Andrea geht einkaufen
Verfasst: Mi 4. Apr 2012, 09:46
Am vergangenen Freitag war wieder einmal Crossdressertreffen in Chemnitz. Ich konnte es schon kaum erwarten, mal wieder dabei zu sein. Bisher hatte ich mich damit begnügt, dort nur Damensachen anzuziehen. Nach einem Schlüsselerlebnis vor einigen Wochen kommt aber jetzt nur noch komplettes Styling in Frage. Ein Kosmetikstudio mit reichlicher CD-Erfahrung hatte ich im Vorfeld bereits ausfindig gemacht, bzw. ist mir von anderen Crossdressern empfohlen worden. Den Termin dort hatte ich bewusst so gelegt, dass ich vor dem Treffen noch genug Zeit hatte, endlich einmal als Andrea einzukaufen.
Eigentlich handelt es sich bei der Einrichtung um ein Zweithaarstudio (http://www.zweithaarstudio-chemnitz.de), in welchem die verschiedendsten Arten von Haarersatz angeboten werden. Für unsereins besteht auch die Möglichkeit, sich vor Ort umzuziehen, professionell schminken zu lassen und vielleicht, wie in meinem Fall, gleich noch eine neue Perücke zu erstehen. Das Ergebnis meiner Behandlung dort sah phantastisch aus. Eins der danach entstandenen Fotos habe ich in meine Galerie gestellt. Inzwischen, nach ca. 2 Stunden, konnte ich es kaum noch erwarten, endlich loszuziehen. Ich trug einen braunen ausgestellten knielangen Rock, eine blau-grün-weiß gemusterte Bluse, braune blickdichte Strumpfhosen, schwarze Stiefel und darüber eine Jacke mit Hahnentrittmuster. Wie schon bei meinem vorherigen Ausflug, war meine Aufregung während des Schminkens mit so einem "umwerfenden" Aussehen draußen plötzlich wie weggeblasen. Während des nachmittäglichen Berufsverkehrs als Andrea in einem vollbesetzten Bus ins Stadtzentrum — vor wenigen Wochen für mich noch unvorstellbar — konnte ich völlig entspannt angehen. Wieder einmal hat scheinbar niemand Notiz von mir genommen.
Zuerst habe ich mir in einem Fotoladen Passbilder anfertigen lassen. Alles ging problemlos. Ob der Fotografin aufgefallen ist, dass ich nicht "echt" war? Ich konnte jedenfalls keine entsprechende Reaktion erkennen. Wozu ich die Bilder brauchte, erkläre ich später. An meinem ersten "Shoppingtag" als Andrea wollte ich nach einem festlichen Abendkleid Ausschau halten. Kleider sind für unsereins bekanntlich problematisch wegen der unterschiedlichen Größen oben und unten. Ohne Anprobieren ist das Risiko eines Fehlkaufes groß. Was ich mir als Mann nie getraut hatte, sollte ja diesmal kein Problem sein. Ich ging zuerst zu Peek & Cloppenburg und war vom Angebot an festlicher Mode etwas enttäuscht. Irgendwie hatte ich das anders in Erinnerung, aber vielleicht ist festlich Elegantes nicht mehr so gefragt. Trotzdem fiel mir ein blaues Kleid auf: einfacher Schnitt, matt glänzender Stoff mit Spaghettiträgern und in allen Größen vorhanden. Und da war noch ein sehr schönes pinkes Neckholderkleid für ... Kann denn das sein, nur 19,95€? Es hing tatsächlich bei den Sonderangeboten, aber leider nur als Einzelstück in Größe 38. Da ich bei Blusen mindestens eine 42 brauche, könnte das ein Problem sein. Aber einen Versuch war es wert. Ich nahm das pinke Kleid zusammen mit einem blauen in Größe 42 mit in die Umkleidekabine. Dort musste ich feststellen, dass bei Größe 38 kein Reißverschluss mehr zuging. Schade, das wäre ein echtes Schnäppchen gewesen. Das blaue Kleid dagegen passte perfekt, fühlte sich auch gut an, nur oben herum kam ich mir etwas nackt vor. Da hätte ich mir noch ein Bolerojäckchen dazukaufen müssen und wäre dann, da das Kleid allein schon 159€ kostete, in eine ganz andere Preisklasse gekommen. Also hängte ich die Kleider wieder zurück und fragte eine Verkäuferin, die zufällig vorbeikam, ob das pinke Kleid auch in Größe 42 zu haben wäre. Leider nein, aber ein schwarzes schulterfreies hätte ich zum gleichen Preis in Größe 42 haben können. Die Frage, wie ich das an meinem nicht vorhandenen Busen festmachen soll, habe ich mir verkniffen. Außerdem gefällt mir die Farbe schwarz nicht so gut; sie erinnert mich zu sehr an Beerdigungen.
