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Re: Ablehnung & Cross Dressing Verbot
Verfasst: Mi 29. Mai 2013, 08:20
von ChristaK
Hallo Charlene.
Meine erste Frau hat es auch abgelehnt.
Meine zweite Frau hat sich scheiden lassen, als sie mich en femme gesehen hat. Sie hatte es aber schon vorher gewusst.
Meine jetzige Frau akzeptiert es von Anfang an, aber nur zu Hause und ohne Perücke und ohne hohe Schuhe. (Das verstehe ich voll und ganz: sie ist 159cm klein und ich bin 189cm lang.)
Die Akzeptanz oder Ablehnung kommt meine Meinung nach nur auf die Personen bzw. das Verhältnis zueinander an.
Leider wiegt die Ablehnung vor.
LG Christa
Re: Ablehnung & Cross Dressing Verbot
Verfasst: Mi 29. Mai 2013, 10:07
von Natascha
@ Charlene
Tja, das Problem für Euch CDs ist halt, dass Ihr ja im Alltag in aller Regel als Männer wahrgenommen werden wollt. Und da das so ist, legt die Gesellschaft da eben die klassischen diesbezüglichen Erwartungen an Euch. Ein Mann hat stark und möglichst unangreifbar zu sein. Da passt Damenunterwäsche unterm Maßanzug natürlich nicht ins Bild. Wir TS haben da einmal einen kleinen Vorteil, weil wir (sobald geoutet) diesen Zweispalt nicht so haben. Wenn mir das Höschen hinten aus der Jeans spitzt, zuckt kaum ein Mensch mehr mit der Wimper, weil er nach meinem Auftreten schon keinerlei männliche Erwartungen an mich stellt.
Auch die ablehnende Haltung Deiner Familie ist insofern irgendwo verständlich. Du hast Deine Holfe ja als "ganzer Mann" geehelicht und dass erwartet sie nun auch von Dir. Man kann's weder ihr, noch Dir ganz verdenken. Bin froh das ich diesen Zwiespalt persönlich nicht auch noch hab. Aber Kopf hoch, wenn man durchhällt und weiß wo man hin will geht Alles. Ich glaube, etwas Distanz wäre vielleicht ganz heilsam für beide Seiten, anstatt sich in dieser schwierigen Situation ständig auf der Pelle zu hocken. Das belastet nur noch zusätzlich denke ich. Ist natürlich nur meine belanglose Laienmeinung. - Ich wünsch Dir auf jeden Fall alles Gute und viel Durchhaltevermögen. *Bussi* Halt die Ohren steiff, Charlene. Es kann nur besser werden.
LG,
Tasha
Re: Ablehnung & Cross Dressing Verbot
Verfasst: Mi 29. Mai 2013, 10:12
von Saskia.shewulf
Hallo Charlene
Ja in der Tat eine miese Situation für dich.Ich hoffe dein Leidensdruck ist nicht zu groß wenn seitens deiner Famielie solche verbalen
Geschütze aufgefahren werden ist das schon krass.Bei mir ist auch nicht alles Gold was glänzt in der Ehe aber eine gewisse Akzeptanz und ein
Dialog gibt es schon was am Anfang auch nicht umbedingt der Fall war(O-Ton meiner Frau:Wenn du in Pumps oder Kleid/Rock hier aufkreutzt
bin ich weg ) nach 6 Wochen waren wir dann gemeinsam zur SHG und wenn es gut läuft nehm ich sie zum nächsten Stammtisch mit .
Ich darf auch zuhause fast alles tragen und en femme rauszugehen ermutigt sie mich sogar Manchmal.
Wäre schön wenn Du vielleicht eine ähnliche Erfahrung machen dürftest mit deiner Frau.
Allerdings ist das Thema Trennung auch immer latent vorhanden und das zehrt halt an den Nerven auf beiden Seiten,wobei ich ehrlicherweise
auch zugeben muss das ich TS bei mir nach wie vor nicht ausschliesse.
Deshalb strebe ich auch eine Therapie an und wie ich leider jetzt mit bedauern feststellen muss sind das nicht nur ein paar Wochen wartezeit
sondern ein halbes Jahr wartezeit gilt anscheinend als normal um einen passenden Platz zu ergattern.
