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Re: 80% aller "Transgender" hatten Selbstmordversuche
Verfasst: Do 5. Dez 2013, 16:55
von Lina
Deine Überschrift stimmt nicht mit dem Inhalt oder den Tatsachen überein. Nach der Studie, von der im verlinkten Artikel berichtet wird, haben 80% Selbstmordgedanken gehabt aber nicht 80%, Selbstmordversuche.
Ohne den einzelnen Selbstmordversuch - oder jegliche andere Selbstschädigung - weniger ernst zu bewerten, finde ich übrigens, dass 164 Befragte keine wirklich gute Grundlage für eine Statistik bilden.
Re: 80% aller "Transgender" hatten Selbstmordversuche
Verfasst: Do 5. Dez 2013, 17:09
von Anne-Mette
Moin,
Mir geht die ganze Heuchelei und der Scheinoptimismus auch übelst auf den Keks, aber alle lügen sich ihr kaputtes
Sozialleben und ihre Perspektivlosigkeit in einer Welt der vorurteilsgespeisten FulltimesexistInnen zurecht als wäre
das richtig oder notwendig.
Steige mal auf einen Tisch oder einen Stuhl und betrachte das mal aus einer anderen Perspektive; vielleicht kann man das auch anders sehen.
vorurteilsgespeisten FulltimesexistInnen
Auf so ein Wort muss man erst mal kommen
Wenn man anderen Menschen (der Gesellschaft?) mit so viel Abneigung begegnet, was soll dabei herauskommen?
Gruß
Anne-Mette
Re: 80% aller "Transgender" hatten Selbstmordversuche
Verfasst: Do 5. Dez 2013, 17:23
von ab08
Genau, Lina, hier sollten wir sorgfältig sein.
Das Selbstmordrisiko ist genauso, wie das Risiko getötet zu werden, in dem Bereich sehr hoch und sicher höher als in der 'sogenannten' normalen Gesellschaft.
Aber es ist wirklich nicht zwangsläufig: In der Jugend und später sprach ich in der Erregung auch zweimal von dieser Möglichkeit.
Konkrete Pläne machte ich allerdings nie.
Später lag mir das wirklich fern:
Schwierigkeiten stärkten mich eher, denn nicht ich bin das Problem, sondern die Engstirnigkeit in der Gesellschaft.
Den Gefallen, mich klammheimlich zu verabschieden, empfand ich und empfinde ich heute noch, als Drücken vor der Verantwortung.
Eine wichtige Anmerkung, da ich hier mal einen sehr positiven Aspekt zur Sprache bringen will:
- Seit 2008 lebe ich im korrekten Geschlecht. -Längst nahm ich auch die Tätigkeiten, die aufgrund des CO kurzzeitig ruhten, wieder auf.
Neues kam hinzu. - So hab ich heute mehr Arbeit und Verantwortung als früher. - Aufgrund der Situation konnte und kann ich nicht unerkannt (stealth) leben.
Normalerweise wissen die Menschen oder erkennen schnell, dass ich TS bin. - Was mir auffällt, dass es nun Situationen gibt, wo TS die tägliche Arbeit
erleichtert.
Sicher ist es insgesamt oft nicht leicht (Aber wessen Leben verläuft wirklich problemlos...?), trotzdem bin ich zufrieden und manchmal sogar froh darüber, dass ich TS/IS bin.
Liebe Grüße
ab
P.S. Liebe ZaraPaz, zumindest bei mir passt der Begriff "Scheinoptimismus" überhaupt nicht, denn es gibt objektive Kriterien z.B. die Gehaltsabrechnung seit der letzten Beförderung...
Re: 80% aller "Transgender" hatten Selbstmordversuche
Verfasst: Sa 7. Dez 2013, 14:10
von Caira
Na, dann gehöre ich wohl zu den 80% ...
Re: 80% aller "Transgender" hatten Selbstmordversuche
Verfasst: Sa 7. Dez 2013, 20:29
von Saskia.shewulf
Hi
Na so ganz unwarscheinlich ist die Annahme wohl nicht von Zara !
Saskia
Re: 80% aller "Transgender" hatten Selbstmordversuche
Verfasst: Sa 7. Dez 2013, 20:47
von Pauline
Nika hat geschrieben:Na, dann gehöre ich wohl zu den 80% ...
