ich mich nicht zwecks Fetischismus mich weiblich gekleidet!! Soll ja angeblich ein Fetisch sein. Ist es bei mir aber nicht. Das ist einfach ein Ausdrück meiner Persönlichkeit - wenn ich einen erotischen Kick davon habe, dann erst weil ich bei einigen anderen einen erotischen Kick auslöse. Aber das war nie mein Ziel damit - eher so eine Art "Kolateralschaden". Aber es ist schon richtig, dass ich mehr erotische Gefühle bei anderen - Männern und Frauen - erwecke, wenn ich mich von der weiblichen Seite zeige. Wahrscheinlich weil ich mich so authentischer fühle.
Aber warum soll es mich interessieren, was sie in so eine Fernsehsendung behaupten:
MEIN Psychologe hat mir schon mal gesagt, dass ich mich viel zu viel von Expertenaussagen beeinflussen lassen.
Re: Der Psychologe sagt ....
Verfasst: Mi 18. Dez 2013, 01:16
von Lina
Könnte man vielleicht sagen, dass die "wie-" und die "was-Fragen" hilfreicher waren als das "warum"?
Re: Der Psychologe sagt ....
Verfasst: Mi 18. Dez 2013, 07:57
von marabella68
Hallo,
ich stelle mir die Frage nach dem "Warum" auch schon lange nicht mehr. Ich mache es einfach.
LG
Marabella
Re: Der Psychologe sagt ....
Verfasst: Mi 18. Dez 2013, 08:30
von Frida
Guten Morgen,
danke für eure Antworten.
Ich habe sie eigentlich auch so erwartet. Mein Gefühl sagte mir immer, es kann ganz interessant sein, zu wissen
woher und warum, aber es bringt einen nicht wirklich weiter. Wichtiger ist es sich selber zu finden und
sein Potential, auf jeder Ebene und jede Facette, zu entfalten und zu leben. Das ist schon schwierig genug
und braucht eine gehörige Portion Mut.
Ich kann auch schlecht von anderen erwarten mich zu akzeptieren wie ich bin, wenn ich mich nicht selber
ganz annehmen kann. Ich glaube auch, dass es ein lebenslanger Prozess ist, sich selber zu finden und zu
entwickeln. Ich entdecke mich gerade wieder neu und das ist spannend, aber auch nicht einfach.
Was im Video vom Psychologen rüberkommt, erscheint mir auch recht oberflächlich. Das liegt natürlich
an der Kürze, aber dann hätte man einen solchen Analyseversuch besser lassen sollen.
Außerdem gibt es bestimmt auf diesem Gebiet viele Ansätze den Ursprung zu erforschen und
auch gute und schlechte Fachleute.
Manch Betroffener braucht zu seiner Selbsterkenntnis auch die Wurzeln seiner Vergangenheit, andere leben
lieber bewusst im Hier und Jetzt ....auch das ist eine schwere Übung!
LG und einen schönen Tag noch
Dita
Re: Der Psychologe sagt ....
Verfasst: Mi 18. Dez 2013, 10:14
von Sabrina Verena
Hallo!
Ich habe mir das Video zwar nicht angesehen, aber eines kann ich klar stellen.
Ich hatte weder ein distanziertes Verhältnis zu meinem Vater noch mangelnde Liebe seitens meiner Mutter.
Außerdem war es am Anfang spielerische Neugier und nicht einfach so da.
Vielmehr fand man Gefallen und hat die bestehenden Erwartungen in Sachen Junge/Mann und Kleidung hinterfragt.
Jedoch keine überzeugende Antwort erhalten.
LG Verena
Re: Der Psychologe sagt ....
Verfasst: Mi 18. Dez 2013, 11:59
von Marlene
Hallo,
kann ich für meinen Teil voll bestätigen und mache mir deswegen keinen Kopf mehr. Bei mir war es genauso wie bei Sabrina. Es ist wie es ist und das ist gut so.
L.G. Marlene
Re: Der Psychologe sagt ....
Verfasst: Do 2. Jan 2014, 21:24
von Aschenputtel
Wie sähe das denn aus, wenn der sich hinstellt und erzählt: "Ich habe keinen blassen Schimmer, warum das so ist. Ist halt so.". So ein Psychologe, der möchte ja auch gerne die Welt erklären können. Ich kann das sehr gut verstehen. Ich habe selber einen akademischen Background und möchte auch immer alles erklären können. Es hat mir lange zu schaffen gemacht, dass ich keine Erklärung für mein Transgender-Sein finden konnte. Oft habe ich mir gewünscht, dass es irgendwie eine klare Ursache gibt: Eltern, Erziehung, Kindheitserlebnisse, Genetik oder so. Egal was. Inzwischen bin ich überzeugt, dass es heute noch keinen belastbaren Erklärungsansatz dafür gibt. Ich bin Transgender. Ist halt so.