Nach diesem ersten nicht ganz erfolgreichen Versuch ging ich in den nächsten Laden. Nur wenige Meter entfernt in der Galeria Kaufhof ist eine komplette Etage nur der Damenbekleidung vorbehalten. Das Angebot an festlicher Kleidung war aber noch bescheidener. Zumindest von den Kleidern, die ich suchte, fand ich jeweils nur eine Handvoll in schwarz oder rot. Während ich schwarz aus bereits genannten Gründen nicht mochte, war mir rot eigentlich zu auffällig. Ein rotes Kleid fiel mir aber besonders auf. Es hatte bedeckte Schultern, einen V-Ausschnitt (soll die Schultern nicht so breit wirken lassen) und war ab Größe 44 zu haben. Ein anderes rotes Kleid sah fast genau so aus wie das blaue im ersten Laden, war aber mit 59€ deutlich preiswerter. Ich konnte nur keine Größenangabe finden. Also ging ich wieder mit zwei Kleidern in die Kabine. Das mit der Größe war schnell geklärt: mindestens zwei Nummern zu klein. Das Kleid in Größe 44 passte dagegen vorzüglich, auch in der Länge. Irgendwie war ich plötzlich sogar von der Farbe begeistert. Ich fand, dass rot gut zu meiner Haarfarbe passt (Bitte korrigiert mich, wenn ich da falsch liege!). Ansonsten war das Tragegefühl überwältigend. So etwas Schönes hatte ich noch nie an. Da empfand ich sogar den Preis von 119€ angemessen. Hier ein Foto, damit ihr wisst, wovon ich rede: Stolz trug ich das gute Stück zur Kasse. Ob der Verkäuferin mein männlicher Name auf meiner EC-Karte aufgefallen ist? Meine männliche Stimme schien sie jedenfalls nicht zu beeindrucken. Einmal auf den Geschmack gekommen, hätte ich das Spiel gern noch bis Ladenschluss fortgesetzt, aber erstens hatte ich an diesem Tag schon genug Geld ausgegeben und zweitens wollte ich ja noch zum Crossdressertreffen.
Es waren noch einmal 15 Minuten Fußweg durch die Chemnitzer Innenstadt bis zum Treffpunkt. Diesmal waren 8 nette "Damen" dort. Denjenigen, die mich schon kannten, ist natürlich aufgefallen, dass ich diesmal geschminkt war. Ansonsten war es ein ganz lustiger Abend. Bei meinen vergangenen Treffen war eigentlich erst das Ende, das heißt die Heimfahrt, der Höhepunkt des Abends. Das waren meine ersten, für damalige Verhältnisse, größeren Ausflüge als Andrea. Heute ist das für mich Selbstverständlichkeit. Eine Besonderheit gab es trotzdem. Für meinen Fahrausweis, den ich sonst für meinen täglichen Arbeitweg nutze, habe ich ja nun auch ein weibliches Passbild und kann somit jetzt auch als Andrea im Raum Chemnitz die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. In meiner Galerie könnt ihr den Ausweis sehen. Ich bin auch tatsächlich kontrolliert worden, alles ohne Probleme.
