Seite 1 von 1

Re: Forderung zum Umgang mit der Kategorie "trans"

Verfasst: Di 20. Nov 2012, 21:34
von Sabrina Verena
Hallo Zara!
Bei Diskussionen muss man mit Schubladen arbeiten, weil man sonst nicht verstanden wird. Wie soll ich Jemanden die Unterschiede zwischen Crossdresser, transvestiven Fetischisten, Transsexuellen und Homosexuellen klar machen, wenn ich ohne solche Schubladen argumentieren soll? Das sind 4 unterschiedliche Gruppen, in sich different mit entsprechend unterschiedlichen Bedürfnissen. Wenn Du etwas Ahnung von Psychologie hast, weist Du, dass der menschliche Geist sich eine Ordnung schafft. Eben diese Schubladen, die ihm helfen auf dem Boden zu bleiben und nicht durchzudrehen. Nur wenn Jemand die Schubladen verweigert, kann ihm/ihr aber auch nicht die richtige Hilfe/ Unterstützung zu teil werden. Wenn Du die fehlerhafte Verhaltensweise korrigieren willst ist die Abschaffung des Transgenderbegriffes der falsche Ansatz. Sorry, aber so kann ich das nicht unterschreiben.
Liebe Grüße
Verena

Re: Forderung zum Umgang mit der Kategorie "trans"

Verfasst: Mi 21. Nov 2012, 06:44
von exuser-23-02-2013
Könnte es sein, dass die Wahrheit in der Mitte liegt?

Für mich ist Transgender ein Oberbegriff, der uns alle umfasst, egal, wie die individuelle Neigung im Detail aussieht. Dennoch wird uns ein Schubladenmodell nicht gerecht, sind doch die Präferenzen und Bedürfnisse viel zu unterschiedlich, so dass es unmöglich erscheint, hier nur mit Schubladen zu arbeiten - zumal wir selber uns ja nicht einmal einig sind, wer denn in welche Schublade gehören würde. Allenfalls sind noch gewisse Unterkategorisierungen wie TS, TV, DWT und Fetischist möglich, obgleich ich sogar das schon als schwierig ansehe, weil es der Realität nicht gerecht wird; am ehesten ist da die Gruppe der TS noch "sauber" zu beschreiben.

Andererseits ist es absolut richtig, dass das menschliche Gehirn auf "Schubladenbasis" arbeitet und es sicher sehr schwierig bis unmöglich ist, dieses Modell zu durchbrechen. Es kommt also daher maßgeblich darauf an, die Schublade ausreichend groß zu gestalten und richtig zu beschriften. Eine mögliche Variante dabei wäre der "Bau" lediglich zweier Schubladen: "Männer, die sich als Frau fühlen" und "Männer, die gelegentlich Frauenkleidung tragen" (und natürlich in umgekehrter Variante für Frauen). Ich höre zwar schon jetzt den Aufschrei, dass die "echten" Transvestiten doch nicht mit den Fetischisten in einen Topf geworfen werden wollen, aber anders werden wir definitiv keinen messbaren Fortschritt erreichen. Lasst mich dazu ein Beispiel machen:

Im Fußball gibt es ja auch die diversen Gruppen: Die Interessierten, die Fußball lediglich im Fernsehen verfolgen. Die Anhänger, die mehr oder weniger regelmäßig Spiele ihrer Mannschaft live anschauen. Die besonders treuen Fans, die dies auch bei Auswärtsspielen tun. Die Ultras, ... usw. Ohne jeden Zweifel habe ich auch hier noch nicht alle möglichen Variationen getroffen, dennoch wird klar, dass hier auch Oberbegriffe zum Einsatz kommen, die mehrere Gruppen umfassen und dass es auch hierbei Überlappungsbereiche gibt - nur stört sich daran niemand, warum also sollte das bei uns anders sein. Nüchtern betrachtet stehen wir uns elber da wohl mehr im Weg, weil wir uns unbedingt bis in Kleinstgruppen von einander abgrenzen müssen, je nach individueller Neigung.

Re: Forderung zum Umgang mit der Kategorie "trans"

Verfasst: Mi 21. Nov 2012, 15:51
von Regina
Hallo zusammen,
Sumpfhuhn hat geschrieben:Für mich ist Transgender ein Oberbegriff, der uns alle umfasst, egal, wie die individuelle Neigung im Detail aussieht.
Genauso sehe ich das auch.
Sumpfhuhn hat geschrieben:Im Fußball gibt es ja auch die diversen Gruppen: Die Interessierten, ...
Ein sehr gutes Beispiel.

Liebe Grüße,
Regina

Re: Forderung zum Umgang mit der Kategorie "trans"

Verfasst: Mi 21. Nov 2012, 19:14
von ExuserIn-2022-05-28
Das Thema hatten wir doch schon xmal.
Aber trotzdem nochmal Fetischistische Transvestiten sind keine Transgender, denn sie fühlen sich nicht - auch nicht zum Teil - als Frau was aber Grundlage des Begriffes Transgender ist.

