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wie liefs auf der Arbeitsstelle?
Verfasst: Di 12. Mär 2013, 18:59
von Saskia.shewulf
Hallo zusammen
ich habe heute ein positives outing auf der Arbeitstelle hinter mir,das wollte ich euch nicht vorenthalten.
Bin seit etwa 10 Wochen etwas durch den Wind was sich auch auf die Arbeit ausgewirkt hat.Es schlichen sich Fehler ein und ich war nicht
100 Prozent da .Es liegt wohl auch an den CD/Ts aber auch an der Jahreszeit.Dann kams wie es kommen musste.
Der Vorgesetzte machte mir Vorwürfe sicherlich nicht ganz unberrechtigt aber die art und Weise wie es bei mir ankam war nicht ok.
Ausglöst durch eine
1,5 tage anhaltende Depression die hier ja einige von euch nur zu gut kennen.
Ich hab dann den Betriebsrat eingeschaltet und heute kam es zu einem Klärungsgespräch.Ich habe mich dann geoutet weil ich den zustand von
mir nicht anders erklären konnte .Das alles geschah auch auf anraten der SHG.
Das Fazit:Der Betriebsratsvorsitzende der am Gespräch teilnahm reagierte Positiv sprach mir Mut zu auf dem weiteren weg egal wie der
aussieht ebenso wie der Vorgesetzte der mir seine volle Unterstutzung zugesagt hat auch bei weiteren Öffnungen meinerseits.
Das liest sich hier locker runter aber ich hatte vor dem Gespräch ein Angst ohne ende denn ich wusste ja das es auf ein Outing rausläuft.
Mit soviel Verständnis und Unterstützung hatte ich nicht gerechnet.Absolute Vertraulichkeit ist übrigens auch gegeben es sei denn ich wünsche es anders.
Bin ich eigentlich ein wenig verrückt denn die Selbsteinsicht das ich CD/Ts bin ist gerade mal 5 Wochen her.
Es würde mich interressieren ob und wie es bei euch auf der Arbeit so gelaufen ist?
LG Saskia

Re: wie liefs auf der Arbeitsstelle?
Verfasst: Mi 13. Mär 2013, 11:53
von Ulrike-Marisa
Hallo Saskia,
bei mir ist es jetzt eine Jahr her, dass ich mich als Ulrike-Marisa fühle und sie in mein Leben gelassen habe, nachdem ich mir meine Gefühle und Neigung klargemacht und sie an mich herangelassen und akzeptiert habe. Meine Frau weiss es seitdem und nicht begeistert,(habe ich an anderer Stelle ausführlich beschrieben), meine erwachsenen Kinder halten es auch für Blödsinn mit der Bemerkung, wenn es dich glücklich macht, aber lass uns damit in Frieden. Bei der Arbeit habe ich mich mit unserer Gleichstellungsbeauftragten ausgesprochen, die auch meine Arbeitskollegin ist, mit der ich an eienr Aufgabe auch zusammenarbeite. Sie unterstützt mich voll und ganz, sagt aber selber auch, dass sie das bei ihrem eigenen Mann nicht so tolerant sehen täte. Außerdem wissen es nur zwei Kollegen unserer Abteilung. Ganz in Frauenkleidung kann ich bei uns nicht antreten; so bleibt es bei DW mit BH.; sonst halt Arbeitskleidung. Ob sich da weitere Notwendigkeiten ergeben, weiss ich derzeit noch nicht; meine längeren Haare und andere Kleinigkeiten wie Verschlüsse auf dem Rücken unter dem Hemd sind vermutlich schon aufgefallen, hat aber bisher keiner was gesagt.... Mal sehen, wir haben ein Diskriminierungsverbot wegen solcher privaten Sachen.
LG, Ulrike-Marisa

Re: wie liefs auf der Arbeitsstelle?
Verfasst: Mi 13. Mär 2013, 13:06
von Dana
Moiin Moin
Mal vorweg. Ich arbeite seit 24 Jahren am Airport in HH und bin dort als Disponentin für den Berich Gepäck oder als Fahrerin tätig. Ich bilde neue Mitarbeiter aus und habe Kontakt zu Kunden, Airlines und Flugzeugbesatzungen. Ich arbeite also nicht im dunklen Keller.
Mein Outing auf der Arbeit ist jetzt gut 2 Jahre her und seitdem arbeite ich auch en Femme.
Da wir am Airport Schutzkleidung tragen müssen, egal ob Mann oder Frau, ist es eben nur am Styling zu erkennen. Ich bin immer top frisiert, geschminkt, habe lackierte Fingernägel und trage weibliche Assesoirs. Wenn ich mal nur drinnen arbeite , dann eben auch Rock usw.
Mein Outing hatte ich gut vorbereitet. Ich habe bestimmten Kollegen, von denen ich genau wußte das sie "besonders verschwiegen" sind, erzählt wie ich in der Freizeit rumlaufe. Um deren Verschwiegenheit noch etwas zu verstärken, bat ich sie darum es "NICHT" weiterzuerzählen. Der Plan ging auf und ich wurde innerhalb kürzester Zeit vom halben Airport angesprochen und gefragt ob an den Gerüchten was dran sei. Wer Fragte bekam Antworten und ich zeigte auch Bilder von mir, um zu vermeiden, das es falsche Vorstellungen gibt.
Da mich viele der Kollegen schon 22 Jahre als Mann kannten, war es natürlich auch nicht für alle leicht damit umzugehen. Einige können es bis Heute nicht.
Alls die Geschäftsführung davon Wind bekam, wurde ich gefragt ob ich Interesse an einem Gespräch hätte, was natürlich der Fall war. In dieser Gesprächsrunde aus Chef, Personalreferentin und Mir erklärte ich dann was und warum ich das tue. Man sicherte mir unaufgefordert jegliche Hilfe und Unterstützung zu. Bisher bin ich aber auch ohne gut klargekommen.
Heute ist mein Auftreten am Airpot normal und jeder kennt mich so. Fragen zu meiner Lebensart kommen nur noch sehr selten und wenn, dann beantworte ich sie auch Heute noch gerne.
Mein Umgang mit den Kollegen ist Heute nicht anders als vorher.
Man respektiert mich so wie ich bin. Mehr kann ich nicht erwarten.
Re: wie liefs auf der Arbeitsstelle?
Verfasst: Mi 13. Mär 2013, 13:13
von Saskia.shewulf
Hallo Ulrike-Marisa
Vielen dank für deinen Tipp mit der SHG. Ohne die Tipps der und Ratschläge der ShG hätte ich mich nicht getraut.
Allerdings kommt mir es im Momment so vor als wäre ich auf den ICE gesprungen mit der geschwindigkeit in der alles abläuft zur Zeit.
LG Saskia