Und noch eine Premiere gab es an diesem Abend. Wie ich in einem anderen Beitrag schrieb, weiß meine Mutter inzwischen Bescheid, aber heute konnte ich ihr Andrea erstmals in natura vorstellen. Sie hat es sehr positiv aufgenommen. Auch das neue Kleid hat ihr gefallen. Ich weiß übrigens schon, wo und wann ich das mal anziehen werde, aber so viel möchte ich noch nicht verraten.
Eigentlich handelt es sich bei der Einrichtung um ein Zweithaarstudio (http://www.zweithaarstudio-chemnitz.de), in welchem die verschiedendsten Arten von Haarersatz angeboten werden. Für unsereins besteht auch die Möglichkeit, sich vor Ort umzuziehen, professionell schminken zu lassen und vielleicht, wie in meinem Fall, gleich noch eine neue Perücke zu erstehen. Das Ergebnis meiner Behandlung dort sah phantastisch aus. Eins der danach entstandenen Fotos habe ich in meine Galerie gestellt. Inzwischen, nach ca. 2 Stunden, konnte ich es kaum noch erwarten, endlich loszuziehen. Ich trug einen braunen ausgestellten knielangen Rock, eine blau-grün-weiß gemusterte Bluse, braune blickdichte Strumpfhosen, schwarze Stiefel und darüber eine Jacke mit Hahnentrittmuster. Wie schon bei meinem vorherigen Ausflug, war meine Aufregung während des Schminkens mit so einem "umwerfenden" Aussehen draußen plötzlich wie weggeblasen. Während des nachmittäglichen Berufsverkehrs als Andrea in einem vollbesetzten Bus ins Stadtzentrum — vor wenigen Wochen für mich noch unvorstellbar — konnte ich völlig entspannt angehen. Wieder einmal hat scheinbar niemand Notiz von mir genommen.
Zuerst habe ich mir in einem Fotoladen Passbilder anfertigen lassen. Alles ging problemlos. Ob der Fotografin aufgefallen ist, dass ich nicht "echt" war? Ich konnte jedenfalls keine entsprechende Reaktion erkennen. Wozu ich die Bilder brauchte, erkläre ich später. An meinem ersten "Shoppingtag" als Andrea wollte ich nach einem festlichen Abendkleid Ausschau halten. Kleider sind für unsereins bekanntlich problematisch wegen der unterschiedlichen Größen oben und unten. Ohne Anprobieren ist das Risiko eines Fehlkaufes groß. Was ich mir als Mann nie getraut hatte, sollte ja diesmal kein Problem sein. Ich ging zuerst zu Peek & Cloppenburg und war vom Angebot an festlicher Mode etwas enttäuscht. Irgendwie hatte ich das anders in Erinnerung, aber vielleicht ist festlich Elegantes nicht mehr so gefragt. Trotzdem fiel mir ein blaues Kleid auf: einfacher Schnitt, matt glänzender Stoff mit Spaghettiträgern und in allen Größen vorhanden. Und da war noch ein sehr schönes pinkes Neckholderkleid für ... Kann denn das sein, nur 19,95€? Es hing tatsächlich bei den Sonderangeboten, aber leider nur als Einzelstück in Größe 38. Da ich bei Blusen mindestens eine 42 brauche, könnte das ein Problem sein. Aber einen Versuch war es wert. Ich nahm das pinke Kleid zusammen mit einem blauen in Größe 42 mit in die Umkleidekabine. Dort musste ich feststellen, dass bei Größe 38 kein Reißverschluss mehr zuging. Schade, das wäre ein echtes Schnäppchen gewesen. Das blaue Kleid dagegen passte perfekt, fühlte sich auch gut an, nur oben herum kam ich mir etwas nackt vor. Da hätte ich mir noch ein Bolerojäckchen dazukaufen müssen und wäre dann, da das Kleid allein schon 159€ kostete, in eine ganz andere Preisklasse gekommen. Also hängte ich die Kleider wieder zurück und fragte eine Verkäuferin, die zufällig vorbeikam, ob das pinke Kleid auch in Größe 42 zu haben wäre. Leider nein, aber ein schwarzes schulterfreies hätte ich zum gleichen Preis in Größe 42 haben können. Die Frage, wie ich das an meinem nicht vorhandenen Busen festmachen soll, habe ich mir verkniffen. Außerdem gefällt mir die Farbe schwarz nicht so gut; sie erinnert mich zu sehr an Beerdigungen.
