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Bloß keine Schubladen...

Verfasst: Mo 7. Jan 2013, 11:31
von Anne-Mette
Das ist die Überschrift eines Artikels der Frankfurter Rundschau.

Schwul, lesbisch transsexuell? Egal, sagt Mascha Holly. Mit dem Verein "Warmes Wiesbaden" kämpft sie für mehr Toleranz in Wiesbaden.
Am liebsten würde sie gar nichts in irgendwelche Schubladen einsortieren oder mit Begrifflichkeiten versehen...

Wer sich das mal angucken möchte: http://www.fr-online.de/wiesbaden/sexue ... 02054.html

Es geht dem Verein um "sexuelle Diskriminierung". Ich frage mich allerdings, was "transsexuell" mit sexueller Diskriminierung zu tun hat.
Meiner Meinung nach geht es bei Transidentität/Transsexualität um ganz andere Dinge und die Diskriminierungsformen sind unterschiedlich.
- OBWOHL sicherlich einige Gemeinsamkeiten der "NichtSchubladenLeute" vorhanden sind.

Gruß
CPG

Re: Bloß keine Schubladen...

Verfasst: Mo 7. Jan 2013, 11:51
von Caira
Hallo,

finde es auch echt "schräg" transsexuell in einem Atmenzug mit homosexuell ode heterosexuell zu nennen. Nicht, dass ich dagegen etwas habe. Es ist abe begifflich verkehrt. Homosexuelle sind Leute, die mit sich und ihem Körper kein Poblem haben - hier geht es ein um die sexuelle Ausrichtung. Bei Transsexuellen geht es um das Geschlecht, den Körper und nicht die sexuelle Ausichtung. Transsexuelle sind doch nicht selten heterosexuell. Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun. Zeit aber mal wieder, dass Aufklärung nach wie vor wichtig ist.

LG Nika

Re: Bloß keine Schubladen...

Verfasst: Mo 7. Jan 2013, 12:02
von Anne-Mette
Moin,

einerseits hat es schon etwas miteinander zu tun - andererseits auch wieder nicht. Weiterhin finde ich, dass es eine ganz andere Diskriminierungsform ist, denen transidente Menschen ausgesetzt sein können.
Eine Zeit lang haben sich Betroffene der Schwulen- und Lesbenbewegung angeschlossen, da sich die Organisierung der Trans*-Personen erst spät entwickelte.
Auch "von Amts wegen" wurden homosexuelle und transidente Menschen oftmals "in die gleiche Schublade" gesteckt.

Gruß
Anne-Mette

Re: Bloß keine Schubladen...

Verfasst: Mo 7. Jan 2013, 12:47
von Marielle
Moin Moin zusammen,

CP schrieb:
"..... wurden homosexuelle und transidente Menschen oftmals "in die gleiche Schublade" gesteckt.
Da könnte man gleich die Frage anschliessen, ob das Problem eher in dem mangelhaften Wissen der "Anderen" über den Inhalt diverser Schubladen liegt oder ob es darin liegt, dass es überhaupt "Schubladen" gibt.

Ich will bestimmt nicht wieder über Sinn und Unsinn von Kategorisierungen reden, echt nicht*).

Ich meine nur folgendes: Im Zusammenhang mit Diskriminierungen aller Art ist es doch vollkommen egal, wer aus welchem Grund diskriminiert wird. Gäbe es gar keine Abgrenzungen, gäbe es auch nichts zu diskriminieren.

Nicht das wieder jemand denkt, ich sei weltfremd oder naiv; Es gibt Diskriminierungen! Dagegen sollten wir Aufklärung und Präsenz setzen, allerdings nicht "schubladen-orientiert", sondern gemeinsam.

Gruß

Marielle




*) Ich weiss, dass Begriffsdefinitionen an manchen Stellen notwendig sind. Allein schon um Einzelnen mit ihren jeweiligen Eigenheiten und Merkmalen, z.B. in Therapien oder bei Gesetzgebungen, gerecht werden zu können.

Re: Bloß keine Schubladen...

Verfasst: Mo 7. Jan 2013, 14:24
von gaby37
Hallo,

was das alles mit einander zu tun hat?
mancher Schwuler läuft "im Fummel" rum, weil er auf der "weiblichen Seite" steht - oder so ähnlich ist die Volkesmeinung, und da ist es nicht weit zu den Transsexuellen und den Crossdressern mit gleichen/ähnlichem "Öfentlichem Erscheinungsbild" / öffentlichem Auftreten.

