Arbeitsmarkt„ und Beschäftigung, Diskussion
Verfasst: Do 7. Mär 2013, 18:19
Hallo!
Ich möchte hier die Diskussion fortsetzen, die sich im Thread Amazon entwickelt hat.
Beginn der zitierten Threads:
Re: Amazon...
von Carat -» Do 7. Mär 2013, 16:38
Sabrina Verena hat geschrieben:Hallo Carat!
Habe ich Dich richtig verstanden?
Die deutschen Arbeitnehmer, die früher in Fabriken gearbeitet hatten waren schlecht oder gar nicht ausgebildet und sind deshalb heute erwerbslos oder im Billiglohnsektor tätig.
Bei allem Respekt, aber das ist ja mal wieder so ein typisches Vorurteil........
LG
Verena
Hallo Verena,
Also ich kenne niemanden der freiwillig in der PRODUKTION einer Fabrik malocht, wenn er etwas besseres machen könnte. Es ist das größte gesellschaftliche Problem unserer Zeit, daß wir für Heerscharen von schlecht ausgebildeten Arbeitnehmern einfach keine Jobs mehr in Deutschland haben. Diese Arbeitsplätze sind jetzt in China. Allein bei Foxconn arbeiten 1.000.000 Mitarbeiter an den Produktionsbändern. Die Anlernphase für diese Jobs dauert selten länger als 4 Stunden. Der Grund für die Auslagerungen ist evident: Der Deutsche kaufte nicht mehr seine im Land produzierten Erzeugnisse sondern die Eingeführten, weil sie billiger waren. Das ist der Preis der Globalisierung.
Der Strukturwandel ist nicht für den Verlust von Arbeitsplätzen verantwortlich. Das Gegenteil ist der Fall. Es wurden dadurch viele neue, allerdings höher qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen.
Wir haben aktuell zwei Lehrstellen aus dem gewerblichen Bereich im letzten Jahr nicht besetzen können weil die Bewerber einfach nicht den (geringen) Anforderungen entsprachen. Das solltest Du wohl eher den Eltern als den Managern anlasten. Die innerbetrieblichen Weiterbildungen sind im internationalen Vergleich in Deutschland auch sehr gut.
Liebe Grüße
Carat
Re: Amazon...
von Anja -» Do 7. Mär 2013, 16:40
Hm,
ich habe überlegt ob ich hierzu auch mal was Schreiben soll, nur verstehe ich die Debatte nicht wirklich.
Ich kaufe gern bei Amazon. Weil's bequem ist, der Service ist super, die Preise sind günstig. Soll ich dort jetzt nicht mehr bestellen, weil die Angestellten dort nicht gut behandelt werden? Sie haben doch die Wahl, oder werden sie gezwungen bei Amazon zu arbeiten? Ich kenne viele Leute, die 1.000 Gründe nennen können, warum es ihnen so geht wie es ihnen geht, aber es fällt kaum jemanden ein, sich an die eigene Nase zu fassen. Wenn einer von den Angestellten bei Amazon unglücklich ist, dann soll er sich was anderes suchen.
Oder einen Streik organisieren oder was weiß ich.
Nix tun, den Kopf in den Sand stecken und rumjammern machts nicht besser.
Darf ich mir denn nun auch nichts mehr liefern lassen, da die Boten alle Subunternehmer sind und pro geliefertem Paket 70 Cent bekommen?
Wenn ich jede Firma, bei der irgendwas faul ist, boykottieren würde, wäre meine Wohnung leer, ich hätte kein Auto (welches ich ja eh nicht betanken dürfte...)
Denn würde ich zwar auf dem Boden schlafen, hätte aber ein gutes Gewissen...
Fakt ist, das wir in Deutschland immer noch auf dem höchsten Niveau leben, das es auf diesem Planeten gibt, da ist, wie schon erwähnt, noch sehr viel Luft nach unten.
Und wenn jemand mit seinem Arbeitgeber nicht zufrieden ist, soll er sich doch einen anderen suchen...
Grüße
die Anja
Re: Amazon...
von Sabrina Verena -» Do 7. Mär 2013, 17:38
Carat hat geschrieben:
Sabrina Verena hat geschrieben:Hallo Carat!
Habe ich Dich richtig verstanden?
Die deutschen Arbeitnehmer, die früher in Fabriken gearbeitet hatten waren schlecht oder gar nicht ausgebildet und sind deshalb heute erwerbslos oder im Billiglohnsektor tätig.
Bei allem Respekt, aber das ist ja mal wieder so ein typisches Vorurteil........
LG
Verena
Hallo Verena,
Also ich kenne niemanden der freiwillig in der PRODUKTION einer Fabrik malocht, wenn er etwas besseres machen könnte. Es ist das größte gesellschaftliche Problem unserer Zeit, daß wir für Heerscharen von schlecht ausgebildeten Arbeitnehmern einfach keine Jobs mehr in Deutschland haben. Diese Arbeitsplätze sind jetzt in China. Allein bei Foxconn arbeiten 1.000.000 Mitarbeiter an den Produktionsbändern. Die Anlernphase für diese Jobs dauert selten länger als 4 Stunden. Der Grund für die Auslagerungen ist evident: Der Deutsche kaufte nicht mehr seine im Land produzierten Erzeugnisse sondern die Eingeführten, weil sie billiger waren. Das ist der Preis der Globalisierung.
