Die Tür...
Verfasst: Do 1. Aug 2013, 02:22
... ging mit einem lauten Knarzen auf, das durch das ganze Treppenhaus hallte. Sie verharrte plötzlich, einen Fuss schon im Treppenhaus und lauschte. Dabei blickte sie in die Dunkelheit des Treppenhauses und nahm nur die schemenhaften Umrisse des Treppengeländers wahr. Jetzt war es wieder still. Nur ab und zu hörte sie einen der Nachbarn aus den oberen Etagen husten. Ihr Blick wandertet auf den Spion der Tür ihrer Nachbarwohnung. Er war in der Dunkelheit kaum auszumachen. Sie wünschte sich, er wäre hell erleuchtet, denn dann könnte sie sehen, wenn sich jemand hinter der Tür befand. Sie stand nun schon bestimmt 2 oder 3 volle Minuten in ihrer halb geöffneten Wohungstüre und lauschte und wagte weder eine Bewegung zu machen, noch durch das Treppenhaus zu schreiten um die Haustüre zu erreichen. Was, wenn plötzlich jemand vor ihr stehen würde? Ein Nachbar, der vielleicht zu dieser späten Stunde heimkommt zum Beispiel.
Hinter sich hörte sie leise ihre Küchenuhr 2 Uhr schlagen. Es war 2 Uhr in der Nacht. Nun wusste sie, dass sie geschlagene viereinhalb Stunden damit verbracht hatte sich zu stylen. Vor 5 Stunden war sie noch ein Mann, der auf dem Sofa sass und fernsah. Eine Szene in einem Spielfilm, in dem eine transsexuelle Frau vorkam, weckt in ihr den Gedanken, heute mal wieder auszubrechen. Auszubrechen aus ihrer Rolle. Auszubrechen aus ihrem Alltag. Hinein in eine wohligere Hülle. Aber es durfte ja niemals jemand wissen. Um 21.30 Uhr war sie ins Bad gegangen und hatte sich geduscht, am ganzen Körper rasiert und dann gestylt. Versteckt in ihrem Kleiderschrank hatte sie eine grosse Auswahl an schönen Kleidern. Und jedesmal wenn sie sie hervorholte; häufig nur um sie in der Wohnung zu tragen, bedauerte sie es zutiefst, dass sie diese herlichen Kleidungstücke nie ausführen durfte, zumindest nie bei tageslicht und wo sie gesehen werden könnte.
Das Zuschlagen einer Autotür auf der Strasse riss sie aus ihren Gedanken. Der Hausschlüssel in ihrer Hand klimperte ein wenig und sie spürte, wie ihre Hände schwitzten. Wieder lauschte sie angestrengt und vollkommen regungslos nach verdächtigen Geräuschen im Haus und auf der Strasse. Würde der Türzuknaller dieses Haus betreten? Oder ein anderes? Gleichzeitig dachte sie daran, wie albern es für einen Beobachter erscheinen müsste, wenn er sie da so regungslos in ihrer halb geöffneten Wohnungstür stehen sehen würde, so lange. "Jetzt oder nie" , flüssterte sie sich im Geiste zu und endlich bewegte sie sich. Eine Schritt. Der Absatz ihrer hohne Pumps machte ein lautes Geräusch auf dem Steinboden des Treppenhauses, was sie erneut für einen Moment zum Erstarren brachte. Leise und wie in Zeitlupe schob sie den Schlüssel in das Schloss ihrer Wohnungstüre, machte eine Vierteldrehung mit dem Schlüssel während sie die Tür leise und ganz langsam schloss. Dann vollzog sie die Vierteldrehung mit dem Schlüssel erneut. Dies war die beste Methode, die Wohnungstüre wirklich geräuschlos zu schliessen. Zum Glück hat die Tür nicht geknarzt. Nun lauschte sie wieder. Diesmal, wo sie nicht mit einem Schritt wieder in ihre Wohnung verschwinden würde, weil die Türe zu war und der Schlüssel schon abgezogen, spürte sie deutlich, wie ihr Herz bis in den Hals hämmerte.