LG Chrissie

Re: Forderung zum Umgang mit der Kategorie "trans"

Verfasst: Do 22. Nov 2012, 14:52
von exuser-23-02-2013
Das ist Deine Sicht - und genau der erste Schritt auf dem Weg, der uns alle auf den problematischen Weg führt: Wir zersplittern uns selbst in alle möglichen Grüppchen - und werden daher nicht bzw. genau so wahrgenommen. Daher bleibe ich dabei: Für mich ist Transgender ein Oberbegriff, der uns alle umfasst, egal, wie die individuelle Neigung im Detail aussieht.

Re: Forderung zum Umgang mit der Kategorie "trans"

Verfasst: Do 22. Nov 2012, 15:47
von ExuserIn-2022-05-28
Hallo Sumpfhuhn, das Gegenteil ist der Fall. Schmeisst Du fetischistische Crossdresser und CD aus Lust an sexuellen Unterwerfungsspielen oder aus Lust am Schocken anderer ( siehe diverse Transgender Videos bei Youtube, die gelinde gesagt katastrophal sind) mit in den Topf Transgender wirst Du erheblich weniger Akzeptanz bei der Bevölkerung erhalten als wenn Du diese Gruppe bewusst ausklammerst und sagst, es gibt zwar solche Gruppen, aber die haben mit uns nichts zu tun, weil es dort eben nicht um die Diskrepanz zwischen gefühltem und biologischen Geschlecht sondern um die Erfüllung sexueller Wünsche geht.

Im übrigenden sagt ja auch der Name Transgender aus, dass es darum geht, dass das gefühlte Geschlecht ( Gender) nicht stimmt.
Dies passt aber nicht auf oben erwähnte CD Gruppen, da sich dort die meisten durchaus als Mann fühlen. Und sie halt nur die Stoffe oder die Unterwerfung oder das Schocken anderer lieben. Das hat absolut nichts mit Transgender zu tun. Also ist Transgender nicht der Oberbegriff.


LG Chrissie.

Re: Forderung zum Umgang mit der Kategorie "trans"

Verfasst: Do 22. Nov 2012, 16:21
von Sabrina Verena
Hallo Chriss!
Das Wort "Trans" allein heißt soviel wie "über-" wenn ich richtig informiert bin. Sinngemäß wird es bei Wörtern wie Übertragen (Transfer), Überführen (Transport), Übermittlung (Transaktion) aber auch bei Umwandeln (Transformieren) verwendet, hat also etwas mit Wechsel (von - zu) zu tun. Die Spracherkennung von Google stellt das Wort als englischen Ursprungs fest.
Daher ist es auch absurd das Wort abschaffen zu wollen.
Liebe Grüße
Verena

Re: Forderung zum Umgang mit der Kategorie "trans"

Verfasst: Do 22. Nov 2012, 16:35
von Sabrina Verena
Hallo Chrissie und Sumpfhuhn!
Transvestive Fetischisten sind Fetischisten. Der Begriff Crossdresser wurde ursprünglich von heterosexuellen Tranvestiten eingeführt um sich von homosexuellen Transvestiten aber auch Fetischisten abzugrenzen. Heute ist der Begriff Crossdresser unabhängig vom Beweggrund und somit beinhaltet er auch die transvestiven Fetischisten als auch die "homosexuelle" Lebenskultur im Bezug auf das Tragen von Frauenkleidung. Faktisch ist das Wort Crossdresser heute mit dem Wort Transvestit also identisch. Transgender ist der Oberbegriff für Transsexuelle aber auch für Transvestiten.
Quelle Wikipedia
Liebe Grüße
Verena

Re: Forderung zum Umgang mit der Kategorie "trans"

Verfasst: Do 22. Nov 2012, 16:58
von ExuserIn-2022-05-28
Hallo Sandra ,

was Deine Deffinition von Trans anbelangt hast du Recht. Gender bedeutet seelisches Geschlecht, somit bedeutet Transgender soviel wie seelischer Geschlechterwechsel oder eben das seelische Geschlecht stimmt nicht mit dem Biologischen überein und eben das ist bei sexuell oder fetischistisch veranlagten Crossdressern nicht der Fall womit also für diese Gruppe Transgender nicht der Oberbegriff sein kann.

LG Chrissie

LG Chrissie

Re: Forderung zum Umgang mit der Kategorie "trans"

Verfasst: Do 22. Nov 2012, 16:59
von exuser-23-02-2013
Genial - ich erlebe hier gerade das Musterbeispiel dessen, was ich als kontraproduktiv empfinde und anprangere ...

Leute, merkt Ihr eigentlich nicht, dass hier genau das Spiel "Ih, mit denen will ich nichts zu tun haben und so will ich nicht bezeichnet und gesehen werden" spielt? Dann bekomme ich noch eine Definition aus der Wikipedia dazu - nichts gegen die WP, da arbeite ich selber als Autor mit, aber Ihr verkennt dabei, dass es für die ganzen Trans-Begriffe bisher entsetzlich wenig fundierte Literatur geschweige denn wissenschaftlich übereinstimmend anerkannte Begriffe gibt. Und wer zieht die Grenzen?