Der Strukturwandel ist nicht für den Verlust von Arbeitsplätzen verantwortlich. Das Gegenteil ist der Fall. Es wurden dadurch viele neue, allerdings höher qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen.
Wir haben aktuell zwei Lehrstellen aus dem gewerblichen Bereich im letzten Jahr nicht besetzen können weil die Bewerber einfach nicht den (geringen) Anforderungen entsprachen. Das solltest Du wohl eher den Eltern als den Managern anlasten. Die innerbetrieblichen Weiterbildungen sind im internationalen Vergleich in Deutschland auch sehr gut.
Liebe Grüße
Carat
Hallo Carat!
Menetwegen können wir gern in einem eigenen Thread weiter diskuttieren, da diese Diskussion dann nichts mehr mit dem Ausgangsthema zu tun hat.
Zu Deiner Information, soweit noch in Deutschland produziert wird, sind dort auch Beschäftigte, die eine schlecht bezahlte Tätigkeit mangels Alternativen der Erwerbslosigkeit vorziehen.
Ob dieses Verhalten richtig ist, darüber kann man auch streiten.
Leider ist ews diesen Leuten nicht möglich zu streiken oder den Arbeitgeber zu wechseln.
LG
Verena
Re: Amazon...
von Carat -» Do 7. Mär 2013, 18:02
Hi Verena,
es ist also besser sich vom Steuerzahler aushalten zu lassen als sich seinen Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen?
Eine Frage der Ehre! Warum sollten die Leute streiken, schändet Arbeit jetzt schon in Deutschland? Hört sich etwas nach Trotzreaktion an.
Liebe Grüße
Carat
Ende der zitierten Threads
Hallo Carat meine Antwort.
Ein bedingungsloses, steuerfinanziertes Grundeinkommen und die Gewährleistung des Grundrechtes auf freie Berufs- und Arbeitaplatzwahl sind der Lohnsklaverei durchaus vorzuziehen.
Ja, sie sollen vom Steuerzahler bezahlt werden, aber nicht im Luxus leben.
Denn ein gesunder Anreiz zu arbeiten und Steuern zu zahlen muss erhalten bleiben.
LG
Verena
Ich möchte hier die Diskussion fortsetzen, die sich im Thread Amazon entwickelt hat.
Beginn der zitierten Threads:
Re: Amazon...
von Carat -» Do 7. Mär 2013, 16:38
Sabrina Verena hat geschrieben:Hallo Carat!
Habe ich Dich richtig verstanden?
Die deutschen Arbeitnehmer, die früher in Fabriken gearbeitet hatten waren schlecht oder gar nicht ausgebildet und sind deshalb heute erwerbslos oder im Billiglohnsektor tätig.
Bei allem Respekt, aber das ist ja mal wieder so ein typisches Vorurteil........
LG
Verena
Hallo Verena,
Also ich kenne niemanden der freiwillig in der PRODUKTION einer Fabrik malocht, wenn er etwas besseres machen könnte. Es ist das größte gesellschaftliche Problem unserer Zeit, daß wir für Heerscharen von schlecht ausgebildeten Arbeitnehmern einfach keine Jobs mehr in Deutschland haben. Diese Arbeitsplätze sind jetzt in China. Allein bei Foxconn arbeiten 1.000.000 Mitarbeiter an den Produktionsbändern. Die Anlernphase für diese Jobs dauert selten länger als 4 Stunden. Der Grund für die Auslagerungen ist evident: Der Deutsche kaufte nicht mehr seine im Land produzierten Erzeugnisse sondern die Eingeführten, weil sie billiger waren. Das ist der Preis der Globalisierung.
Der Strukturwandel ist nicht für den Verlust von Arbeitsplätzen verantwortlich. Das Gegenteil ist der Fall. Es wurden dadurch viele neue, allerdings höher qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen.
Wir haben aktuell zwei Lehrstellen aus dem gewerblichen Bereich im letzten Jahr nicht besetzen können weil die Bewerber einfach nicht den (geringen) Anforderungen entsprachen. Das solltest Du wohl eher den Eltern als den Managern anlasten. Die innerbetrieblichen Weiterbildungen sind im internationalen Vergleich in Deutschland auch sehr gut.
Liebe Grüße
Carat
Re: Amazon...
von Anja -» Do 7. Mär 2013, 16:40
Hm,
ich habe überlegt ob ich hierzu auch mal was Schreiben soll, nur verstehe ich die Debatte nicht wirklich.
