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geht es auch ohne Hormone?
Verfasst: Fr 1. Feb 2013, 16:25
von ExuserIn-2014-06-30
Ich habe jetzt zweimal mit meinem Hausarzt über das Thema gesprochen.
Zum Glück ist er sehr aufgeschlossen. Zudem kennt er sich recht gut mit Hormonen aus - jetzt nicht im Bereich Transgender speziell, aber allgemein therapiert er spezielle Fälle damit.
Er hat mir da auch viel von Problemem erzählt, die eine Hormontherapie mit sich bringen kann.
Es gibt auch Fälle, wo eine HRT auf Grund der medizinischen Vorgeschichte nicht angeraten ist, weil das Risiko einfach nicht zu verantworten ist.
Ob mich das betrifft, kann man derzeit noch nicht sagen - vielleicht kann das der Endokrinologe (Überweisung dahin habe ich).
Nun endlich meine eigentliche Frage:
Kann man einen Wechsel von Mann zu Frau mit ansonsten allen Schritten, nur eben ohne Hormone, durchführen - also die Besuche beim Psychologen, den ganzen juristischen Kram (Namensänderung, ...), Operatonen (Brustaufbau, ...) und was sonst noch alles dazugehört?
Übernimmt die Krankenkasse trotzdem die Kosten?
Hat da vielleicht schon jemand Erfahrung mit? 
Re: geht es auch ohne Hormone?
Verfasst: Fr 1. Feb 2013, 17:03
von ChristinaF
Zumindest bei mir ist's mit einer HRT die nächsten Monate, wenn nicht Jahre vorbei.
Hatte letztes Jahr Krebs und bin immer noch in der Chemo. Allerdings siehts sehr gut bei mir aus, so die letzten Untersuchungen.
Und meine Psychologin ist auch strikt dagegen, im heutigen Stadium mit Hormonen anzufangen. So lebe ich halt mein leben als Frau so gut es geht ohne und warte sehnsüchtig ab, bis ich mit der HRT beginnen darf.
LG
Chrissie
Re: geht es auch ohne Hormone?
Verfasst: Fr 1. Feb 2013, 18:38
von Ninakadin
Hi "Tiger",
der Besuch bei Psychologen ist ja die Voraussetzung für die HRT, mit offenem Ergebnis, ist also kein Problem. Vornamens- und Personenstandsänderung sollte auch gehen, liegt aber im Ermessen des Amtsgerichts. Alle operativen Maßnahmen (auch Brustaufbau) müsstest Du selbst finanzieren, weil da 6 Monate Hormontherapie Voraussetzung für die Kostenübernahme sind.
LG,
Nina
Edith sagt: Die Kostenübernahme für den Brustaufbau wird erst nach 2 Jahren Hormonersatztherapie entschieden. Nach neuester Rechtsprechung erfolgt die Kostenübernahme wenn man durch die Hormone nicht mal A-Körbchen erreicht hat.
Re: geht es auch ohne Hormone?
Verfasst: Fr 1. Feb 2013, 19:51
von ExuserIn-2022-05-28
Eine GaOp ohne Hormontherapie wird ebenfalls nicht gehen.
Allerdings nicht aus Gründen der Kostenübernahme sondern weil der Mensch nunmal Hormone braucht, entweder eigene oder in Form von Pillen. Ganz ohne geht nicht.
LG Chrissie
Re: geht es auch ohne Hormone?
Verfasst: Sa 2. Feb 2013, 09:10
von Chris
Hallo Tiger,
eine GaOP ist bei mir aus medizinischen Gründen nicht möglich. So verzichte ich auch auf Hormone.
Die VÄ/PÄ habe ich dennoch beantragt. Am 06.02.2013 findet eine Anhörung dazu statt.
Liebe Grüße
Christiane
Re: geht es auch ohne Hormone?
Verfasst: Sa 2. Feb 2013, 09:16
von ExuserIn-2014-06-30
Das hört sich doch vom behördlichen Bereich schonmal gut an.
Eine OP sollte aber doch auch möglich sein. Ein Brustaufbau sollte kein größeres Problem sein und auch "unten rum" sollte es keine Hindernisse geben.
Es müssen danach natürlich Hormone gegeben werden - dummerweise Testosteron, aber was will man machen.
Der Hormonhaushalt bleibt dabei ja (weitgehend) unverändert und die gesundheitlichen Risiken dadurch fallen (weitgehend) weg.
