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FrauTV: Frauen sind anders

Verfasst: Fr 17. Mai 2013, 09:21
von Anne-Mette
Guten Morgen,

ein Beitrag der gestrigen FrauTV-Sendung beschäftigte sich mit dem Thema "Warum Frauen häufiger an Depressionen erkranken".

Dazu heißt es auch auf der Website (http://www.wdr.de/tv/frautv/sendungsbei ... hema_3.jsp):

"Frauen sind auf harmonische Beziehungen angewiesen, sie brauchen die Gewissheit, mit anderen verbunden zu sein. Doch leider gibt es im Leben von Frauen, die depressiv werden, zu wenig Menschen, die ihnen in gewünschter Weise ein Gegenüber sind, die ihnen Resonanz geben, die zuhören und antworten. Ihr eigenes Anliegen halten sie dann oft für nicht wichtig genug, sie wollen keinen Ärger machen, keinen Konflikt riskieren. Um des lieben Friedens willen bringen sie sich zum Schweigen." Das schreibt Ursula Nuber, Psychologin, in ihrem Buch: "Wer bin ich ohne Dich?"
Zum Vertiefen gibt es zwei Buchtipps:

Ursula Nuber:
"Wer bin ich ohne Dich?"
Campus Verlag 2012, ISBN: 978-3-593-39555-5
Das Buch ist kein Ratgeber. Es basiert auf internationalen Forschungsergebnissen namhafter Psychologen zum Thema "Weibliche Depression". Und das ist der Gewinn: Es räumt mit Vorurteilen auf und schaut auf die unbequemen Ursachen der weiblichen Depression. Das traditionelle Rollenbild beispielsweise. Aber das Buch will auch Mut machen. Mut für Veränderung und Mut, die eigene, weibliche Stimme zu erheben. Eindrucksvoll zu lesen.

und
Melanie Cremer:
"Frauen und Depression"
AV Akademikerverlag 2012, ISBN: 978-3-639-43565-8
Melanie Cremer führt medizinisch-biologische Ansätze als Erklärungsmodell auf sowie verschiedene psychologische Theorien. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf der Lebenssituation der Frau in unserer Gesellschaft: Es werden die Geschlechterrollen hinterfragt, die weibliche Sozialisation erörtert. Das Buch richtet sich an Sozial- und Gesundheitswissenschaftler, bietet jedoch auch Betroffenen neue Einsichten in ihr Krankheitsbild.

Ich höre euch schon fragen: "... und was willst Du uns damit sagen?" (smili)
Nein, ich will damit nicht sagen, dass ich eine Depression habe, natürlich will ich auch nicht sagen, dass ich eine "Frauen-Depression" habe (smili)
ABER
Wir stellen immer wieder fest, dass bei solchen Beiträgen die Eigenschaften, die Frauen zugeschrieben (angedichtet?) werden, eher auf mich zutreffen, während die angeblich männlichen Eigenschaften in vielen Fällen eher auf meine Frau zutreffen.
Jetzt bitte nicht den Beitrag 1:1 auf uns übertragen - der sollte nur ein Beispiel sein.

FrauTV ist eine Frauensendung. Es kann natürlich gut sein, dass es gewollt war, es so zu sehen, dass die Frauen auf der einen und die Männer auf der anderen Seite stehen. Es gibt jedoch viele andere Modelle und Lebenssituationen. In der Kürze des Beitrages war sicherlich keine Zeit, darüber zu sprechen. Die Kürze dieser Sendung ist meiner Meinung nach generell ein großes Problem.

Vielleicht werde ich mir die Bücher besorgen.

Gruß
Anne-Mette