Sie trug einen knielangen dunkelbraunen weiten Rock, schwarze Strumpfhosen, eine weisse Rüschebluse und darüber einen langärmlige Strickjacke. Frieren dürfte sie eigentlich nicht heute nacht, dachte sie. Sie liess den Schlüssel in die Handtasche gleiten und bückte sich, um die Schuhe auszuziehen, denn diese würden einen ziemlichen Lärm machen, wenn sie damit durch das Treppenhaus stöckeln würde. Licht zu machen kam nicht in Frage! So machte sie vorsichtig ein paar Schritte auf die Treppenstufen zu, die Pumps in den Händen haltend. Immer wieder verharrte sie für einen Moment um zu lauschen, doch neben ihrem eigenen Pulsschlag der ihr laut in den Ohren hämmerte hörte sie nur hie und da mal leise Geräusche aus den Wohnungen. Offensichtlich waren noch einige der Nachbarn wach.
Sie stieg geräuschlos die Stufen hinab und erreichte die Haustüre. Durch die Glasscheibe der Türe wanderte ihr Blick schnell die Strasse entlang. Niemand war zu sehen. Nur ein paar Auto träumten müde unter dem schwachen Licht der Strassenlaterne. Sie öffnete die Haustüre, trat hinaus vor die Tür und bückte sich erneut um schnell und möglichst geräuschlos die Schuhe anzuziehen.
Noch ein schnelle Blick über die Schulter. "Los" flüssterte sie und stöckelte dann mit schnellen sehr lauten und kurzen Schritten die Strasse entlang. Nun war sie sie selbst. Nun war sie nicht mehr der Kerl der noch vor ein paar Stunden fernsah. Nun war es schön. Nun war es aufregend. Es war so spannend. Die Angst vor Entdeckung, die ihr zunächst noch die Kehle zuschnürrte lockerte sich sehr, nachdem sie um die ersten paar Häuserecken gebogen war. Ein Mann mit einem Hund an der Leine kam ihr entgegen. Sie sah ihn schon von weitem und wechselte vorsichtshalber schon sehr früh die Strassenseite.... "Er sieht mich, aber er erlebt nichts besonderes, so wie ich. Er sieht mich, aber es fällt ihm nichts auf, es ist normal, ich bin eine Frau. Fertig, Punkt, Aus... herrlich!", dachte sie.
Der Mann auf der anderen Strassenseite nickt kurz freundlich zu ihr herüber und sie nickt zurück...
Kennt ihr das?
LG
Julia
Hinter sich hörte sie leise ihre Küchenuhr 2 Uhr schlagen. Es war 2 Uhr in der Nacht. Nun wusste sie, dass sie geschlagene viereinhalb Stunden damit verbracht hatte sich zu stylen. Vor 5 Stunden war sie noch ein Mann, der auf dem Sofa sass und fernsah. Eine Szene in einem Spielfilm, in dem eine transsexuelle Frau vorkam, weckt in ihr den Gedanken, heute mal wieder auszubrechen. Auszubrechen aus ihrer Rolle. Auszubrechen aus ihrem Alltag. Hinein in eine wohligere Hülle. Aber es durfte ja niemals jemand wissen. Um 21.30 Uhr war sie ins Bad gegangen und hatte sich geduscht, am ganzen Körper rasiert und dann gestylt. Versteckt in ihrem Kleiderschrank hatte sie eine grosse Auswahl an schönen Kleidern. Und jedesmal wenn sie sie hervorholte; häufig nur um sie in der Wohnung zu tragen, bedauerte sie es zutiefst, dass sie diese herlichen Kleidungstücke nie ausführen durfte, zumindest nie bei tageslicht und wo sie gesehen werden könnte.