Und wegen der Kostenübernahme - wenn die nur wegen der aus gesundheitlichen Gründen nicht machbaren HRT verweigert würde, wäre das doch im Prinzip eine richtig üble Diskriminierung. In den letzten Jahren hat sich aber doch bzgl. Antidiskriminierung sehr viel getan - vielleicht hat man da doch eine Chance.
Re: geht es auch ohne Hormone?
Verfasst: Sa 2. Feb 2013, 09:22
von Chris
Hallo Tiger,
eine GaOP ist wegen einer Blutkrankheit bei mir leider nicht möglich
LG Christiane
Re: geht es auch ohne Hormone?
Verfasst: Sa 2. Feb 2013, 11:04
von ExuserIn-2014-06-30
Auf Grund eines erhöhten Krebsrisikofaktors (speziell Prostata) bei mir kann es sein, dass ein größerer Eingriff in meinen Hormonhaushalt nicht vertretbar wäre.
Ich möchte auf jeden Fall den ganzen Weg gehen inkl. der Hormone und GaOP - aber ich möchte mich damit nicht umbringen.
Daher meine Frage nach einem alternativen Weg. Man macht sich doch so seine Gedanken (wahrscheinlich viel zu viele).
Im März habe ich einen Termin beim Endokrinologen - ich hoffe der kann mir mehr und vor allem positiveres sagen.
Re: geht es auch ohne Hormone?
Verfasst: Sa 2. Feb 2013, 16:23
von ExuserIn-2022-05-28
Du kannst bei der GaOp die Prostata gleich mit entfernen lassen, dann ist das Risiko behoben, das wird zum Teil sogar von einigen Ärzten empfohlen. Es gab da mal ein Bericht - ich glaube von Dr. Rossi.
Allerdings wie schon gesagt eine GaOp ohne HRT geht nicht.
Soviel mir bekannt ist werden aber doch gerade Östrogene und Testosteronblicker bei Prostata Problemen eingesetzt? Wäre dann nicht eine HRT positiv für die Prostata?
LG Chrissie
Re: geht es auch ohne Hormone?
Verfasst: Sa 2. Feb 2013, 16:27
von ExuserIn-2022-05-28
PS
Ich habe die Stelle über Hormontherapie bei Prostatakrebs gefunden:
Wie unter
http://www.apotheken-umschau.de/Prostat ... 834_6.html
ersichtlich werden auch Hormontherapien ( Blocken von Testosteron) bei Prostatakrebs eingesetzt, von dem her wäre eine HRT also optimal.
LG Chrissie
Re: geht es auch ohne Hormone?
Verfasst: Sa 2. Feb 2013, 17:27
von ExuserIn-2014-06-30
Das ist ein sehr komplexes Thema. Die verschiedenen Möglichkeiten bieten mehr oder weniger Vor- und Nachteile und Risiken.
Zumindest meinen Horizont übersteigt das bei weitem, da brauche ich professionelle Hilfe.
Aber eure diversen Hinweise machen mir wieder Mut, dass es irgendwie doch weitergeht und irgendwann alles gut wird. Vielen Dank dafür!
Re: geht es auch ohne Hormone?
Verfasst: Sa 2. Feb 2013, 19:23
von Ninakadin
chris1960 hat geschrieben:Edith sagt: Die Kostenübernahme für den Brustaufbau wird erst nach 2 Jahren Hormonersatztherapie entschieden. Nach neuester Rechtsprechung erfolgt die Kostenübernahme wenn man durch die Hormone nicht mal A-Körbchen erreicht hat.
Sorry, aber das ist ja mal wohl völliger Quatsch.
Ein A Cup kann deutlich größer wie ein D Cup sein ....
Ich weiß ja nicht, ob Du das mit dem Quatsch auf meine Aussage bezogen hast, oder auf die Rechtsprechung. Meine Aussage kann ich jedenfalls belegen:
http://www.123recht.net/Transsexuelle-h ... 26777.html
Und dies gilt jetzt als Referenz-Urteil. Ob das so sinnvoll ist, das ist wieder eine ganz andere Geschichte.
Nina
Re: geht es auch ohne Hormone?