So schön wie die Erfahrungen und das ausleben der Weiblichkeit ist es gibt auch sehr scheusliche Momente dabei ....
Ich drück Dir die Daumen das Du schnell Hilfe findest und schreib hier weiter !Das hilft nämlich auch und hat Mir zumindest sehr geholfen in den Letzten Monaten in Form von Tipps aber auch Kritik war manchmal Positiv um die Situationen zu überdenken oder aus einem anderen
Blickwinkel zu betrachten.
Ich muss allerdings sagen wir lieben uns auch immer noch und wollen eine gemeinsame Lösung die für uns passt wenn es geht....
Also ich wünsche Dir viel Glück dabei,wenn es aber gar nicht geht und dein Druck zu hoch wird dann trenn Dich denn eine gesunde Charlene die Freude am Leben hat ist wichtiger als eine qualvoll am Leben gehaltene Ehe wo beide Partner leiden !
Liebe Grüße Saskia

Re: Ablehnung & Cross Dressing Verbot
Verfasst: Mi 29. Mai 2013, 10:15
von Ulrike-Marisa
Hallo Charlene,
warum Ehefrauen das CD des Partners nicht akzeptieren hatte ich kürzlich im Forum gefragt und einige direkte Antworten erhalten. Vielleicht hast du das auch gelesen. Meine Frau war vor einem Jahr auch total geschockt nach damals 34 Jahren Partnerschaft und sie kann und möchte nicht, dass ich mich als Frau darstelle und präsentiere nicht in ihrer Gegenwart und nicht im näheren Umfeld. Da ich das Problem in die Familie getragen habe, und man Worte nicht zurücknehemen kann, muss ich mich um gangbare Lösungen kümmern. Meine Frau sagt, warum soll sie etwas tolerieren, was sie nicht verstehen kann und nicht will, was hätte sie davon, wenn ich im Haus als Frau rumlaufen täte? nichts, was sie akzeptieren und schön oder sonst wie für sich als Ehefrau erträglich finden könnte. Sie hält das ganze für Midlifecrisisgetue meinerseits (bin Jahrgang 53) und glaubt nicht an das, was ich ihr über TS und andere Fakten erzählt habe; sie will sich nicht damit beschäftigen und weiter belasten. Sie täte zwar meinen Weg begleiten und kann es verstehen, dass ich, wenn ich TS wäre, was aber erst untersucht werden müsste, als Frau leben möchte, aber nur um den Preis der Trennung/Scheidung und ihre Forderung lautet, mich zu entscheiden.
Andererseits verstehen wir uns gut im normalen Leben und es ist für mich die Frage, ob ich die Folgen des auseinanderbrechen der Familie tragen und ertragen kann und möchte, oder ob ich es schaffe, meinen bisherigen Weg der Nutzung privater Freiräume (Werkstatt, Segelboot, andere Stadt, Selbsthilfegruppe etc. ,wo ich Zeiten des Frauseins erleben kann, weiterleben kann. Das ist auch für mich geprägt von tiefer Zerrissenheit aber noch möchte ich die Familie nicht aufgeben. So nehme ich mich erst mal zurück. Was die Zukunft letztlich zeigen wird, weiss ich auch nicht, aber es ist für mich zumindest mittelfristig ein Weg, den sofortigen großen Knall zu vermeiden, den ich eigentlich auch nicht will. Das sind nur einige eigene Gedanken, vielleicht ist da auch was für dich dabei, das dir in deiner Situation weiterhelfren kann.
Liebe Grüße, Ulrike-Marisa aus dem hohen Norden
..wo der Winter derzeit Überstunden macht
Re: Ablehnung & Cross Dressing Verbot
Verfasst: Mi 29. Mai 2013, 11:58
von Inga
Hallo, Charlene,
du bist ja nicht gerade zu beneiden, um deine Situation in der Familie. Patentrezepte und Universallösungen wird es da m. E. kaum geben. Aber ich hoffe, es tut dir schon etwas gut, hier darüber zu schreiben und zu lesen.