Re: wie liefs auf der Arbeitsstelle?
Verfasst: Mi 13. Mär 2013, 15:56
von Ulrike-Marisa
Hallo Saskia,
ein ICE ist zwar schnell, aber durch die hohe Geschwindigkeit bekommt man dann manchmal gar nicht mehr mit, was da am Fenster so an Landschaft und Einzelheiten vorbeirauscht. Manchmal muss man sich auch ganz schön festhalten, besonders, wenn er bremst. Pass auf dich auf und versuche, den Überblick zu behalten bei dem, was du vorhast und tust. Gesagte Worte kann man nicht zurücknehmen; ein altes Sprichwort; es gilt aber noch immer. Worte können Konsequenzen haben und auch schnell etwas kaputt machen; eigene Erfahrung. Vorsicht ist immer geboten, gerade, wenn es schnell geht; Arbeitssicherheit geht vor und ist immer ein Thema im Leben. Alles Gute wünsche ich dir für deinen Weg, wohin er letztlich auch gehen mag.
Herzliche Grüße aus dem hohen Norden, Ulrike-Marisa

Re: wie liefs auf der Arbeitsstelle?
Verfasst: Mi 13. Mär 2013, 19:45
von Saskia.shewulf
Hallo Ulrike-Marisa
Da hast du zweifelsfrei Recht .Und ich habe das tempo schon gedrosselt.Bisher ist ja auch alles glatt gelaufen bei den Outings
nicht nur auf der Arbeit.Irgendwann kommt dann wieder der Hammer wie immer im Leben.
In der SHG trauen die mir ja noch mehr geschwindigkeit zu aber das hab ich schon mal abgeblockt.....Vorläufig denn wenns Sinn
macht muss man sich nicht unnötig Länger quälen auf der suche nach dem weg oder?
Lg Saskia

Re: wie liefs auf der Arbeitsstelle?
Verfasst: Do 14. Mär 2013, 13:33
von Ulrike-Marisa
Hallo Saskia,
wer langsam geht, kommt auch ans Ziel und hat Zeit, die Welt mit offenen Augen zu sehen und Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln. Mir gibt das Gespräch in der SHG imm etwas, das ich mit nach Hause nehmen kann. Erfahrungen machen muss man allerdings selber und das erste mal etwas bewusst zu tun, kann schon einen mächtigen Schub geben; trotzdem : be careful....
LG, Ulrike-Marisa

Re: wie liefs auf der Arbeitsstelle?
Verfasst: Do 14. Mär 2013, 23:43
von Saskia.shewulf
Hallo Ulrike-Marisa
Ich denke dein be Carefull ist im Moment genau die richtige einstellung für mich.
Ich bin immer noch zu impulsiv .Irgendwie hab ich ne art Torschlusspanick ich hoffe das kommt dir nicht Lächerlich vor.
Lg Saskia

Re: wie liefs auf der Arbeitsstelle?
Verfasst: Fr 15. Mär 2013, 10:59
von Ulrike-Marisa
Hallo Saskia,
das kommt mir nicht lächerlich vor; ähnliches habe ich auch letztes Jahr nach meinem Outing der Familie gegenüber erlebt: Innere Zerrissenheit über die Frage ,ob das denn recht ist, was ich will, sein will und tue meinem Umfeld gegenüber und der Drang alles auf einmal regeln zu wollen. Die Frage, was ich denn eigentlich bin bleibt weiterhin offen, da meine Frau derzeit noch nicht möchte, dass ich mich irgendwo in Behandlung begebe. Sie möchte aus Selbstschutzgründennicht, dass jemand von außerhalb davon erfährt; sie weiss nur von meiner Arbeitskollegin und dass ich als Frau außerhalb unseres Dorfes unterwegs bin. Soweit sind wir immerhin gekommen. Die Gefühlslage hat sich bei mir im Laufe der monate etwas beruhigt und kann heute die Dinge ruhiger angehen, da ich weiss, dass ich hier nichts mit Gewalt erzwingen kann. Ich nutze meine persönliche Freiräume, die natürlich bei jeder von uns anders gelagert sind. Da fällt mir ein alter Punkerspruch ein: du hast keine Chance, also nutze sie! In diesem Sinne bleib ruhig und nutze die Möglichkeiten mit Bedacht. die dir zur Verfügung stehen, wohin der Weg auch gehen mag....
LG, Ulrike-Marisa
