Hallo, hier ist Jutta!
Verfasst: Mi 11. Dez 2013, 16:37
Hallo,
ich möchte mich vorstellen und etwas über mich erzählen.
Ich in jetzt über 50 Jahre alt. Viele Jahre dachte ich, so etwas wie mich gibt es sonst nicht. Ich bin pubertierend aufgewachsen ohne jegliche Kenntnis von Sexualität, sexueller Orientierung, ohne Aufklärung und natürlich auch ohne weitere Kenntnisse über homosexuelle Orientierung.
Ich dachte, Homosexuelle (zum Beispiel) gäbe es vielleicht ein paar in irgendwelchen Großstädten. Und so etwas wie mich, ich sagte es schon, gäbe es wohl gar nicht noch mal. Ich trug nämlich heimlich Frauenkleidung und stand trotzdem nur auf Mädchen - unerklärlich und widerspruchsvoll war das damals in den 60er / 70er Jahren für mich!
Zum Crossdresser bin ich in meiner frühen Pubertät geworden. Als ich Sexualität und das andere Geschlecht entdeckte, begab ich mich auf Entdeckungsreise auch durch die Kleiderschränke. Offenbar auch intensiv zu den Sachen meiner Mutter und meiner älteren Schwester. Das fand ich sehr spannend und hier hatte ich meine ersten erinnerbaren sexuellen Erlebnisse.
Nun sehe ich ganz passabel aus und mein Erfolg bei den Mädchen lies mich mit 17 / 18 Jahren diese geheime Leidenschaft nicht ganz vergessen, sie aber doch sehr in den Hintergrund treten lassen. Ganz normal, weiß ich heute.
Viele Jahre später. Ich war längst verheiratet und hatte zwei Kinder. Ja, Crosssdressing habe ich nie vergessen aber einfach nicht mehr ausgeübt. Hätte ich gerne, ich wusste immer, dass ich es mag und dass es auch als erotischer Katalysator schön wäre, meiner Frau davon zu erzählen. Aber ich dachte ja immer, ich wäre so ziemlich der einzige mit diesem Dreh. Mit Dragqueens etc., wie sie dann und wann in der Öffentlichkeit breitgetreten wurden, konnte ich gar nichts anfangen.
Dann passierte etwas, das Thema wurde plötzlich zugänglich, lag unübersehbar wieder auf dem Tisch: im Jahr 2000 (glaube ich) hatte ich einen Internetzugang. Zwei Dinge änderten sich dadurch: Ich hatte Zugang zu Damenkleidung und konnte diese ruckzuck online bestellen (Ich bin nie auf den Gedanken gekommen, dies mit einem Katalog zu tun, das wären zu viele Schritte gewesen) und, noch viel wichtiger, ich entdeckte, dass es eine große Zahl von Männern gab, die in verschiedenen Ausformungen Damenkleidung trugen und es genossen, sich als Frau zu präsentieren.
Whoow! Ich war überrascht. Ich hatte mich 30 Jahre mit meiner Neigung für ziemlich einzigartig gehalten. Jetzt lernte ich, dass auch andere gerne Frauensachen trugen und sich als Frau zurechtmachten. Und dass die meisten, das war die Superüberraschung, normal heterosexuell waren wie ich. Und dass viele der femininen alter egos gar nicht schmuddelig oder übersexualisiert sind, sondern recht normal und eher unauffällig orientiert - wie bei mir.
So ein scheiß, denke ich heute, das Internet hätte es früher geben sollen. Heute beneide ich Jüngere sehr, die erkennen können, dass man nicht allein ist und damit gut leben kann - und vielleicht auch seiner Partnerin davon frühzeitig erzählt - was ich nie gemacht habe und auch nicht tun werde.
Ich denke, das reicht für den Anfang.
Schöne Grüße an alle
Jutta Usedom
***
ich möchte mich vorstellen und etwas über mich erzählen.
Ich in jetzt über 50 Jahre alt. Viele Jahre dachte ich, so etwas wie mich gibt es sonst nicht. Ich bin pubertierend aufgewachsen ohne jegliche Kenntnis von Sexualität, sexueller Orientierung, ohne Aufklärung und natürlich auch ohne weitere Kenntnisse über homosexuelle Orientierung.
Ich dachte, Homosexuelle (zum Beispiel) gäbe es vielleicht ein paar in irgendwelchen Großstädten. Und so etwas wie mich, ich sagte es schon, gäbe es wohl gar nicht noch mal. Ich trug nämlich heimlich Frauenkleidung und stand trotzdem nur auf Mädchen - unerklärlich und widerspruchsvoll war das damals in den 60er / 70er Jahren für mich!
Zum Crossdresser bin ich in meiner frühen Pubertät geworden. Als ich Sexualität und das andere Geschlecht entdeckte, begab ich mich auf Entdeckungsreise auch durch die Kleiderschränke. Offenbar auch intensiv zu den Sachen meiner Mutter und meiner älteren Schwester. Das fand ich sehr spannend und hier hatte ich meine ersten erinnerbaren sexuellen Erlebnisse.
Nun sehe ich ganz passabel aus und mein Erfolg bei den Mädchen lies mich mit 17 / 18 Jahren diese geheime Leidenschaft nicht ganz vergessen, sie aber doch sehr in den Hintergrund treten lassen. Ganz normal, weiß ich heute.
Viele Jahre später. Ich war längst verheiratet und hatte zwei Kinder. Ja, Crosssdressing habe ich nie vergessen aber einfach nicht mehr ausgeübt. Hätte ich gerne, ich wusste immer, dass ich es mag und dass es auch als erotischer Katalysator schön wäre, meiner Frau davon zu erzählen. Aber ich dachte ja immer, ich wäre so ziemlich der einzige mit diesem Dreh. Mit Dragqueens etc., wie sie dann und wann in der Öffentlichkeit breitgetreten wurden, konnte ich gar nichts anfangen.
Dann passierte etwas, das Thema wurde plötzlich zugänglich, lag unübersehbar wieder auf dem Tisch: im Jahr 2000 (glaube ich) hatte ich einen Internetzugang. Zwei Dinge änderten sich dadurch: Ich hatte Zugang zu Damenkleidung und konnte diese ruckzuck online bestellen (Ich bin nie auf den Gedanken gekommen, dies mit einem Katalog zu tun, das wären zu viele Schritte gewesen) und, noch viel wichtiger, ich entdeckte, dass es eine große Zahl von Männern gab, die in verschiedenen Ausformungen Damenkleidung trugen und es genossen, sich als Frau zu präsentieren.
Whoow! Ich war überrascht. Ich hatte mich 30 Jahre mit meiner Neigung für ziemlich einzigartig gehalten. Jetzt lernte ich, dass auch andere gerne Frauensachen trugen und sich als Frau zurechtmachten. Und dass die meisten, das war die Superüberraschung, normal heterosexuell waren wie ich. Und dass viele der femininen alter egos gar nicht schmuddelig oder übersexualisiert sind, sondern recht normal und eher unauffällig orientiert - wie bei mir.
So ein scheiß, denke ich heute, das Internet hätte es früher geben sollen. Heute beneide ich Jüngere sehr, die erkennen können, dass man nicht allein ist und damit gut leben kann - und vielleicht auch seiner Partnerin davon frühzeitig erzählt - was ich nie gemacht habe und auch nicht tun werde.
Ich denke, das reicht für den Anfang.
Schöne Grüße an alle
Jutta Usedom
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