Verfasst: So 3. Feb 2013, 14:57
von triona
Hallo Tiger,
eine gaOP ohne nachfolgende lebenslange Hormontherapie ist nicht zu empfehlen. Dauerhafte Unverträglichkeit gegenüber jeder Hormontherapie wäre eine harte Gegenanzeige gegen die OP, bei der ja die männlichen Keimdrüsen entfernt werden. Brust-OP und evtl Gesichts- oder Stimm-Op sind davon nicht betroffen.
Allerdings ist Prostatakrebs keine Gegenanzeige gegen "gegengeschlechtliche" Hormonbehandlung. Im Gegenteil. Einige der gängigen Mittel werden insbesondere zur Behandlung von Prostatakrebs verschrieben. So z.B. Zoladec oder Enantone/Trinantone. Die Behandlung hat bei den betroffenen Männern meist einige unerwünschten Nebenwirkungen. Das mag vlt sogar ein Grund sein, warum viele Männer in fortgeschrittenem Alter einen Gang zum Urologen fürchten. Die mögliche Nebenwirkung einer evtl auch äußerlich sichtbaren Verweiblichung ist bei diesen ja nicht erwünscht.
Bei der Behandlung von MzF-TS handelt es sich bei diesen "Nebenwirkungen" allerdings um die erwünschte Hauptwirkung. Schließlich gibt es am Markt keine Medikamente, die speziell zur Behandlung von TS gemacht und zugelassen sind. (Man nennt dies fachlich "Off-Label-Use ", d.h. Anwedung außerhalb des vorgesehenen und zugelassenen Verwendungszwecks.)
Als mich meine Frauenärztin am Anfang meiner Hormonbehandlung wegen Unregelmäßigkeiten beim Wasserlassen vorsorglich zum Urologen geschickt hatte, hat dieser nicht nur keine besorgniserregenden Veränderungen an der Prostata entdecken können. Er meinte sogar, daß die Wahrscheinlichkeit sehr gering wäre, daß ich das in Zukunft bekommen könnte, da ich das Gegenmittel ja schon regelmäßig ausreichend einnehme.
Alles in allem ist dein Zustand also wahrscheinlich kein Hinderungsgrund für eine "gegengeschlechtliche" HT. Allerdings wird es wohl vernünftig sein, mit der Behandlung zu warten, bis du die Chemotherapie hoffentlich erfolgreich beendet hast. Zuviel auf einmal ist da sicher nicht gut. Endokrinologen (Hormonärzte) wie auch Onkologen Krebsärzte) und eigentlich auch Urologen müßten da aber Bescheid wissen. Sonst andere suchen.
Solltest du dann mal eine gaOP in Erwägung ziehen, wäre eine vorsorgliche Entfernung der Prostata in einem Gang sicher nicht verkehrt. Normalerweise wird das nicht gemacht, weil es im Allg das OP-Risiko unnötig erhöht. Aber im Fall einer vorherigen akuten Krebserkrankung sicher eher empfehlenswert.
Wichtig vor einer HT mit Östrogenen ist unabhängig von der Prostata-Sache eine Untersuchung, ob ein erhöhtes Thromboserisiko vorliegt. Z.B eine erbliche Blutgerinnungsstörung wie z.B Faktor-V-Leiden-Mutation. Dies kommt bei ca 10% der Bevölkerung vor. (Ich hab das auch.) Es erschwert eine HT mit Östrogen.
Ich wünsche dir gute Besserung, und daß du Krebs und Chemo gut überstehst.
Kopf hoch!
liebe grüße
triona
Re: geht es auch ohne Hormone?
Verfasst: Mo 4. Feb 2013, 08:29
von triona
Oh, da hätte ich vor der Antwort nochmal den ganzen Faden am Stück durchlesen müssen.
Es war ja nicht Tiger, sondern Dornröschen, die eine Chemo machen muß.
Also die Besserungswünsche an Dornröschen.
Und Tiger wünsche ich, daß sie das gar nicht erst kriegt.
Der Rest mit der vorbeugenden Wirkung einer HT usw gilt natürlich auch hier.
Sowas dürfte aber nicht passieren.

Ich hoffe, ihr könnt es mir nachsehen.
liebe grüße
triona
Re: geht es auch ohne Hormone?
Verfasst: Mo 4. Feb 2013, 09:47
von ExuserIn-2014-06-30
Ist gar kein Problem, triona!
Passiert mir auch oft, dass ich etwas in dem ganzen Gewusel übersehe oder missverstehe.
Solche Threads werden ja auch recht schnell lang und unübersichtlich.