Nach diesem ersten nicht ganz erfolgreichen Versuch ging ich in den nächsten Laden. Nur wenige Meter entfernt in der Galeria Kaufhof ist eine komplette Etage nur der Damenbekleidung vorbehalten. Das Angebot an festlicher Kleidung war aber noch bescheidener. Zumindest von den Kleidern, die ich suchte, fand ich jeweils nur eine Handvoll in schwarz oder rot. Während ich schwarz aus bereits genannten Gründen nicht mochte, war mir rot eigentlich zu auffällig. Ein rotes Kleid fiel mir aber besonders auf. Es hatte bedeckte Schultern, einen V-Ausschnitt (soll die Schultern nicht so breit wirken lassen) und war ab Größe 44 zu haben. Ein anderes rotes Kleid sah fast genau so aus wie das blaue im ersten Laden, war aber mit 59€ deutlich preiswerter. Ich konnte nur keine Größenangabe finden. Also ging ich wieder mit zwei Kleidern in die Kabine. Das mit der Größe war schnell geklärt: mindestens zwei Nummern zu klein. Das Kleid in Größe 44 passte dagegen vorzüglich, auch in der Länge. Irgendwie war ich plötzlich sogar von der Farbe begeistert. Ich fand, dass rot gut zu meiner Haarfarbe passt (Bitte korrigiert mich, wenn ich da falsch liege!). Ansonsten war das Tragegefühl überwältigend. So etwas Schönes hatte ich noch nie an. Da empfand ich sogar den Preis von 119€ angemessen. Hier ein Foto, damit ihr wisst, wovon ich rede: Stolz trug ich das gute Stück zur Kasse. Ob der Verkäuferin mein männlicher Name auf meiner EC-Karte aufgefallen ist? Meine männliche Stimme schien sie jedenfalls nicht zu beeindrucken. Einmal auf den Geschmack gekommen, hätte ich das Spiel gern noch bis Ladenschluss fortgesetzt, aber erstens hatte ich an diesem Tag schon genug Geld ausgegeben und zweitens wollte ich ja noch zum Crossdressertreffen.
Es waren noch einmal 15 Minuten Fußweg durch die Chemnitzer Innenstadt bis zum Treffpunkt. Diesmal waren 8 nette "Damen" dort. Denjenigen, die mich schon kannten, ist natürlich aufgefallen, dass ich diesmal geschminkt war. Ansonsten war es ein ganz lustiger Abend. Bei meinen vergangenen Treffen war eigentlich erst das Ende, das heißt die Heimfahrt, der Höhepunkt des Abends. Das waren meine ersten, für damalige Verhältnisse, größeren Ausflüge als Andrea. Heute ist das für mich Selbstverständlichkeit. Eine Besonderheit gab es trotzdem. Für meinen Fahrausweis, den ich sonst für meinen täglichen Arbeitweg nutze, habe ich ja nun auch ein weibliches Passbild und kann somit jetzt auch als Andrea im Raum Chemnitz die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. In meiner Galerie könnt ihr den Ausweis sehen. Ich bin auch tatsächlich kontrolliert worden, alles ohne Probleme.
Und noch eine Premiere gab es an diesem Abend. Wie ich in einem anderen Beitrag schrieb, weiß meine Mutter inzwischen Bescheid, aber heute konnte ich ihr Andrea erstmals in natura vorstellen. Sie hat es sehr positiv aufgenommen. Auch das neue Kleid hat ihr gefallen. Ich weiß übrigens schon, wo und wann ich das mal anziehen werde, aber so viel möchte ich noch nicht verraten.