Aber was mir wieder auffällt:
Jeder kennt den Unterschied schwischen Apfelbaum und Birnbaum und Kirschbau.
Jeder ist bemüht beim Metzger zwischen Kalbfleich, Rindfleich und Schweinefleich und Lamm zu unterscheiden.
Warum?
Äpfel und Birnen und Kirschen kommen von einem Baum. Warum unterscheiden?Ist doch elles lecker Obst.
und Fleisch ist doch Fleisch, oder?

Und auf einmal will man die Unterschiede (Schubladen) zwischen Transsexullen, Homosexuellen und Allen anderen wegwerfen?

Toleranz hat doch nichts mit Schubladen zu tun, oder?
Nur weil es Unterschiede gibt, muss mann sich doch nicht ausgrenzen, oder habe ich da etwas falsch verstanden?

Bekämpfen sich demnächst auch die Birnenesser mit den Apfelliebhabern? Und was machen die Leute die beides mögen?

Gruß von der völlig verwirren Gaby

Re: Bloß keine Schubladen...

Verfasst: Mo 7. Jan 2013, 14:55
von Julia65
Im Prinzip möchte ich mich den Worten von Gaby anschliessen.
Denn genauso ist es: Transvestitische Fetischisten, die sich als Frau geben, motiviert durch den sexuellen Kick sind ja doch schon etwas anders zu betrachten als transidente Menschen. Obwohl sich das eine aus dem anderen entwickeln kann.
Aber beim transvestitischen Fetischisten hat es sehr wohl etwas mit Sexualität zu tun. Beim Transidenten möglicherweise wieder nicht.
Und einem transidenten Menschen ist es eher unangenehm, für einen transvestitischen Fetischisten gehalten zu werden. Ich glaube, das hat etwas damit zu tun, dass es da recht sensieble Diskussionen gibt.
Welche Transfrau möchte das Gefühl haben, dass Leute bei ihr eine heimliche Erektion vermuten, nur weil man als Frau auftritt, obwohl man biologisch ein Mann ist.
Ich will damit nicht sagen, dass es etwas schmutziges wäre, aber für jemanden den es nicht betrifft ist es dennoch nicht so angenehm.
Wenn ich jemanden aufkläre und erkläre, dass ich Transident bin, dann wird meist davon ausgegangen, dass ich von nun an sexuell auf Männer stehen würde. Wenn ich Glück habe, wird die Frage gestellt und ich kann es aufklären, indem ich sage, dass die sexuelle Ausrichtung davon nicht betroffen ist und sich nicht ändert. Aber manchmal scheinen einige davon so überzeugt, dass sie nichtmal fragen.
LG
Julia

Re: Bloß keine Schubladen...

Verfasst: Mo 7. Jan 2013, 16:01
von Marielle
Hallo zusammen,
Hallo Gaby,
Hallo Julia,

Gaby schrieb:
Und auf einmal will man die Unterschiede (Schubladen) zwischen Transsexullen, Homosexuellen und Allen anderen wegwerfen?
Es geht doch nicht darum Unterschiede "wegzuwerfen". Letzlich unterscheidet sich eine Lesbe auch von einem Schwulen in einem, manchmal kleinen, Detail .............. oder auch durch zwei, manchmal größere, je nach Sichtweise :wink:

Ich denke, dieser Satz aus dem Artikel ist entscheidend:
Je mehr Menschen in Kontakt mit Lebensrealitäten wie der ihren kämen, so Holly, desto besser. "Wenn die Leute nicht so indoktriniert wären", so sagt sie, "dann würden vielleicht nicht so viele streng heterosexuell leben". Und: Sie wären vielleicht toleranter.
*

Dabei ist es wirklich egal, ob ein Hetero seine Bi-Neigung entdeckt oder nicht. Es geht letztlich um das "sichtbar-machen" von verschiedenen Wahrheiten; Egal ob in der sexuellen Orientierung oder Empfindung (engl. sex bzw. gender). Unter diesem Aspekt finde ich die Aktitvität gut.


weiter schriebst du:
Toleranz hat doch nichts mit Schubladen zu tun, oder?
Meiner Meinung nach schon. Nämlich immer dann, wenn Unterschiede benutzt werden, um sich oder andere ab- bzw. auszugrenzen. Es lassen sich genug Beispiele anführen, bei denen Glaubens-, Volks- oder sonstige Gruppen ihre eigene Schublade definieren, um sich gegen andere abzugrenzen oder, und da liegt m.E. das Problem, andere auszugrenzen. Wenn die entsprechende Gruppe dann genügend Macht hat, wird aus der Defintion oft genug eine Diskriminierung.


