Wer bin ich / Was bin ich
Verfasst: Di 26. Feb 2013, 20:10
Hallo Miteinander,
nachdem ich mich vor gut einer Woche bei Euch angemeldet habe, möchte ich Euch ein wenig von mir erzählen und mich gleichzeitig mit der Bitte um Hilfe an Euch wenden.
Zu meiner Geschichte.
Mit 17 Jahren verfiel ich der Leidenschaft für Feinstrumpfhosen, die mich seid dem mehr oder weniger begleitet. Damals hatte ich noch kein Internet und dachte wirklich, ich wäre das einzige männliche Wesen, was gerne Strumpfhosen trägt. Ich hab mich für krank, unnormal, ja sogar für eine Abnormität gehalten.
Dank Internet durfte ich die Erfahrung machen, dass ich nicht der einzige auf der Welt bin, der gerne Strumpfhosen trägt. Es hat mich wahnsinnig viel Mut gekostet meiner damaligen Freundin, meiner heutigen Frau, mein Geheimnis zu beichten. Zum Glück war/ist ihre Haltung dem ganzen gegenüber eher neutral denn ablehnend.
Eigentlich könnte die Geschichte hier zu Ende sein, wenn, ja wenn da nicht noch was nach gekommen wäre.
So langsam aber schleichend hat sich das ein oder andere eingeschlichen.
Es fing damit an, dass ich mir meine Beinbehaarung zuerst gestutzt und letztendlich ganz abrasiert habe. Dann kam der Wunsch auf, dass ich Stiefel habe möchte, nicht die Dinger, die lächerlicher Weise als Herrenstiefel bezeichnet werden, sondern Stiefel, die bis zur Wade gehen und vorzugsweise über der Hose getragen werden. Meine Hosen wurden auch immer enger und enger, mittlerweile trage ich ausschließlich Röhrenjeans und fühle mich in anderen gar nicht mehr wohl. In der Übergangszeit kamen dann 3/4 (oder wie immer man die Länge zwischen Bermuda und passend nennen will) dazu, erst weite, kurz darauf auch in eng.
Im darauffolgenden Sommer mussten die Herrenshorts, denen aus der Damenabteilung weichen, also wirklich Herrenshorts verdienen die Bezeichnung nicht. Überhaupt sind mittlerweile ein ganzer Teil meiner Jeans aus der Damenabteilung, da ich nicht nur enge Hosen mag sondern auch noch auf leuchtende, kräftige Farben, wie rot, gelb und orange.
Zu den Stiefeln gesellten sich recht schnell noch das ein oder andere Paar Pumps. Immer darauf bedacht, dass sie nicht zu sehr weiblich aussehen.
Bis zu diesem Punkt hatte meine Frau keine Probleme mit meinem 'Spleen' (zumindest glaube ich das). Dann kam allerdings der Wunsch nach einem Rock auf. Hier hörte dann auch ihre Toleranz auf. Ok, wir haben uns arrangiert, ich habe meine Zeit im Rock ohne Gegenwart meiner Familie, sie hilft mir im Gegenzug beim Rockkauf und berät mich (das verstehe wer will Beratung und Kauf ja, tragen nein). Was ich nie gedacht hätte, ich fühle mich sauwohl im Rock und würde am liebsten immer und überall darin rumlaufen. Als Kompromiss zum Rocktragen duldet sie wenn ich zu Hause in Strumpfhose und Hotpant gekleidet bin. Aus Rücksicht auf meinen Sohn und meine Frau beschränkt sich diese Art der Kleidung ausschließlich auf die eigenen vier Wände.
Gut bis zu diesem Punkt kann ich noch alles ohne größere Probleme erklären und auch für mich selbst verarbeiten, ich bin halt Crossdresser. Aber seid gut 2 Jahren plagen mich sexuelle Phantasien, die mich doch ganz schön an mir selbst zweifeln lassen. Auch mein Psychotherapeut steht dem ganzen etwas ratlos gegenüber (oder er will es mich selbst rausfinden lassen).
In meinem Phantasien bin ich ausschließlich Frau, es erregt mich total, wenn ich mir vorstelle eine Frau zu sein. In einem längeren Gespräch mit meinem Psychotherapeuten kam heraus, dass mir Sex aus Sicht des Mannes noch nie wirklich Befriedigung verschafft. Seine simple Frage, ob die Möglichkeit bestehe, dass ich im falschen Körper bin hat mich dann ziemlich aus der Bahn geworfen. Ich bin seitdem innerlich ziemlich zerrissen. Immer wieder pendele ich zwischen beiden hin und her. Mal sage ich, es ist absolut ok, ein Mann zu sein, dann wieder kommt totale Unsicherheit auf. Ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr weiter, ich habe mittlerweile durch lesen hier im Forum gelernt, 'Man soll nicht immer in Schubladen denken', aber sorry das fällt manchmal echt schwer.
Ich denke nicht, dass hier jemand mitliest, der die perfekte Antwort auf mein Problem hat, ich glaube das muss ich schon alleine rausfinden, ich habe aber die Hoffnung, hier jemanden zu finden, dem es ähnlich geht oder ging wie mir. Ich glaube, alleine der Gedankenaustausch und das reden außerhalb der Familie würde mir weiterhelfen. Leider ist das Ganze ja nicht gerade eine Thema für die Kaffeepause im Büro, getreu dem Motto 'Du ich trage gerne Damenkleidung, es könnte sein, dass ich eine Frau bin, was meinst Du denn dazu'.
