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Fast geoutet vom Sohn
Verfasst: Mi 8. Aug 2012, 16:59
von Vincent
Gestern sah ich mit ein paar Freunden einige Bilder durch, mein Sohn, der außer Mama und Papa noch so gut wie nichts spricht, hatte auch Interesse.
Bei einem Bild auf dem eine Frau mit Rock von hinten zu sehen war, meinte Er plötzlich:
Papa!
Alle lachten, verstehen konnten sie den Grund wohl nicht.
Auch wenn ich gelegentlich öffentlich Röcke trage, ist das doch nicht bei allen bekannt und von meiner Frau nicht erwünscht, trotzdem sieht mich mein Sohn wohl öfters im Rock als mit einer Hose.
Ich denke, mit seiner weitern sprachlichen Entwicklung werde ich wohl etwas ändern müssen:
Entweder das Rocktragen bleiben lassen, oder in die Offensive gehen.

Re: Fast geoutet vom Sohn
Verfasst: Mi 8. Aug 2012, 17:10
von Vanessa_T
Ja, ja, Kindermund tut Wahrheit kund, so heisst es doch.
In einem anderen Forum schrieb mir eine Freundin, dass ihre inzwischen 11jährige Tochter den Papa auch in seiner Frauenrolle kenne und dass es für sie kein Problem sei, weil sie es von Anfang gewöhnt sei. Allerdings weiss dort wohl auch der Rest der Familie Bescheid.
Meine Tochter (5 J.) kennt mich nur als Papa und meine Frau und ich sind uns einig, dass das auch so bleiben soll. Was jetzt der bessere Weg ist, keine Ahnung. Kommt wohl wie immer auf die speziellen Umstände vor Ort an.
Re: Fast geoutet vom Sohn
Verfasst: Mi 8. Aug 2012, 21:58
von Inga
Vanessa_T hat geschrieben:....
Meine Tochter (5 J.) kennt mich nur als Papa und meine Frau und ich sind uns einig, dass das auch so bleiben soll. Was jetzt der bessere Weg ist, keine Ahnung. Kommt wohl wie immer auf die speziellen Umstände vor Ort an.
Hallo, Vanessa
Das Leben ist voller Kompromisse. Respekt für euch.
Da möchte ich doch nachfragen: Was ist eure Motivation, dass eure Tochter nur Papa kennen soll? Die Furcht, eure Tochter würde an ungebetener Stelle das Familien-Geheimnisse ausplaudern? Oder die Furcht, die Tochter würde verunsichert aufwachsen über den Wechsel des Papas, den andere nicht so haben?
Liebe Grüße
Robin
Re: Fast geoutet vom Sohn
Verfasst: Mi 8. Aug 2012, 23:28
von s_Roeckchen
Vor dem "Problem" stand ich auch, vor den Kindern im Rock oder nicht. Ich entschied mich dafür vor den Kinder nix zu verheimlichen und bei der nächsten schulischen Veranstaltung den Verein mit der Nase drauf zu stossen. Grund war, daß man Kindern es zwar noch so einbläuen kann, nix zu sagen, aber bei irgendeiner Gelegenheit verplappern sie sich doch. Und dann wär erst recht Not am Röckchen. Also lieber die Schocktherapie und "ist der Ruf erst ruiniert...".
s'Röckchen
Re: Fast geoutet vom Sohn
Verfasst: Mi 8. Aug 2012, 23:37
von Vincent
Hallo Röckchen,
Ich bin mir sicher, dass das der beste Weg für einen selbst ist, ob Kinder damit nicht evtl. ein Problem mit ihren Altersgenossen bekommen, wegen des "seltsamen" Vaters, bin ich mir nicht sicher.
Solange meine Frau ihre Einstellung zum öffentlichen Rocktragen nicht ändert, und ich meine eigenen Zweifel nicht ab lege, stellt sich die Frage in der Richtung bei mir leider noch nicht.
Re: Fast geoutet vom Sohn
Verfasst: Mi 8. Aug 2012, 23:42
von Vincent
Hallo Röckchen,
Ich bin mir sicher, dass das der beste Weg für einen selbst ist, ob Kinder damit nicht evtl. ein Problem mit ihren Altersgenossen bekommen, wegen des "seltsamen" Vaters, bin ich mir nicht sicher.
Solange meine Frau ihre Einstellung zum öffentlichen Rocktragen nicht ändert, und ich meine eigenen Zweifel nicht ab lege, stellt sich die Frage in der Richtung bei mir leider noch nicht.
Re: Fast geoutet vom Sohn
Verfasst: Do 9. Aug 2012, 22:50
von s_Roeckchen
Ich sag ja nicht daß das der allgemein gültige für alle einzuschlagende Weg ist. Es war mein Weg und ich bin damit gut gefahren. Und meine Kinder haben mit mir kein Problem, ebenso waren sie robust genug etwaige Anfeindungen abfedern zu lassen mit dem Hinweis, mich zu fragen warum "Er" das macht.
Und ja, der Satz viel "..für so einen Vater würd ich mich schämen.", was trocken gekontert wurde mit "Dann ist ja gut, daß er nicht dein Vater ist..."
