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Schweden: Regenbogen„Altersheim

Verfasst: Mo 25. Nov 2013, 09:28
von Anne-Mette
Moin

SPON und andere Magazine berichten für ein "Alten-Heim" in Schweden, das sich an Trans*-Menschen und Homosexuelle wendet,
die auch in diesem Land, das für viele "Hort der Freiheit" ist, diskriminiert und ausgegrenzt wurden.

http://www.spiegel.de/panorama/gesellsc ... 35257.html

Es ist natürlich die Frage, wie "homo-, bi- und transsexuelle" dann im täglichen (Alters)Leben zusammenpassen; da diese Gruppen untereinander durchaus unterschiedliche Interessenlagen haben.
Weiterhin gibt mir zu denken: wie lange bin ich eigentlich "transsexuell" ? Wenn ich da angekommen bin, wo ich hin will, also wenn ich für mich das Gefühl habe: "ich bin ganz Frau/Mann" - da bin ich doch dann nicht (mehr) transsexuell, oder?

Gruß
Anne-Mette

Re: Schweden: Regenbogen„Altersheim

Verfasst: Mo 25. Nov 2013, 17:48
von Marielle
Hallo, Guten Tag zusammen,

das Thema finde ich interessant. Nicht das ich mir akut Gedanken darum mache, dass hat noch ein bischen Zeit. In dem verlinkten Artikel werden aber einige Aspekte angesprochen, die ich auch für zumindest so wichtig halte, dass man irgendwann mal anfangen sollte darüber nachzudenken.

Nach allem, was man aus Seniorenwohnanlagen, -heimen oder Pflegeheimen hört, wäre man dort bestimmt nicht all zu gut auf "spezielle" Wünsche von Trans-Personen vorbereitet oder würde dadurch vielleicht sogar "Störungen" im rationellen Tagesgeschäft befürchten. Das manche "Heimleitung" lieber keine Trans-Menschen unter ihren Bewohnern hätte, ist zwar eine Behauptung von mir, kann ich mir aber doch als ganz reales Problem vorstellen.

Letztlich macht es, spätestens wenn es um Altenpflege geht, vielleicht auch nicht wirklich einen Unterschied, in welchem "Stadium" man sich selbst sieht. Einem Pfleger, der quasi im Akkord steht, wird es vermutlich egal sein, ob es um's Sortieren von Hormontabletten geht oder ob eine/r von "den Alten" allmorgentlich "Theater macht", weil die vorgesehenen Ortopädielatschen nicht das sind, was er/sie gern tragen möchte.

Als Transmensch im Altenheim, auf dem Land ... man mag sich das gar nicht vorstellen ...

"Ik wüll hüüt aver mol wedder de smukken roden Pömps antrekken!"

Nix ward! Oppa Hansen trekkt nu ardich düsse feinen Birkenstocks an. Un denn wüll ik düssen Spökenkram nich mehr hörn. Rode Pömps! In ehrn Öller."
:D *


Aber ganz im Ernst: Ein kleines bischen denke ich diesen Aspekt schon mit, wenn es um "Altersvorsorge" und "Lebensplanung" geht. Ich wohne seeeehr ländlich und es ist sowieso absehbar, dass wir (ich und meine Beste) das jetzige Pensum für Unterhalt und Pflege von Haus und Hof irgendwann im höheren Alter nicht mehr allein werden bewerkstelligen können. Irgendeinen Plan brauchen wir also sowieso, um nicht eines Tages alt und einsam in dieser (im Moment wünderschönen) Einöde zu sitzen. Ob dann ein Trans-Wohnprojekt, ein Trans-Seniorenheim oder schlicht eine Wohnung in der Stadt die Lösung ist, wird sich zeigen.

liebe Grüsse

Marielle



*) "Ich möchte heute aber mal wieder die schicken roten Pumps anziehen." "Gibt's nicht! Opa Hansen zieht jetzt artig diese schönen Birkenstocks an. Und dann will ich diesen Unsinn nicht mehr hören. Rote Pumps! In ihrem Alter!"