Hallo Nika,
mach kein'Scheiß! Du machst mir Angst.
There is always an option!
LG Pauline

Re: 80% aller "Transgender" hatten Selbstmordversuche
Verfasst: Sa 7. Dez 2013, 20:57
von Anne-Mette
Guten Abend,
und was soll uns das sagen?
Das ist wieder so ein Thema, über das man nicht mit zwei oder drei hingehauenden Sätzen und allgemeinem Groll gegen die böse Gesellschaft diskutieren kann.
Zuerst sollte man einmal festlegen, was genau das Thema ist: Selbsttötungsgedanken oder Selbsttötungsversuche/konkrete Absichten.
Wenn wir darüber diskutieren, dann beschaffe ich gern Material. Ich kann aber schon jetzt sagen, dass "Selbsttötungsgedanken" bei sehr vielen Menschen schon einmal vorgekommen sind, ganz egal, ob trans, inter, was-auch-immer.
Dazu gibt es auch deutsche Untersuchungen und Zahlen.
Dann müsste man sich das Thema unter dem Aspekt "Trans*" besehen - und dabei darauf achten, ob "Transphobie(?)" der Auslöser war, oder ob nicht auch andere Gründe Auslöser gewesen sein könnten.
Die "Schuld" der Gesellschaft wäre besonders zu untersuchen.
So ein ernstes Thema sollte man nicht mit ein paar Schlagworten abtun.
Gruß
Anne-Mette
Re: 80% aller "Transgender" hatten Selbstmordversuche
Verfasst: Sa 7. Dez 2013, 20:59
von Anne-Mette
Moin,
mach kein'Scheiß! Du machst mir Angst.
Das Thema ist "
hatten" - so habe ich es verstanden. Ich hoffe, Nika ist auf einem guten Weg und hat vorn der Vergangenheit gesprochen!
Gruß
Anne-Mette
Besser als Zahlen
Verfasst: Sa 7. Dez 2013, 23:00
von Inga
Hallo, miteinander,
bei dem Thema geht es mir weniger um die Zahlen möglicher Statistik.
Vielmehr berühren mich noch heute die Worte einer Teilnehmenden bei einem Treffen vor Monaten. Ja, sie habe in ihrer jahrzehntelangen Einsamkeit, Unverständis der Nächsten und der totalen Selbstzweifel ziemlich konkrete Selbstmordgedanken gehabt, aus dem Leben zu scheiden. Und ein Forum wie dieses, Begrüßt werden, Willkommen geheißen, der Austausch, die Beiträge, die Akzeptanz, der Kontakt, der mit einigen entstand, die Gruppe, die gelegentlich besucht wurde, zu erleben dass sie nicht allein war mit dem "Anderssein" haben sie davon weg gebracht. Kein Thema mehr. Das Leben hat wieder Farbe gewonnen und geht weiter.
Lasst uns nicht durch Zahlen und Statistiken vereinnahmt sein. Es sind manchmal wohl eher die anderen Dinge hier, die manchen weiter helfen, wieder etwas Freude am Leben zu gewinnen. Lasst uns hier im Forum dazu beitragen.
Liebe Grüße
Inga
Re: 80% aller "Transgender" hatten Selbstmordversuche
Verfasst: Sa 7. Dez 2013, 23:30
von Saskia.shewulf
Hallo Inga
dem bleibt nichts hinzuzufügen.Finde ich total klasse sich da mal drauf zurückzubesinnen!
Lg Saskia

Re: 80% aller "Transgender" hatten Selbstmordversuche
Verfasst: Sa 7. Dez 2013, 23:54
von ExuserIn-2022-05-28
Ich kenne einige positive und auch negative Statistiken in dem Bereich über alle möglichen themen. Schaut man genauer hin haben z.b. 60 TS auf einen Fragebogen geantwortet. Das ist nich representativ und je nach Aufbau der Frage. kann ich das Ergebnis auch gut steuern. Ich brauche z.N die Fragen nur so zu stellen, dass alle positiven Erfahrungen nicht auftauchen. so werden dann die ganzen TS mit überwiegend positiver Erfahrung gar nicht erst antworten.