Das Zuschlagen einer Autotür auf der Strasse riss sie aus ihren Gedanken. Der Hausschlüssel in ihrer Hand klimperte ein wenig und sie spürte, wie ihre Hände schwitzten. Wieder lauschte sie angestrengt und vollkommen regungslos nach verdächtigen Geräuschen im Haus und auf der Strasse. Würde der Türzuknaller dieses Haus betreten? Oder ein anderes? Gleichzeitig dachte sie daran, wie albern es für einen Beobachter erscheinen müsste, wenn er sie da so regungslos in ihrer halb geöffneten Wohnungstür stehen sehen würde, so lange. "Jetzt oder nie" , flüssterte sie sich im Geiste zu und endlich bewegte sie sich. Eine Schritt. Der Absatz ihrer hohne Pumps machte ein lautes Geräusch auf dem Steinboden des Treppenhauses, was sie erneut für einen Moment zum Erstarren brachte. Leise und wie in Zeitlupe schob sie den Schlüssel in das Schloss ihrer Wohnungstüre, machte eine Vierteldrehung mit dem Schlüssel während sie die Tür leise und ganz langsam schloss. Dann vollzog sie die Vierteldrehung mit dem Schlüssel erneut. Dies war die beste Methode, die Wohnungstüre wirklich geräuschlos zu schliessen. Zum Glück hat die Tür nicht geknarzt. Nun lauschte sie wieder. Diesmal, wo sie nicht mit einem Schritt wieder in ihre Wohnung verschwinden würde, weil die Türe zu war und der Schlüssel schon abgezogen, spürte sie deutlich, wie ihr Herz bis in den Hals hämmerte.
Sie trug einen knielangen dunkelbraunen weiten Rock, schwarze Strumpfhosen, eine weisse Rüschebluse und darüber einen langärmlige Strickjacke. Frieren dürfte sie eigentlich nicht heute nacht, dachte sie. Sie liess den Schlüssel in die Handtasche gleiten und bückte sich, um die Schuhe auszuziehen, denn diese würden einen ziemlichen Lärm machen, wenn sie damit durch das Treppenhaus stöckeln würde. Licht zu machen kam nicht in Frage! So machte sie vorsichtig ein paar Schritte auf die Treppenstufen zu, die Pumps in den Händen haltend. Immer wieder verharrte sie für einen Moment um zu lauschen, doch neben ihrem eigenen Pulsschlag der ihr laut in den Ohren hämmerte hörte sie nur hie und da mal leise Geräusche aus den Wohnungen. Offensichtlich waren noch einige der Nachbarn wach.
Sie stieg geräuschlos die Stufen hinab und erreichte die Haustüre. Durch die Glasscheibe der Türe wanderte ihr Blick schnell die Strasse entlang. Niemand war zu sehen. Nur ein paar Auto träumten müde unter dem schwachen Licht der Strassenlaterne. Sie öffnete die Haustüre, trat hinaus vor die Tür und bückte sich erneut um schnell und möglichst geräuschlos die Schuhe anzuziehen.
Noch ein schnelle Blick über die Schulter. "Los" flüssterte sie und stöckelte dann mit schnellen sehr lauten und kurzen Schritten die Strasse entlang. Nun war sie sie selbst. Nun war sie nicht mehr der Kerl der noch vor ein paar Stunden fernsah. Nun war es schön. Nun war es aufregend. Es war so spannend. Die Angst vor Entdeckung, die ihr zunächst noch die Kehle zuschnürrte lockerte sich sehr, nachdem sie um die ersten paar Häuserecken gebogen war. Ein Mann mit einem Hund an der Leine kam ihr entgegen. Sie sah ihn schon von weitem und wechselte vorsichtshalber schon sehr früh die Strassenseite.... "Er sieht mich, aber er erlebt nichts besonderes, so wie ich. Er sieht mich, aber es fällt ihm nichts auf, es ist normal, ich bin eine Frau. Fertig, Punkt, Aus... herrlich!", dachte sie.
Der Mann auf der anderen Strassenseite nickt kurz freundlich zu ihr herüber und sie nickt zurück...
Kennt ihr das?
LG
Julia