Meine Erfahrung ist, dass es wenige Psychologen gibt, die sich mit CrossDressing überhaupt etwas auskennen. Enige Experten etwa, die Transsexuelle und Ttransgendern beraten und die ich kürzlich traf, sagten mir, sie hätten einfach wenig Wissen, warum einige Männer die Leidenschaft haben bzw. entwickeln, Frauenkleidung zu tragen, wenn sie nicht ins andere Geschlecht wecheln wollen. Darum nutze Zeit und Gelegenheiten, um mit Selbsthilfegruppen irgendwo im Lande in Kontakt zu kommen und da deine Situation und die verschiedenen Erfahrungen und Meinungen der Teilnehmenden zu erörtern. Genauo solltest du horchen, worm es deiner Frau und den Kindern evtl. noch geht. Denn wenn es nur darum geht, wie du familienverträglich deine Leidenschaft leben kannst, lässt sich schon irgendwie ein Kompromiss finden. Und sei es der von drei getrennten wochenendurlauben im Jahr, an denen du ans andere Ende der Republik fährst.
Deiner Frau, deiner Familie gegenüber solltest du dich vor überstürzten Schritten wie Trennung hüten. Gönne ihnen auch die Freiheit, sich noch mehr zu informieren und sich weiter zu entwickeln. Vielleicht hilft es deiner Frau, sich auch mal mit Biofrauen in ähnlicher Lage auszutauschen.
Schade, gerade hatten wir das Mehtagestreffen in Berlin. Das hätte dir, euch einige Anregungen gebracht. Nun muss es halt auch anders gehen.
Ich würde an deiner Stelle um eine Bedenkzeit von mehreren Wochen bitten, in denen auch für dich etwas Zeit und Gelegenheit ist, in Ruhe eine Selbsthilfegruppe zu besuchen und alles in Ruhe durchdenken zu können.
Ich drücke dir die Daumen!
Liebe Grüße
Inga
Re: Ablehnung & Cross Dressing Verbot
Verfasst: Mi 29. Mai 2013, 12:10
von Anne-Mette
Moin,
sicherlich muss auf mehreren Ebenen an dem Problem gearbeitet werden.
Da gibt es einerseits die persönliche Ebene. Hier muss jeder selbst eine Lösung finden, wobei für viele Menschen die Entwicklung eines tragfähigen Kompromisses an erster Stelle steht.
Das setzt natürlich einiges an Vorarbeit und Vorinformation voraus. Wenn man sich "outet", dann kommen etliche Fragen. Es entstehen Ängste bei Partnerinnen und Familienmitgliedern und sie wollen wissen: "wie geht es weiter? was ist mit Dir?"
Ja, wenn man das so genau wüsste - und es kommt darauf an, ob es sich "nur" um (gelegentliches) Crossdressing handelt, oder ob mehr dahintersteckt.
Für Crossdresser, denen "das Tragen der Kleidung des anderen Geschlechtes" genügt, lässt sich wohl leichter eine Lösung finden(?) - obwohl es auch Angehörige gibt, die gerade das nicht verstehen. "Du bist kein richtiger Mann (mehr)", heißt es in vielen Fällen und "ich habe einen Mann geheiratet, bin weder lesbisch noch möchte es sein oder werden. Das ist doch Spinnerei, was sollen die Nachbarn und Freunde sagen?"
Aber unmittelbar muss Crossdressing keinen Einfluss auf ein Mann-Frau-Verhältnis haben. Der Mann kann weiter der Mann bleiben, auch in sexueller Hinsicht. So müssen keine Nachteile für die Partnerin entstehen.
Anders sieht es aus, wenn es sich um eine Transidentität handelt. Immerhin werden diese Menschen ernster genommen; als "Spinnerei" wird es selten abgetan. Allerdings bringt eine spät entdeckte Transidentität große Einschnitte nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Angehörigen mit sich. Und damit entsteht die Frage, ob sie "den Weg mitgehen (können/wollen)", denn anders als bei den Crossdressern geht es nicht um eine (gelegentliche) Verwandlung, sondern um einen ganz neuen Lebensentwurf.
Bei vielen Partnerinnen mag es Ägste geben und Ratlosigkeit. Leider können viele Paare nicht gut darüber reden.
Sicherlich muss auch gesellschaftlich eine Menge passieren. Am Männer- und Frauenbild sollte so gearbeitet werden, dass es mehr - oder nur noch - ein Menschenbild ist. Dann wären viele auch offener für die Ausprägungen, denen sie mit Skepsis begegnen, weil sie diese nicht kennen.
Gruß
Anne-Mette