Ihr habt natürlich recht, wenn ihr sagt, dass die Zusammenfassung von Homo- und Trans- in der Überschrift des Artikels nicht wirklich glücklich ist. Aber ist das nicht hauptsächlich aus dem Blickwinkel der Betroffenen so? Von aussen gesehen sind beide "nicht der Norm entsprechend". Und beide brauchen/wünschen die Toleranz der Mehrheitsgruppe in unserer Gesellschaft. Man kann das auch anders sehen, aber ich bin der Überzeugung, dass ein gemeinsames Arbeiten für mehr allgemeine Toleranz mehr bringen wird als wenn jede "Schublade" versucht für ihren Inhalt Anerkennung zu erreichen.


Marielle

*) Zitat aus dem oben verlinkten Artikel von FR-Online

Re: Bloß keine Schubladen...

Verfasst: Mo 7. Jan 2013, 18:21
von gaby37
Hallo,
Marielle hat geschrieben:..
Toleranz hat doch nichts mit Schubladen zu tun, oder? quote ende]

Meiner Meinung nach schon. ....
Du hast natürlich recht - Das Herausarbeiten von Unterschieden kann der Anfang der Abgrenzung sein.

Um Abgrenzung zu vermeiden, dann das Herausarbeiten von Unterschieden (=einsortieren in Schubladen/erstellen von "Familien" (aus der Botanik))
zu verbieten oder zu verdammen, ist meiner Meinung nach, der falsche Ansatz.
Marielle hat geschrieben:........, aber ich bin der Überzeugung, dass ein gemeinsames Arbeiten für mehr allgemeine Toleranz mehr bringen wird als wenn jede "Schublade" versucht für ihren Inhalt Anerkennung zu erreichen.
Endlich mal eine gute Erkennniss!
Herausarbeiten ,neben den Unterschieden, der Gemeinsamkeiten!

Gruß Gaby

Re: Bloß keine Schubladen...

Verfasst: Di 8. Jan 2013, 09:13
von Sabrina Verena
Nika hat geschrieben:Hallo,

finde es auch echt "schräg" transsexuell in einem Atmenzug mit homosexuell ode heterosexuell zu nennen. Nicht, dass ich dagegen etwas habe. Es ist abe begifflich verkehrt. Homosexuelle sind Leute, die mit sich und ihem Körper kein Poblem haben - hier geht es ein um die sexuelle Ausrichtung. Bei Transsexuellen geht es um das Geschlecht, den Körper und nicht die sexuelle Ausichtung. Transsexuelle sind doch nicht selten heterosexuell. Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun. Zeit aber mal wieder, dass Aufklärung nach wie vor wichtig ist.

LG Nika
Hallo!
Die "normalen" TS besser TI sind hetero. Nach außen mag es schwul aus sehen, wenn 2 biologische Männer sich küssen. Aber wenn der eine transident ist, ist er/sie eine Frau und dann ist zumindest er/sie hetero.
Oder sehe ich das jetzt falsch?
LG
Verena

Re: Bloß keine Schubladen...

Verfasst: Di 8. Jan 2013, 09:16
von Sabrina Verena
gaby37 hat geschrieben:Hallo,

was das alles mit einander zu tun hat?
mancher Schwuler läuft "im Fummel" rum, weil er auf der "weiblichen Seite" steht - oder so ähnlich ist die Volkesmeinung, und da ist es nicht weit zu den Transsexuellen und den Crossdressern mit gleichen/ähnlichem "Öfentlichem Erscheinungsbild" / öffentlichem Auftreten.

Aber was mir wieder auffällt:
Jeder kennt den Unterschied schwischen Apfelbaum und Birnbaum und Kirschbau.
Jeder ist bemüht beim Metzger zwischen Kalbfleich, Rindfleich und Schweinefleich und Lamm zu unterscheiden.
Warum?
Äpfel und Birnen und Kirschen kommen von einem Baum. Warum unterscheiden?Ist doch elles lecker Obst.
und Fleisch ist doch Fleisch, oder?

Und auf einmal will man die Unterschiede (Schubladen) zwischen Transsexullen, Homosexuellen und Allen anderen wegwerfen?

Toleranz hat doch nichts mit Schubladen zu tun, oder?
Nur weil es Unterschiede gibt, muss mann sich doch nicht ausgrenzen, oder habe ich da etwas falsch verstanden?

Bekämpfen sich demnächst auch die Birnenesser mit den Apfelliebhabern? Und was machen die Leute die beides mögen?

Gruß von der völlig verwirren Gaby
Ein sehr treffender Beitrag.
LG
Verena

Re: Bloß keine Schubladen...