Viele Grüße und seid lieb zu Euren Psychos
Aschenputtelchen
PS: Lieblose Mutter und distanzierter Vater trifft es bei mir auch nicht. Das überrascht euch sicher nicht

Re: Der Psychologe sagt ....
Verfasst: Fr 21. Feb 2014, 07:49
von Frida
Hallo Jaana,
auch ich habe in der letzten Zeit immer wieder darüber nachgedacht einen Psychologen aufzusuchen,
weil die letzten Wochen und Monate für mich gefühlsmäßig eine Achterbahnfahrt war.
Das Weibliche in mir drängt sich zunehmend in den Vordergrund und will gelebt werden.
Es sind berauschend schöne Gefühle, wie endlich angekommen zu sein, aber da ist auch noch Unsicherheit
und Zweifel, wenn der Kopf dann dagegen hält.
Der Gang zum Psychologen ist bestimmt sinnvoll und richtig, wenn der Leidensdruck zu hoch ist und
man das Gefühl hat, Hilfe zu brauchen oder wenn man ein Gutachten benötigt.
Da meine Frau mir zur Seite steht, sie sich sehr bemüht zu verstehen und mich auch so annimmt, wie ich bin,
habe ich zur Zeit nicht das Bedürfnis einen Psychologen aufzusuchen. Das ist mir eine große Hilfe.
Ich bin aber doch grundsätzlich offen für den professionellen Rat und die Hilfe eines Psychologen.
Ich habe auch schon durchaus gute Erfahrungen gemacht.
Liebe Grüße, Dita
Re: Der Psychologe sagt ....
Verfasst: Fr 21. Feb 2014, 20:04
von nicole.f
Hallo!
Also meine Erfahrung zu meinem Psychologen ist, dass er mir persönlich eigentlich bisher nicht sonderlich hat helfen können. Das lag schlicht daran, dass ich keine psychischen Probleme "damit" habe - ich bin stabil, nicht depressiv etc. Klar sind da alleweil Ängste, gerade was die Zukunft betrifft, Reaktion der Anderen etc. Doch dabei kann er mir auch nicht helfen.
Etwas enttäuscht war ich anfangs, weil er schlicht keinerlei kritische Fragen zu meiner Selbsteinschätzung gestellt hat. Ich habe ihn mit Dutzenden Seiten Text (von mir) zugeworfen, hat mir zugehört wie ich erklärte was dort stand und meinte dann bereits am Ende der zweiten Sitzung, dass ja dann alles klar sei und er mich gerne auf meinem weiteren Weg begleiten würde, sähe aber keinen akuten (Be-)Handlungsbedarf. Na prima... da hatte ich von den Gesprächen in der Selbsthilfegruppe mehr mitgenommen, vor allem weil unsere Gruppenleiterin ab und zu gerne auch mal intensiv nachbort und fragt. Das half mir viel mehr als der Psychologe.
Ich werde jetzt noch ein oder zwei mal dort hingehen und dann wird er mir die Diagnose F64.0G bestätigen, was es dann ersteinmal für uns beide war. Der Mann ist im Übrigen Professor für klinische Psychologie und einer von sage und schreibe zwei Psycho* Doktoren im Umkreis, die Erfahrung mit Transsexualität haben - ich denke also schon, dass zumindest seine Diagnose etwas wert ist. Aber hilfreich war er *mir* eben nicht, höchstens indem mir seine Diagnose jetzt ein paar Türen öffnen wird. Und ich werde ihn dann sicherlich als einen der Gutachter für die VÄ/PÄ vorschlagen.
In diesem Sinne an Dita: Ja, ein Psychologe kann Dir sicherlich helfen, aber auch erst dann, wenn Du ein konkretes Problem oder konkretes Ziel hast. Bei unserer Selbstfindung und diesen Auf und Ab vermutlich eher nicht.
Mit meinem Prof. ging es auch dann deutlich besser voran, nachdem ich ihm ganz klar gesagt habe, was ich meine was los sei und was ich wollte. Klare Ansage. Dann kamen auch auf einmal von ihm klarere Aussagen. Vielleicht bin ich da auch noch zu sehr Mann - geradlinig und zielstrebig

Andererseits habe ich auch gerade von meiner (privaten) KK erfahren, dass ich einen Psychologen selbst zahlen muss, einen Psychiater allerdings nicht!? Was ein Käse, aber nuja, so steht's in meinem Vertrag. Daher bin ich auch ganz froh, wenn das eher weniger als mehr Sitzungen werden.
Liebe Grüße
nicole