Hallo zusammen,
ich habe den Eindruck, dass das Thema zunehmend in den Medien auftaucht. Oder liegt das nur an CPs intensiver Recherche und seinen zahlreichen guten Hinweisen hier? Wie auch immer; Jeder sachliche Artikel oder Bericht dazu ist ein Fortschritt für uns, finde ich.
Zur Sache selbst: Ich könnte mir vorstellen das es folgendermassen zu den Stereotypen und damit zur Bildung einer sozialen Geschlechterrolle kam: Im Interesse des Arterhalts, der Auzucht der Brut, sind Teambildung und Arbeitsteilung vermutlich von Vorteil. Ein Elternteil macht den Haushalt, der andere füllt die Speisekammer. Aus dem blossen Umstand, dass die biologische Frau die Nachkommen zur Welt bringt, könnte sich die noch heute gängige Ansicht entwickelt haben, dass SIE für die Versorgung der Nachkommen in der heimischen Höhle zuständig ist und ER dafür die Mammuts erlegt. Dieses arbeitsteilige Modell war evolutionsseitig unstreitig ein Erfolg, führt aber sicherlich zur Ausbildung spezifischer Fähigkeiten auf beiden Seiten. Fürsorge und Zuhören können auf der Einen, Mammuts erlegen und Einparken können auf der Anderen. Einfach deshalb, weil man irgendetwas oft tut, übt und verbessert man sich ja in der jeweiligen Disziplin. Über die Erziehung und das in allen Gruppen entstehende soziale Umfeld werden diese Fähigkeiten dann auch an den Nachwuchs weitergegeben. Und ich fürchte, dass das bis heute so ist. Das ist aber m.E. nicht im Gehirn oder sonstwo festgelegt. In Krisen- und Kriegszeiten gab und gibt es unendlich viele Beispiele für die funktionierde Auflösung dieser Stereotypen und damit der Auflösung der sozialen Geschlechterrolle. Eine Frau die 1944 ihre Kinder großzog, zwischendurch in der Rüstungsfabrik Kanonen baute und auch noch irgendwie an Lebensmittel kommen musste, wäre ein Beispiel. Diese Auflösungen wurden in ruhigen Zeiten bisher immer wieder rückgängig gemacht. Vielleicht in "beiderseitigem Einvernehmen", weil sich Mann und Frau in der erlernten Rolle einfach wohler fühlten. Vielleicht auch, weil die Männer fürchteten, dass die Frauen feststellen wie viel weniger gefährlich ein Fabrikarbeiter im Gegensatz zum Mammutjäger lebt

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Ich verstehe nichts weiter von Neurologie, aber wenn man liest wie wenig die Neurologie von der Funktion des Gehirns bisher wirklich weiss, finde ich es eine ziemlich verwegene These "Zuhören können" oder "Einparken können" als im Hirn festgelegtes, biologisches Geschlechtsmerkmal zu verkaufen. Gut also, dass Frau Fine sich damit beschäftigt.
Und noch etwas geht mir grad dazu durch den Kopf: Die sichtbaren MzF-CDs unter uns sind diejenigen, die die soziale Geschlechterrolle zum ersten Mal ohne Krieg und Krise von bio-männlicher Seite in Frage stellen, oder? Da ist die bio-weibliche Seite schon weiter

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Marielle