Hallo,
genau deswegen schickte ich letzten Montag meine Überlegungen als MATERIAL an die Bundestagsfraktion der Grünen
viewtopic.php?f=5&t=6832&p=75704#p75704
Diese Lösung erfordert wenig Aufwand und ist in meinen Augen recht wirkungsvoll:
Hier also nochmal:
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Intersexualität
Ich finde, die amtliche Seite sollte vom persönlichen Umgang getrennt betrachtet werden:
1. Das Verbot kosmetischer Operationen Neugeborener und einen dritten Eintrag bei Geschlecht, wie auch immer er bezeichnet wird, halte ich für erforderlich. Bei Meldebehörden, Steuerbehörden, KK usw. seh ich kein Problem, wenn in Formularen die derzeitige Einteilung ersetzt wird. Um Probleme zu vermeiden, sollten Betroffene offiziell vermerken lassen, ob sie bevorzugen, als Frau... oder Mann... angesprochen zu werden. Durch diesen Vermerk ergäben sich auch sonst, bei Grenzübertritten, Toiletten etc. keine Probleme. Betroffene sollten das Recht haben, sich Geburtsurkunde und andere Dokumente mit diesem dritten Eintrag ausstellen zu lassen. Die KK sollten bei Bedarf Vorsorgeuntersuchungen für beide Geschlechter übernehmen. Im Idealfall würde die Person bei der Anmeldung in der Arztpraxis gefragt und beim Frauenarzt mit Frau... beim Männerarzt mit Herr... aufgerufen. + Die Wahl eines geschlechtsneutralen Vornamens wäre natürlich sinnvoll...
Auch die offiziell vermerkte Anrede sollte, wenn in den Papieren 'drittes Geschlecht' steht, einfach und formlos geändert werden können. Na ja ...da es im Pass steht, wär ein neuer nötig.
Kernaussage:
IS sollten über ihre Anrede selber entscheiden und
in den Papieren sollte auf Wunsch IS stehen.
2. Im persönlichen Umgang verwende ich die Anrede, welche die Person wünscht. Natürlich im Gespräch verhaspele ich mich bisweilen.
Übrigens, ich traf schon Menschen "Dazwischen", da änderte sich der Eindruck alle halbe Stunde (F-->M-->F-->M-->F...), das macht aber doch auch nix.
Die geschlechtliche Bipolarität generell aufzugeben, halte ich organisatorisch, menschlich etc. für höchst problematisch. Die Bipolarität hat sich bewährt - Fortpflanzung, Literatur, Kultur usw...Über 98% der Menschheit werden ja einigermaßen erfasst. Mir wäre wichtig, dass Menschen, die nicht reinpassen, auch den Freiraum haben, der ihnen zusteht.
Von dirigistischen Regelungen, wie z.B. 'Abschaffung der geschlechtsbezogenen Anrede' halt ich gar nix, denn
1.ineffektiv/unwirksam und 2. erzeugt so was Trotzreaktionen und es ist hinterher meist schlimmer als vorher.
Von Sprachregelungen bzgl. 3.Geschlecht halte ich auch nix, denn "Neutrum" ist ganz übel. Auch bei Diskussionen mit Germanisten, die ich führte, kam da nichts Vernünftiges raus.
Daher bin ich für den dritten Geschlechtseintrag - aber die Betroffenen sollten die gewünschte Anrede angeben.
_________________________________________________________________________________________________
Nachtrag:
Meiner Ansicht ist der Personenkreis IS groß und, wenn überhaupt, schwer abgrenzbar.
Da ich das Gehirn / Bewußtsein nicht vom übrigen Körper trennen kann, rechne ich mich und z.B. andere TS im Grunde auch dazu.
Trotzdem bevorzuge ich für mich den Eintrag 'F' .
Die dritte Möglichkeit sollte
bei Bedarf möglich sein. Freiwilligkeit halte ich hier für sehr wichtig!!!