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Was man sich so vorstellt...

Verfasst: Di 23. Okt 2012, 17:55
von Lampenschirm
Kürzlich sah ich einen Film zum wiederholten Mal.
Szene:
Ein Mann steht am Zoll und muss seinen Koffer öffnen. Darin sei nur sein Gepäck für eine Tagesreise. Der Zöllner findet einen Damenslip. Kommentar des Reisenden (sinngemäß):"Altes Laster, wird man halt so schnell nicht los."
...
Bis vor knapp drei Jahren wäre mir klar gewesen, der nimmt immer `nen Schlüpper mit, wenn er einen One-Night-Stand hatte.
...
Und aber auch so überhaupt gar nichts anderes wäre mir in den Sinn gekommen. Letzte Woche hatte ich dann noch eine andere Idee, was ein Mann mit einem Damenslip anstellen könnte.

Was ich damit sagen will: Die allermeisten von euch, die meinen, gegenüber ihrer Partnerin schon mal eine subtile Anspielung gemacht zu haben, dürfen davon ausgehen, dass davon nichts angekommen ist. Das ist so, wie Leute auf den Mond fliegen. "Weiß ich, hab ich schon mal im Fernsehen gesehen, aber kennen tu ich keinen. Wer kennt schon einen?"
Ich kann mir keine Andeutung vorstellen, bei der ich auf die Idee gekommen wäre, dass mein Kerl CD ist. Abgesehen davon, dass ich das Wort nicht kannte...
Musste ich mal loswerden...
LG Lampe

Re: Was man sich so vorstellt...

Verfasst: Di 23. Okt 2012, 18:18
von Sabrina Verena
Hallo Lampe!
Er könnte CD, DWT sein aber auch Fetisch. Für Fetische gibt es einen Markt wo angeblich getragene Damenslips verkauft werden.
Liebe Grüße
Verena

Re: Was man sich so vorstellt...

Verfasst: Di 23. Okt 2012, 19:55
von Joana_Lei
Huhu (so)

ich glaube Lampe wollte auf etwas anderes hinaus!!!

@ Lampe...ich habe die Andeutungen meiner Frau anfangs auch nicht verstanden, aber die direkte Rede hat in diesem Punkt etwas nachgeholfen. (smili)

Meine Frage wäre nur...reden wir in unseren Partnerschaften eigentlich noch offen miteinander?? Ist es so schlimm über seine Gefühle und Wünsche zu reden?? Solche Gespräche machen doch viel mehr Spass, als die letzten Kontoauszüge durchzugehen oder die Einkaufsliste zu machen. Warum verstecken wir uns also hinter all diesem banalen Quatsch und flüchten uns dann häufig in die Ausrede, dass "keine Zeit" für intime Gespräche da wäre??

Ist es wirklich so schwer uns in die Augen zu schauen und klare Worte für unsere Bedürfnisse zu finden?? Wenn ja, warum?

Liebe Grüsse

Joana

Re: Was man sich so vorstellt...

Verfasst: Di 23. Okt 2012, 20:37
von Yasmine
Hi Lampe,
ja ist schon interessant, wie sich einem im Laufe der Zeit der geistige Horizont erweitert.
So was ist mir bei meiner Tocher (10) aufgefallen. Die lachte bei "how I met your mother" an den selben Stellen wie ich.
Ich hoffe ja (noch), dass da noch ein anderer Witz war als das, was ich in die Sätze reininterpretiert habe.
Oder ist sie wirklich schon soooo weit? :shock:
LG
Yasmine

Re: Was man sich so vorstellt...

Verfasst: Di 23. Okt 2012, 21:36
von conny
@lampenschirm

sicher hast du vollkommen recht, zunächst einmal ist das crossdressing des partners weit außerhalb jeder vorstellung und deshalb werden vorsichtige andeutungen nicht in diese richtung interpretiert.
aber wie dann? der holzhammer geht ja auch nicht (immer) und kann sehr ablehnende reaktionen hervorrufen.
bleibt wohl nur, bei geeigneten gelegenheiten (z.b. filme wie rubbeldikatz) das thema möglichst neutral aber direkt anzusprechen.

Re: Was man sich so vorstellt...

Verfasst: Di 23. Okt 2012, 21:44
von Marielle
Guten Abend zusammen,

ein wirklich schöner und treffender Hinweis darauf, dass nichts über ein offenes Gespräch geht. Die Szene und die dazugehörigen "Filme" in Lampes Kopf sind einfach unschlagbar treffend und konkret.

Den von Lampe beschriebenen Umstand musste ich auch kennenlernen. Schuhe die "versehentlich" nicht weggeräumt waren, "dezente" Anspielungen, Hinweise mit "gefühlten" Zaunpfählen....alles für eine gute Freundin kein Anlass anzunehmen das ich ihr was zu sagen hätte. "Ich hatte absolut keine Ahnung; Die Pumps gehörten doch wohl deiner Frau.......dachte ich" Tja, so ist das. Wir sind nicht mal denkbar ;)
Ist es wirklich so schwer uns in die Augen zu schauen und klare Worte für unsere Bedürfnisse zu finden?? Wenn ja, warum?


Ich denke es ist Angst, schiere Angst. Angst vor Verlust, Angst vor Ablehnung. Und Angst fressen bekanntlich Seele.

Marielle

Re: Was man sich so vorstellt...

Verfasst: Mi 24. Okt 2012, 09:07
von Lampenschirm
Ich musste innerlich schmunzeln, als ich den Film dieses Mal sah und an meinen Mann dachte.
Bei mir war es wie bei Marielle und Darialena. Ich weiß nicht, was er hätte hinlegen müssen, damit ich auf die Idee gekommen wäre, dass er es trägt.
Bei der schlecht gespeicherten Bestellung der Brüste, die ich im PC fand, dachte ich darüber nach, wie sich ein Mann mit Brüsten amüsiert - im Sinne von: Wenn, dann doch eine ganze Puppe, oder? Beim 45. Lesen der Bestellung, fing ich an, über die Größenangabe nachzudenken. Aber das war ja auch noch plausibel, dass man was in der Hand halten will. Als ich dann anfing, nachzubohren, war ich total überrascht, dass er sie "nur" anzieht.
Da kannst du ganze Zäune schmeißen, da wäre nix angekommen.
Ich weiß nicht, wie man das einer Partnerin sanft beibringt.
Ach ja, @Joana:
Klar, reden wäre besser gewesen, aber ich kann auch verstehen, dass jemand, der konservativ und in Zeiten vor dem Internet aufgewachsen ist, das Ganze eher als schlimme Krankheit angesehen hat und dazu keine Worte hatte. Da ist man heute schon etwas besser dran. Inzwischen lachen wir über unsere gemeinsamen Anfänge in dieser Richtung und sprechen ganz offen über das Thema.
LG Lampe