Maria aus Bayern
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Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Maria69
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Maria aus Bayern

Post 1 im Thema

Beitrag von Maria69 »

Liebe Freundinnen und Freunde,

als ich mich am Anfang dieser Woche in diesem Forum angemeldet habe, habe ich versprochen mich noch ein bisschen ausführlicher Vorzustellen.
Ich bin die Maria.
Es ist eigentlich nicht meine Art, groß über mich zu reden oder schreiben aber ich würde mich gerne etwas hier im Forum beteiligen und darum finde ich, solltet Ihr schon wissen mit wem Ihr es zu tun habt.
Ich fange jetzt einfach mal an:

1969 wurde ich in München geboren, aufgewachsen bin ich außerhalb von München auf dem Land.
Ich hatte eine fast wunderschöne Kindheit und mir fehlte es an fast nichts. Tolle Eltern, tolle Geschwister, viele Freunde , fast alles toll.
Und trotzdem halt nur fast.

Schon als kleines Kind war mir bewusst, bei mir lief irgendetwas schief. Mein Äußeres entsprach nicht im Geringsten meinen inneren Vorstellungen.
Ich dachte und fühlte wie meine Schwester, sah aber aus wie mein Bruder.
Hmpf, es ist immer das gleiche, warum passiert sowas immer mir und nicht den anderen und weit und breit niemand den ich hätte Fragen können oder besser und ehrlicher gesagt:
Ich habe mich einfach nicht getraut darüber mit jemanden zu sprechen.

Ich überspringe jetzt mal ein paar Jahre, denn was in dieser Zeit passierte ist eigentlich identisch mit vielen anderen hier im Forum. (Falscher Körper, Kleidung der Schwester oder Mutter usw, usw.)

Wobei, eine kleine Geschichte meiner Kindheit möchte ich schon noch schnell erzählen:

Ich war im Kindergarten und wir spielten im Garten. Wie es halt so ist, man spielt und spielt und spielt und merkt nicht, dass man eigentlich mal aufs Klo müsste. Es hätte eigentlich noch gereicht wenn ich diese blöde lange Jacke aufgebracht hätte. So musste ich wieder raus zur Kindergärtnerin und mir die Jacke aufmachen lassen. Tja und dann war es zu spät und ich pieselte in die Hosen.

Für die Kindergärtnerin kein Problem, sie ging mit mir ins Haus, half mir beim Waschen und suchte mir dann frische Kleidung raus, die sie irgendwo für Notfälle lagerten.
Wahrscheinlich haben an diesen Tag schon mehr Jungs frische Kleidung gebraucht denn die Kinder-
gärtnerin zog mir dann eine grüne Strumpfhose an, ein pinkes Unterhemd und eine rote
(Mädchen) Jeans.
Die anderen Kinder haben das nicht so bemerkt, dass das eine Mädchenjeans war und über dem Unterhemd trug ich glaube ich noch einen Pullover oder so ähnlich.
Aber zuhause am Mittagstisch haben sich alle kaputtgelacht wie ich nach Hause gekommen bin.
Ich habe mich dann furchtbar geschämt aber innerlich fühlte ich mich richtig gut.

So, jetzt kommt aber der Sprung:

Ich wurschtelte mich halt so durchs Leben, wie die meisten hier mit heimlichen Tragen von Wasche,"¦
als ich mit ca. 18 Jahren meine heutige Frau kennen und lieben lernte.
Da dachte ich mir dann, so, jetzt wird alles normal.

Natürlich wurde es nicht normal und nach kurzer Zeit klopfte die Frau in mir wieder an.
Irgendwie klappte es, meine Frau davon zu überzeugen, dass z.B. Nachthemden viiiiel bequemer sind als Schlafanzüge, Strumpfhosen nicht aus den Socken rutschen und schließlich sogar dass Röcke in den eigenen vier Wänden einfach nur bequem sind. Später dann Männerröcke u. Kilts.