Ich halte 80% für Deutschland jedenfalls deutlich zu hoch. in unserer SHG dürfte er nach den Erzãhlungen her geschätzt bei 5% liegen.
LG Chrissie.
PS Im übrigen dürfte nicht TS der Auslöser für Suizid Gedanken sein sondern Depressionen. Diese können natürlich ihre Ursache im TS Umfeld haben, können aber auch reininterpretiert sein. Wenn ich meinen Job verliere kann es daran liegen, dass mein Boss nicht damit klar kommt. Muss es aber nicht! Es kann auch daran liegen, dass ich eh gekündigt worden wäre, weil die Firma Stellen abbauen muss, oder meine Arbeitskraft nachgelassen hat oder oder, viele TS neigen dazu alles auf ihr TS zu schieben, weil sie noch nicht wirklich angekommen sind. Soll heissen, sie halten sich selbst immer nich für anders- oder gar abartig statt sich als das zu akzeptieren, was sie sind: Menschen mit einem körperlichen Handikap wie es viele gibt wie z.B extrem kleine oder grosse Menschen,Contergangeschädigte, extrem Dicke, Querschnittsgelähmte und....
Also traut nicht Statistiken, die Ihr nicht selbst gefälscht habt und vor allem: Das Leben ist bunt und nicht schwarz. Sucht die positiven Seiten und nicht nur die Negativen.
Ich habe in der ganzen Zeit, die ich draussen enfemme unterwegs bin zwar viele interessierte Blicke oder auch Fragen. bekommen, aber keine Ablehnung. mein Geheimniss: Ich akzeptiere mich und akzeptiere auch Fragen oder gar Ängste meiner Mitmenschen und begegne ihnen mit Offenheit und erkläre auch gern die Zusammenhänge und zeige, dass ich zu mir stehe.
Ich habe schon einige Ts in der Öffentlichkeit gesehen, die nur deshalb auffielen, weil sie sich ständig gehetzt umsahen nach dem Motto " Da hat mich bestimmt einer erkannt, der schaut so komisch". Sonst wären sie gar nicht aufgefallen. Das da jemand blöd geschaut hat kann auch ganz andere Gründe gehabt haben. Z.B eine Person in der unmittelbaren Umgebung oder einfach nur die Grösse. Er hat dann vielleicht eine zwei Meter grosse Frau in der TS gesehen und das ist nun mal eher ungewöhnlich.
LG Chrissie
Re: 80% aller "Transgender" hatten Selbstmordversuche
Verfasst: So 8. Dez 2013, 00:53
von Ulrike-Marisa
Moin,
... da gehöre ich auch dazu. In meinem mittlerweile recht langem und ereignisreichem Leben haben derartige Gedanken schon mal eine intensive Rolle gespielt. Das war vor langer Zeit und heute kann ich besser damit umgehen, dass nicht alles im Leben so ist, wie ich es gerne hätte. Der Kompromiss ist das Gebot der Stunde und die Fähigkeit, mit kleinen Dingen im Leben glücklich zu sein, bzw. sich über kleine Dinge freuen zu können. Ich lieb mein Leben, so wie es jetzt ist und möchte es nicht missen auch mit all dem Schwierigkeiten und Problemen, die ich mit meinen Wünschen und Gefühlen habe. es gibt immer ein weiter...
LG, Ulrike-marisa

Re: 80% aller "Transgender" hatten Selbstmordversuche
Verfasst: So 8. Dez 2013, 18:07
von Caira
Na, gut - dann erzähle ich gern mal aus dem Nähkästchen ...
Meine Gedanken sind nach wie vor vorhanden und stehen jederzeit als Option, die ich mir "offen" halten möchte. Es klingt doof, aber so ist es erträglicher, wenn man weiß, dass man das nicht tun muss, sondern jederzeit gehen kann. Ich weiß auch relativ genau, dass viele mit ähnlichen Gedanken nicht erst genommen werden und sich nicht selten aus den Gruppen zurückziehen, weil sie als störend empfunden werden - es gibt schlichtweg kein Auffangbecken. Selbst in Internetforen zum Thema Suizid habe ich irgendwann das Handtuch geworfen, als es hieß, dass es keinen Zweck hat ... die Hilfe, die allgemeinhin angeboten wird, ist großteils einfach nutzlos!