Verfasst: Di 8. Jan 2013, 09:42
von Sandra82
Hallo,
Sabrina Verena hat geschrieben: Die "normalen" TS besser TI sind hetero. Nach außen mag es schwul aus sehen, wenn 2 biologische Männer sich küssen. Aber wenn der eine transident ist, ist er/sie eine Frau und dann ist zumindest er/sie hetero.
Oder sehe ich das jetzt falsch?
Das sehe ich anders, da ich (zumindest bislang) auf Frauen stehe und somit jetzt Homosexuell für die Gesellschaft bin.
Das mit dem "normalen".. Solche Worte finde ich in dem Zusammenhang ziemlich schwierig.

Liebe Grüße
- Sandra

Re: Bloß keine Schubladen...

Verfasst: Di 8. Jan 2013, 10:47
von Sabrina Verena
Hallo Sandra!
Du hast recht mit dem "normalen".
Deshalb habe ich es auch in Anführungststriche gesetzt. Wusste nicht so recht, wie ich das formulieren soll.
Ich denke, bei TI ist zwischen der eigenen sexuellen Orientierung und der Außenwahrnehmung einfach die unterschiedliche Wahrnehmung da.
Macht das Leben nicht leichter, ist aber so.
Liebe Grüße
Verena

Re: Bloß keine Schubladen...

Verfasst: Di 8. Jan 2013, 11:00
von Sabrina Verena
Hallo Darialena!
In der Kürzlich von uns erarbeiteten Liste sind die Begriffe transvestiver Fetischismus und fetischistischer Tranvestismus gleichgestellt. Bei den Betroffenen sieht es wohl so aus, dass es einerseits Fetischisten gibt, die Frauensachen benutzen um sich sexuell zu erregen, und auf der anderen Seite aber auch Crossdresser gibt, die auch ihren Fetisch haben.
Stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist diese Schublade weiter zu zerbröseln.
Liebe Grüße
Verena

Re: Bloß keine Schubladen...

Verfasst: Di 8. Jan 2013, 11:15
von Sabrina Verena
Hallo Darialena!
Ich kann mich noch an die Diskussion mit Sumpfhun und Marielle im Märchenthread erinnern. Da wurde genau auf dieses Problem wie Du es darstelltst hingewiesen.
Der Graben zwischen CD und TS/TI war aber schon vorher da. Nicht von seiten der TS besser Ti , wie immer behauptet, sondern von seiten einzelner CD.

Nun mag Julia sich unglücklich ausgedrückt haben. Das kann man auch persönlich klären, da muss man nicht wegen eines anderen Streites einen neuen Zickenkrieg im Forum führen.

Genau deshalb werde ich die an mich addressierte Kritik hier auch nicht kommentieren.

Aber ein kleiner Hinweis!
Ich schätze Ehrlichkeit man sollte aber selber die Wahl seiner Worte mitunter überlegen, zuweilen wenn man sich bei Anderen daran stört.

Liebe Grüße
Verena

Re: Bloß keine Schubladen...

Verfasst: Di 8. Jan 2013, 12:40
von Julia65
Hallo,
@ Sabrina: Ich glaube nicht, dass es Sinn macht, Darialena noch zu versuchen, etwas zu erklären. Ich habe mich sicherlich nicht so unglücklich ausgedrückt, wie sie es gerne gehabt hätte. Jedoch hat sie mit viel Phantasie und Böswilligkeit da eine Menge hineininterpretiert und aus meinen Sätzen meine gesamte Haltung und Meinung, die übrigens kaum Falscher sein könnte, herausgelesen. Sie weiss anscheinend genauestens wie ich das sehe, wie ich bin, wovon ich mich abgrenze etc.
Bedenklich finde ich allerdings, dass jetzt sogar gelogen wird.

noch was von Edit: Nach nochmaligem Lesen meines Beitrages möchte ich noch was ergänzen: Crossdresser, die nicht transsexuell sind, müssen keine transvestitischen Fetischisten sein. Es kam im Beitrag wohl nicht so rüber, aber CDs die nicht transsexuell sind, sitzen diesbezüglich mit TS ja im gleichen Boot, wenn ihnen fälschlicherweise eine Paraphilie andedichtet wird. Das ist dann kein Drama, aber unangenehm.

@ Darialena: Also, ähm, also... ach was: :lol:
Im übrigen werde ich auf deine weiteren vermutlich phantasievollen und angreifenden Äußerungen nicht mehr eingehen, sonst muss ich morgen noch erklären, dass ich nie behauptet habe, zum Mond geflogen zu sein.
Du solltest aber vorsichtig sein, Zitate zu erfinden!
Und die Texte der Vorredner als "widerliches Gesäusel" zu bezeichnen, ist ganz besonders klug.

LG
Julia