Das geht seit vielen Jahren wunderbar, sogar meine beiden Söhne (16 u. 10 Jahre) wuchsen damit auf und haben überhaupt kein Problem damit.
Mittlerweile trage ich zuhause überwiegend Kilts und Sarongs.

Alles super werdet Ihr jetzt sagen und ist es eigentlich auch, aber:

Es klopft leider wieder, und wer ist es? Richtig, die Frau in mir. (Weiber, nichts wie ärger...)

Im August diesen Jahres waren wir auf dem Polterabend eines befreundeten Paares und unsere Clique führte ein kleines Theaterstück vor bei dem ich glücklicherweise die Frau des Paares spielen durfte.
Alles lief super und, mein Gott war ich schön.
Na ja, so schön war ich dann auch wieder nicht aber ich fühlte mich wie, ICH.
Der restliche Abend verlief dann noch recht lustig und irgendwann waren nur noch ein Freund und ich übrig. Wird wohl schon so ca. 4.00 Uhr früh gewesen sein.
Der Freund ist Arzt und so im Laufe des Gesprächs habe ich im mein Herz ausgeschüttet.

Jetzt war es raus, nach über 35 Jahren war es raus, unglaublich.

Mein Freund versprach mir Hilfe und nach langem Reden gingen wir beide heim.

Erst mal war ich überglücklich aber dann kam eine gewisse Angst auf mich zu.
Ich habe den Stein ins Rollen gebracht, ich kann und will ihn nicht mehr stoppen, also musste ich es als nächstes meiner Frau sagen.
Kurz nach dem Polterabend ging es für uns in die Sommerferien und am zweiten Abend habe ich es meiner Frau erzählt.
Für sie brach eine Welt zusammen und am liebsten hätte sie den Urlaub gleich abgebrochen.
Nach zwei (schrecklichen)Tagen konnte ich sie davon überzeugen, dass ich nichts tun werde was unseren kleine und sehr glückliche Familie zerstören wird.
Die Kinder wissen übrigens nichts von meiner Gefühlswelt, für sie bin ich noch immer ein harter Hund im Kilt.

Nach unserem Urlaub, der übrigens noch wunderschön wurde, rief mich mein Freund an und gab mir die Telefonnummer eines Therapeuten mit dem er bereits über mein kleines Problem gesprochen hat und der auf meinen Anruf wartet.
Was soll ich sagen, ich habe ihn angerufen und seit ca. 5 Wochen bin ich einmal pro Woche bei ihm und es tut mir richtig gut. Ist ein total netter Kerl.

Wie das jetzt alles weitergeht, weiß ich auch noch nicht, meine Frau vermeidet das Thema, ich denke sie braucht da einfach noch viel mehr Zeit, ist ja auch verständlich, immerhin habe ich auch fast 40 Jahre gebraucht. Vielleicht versuche ich es wieder mit kleinen Schritten, wie beim Nachthemd"¦ .
Ich muss ja erst mal selber sehen wie sich das alles entwickelt und da will ich auch keine Hektik .

Für heute mach ich erstmal Schluss, was ich aber noch sagen, äh schreiben wollte ist:

Danke, vielen Dank dass es Euch gibt.
Hier bei Euch zu lesen und ein bisschen mitzuschreiben ist für mich genauso wichtig wie der Therapeut. Es tut so gut wenn man nicht mehr alleine ist.

Ein wunderschönes Wochenende wünscht Euch
Maria
Becky
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Re: Maria aus Bayern

Post 2 im Thema

Beitrag von Becky »

Hi Maria,
Oh wie recht Du hast, hier ist Frau nicht alleine, Es tut gut sich hier austauschen zu können,
Sei Willkommen

LG Elena
In der Rocky Horror Show gibt es ein Lied "Don't dream it, be it"
In diesem Motto steckt so viel Weisheit und womöglich auch der Schlüssel zum Glück?
Maria69
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Re: Maria aus Bayern

Post 3 im Thema

Beitrag von Maria69 »

Guten Morgen,

das Forum hier macht echt süchtig. Jetzt habe ich mir gedacht ich schau noch einmal kurz rein, bevor es in die Arbeit geht und zu meinem großen Glück sehe ich schon Antworten zu meiner Vorstellung.
Vielen, vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit.
Elena, Du hast recht, es gibt nichts besseres als sich mit Gleichgesinnten austauschen zu können. Das gilt sogar für mich, obwohl ich eigentlich gerne alleine bin.