Auf einen regen Gedankenaustausch freuenend.
chris
nachdem ich mich vor gut einer Woche bei Euch angemeldet habe, möchte ich Euch ein wenig von mir erzählen und mich gleichzeitig mit der Bitte um Hilfe an Euch wenden.
Zu meiner Geschichte.
Mit 17 Jahren verfiel ich der Leidenschaft für Feinstrumpfhosen, die mich seid dem mehr oder weniger begleitet. Damals hatte ich noch kein Internet und dachte wirklich, ich wäre das einzige männliche Wesen, was gerne Strumpfhosen trägt. Ich hab mich für krank, unnormal, ja sogar für eine Abnormität gehalten.
Dank Internet durfte ich die Erfahrung machen, dass ich nicht der einzige auf der Welt bin, der gerne Strumpfhosen trägt. Es hat mich wahnsinnig viel Mut gekostet meiner damaligen Freundin, meiner heutigen Frau, mein Geheimnis zu beichten. Zum Glück war/ist ihre Haltung dem ganzen gegenüber eher neutral denn ablehnend.
Eigentlich könnte die Geschichte hier zu Ende sein, wenn, ja wenn da nicht noch was nach gekommen wäre.
So langsam aber schleichend hat sich das ein oder andere eingeschlichen.
Es fing damit an, dass ich mir meine Beinbehaarung zuerst gestutzt und letztendlich ganz abrasiert habe. Dann kam der Wunsch auf, dass ich Stiefel habe möchte, nicht die Dinger, die lächerlicher Weise als Herrenstiefel bezeichnet werden, sondern Stiefel, die bis zur Wade gehen und vorzugsweise über der Hose getragen werden. Meine Hosen wurden auch immer enger und enger, mittlerweile trage ich ausschließlich Röhrenjeans und fühle mich in anderen gar nicht mehr wohl. In der Übergangszeit kamen dann 3/4 (oder wie immer man die Länge zwischen Bermuda und passend nennen will) dazu, erst weite, kurz darauf auch in eng.
Im darauffolgenden Sommer mussten die Herrenshorts, denen aus der Damenabteilung weichen, also wirklich Herrenshorts verdienen die Bezeichnung nicht. Überhaupt sind mittlerweile ein ganzer Teil meiner Jeans aus der Damenabteilung, da ich nicht nur enge Hosen mag sondern auch noch auf leuchtende, kräftige Farben, wie rot, gelb und orange.
Zu den Stiefeln gesellten sich recht schnell noch das ein oder andere Paar Pumps. Immer darauf bedacht, dass sie nicht zu sehr weiblich aussehen.
Bis zu diesem Punkt hatte meine Frau keine Probleme mit meinem 'Spleen' (zumindest glaube ich das). Dann kam allerdings der Wunsch nach einem Rock auf. Hier hörte dann auch ihre Toleranz auf. Ok, wir haben uns arrangiert, ich habe meine Zeit im Rock ohne Gegenwart meiner Familie, sie hilft mir im Gegenzug beim Rockkauf und berät mich (das verstehe wer will Beratung und Kauf ja, tragen nein). Was ich nie gedacht hätte, ich fühle mich sauwohl im Rock und würde am liebsten immer und überall darin rumlaufen. Als Kompromiss zum Rocktragen duldet sie wenn ich zu Hause in Strumpfhose und Hotpant gekleidet bin. Aus Rücksicht auf meinen Sohn und meine Frau beschränkt sich diese Art der Kleidung ausschließlich auf die eigenen vier Wände.
Gut bis zu diesem Punkt kann ich noch alles ohne größere Probleme erklären und auch für mich selbst verarbeiten, ich bin halt Crossdresser. Aber seid gut 2 Jahren plagen mich sexuelle Phantasien, die mich doch ganz schön an mir selbst zweifeln lassen. Auch mein Psychotherapeut steht dem ganzen etwas ratlos gegenüber (oder er will es mich selbst rausfinden lassen).
In meinem Phantasien bin ich ausschließlich Frau, es erregt mich total, wenn ich mir vorstelle eine Frau zu sein. In einem längeren Gespräch mit meinem Psychotherapeuten kam heraus, dass mir Sex aus Sicht des Mannes noch nie wirklich Befriedigung verschafft. Seine simple Frage, ob die Möglichkeit bestehe, dass ich im falschen Körper bin hat mich dann ziemlich aus der Bahn geworfen. Ich bin seitdem innerlich ziemlich zerrissen. Immer wieder pendele ich zwischen beiden hin und her. Mal sage ich, es ist absolut ok, ein Mann zu sein, dann wieder kommt totale Unsicherheit auf. Ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr weiter, ich habe mittlerweile durch lesen hier im Forum gelernt, 'Man soll nicht immer in Schubladen denken', aber sorry das fällt manchmal echt schwer.
Ich denke nicht, dass hier jemand mitliest, der die perfekte Antwort auf mein Problem hat, ich glaube das muss ich schon alleine rausfinden, ich habe aber die Hoffnung, hier jemanden zu finden, dem es ähnlich geht oder ging wie mir. Ich glaube, alleine der Gedankenaustausch und das reden außerhalb der Familie würde mir weiterhelfen. Leider ist das Ganze ja nicht gerade eine Thema für die Kaffeepause im Büro, getreu dem Motto 'Du ich trage gerne Damenkleidung, es könnte sein, dass ich eine Frau bin, was meinst Du denn dazu'.
Auf einen regen Gedankenaustausch freuenend.
chris