Wie kommt man nun überhaupt zu den Gedanken? Das ist unterschiedlich. Bei mir ist es weniger die Akzeptanz durch die Gesellschaft oder die soziale Rolle. Das funktioniert überraschend gut - aber zwischen Passing und einer gewissen femininen Attraktivität liegen Welten. Ich als Frau möchte mich auch geborgen in meinem Körper fühlen und nicht stets und ständig das Gefühl bei XY Gast zu sein. Das daran in meinem Alter auch die Hormone leider nichts ändern, habe ich mit jedem neuen Monat gemerkt und zunehmend Frustration entwickelt. Derzeit ist es so, dass ich morgens aufstehe, mich im Spiegel sehe und der Tag schon gelaufen ist - Tag für Tag, ohne Ausnahme.
Ich bin damals euphorisch in die Transition mit dem Traum im Kopf, man "wird nun Frau" ... nix konkretes, einfach halt Frau. Die Hormone machen das - die "weiblichen" Hormone. Die Erkenntnis heute nach etwas mehr als 10 Monaten ist die, dass es nicht so ist. Es mag einige geben, die gut drauf ansprechen und wo das tatsächlich so verläuft - die kennt man, das hat man sich vorher angesehen im Internet - man selbst gehört aber nicht dazu und damit steht die Aufgabe im Raum sich doch irgendwie als "männliches Wesen" zu akzeptieren. Das wollte man ja eigentlich nun gar nicht, ist zu den Ärzten usw., macht die Hormontherapie - nur um dann nach 1 Jahr festzustellen, dass "man zu alt für diese Scheiße ist" und da ja so gar nix richtig passiert.
Naja ... und da wägt man zwangsläufig ab, ob das Leben lebenswert ist oder nicht. So bleiben mir schlichtweg viele Dinge als Frau verwehrt, die ich nicht leben und erfahren darf - wieder mal. Und sein es nur so banale Dinge wie das Freibad, dass ich lebenslang nicht mehr betreten werde, weil ich mir das so nicht antue. Oder eine Vielzahl von Klamotten, die man besser nicht kauft, weil man nicht feminin genug wirkt und dann doch widerwillig ins gehasste Androgyne geht. Für mich steht immer die Frage im Raum wie lange man das leben kann, ohne irgendwann wieder an den Punkt zu kommen, wo es einen auffrisst - wie damals die Probleme vor der "Transition" ...
Re: 80% aller "Transgender" hatten Selbstmordversuche
Verfasst: So 8. Dez 2013, 18:27
von Anne-Mette
Moin,
Und sein es nur so banale Dinge wie das Freibad, dass ich lebenslang nicht mehr betreten werde, weil ich mir das so nicht antue. Oder eine Vielzahl von Klamotten, die man besser nicht kauft, weil man nicht feminin genug wirkt und dann doch widerwillig ins gehasste Androgyne geht.
Es ist natürlich eine Frage der Einstellung - und man muss sich selbst mitnehmen bei den Veränderungen.
Ein "Wunschbaukasten" ist es nicht; und manche können eben nicht zu Pamela Anderson werden
Übrigens müssen auch "Bio-Frauen" mit dem leben, was ihnen gegeben ist.
Vielleicht würde es helfen, wenn man akzeptiert, dass es keine Zweigeschlechtlichkeit gibt.
Gruß
Anne-Mette
Re: 80% aller "Transgender" hatten Selbstmordversuche
Verfasst: So 8. Dez 2013, 18:33
von ReaGirl
@Mona:
Nunja jeder muß selbst sich darüber im Klaren sein was er tut und dritte sollten nicht darüber urteilen. Solange man niemand dritten in die Sachen mitreinzieht wie diese Idiotenselbstmordgeisterfahrer ist es eine persönliche Entscheidung. Manche bringen dann gerne den Einwand man sollte doch an seine Familie denken...Hier kommt es immer auf das "Familie" an. Die Eltern, Brüder und Schwestern? Von denen distanziert man sich ja schon teilweise bei der Transition.. oder der selbstaufgebauten, wo man es dann doch lassen sollte, im Sinne das es Leute gibt die einen WIRKLICH brauchen.