Ich kaufe gern bei Amazon. Weil's bequem ist, der Service ist super, die Preise sind günstig. Soll ich dort jetzt nicht mehr bestellen, weil die Angestellten dort nicht gut behandelt werden? Sie haben doch die Wahl, oder werden sie gezwungen bei Amazon zu arbeiten? Ich kenne viele Leute, die 1.000 Gründe nennen können, warum es ihnen so geht wie es ihnen geht, aber es fällt kaum jemanden ein, sich an die eigene Nase zu fassen. Wenn einer von den Angestellten bei Amazon unglücklich ist, dann soll er sich was anderes suchen.
Oder einen Streik organisieren oder was weiß ich.
Nix tun, den Kopf in den Sand stecken und rumjammern machts nicht besser.
Darf ich mir denn nun auch nichts mehr liefern lassen, da die Boten alle Subunternehmer sind und pro geliefertem Paket 70 Cent bekommen?
Wenn ich jede Firma, bei der irgendwas faul ist, boykottieren würde, wäre meine Wohnung leer, ich hätte kein Auto (welches ich ja eh nicht betanken dürfte...)
Denn würde ich zwar auf dem Boden schlafen, hätte aber ein gutes Gewissen...
Fakt ist, das wir in Deutschland immer noch auf dem höchsten Niveau leben, das es auf diesem Planeten gibt, da ist, wie schon erwähnt, noch sehr viel Luft nach unten.
Und wenn jemand mit seinem Arbeitgeber nicht zufrieden ist, soll er sich doch einen anderen suchen...
Grüße
die Anja
Re: Amazon...
von Sabrina Verena -» Do 7. Mär 2013, 17:38
Carat hat geschrieben:
Sabrina Verena hat geschrieben:Hallo Carat!
Habe ich Dich richtig verstanden?
Die deutschen Arbeitnehmer, die früher in Fabriken gearbeitet hatten waren schlecht oder gar nicht ausgebildet und sind deshalb heute erwerbslos oder im Billiglohnsektor tätig.
Bei allem Respekt, aber das ist ja mal wieder so ein typisches Vorurteil........
LG
Verena
Hallo Verena,
Also ich kenne niemanden der freiwillig in der PRODUKTION einer Fabrik malocht, wenn er etwas besseres machen könnte. Es ist das größte gesellschaftliche Problem unserer Zeit, daß wir für Heerscharen von schlecht ausgebildeten Arbeitnehmern einfach keine Jobs mehr in Deutschland haben. Diese Arbeitsplätze sind jetzt in China. Allein bei Foxconn arbeiten 1.000.000 Mitarbeiter an den Produktionsbändern. Die Anlernphase für diese Jobs dauert selten länger als 4 Stunden. Der Grund für die Auslagerungen ist evident: Der Deutsche kaufte nicht mehr seine im Land produzierten Erzeugnisse sondern die Eingeführten, weil sie billiger waren. Das ist der Preis der Globalisierung.
Der Strukturwandel ist nicht für den Verlust von Arbeitsplätzen verantwortlich. Das Gegenteil ist der Fall. Es wurden dadurch viele neue, allerdings höher qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen.
Wir haben aktuell zwei Lehrstellen aus dem gewerblichen Bereich im letzten Jahr nicht besetzen können weil die Bewerber einfach nicht den (geringen) Anforderungen entsprachen. Das solltest Du wohl eher den Eltern als den Managern anlasten. Die innerbetrieblichen Weiterbildungen sind im internationalen Vergleich in Deutschland auch sehr gut.
Liebe Grüße
Carat
Hallo Carat!
Menetwegen können wir gern in einem eigenen Thread weiter diskuttieren, da diese Diskussion dann nichts mehr mit dem Ausgangsthema zu tun hat.
Zu Deiner Information, soweit noch in Deutschland produziert wird, sind dort auch Beschäftigte, die eine schlecht bezahlte Tätigkeit mangels Alternativen der Erwerbslosigkeit vorziehen.
Ob dieses Verhalten richtig ist, darüber kann man auch streiten.
Leider ist ews diesen Leuten nicht möglich zu streiken oder den Arbeitgeber zu wechseln.
LG
Verena
Re: Amazon...
von Carat -» Do 7. Mär 2013, 18:02
Hi Verena,
es ist also besser sich vom Steuerzahler aushalten zu lassen als sich seinen Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen?
Eine Frage der Ehre! Warum sollten die Leute streiken, schändet Arbeit jetzt schon in Deutschland? Hört sich etwas nach Trotzreaktion an.
Liebe Grüße
Carat
Ende der zitierten Threads
Hallo Carat meine Antwort.
Ein bedingungsloses, steuerfinanziertes Grundeinkommen und die Gewährleistung des Grundrechtes auf freie Berufs- und Arbeitaplatzwahl sind der Lohnsklaverei durchaus vorzuziehen.
Ja, sie sollen vom Steuerzahler bezahlt werden, aber nicht im Luxus leben.
Denn ein gesunder Anreiz zu arbeiten und Steuern zu zahlen muss erhalten bleiben.
LG
Verena