Ja, Ja, Paula ich habe mich auch furchtbar geschämt, insgeheim hätte ich aber alles dafür gegeben, hätte ich die gleichen Sachen am nächsten Tag wieder anziehen dürfen. Was wäre wohl geschehen wenn ich das einfach gesagt hätte? Habe ich aber nicht und drum bin ich jetzt hier bei Euch, ist doch auch nicht schlecht, finde ich.
Sarongs trage ich übrigens sehr gerne, weil sie so verwandlungsfähig sind. Langer od. kurzer Rock, Kleid oder einfach als Tuch.

Ich gebe Dir recht Juliane, das wichtigste jetzt ist Geduld und auch Einfühlungsvermögen meinerseits. Wenn ich Deine Zeilen lese macht mir das schon Mut, dass alles
gut werden kann.

Viele Grüße, und einen schönen Samstag, bis später

Maria.
anna-Lea
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Re: Maria aus Bayern

Post 4 im Thema

Beitrag von anna-Lea »

Maria69 hat geschrieben:Liebe Freundinnen und Freunde,

**habe ich versprochen mich noch ein bisschen ausführlicher Vorzustellen.
Maria
Hallo Maria, )))(: (den Jahrgang lasse ich mal weg :P )

habe Deine "kurze" :roll: Vorstellung mit grinsen im Gesicht gelesen, schau Dich um, denn vielen ist es so Ähnlich auch ergangen.

Ach, beinahe vergessen. Sei recht herzlich Willkommen hier bei uns.

Liebe Grüße (flo)

anna-lea
Erinnere Dich an gestern, denke an morgen, aber lebe heute…
Man muß viele Wege gehen, bis das man den richtigen gefunden hat.
Doro
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Re: Maria aus Bayern

Post 5 im Thema

Beitrag von Doro »

Hallo liebe Maria

Das ist eine der schönsten Vorstellungen, die ich hier gelesen habe. Herzlich willkommen bei uns.

Und da ich sie aufmerksam gelesen habe, erinnerte ich mich an mein Schlüsselerlebnis aus der Kindheit. Das war schon fast verloren gegangen.
Es ist erstaunlich wieviele Ähnlichkeiten in unseren Lebensläufen vorkommen. Bei mir war es so, dass meine Oma mir eine Strumpfhose geschenkt hat. Da war ich vielleicht 5 - 6 Jahre alt und habe wohl häufig mein Interesse für diese schönen Sachen allen kundgetan. Da bekam ich eine und war überglücklich. Meinen Eltern hat's damals nicht gefallen, aber da es ein Geschenk war durfte ich sie behalten.

Nochmal alles Gute für dich, Maria und ich freue mich wenn du hin und wieder einen Beitrag schreibst.

LG
Doro
Maria69
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Re: Maria aus Bayern

Post 6 im Thema

Beitrag von Maria69 »

Hallo Ihr Lieben,

ich möchte mich ganz herzlich für die vielen total netten Antworten bedanken. Ich fühle mich hier schon richtig zuhause. Es gibt für mich momentan nichts schöneres als hier im Forum zu stöbern.
Hier gibt es Menschen die Verständniss und Einfühlungsvermögen für andere Menschen haben und auch zeigen, hier ist ein wundervoller Ort. DANKE.

Einen schönen Sonntag und
viele Grüße, wünscht
Maria
Joe95
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Re: Maria aus Bayern

Post 7 im Thema

Beitrag von Joe95 »

herzlich willkommen... )))(:
ich hoffe du schreibst noch sehr viel hier, es liest sich nämlich wirklich angenehm.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
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