Wie man vorgeht muß jeder für sich selber entscheiden. Deswegen schreib ich sowas auch in der Ich-Forum, ohne (wie ich hoffe) belehrenden Zeigefinger.
s'Röckchen
Re: Fast geoutet vom Sohn
Verfasst: So 12. Aug 2012, 17:18
von Lina
sandrawl hat geschrieben:Gestern sah ich mit ein paar Freunden einige Bilder durch, mein Sohn, der außer Mama und Papa noch so gut wie nichts spricht, hatte auch Interesse.
Bei einem Bild auf dem eine Frau mit Rock von hinten zu sehen war, meinte Er plötzlich:
Papa!
Alle lachten, verstehen konnten sie den Grund wohl nicht.
Auch wenn ich gelegentlich öffentlich Röcke trage, ist das doch nicht bei allen bekannt und von meiner Frau nicht erwünscht, trotzdem sieht mich mein Sohn wohl öfters im Rock als mit einer Hose.
Ich denke, mit seiner weitern sprachlichen Entwicklung werde ich wohl etwas ändern müssen:
Entweder das Rocktragen bleiben lassen, oder in die Offensive gehen.

Was glaubst du ist schlimmer für ein Kind: Die Geheimnistuerei der Eltern oder die Gewissheit, dass Papa Trans ist?
Warum glauben überhaupt so viele, dass Kinder dumm, unwissend und unsensibel sind?
Re: Fast geoutet vom Sohn
Verfasst: So 12. Aug 2012, 18:12
von Yasmine
Lina hat geschrieben:sandrawl hat geschrieben:Warum glauben überhaupt so viele, dass Kinder dumm, unwissend und unsensibel sind?
Dazu fällt mir ein, was ich einmal beim Hirschhausen gehört habe:
Sie haben schlimme Probleme?
Erklären Sie das Problem einem dreijahrigem Kind. Wenn es das Problem versteht, dann könnte es ein Problem sein.
Ist was wahres dran...
LG
Yasmine
Re: Fast geoutet vom Sohn
Verfasst: Mo 13. Aug 2012, 23:23
von Lina
Yasmine hat geschrieben:Lina hat geschrieben:sandrawl hat geschrieben:Warum glauben überhaupt so viele, dass Kinder dumm, unwissend und unsensibel sind?
Dazu fällt mir ein, was ich einmal beim Hirschhausen gehört habe:
Sie haben schlimme Probleme?
Erklären Sie das Problem einem dreijahrigem Kind. Wenn es das Problem versteht, dann könnte es ein Problem sein.
Ist was wahres dran...
LG
Yasmine
Es gibt auch verschiedene Levels oder Intensitäten von Erklärungen. Meistens sind es die Erwachsenen, die zu fantasielos sind, um einem 3jährigen genau so viel - und es so erklären, dass er es versteht. Nachdem was Freund mir berichtet und gebeichtet haben: Meistens reicht einem Kleinkind die Erklärung, dass Daddy auch manchmal Lust hat anders zu sein als er sonst meistens ist - und dabei wie eine Frau ... Das ist ja auch die Wahrheit und Kinder verstehen oft genau das viel besser als sonst jemand.
Das einzige Problem jemand damit haben könnte ist natürlich Daddy selbst, weil er mit seiner Situation als Trans nicht klar kommt. Aber das muss man doch nicht auf dem Rücken des Kindes austragen.
Re: Fast geoutet vom Sohn
Verfasst: So 26. Aug 2012, 07:33
von judith
Hallo zusammen,
ich finde es kommt auch darauf an, was jeder so "aushält". Früher habe ich meine Leidenschaft vor den Kindern immer verheimlicht und auch keine Probleme damit. Doch als die beiden immer älter wurden und in den Ferien somit auch immer länger wach bleiben durften, fingen meine inneren Probleme an. Mir kam es oft so vor, als würde ich innerlich zerreissen. So entschloss ich mich es ihnen (7+9) zu sagen, auch wenn meine Frau nicht so begeistert davor war. Als Termin wählte ich einen Tag vor der Urlaubsreise, so konnten wir uns 2 Wochen an die neue Situation gewöhnen und ich ihnen einiges erklären.
Seither ist davon nichts an die Öffentlichkeit geraten. Die Kinder können auf jeden Fall privat und öffentlich voneinander unterscheiden, auch Omas und Opas gegenüber. Klar kann es immer wieder zu "brenzligen Situationen" kommen (sehr selten), aber da ist dann eben Fantasie zum "Überspielen" gefragt. Ach ja, meine Kinder brauchen in den meisten Fällen auch keine komplizierten Erklärungen. Sie geben sich auch mit einem "Weil es mir gefällt" zufrieden. Sie selbst antworten ja auch oft mit solch einer Antwort.
Jetzt kann ich ungezwungen Rock und Stöckelschuhe tragen und meine Kinder rennen sogar vor, wenn der Postbote klingelt und ich mich erst wieder umziehen muss. Privat ist eben privat. Ok ihre kleinen Lästerreien darüber muss ich eben ertragen
Judith