Wenn sich jemand an Damenwäsche sexuell erregt ist er Fetischist? Was aber, wenn er sie auch nach einer Selbstbefriedigung weiterhin anlässt? Auch noch "nur" Fetischist? Oder schon DWT? Und wenn das Spiel auch in Verbindung mit DOB stattfindet? Bis zur Selbstbefriedigung Fetischist? Und wie schnell muss diese dann erfolgen? Und was, wenn er die Kleidung auch danach noch trägt? Oder sich nicht immer selbst befriedigt? Und, und, und ...

Natürlich könnten wir jetzt anfangen und eine umfangreiche Entscheidungsmatrix erstellen, um uns anschließend zu zerfleischen, ob die Zuordnungen zutreffend sind oder nicht. Wir könnten aber auch über unseren eigenen Schatten springen und uns zu der Konzession hinreißen lassen, dass wir irgendwie alle Transgender sind - aber vielleicht könnte das ja auch das selbstgezimmerte Weltbild zerstören, in dem sich einige sonnen, dass sie eben "besser" sind als andere (z.B. die "bösen" Fetischisten).

Ach ja: Auf weitere geistige Dünnbrettergüsse habe ich keine Lust, wenn Ihr Euch in den selbst gebauten engen Zellen so gefallt - bitte. Ich für meinen Teil klinke mich an dieser Stelle aus der in keinster Weise zielführenden Diskussion aus und stelle nur fest, dass die fehlende Beschränktheit und große gegenseitige Akzeptanz und Toleranz, welche dieses Forum einst ausgezeichnet hat, mittlerweile leider der Vergangenheit anzugehören scheint - schreibt jetzt als Antwort was Ihr wollt oder lasst es, ich jedenfalls wundere mich nicht, warum uns beispielsweise die Homosexuellen in der gesellschaftlichen Akzeptanz weit voraus sind, die haben sich nicht erst darüber zerstritten, ob man die Bisexuellen, die SMler, die Fetischisten etc. ausgrenzen müsste, sondern sich, zumindest nach außen, einheitlich dargestellt. Oder um auf mein Beispiel zurückzukommen: Ja, ich finde Fußball eine tolle Sportart - auch wenn ich weiß, dass es da "Fans" gibt, mit denen ich beim besten Willen nicht in einen Topf geworfen werden wollte.

@cpg: Die Dünbrettergüsse und der Anwurf der Beschränktheit tun mir leid, ich entschuldige mich bei Dir dafür, aber was wahr ist, muss auch gesagt werden dürfen - wenn Du mich jetzt dafür im Forum vor die Tür setzt, so könnte ich das verstehen und müsste feststellen, dass es hier eine schöne Zeit war; es gibt Momente im Leben, in denen meine diplomatische Contenance überfordert ist, eben war es so weit. Dennoch hoffe ich, dass Du, ohne Partei zu ergreifen, akzeptierst, dass manchmal eben auch klare Worte sein müssen.

Re: Forderung zum Umgang mit der Kategorie "trans"

Verfasst: Do 22. Nov 2012, 17:54
von Sabrina Verena
Hallo Sumpfhuhn!
Lege doch bitte das rote Tuch beiseite und lese meinen Senf von Wikipedia noch mal.
Zitate:
"Transgender ist der Oberbegriff für Transsexuelle aber auch für Transvestiten"
" Crossdresser wurde ursprünglich von heterosexuellen Tranvestiten eingeführt um sich von homosexuellen Transvestiten aber auch Fetischisten abzugrenzen"
" Heute ist der Begriff Crossdresser unabhängig vom Beweggrund "
" Faktisch ist das Wort Crossdresser heute mit dem Wort Transvestit also identisch"
Bei diesen Schubladen war Wikipedia die Quelle und hat sich als gute Hilfe bei Diskussionen mit Außenstehenden bewert!!
Alles in eine Kiste schmeißen und kräftig rühren trägt nur zur Irritation bei. Damit erreichen wir kein Verständnis.
Außerdem arbeitet jedes menschliche Gehirn mit "Schubladen", Jedes!!!
Das wird sich auch nie ändern.
Es geht hier bei diesen Begriffen um Verständigung und nicht um Ausgrenzung. Zu Begriffen der Ausgrenzung machst Du sie, in dem Du sie so interpretierst.
Es geht auch um "arttypische" Hilfe.
Also kein Grund beleidigt zu sein und auf diese Weise selbst eine "Schublade" zu benutzen, die man ja ach so hast.
Liebe Grüße
Verena

Re: Forderung zum Umgang mit der Kategorie "trans"

Verfasst: Fr 23. Nov 2012, 05:08
von Sabrina Verena
Hallo Juliane!
[quote="juliane7"]Transgender bin ich nicht. Der Begriff ist viel zu ungenau und Gender: Was soll das genau sein und worauf bezieht es sich? quote]
Oberbegriffe sind immer ungenau.
Der Begriff Mensch ist noch ungenauer, und trotzdem bist Du ein Mensch.
Wahrscheinlich ist die Benutzung des Begriffes Mensch in der Diskussion sogar zielführend?!
Liebe Grüße
Verena